Gründer und Startups

Wie das Work Inn zur größten Coworking Community im Ruhrgebiet wurde

Coworking Ruhrgebiet - Work Inn Gründer Tim Schabsky

Work Inn-Gründer Tim Schabsky (Foto: Carmen Radeck)

Work Inn: In drei Jahren zur größten Coworking Community im Ruhrgebiet

Von Carmen Radeck

Von der S-Bahn Haltestelle Dortmund Universität laufe ich einmal quer über den Campus. Zehn Minuten später stehe ich vor einem modernen Bürogebäude aus rotem Backstein mit vielen Fenstern.

Hier, im Martin-Schmeißer-Weg 10, entsteht das Work Inn Campus, der inzwischen vierte Coworking Space in Dortmund, den die beiden Work Inn-Gründer Tim und Dörte Schabsky innerhalb von gut drei Jahren hochgezogen haben.

Ich bin mit Tim verabredet, der gerade mit zwei Kaffeebechern aus dem Bistro gegenüber über die Straße gelaufen kommt.

„Ab jetzt brauchst Du ein bisschen Fantasie“, meint Tim, als wir durch die Glastür die neuen Räume betreten, die sich noch im Baustellen-Modus befinden.

The next big Space: Das Work Inn Campus

Nach der Eröffnung ihres Coworking Flagships über den Dächern der Dortmunder City wird das Work Inn Campus nochmal eine deutliche Nummer größer: Auf einer Fläche von 865 Quadratmeter, verteilt auf vier Etagen, entsteht eine Mischung aus Coworking und Büros.

„Hier im Erdgeschoss planen wir den Coworking Hauptbereich“, sagt Tim. Als Design schwebt dem Paar New Yorker Loft Style vor mit Graffiti an den Wänden. Neben dem offenen Coworkingbereich sind im Erdgeschoss zusätzlich ein paar kleine Büros und eine Lounge geplant.

Ein Blick auf die Pläne fürs Work Inn Campus (Foto: Work Inn)

Die Etage darüber ist quasi schon vermietet an das IAutomatisierungs-Unternehmen Swisslog, das von nebenan expandiert. Die zweite Etage wird eine Mischung aus einem größeren Bürobereich für ein digitales Unternehmen, Coworking-Plätzen und einer Bar.

Auch der Außenbereich vor dem Gebäude wird neu gestaltet, Tischtennisplatte und Schaukel zum Abschalten und Relaxen inklusive.

Noch ist hier viel zu tun. Die Umbauarbeiten sind im vollen Gange. Im Mai soll es aber schon losgehen mit dem Coworkingbetrieb.

Inzwischen arbeiten Tim und Dörte bei der Gestaltung der Räume mit Innenarchitekten zusammen. Ihren ersten Coworkingspace in Dortmund Wickede haben sie noch selbst gestaltet.

Wie alles begann: Ein kleiner Coworkingspace und viel Optimismus

Die Work Inn-Story begann im Januar 2014 mit dem ersten Coworking Space im Gewerbegebiet von Dortmund Wickede, wo Tim und Dörte aus den ehemaligen Büroräumen einer Schuhfabrik ihren ersten Coworkingspace machten.

Die Idee, einen Coworking Space in Dortmund zu eröffnen kam den beiden während ihres Studienaufenthalts in London, wo es an so gut wie jeder Ecke einen Coworking Space gab.

Warum sollte das nicht auch in Dortmund funktionieren? Diese Frage machte Tim zum Thema seiner Abschlussarbeit, aus der sozusagen der Businessplan für den ersten Coworkingspace entstand.

Work Inn Coworking Space Dortmund Empfang

Ein Bild aus der Anfangszeit: Tim und Dörte Schabsky im Work Inn Wickede. (Foto: Work Inn)

Bestand Tim damit zwar seine Prüfung, sah es in der Realität etwas anders aus. Denn die Dortmunder mussten erstmal vom Konzept des Coworking überzeugt und begeistert werden. „Das haben wir uns einfacher vorgestellt“, gibt Tim rückblickend zu.

Um aus den Dortmundern Coworker zu machen, initiierten Dörte und Tim eine ganze Reihe eigener Events, wie dem Mitbringfrühstück², und waren auf nahezu jedem Networking-Treffen in der Region dabei.

Ihre Hauptaufgabe dort: erklären, was Coworking ist, und was es so genial macht! Nach den ersten Startschwierigkeiten füllte sich der Space nach und nach und ist heute eine sichere Bank des Unternehmens.

Neues Jahr, neue Coworkingspaces

Ein Jahr später expandierten die Schabskys und gingen für neue Standorte Kooperationen mit den Technologiezentren in Dortmund und Kamen ein. Im e-port direkt am Dortmunder Hafen gründeten Tim und Dörte ihren zweiten Coworking Space.

In drei Räumen mit Küche und Lounge ist hier vor allem offenes Coworking angesagt. Auch wenn das Startup Smartvie sich inzwischen über einen ganzen Raum verteilt hat und mit dieser Flexibilität einen der Vorzüge von Coworking genießt.

Ebenfalls 2015 eröffnen Dörte und Tim ihren ersten Coworkingspace außerhalb Dortmunds, im Technopark Kamen. Eigentlich keine große Sache: Es braucht nur zehn Coworker, damit sich der Standort trägt. „Zehn Coworker muss doch auf jeden Fall machbar sein, hab ich damals gedacht“, sagt Tim heute.

Doch was sich wenig anhört, für eine kleine Stadt wie Kamen war es vielleicht noch zu viel. Nach einem Jahr machte Tim das Work Inn Kamen dicht.

Größer werden: Das Coworking Flagship in der City

Ab 2016 wird größer gedacht. Tim und Dörte mieten die siebte Etage eines Bürogebäudes an der Hohen Straße mitten in der Dortmunder City. Bis zum Dortmunder U und dem Westfalenstadion kann man von hier aus blicken. Die mehr als 400 Quadratmeter teilen sich ein offener Coworkingbereich mit mehreren kleinen Büros, Seminarraum und Loungebereich.

Inzwischen hat sich hier eine bunte Mischung aus Freelancern, Soloselbstständigen, kleinen Unternehmen und Startups wie Neext und WeeGee angesiedelt.

Mitbringfrühstück im Work Inn City (Foto: Work Inn)

Auch einige Angestellte von Großkonzernen zum Beispiel aus der Schweiz oder Japan haben hier ihr Büro oder einen Schreibtisch – ein Trend, den Tim verstärkt wahrnimmt: „Es kommen immer mehr Anfragen von Mitarbeitern aus Unternehmen in Großstädten, die zum Beispiel aus familiären Gründen ins Ruhrgebiet ziehen und dann von hier aus für das Unternehmen weiterarbeiten“.

Diese Mischung aus etablierten Unternehmen, Startups und Selbstständigen wird auch den neuen Coworkingspace bestimmen. Die Nähe zur Uni soll das Work Inn auch für Studenten interessant machen. Für das Eröffnungsevent – das Google Startup Weekend – kooperiert das Work Inn auch gleich mit dem tu-startup-Team der Uni Dortmund.

In drei Jahren zur größten Coworking Community im Ruhrgebiet

Mit mehr als 100 Coworkern und vier Coworkingspaces hat das Work Inn in vier Jahren die bislang größte Coworking-Community im Ruhrgebiet aufgebaut und will auch in Zukunft weiter wachsen, vielleicht sogar über die Grenzen Dortmunds und des Ruhrgebiets hinaus.

Zunächst geht es Tim und Dörte allerdings darum, die Marke zu stärken und die Community auszubauen. Inzwischen haben die Schabskys zwei Mitarbeiter und einige Bereiche wie Onlinemarketing, Blog und Social Media an Freelancer und Agenturen ausgelagert.

Die Betreuung der Coworker in den einzelnen Coworkingspaces übernehmen zum Großteil ausgewählte Coworker selbst, die als sogenannte Member-Hosts dafür in den Genuss von Preisvorteilen kommen. Für die Online-Kommunikation der Coworking-Community untereinander experimentiert das Work Inn gerade neben einer Facebook-Gruppe mit einem eigenen Slack-Channel.

Und damit auch im Privatleben keine Langeweile aufkommt, sind Dörte und Tim vor zwei Jahren stolze Eltern einer Tochter geworden. Die ist natürlich längst festes Mitglied der Coworking Community.


Wo arbeitet Ihr am liebsten: Im Coworkingspace, Büro oder Homeoffice?

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