Szene

Warum ein Coworking Space der ideale Arbeitsort für Gründer und Startups ist

Coworking rockt! Besonders Gründer profitieren von der Community und günstigen Mietkonditionen.

Coworking rockt! Besonders Gründer profitieren von der Community und günstigen Mietkonditionen. (Foto: Carmen Radeck)

Ideal für den Start: Coworking Spaces

Von Carmen Radeck

Eine günstige Alternative zum Homeoffice ohne das Risiko, mich an eine lange Büromiete und hohe Fixkosten zu binden – das waren für mich die wichtigsten Gründe, als ich mich letztes Jahr dazu entschied, einen Schreibtischplatz im Coworking Space zu mieten. Ich stand zu der Zeit gerade ziemlich am Anfang meiner Karriere als Texterin und Bloggerin, deswegen gehörte Kostensparen zu den wichtigsten Finanzstrategien in meinem Business.

Doch Homeoffice ist eben auch nicht immer die günstigste Variante.

Für mich im Speziellen heißt das: Je weiter die Woche fortschreitet, desto größer mein Hang zur Prokrastination. Da rücken Wäscheberge, die Spülmaschine und der Fernseher in der gefühlten Prioritätenliste immer weiter nach oben und die wirklich wichtigen Dinge bleiben liegen. Oder mir fällt einfach mal die Decke auf den Kopf.

So kam es, dass ich mich Anfang 2014 bei Dörte und Tim in ihren frisch eröffneten Coworking Space Work Inn in Dortmund einmietete. Für fünf Tage im Monat, monatlich kündbar. Ich bin heute noch dort und wusste schon nach ein paar Wochen, dass meine ursprünglichen Beweggründe zwar gute Gründe sind, im Coworking Space zu arbeiten, aber bei weitem nicht die Highlights.

Lesetipp: So hat sich das Work Inn drei Jahre nach Gründung entwickelt

Welche Erfahrungen ich als Coworkerin im Work Inn bisher gemacht habe und warum ich absolut überzeugt bin, dass Coworking für viele Gründer und Startups der ideale Arbeitsort ist, lest Ihr hier…

Sofort loslegen, um nichts kümmern müssen

Das habe ich am Coworking von Anfang an geliebt: Mich um nichts kümmern müssen, nur an einen leeren, aufgeräumten Schreibtisch setzen, Laptop auspacken und starten. Alles, was man zum entspannten Arbeiten benötigt, ist schon da: Schreibtisch, Stuhl, Druck- und Kopiermöglichkeit, W-Lan, Kaffee – die komplette Infrastruktur. Teure Büroausstattung anzuschaffen ist also nicht nötig.

Einfach Mietvertrag unterschreiben und loslegen.

Schneller kann man sein Business nicht starten, oder?

Keine hohen Fixkosten

Auch hohe Fixkosten sind mit Coworking kein Thema. Außer der monatlichen Schreibtischmiete fallen keine weiteren Fixkosten an wie Strom oder Internet. Diese Posten sind im Mietpreis in der Regel mit drin.

Volle Flexibilität – im Coworking Space mit dem Unternehmen wachsen

Was einen Coworking Space gerade für Gründer so interessant macht, ist die Flexibilität und Anpassungsmöglichkeit an die Entwicklung des eigenen Business. Gerade am Anfang kann man ja oft nicht einschätzen, wie schnell und wohin man sich mit seinem Unternehmen entwickelt. Ist das Budget erst einmal knapp, mietet man sich vielleicht wie ich nur einen Schreibtischplatz für fünf Tage im Monat.

Kommen schnell Aufträge rein, macht zum produktiven Arbeiten vielleicht anderer Tarif oder sogar ein fester Schreibtisch Sinn. Vielleicht kommt auch bald ein neuer Mitarbeiter oder Praktikant hinzu… So kann man gerade am Anfang ganz flexibel auf die Entwicklung des eigenen Startups reagieren, ohne dass man sich gleich an eine langfristige Miete für eine Immobilie binden muss, die vielleicht schnell gar nicht mehr zum Unternehmen passt.

Das Wertvollste am Coworking: Die Community

Die Community ist

Das Wertvollste am Coworking: Die Community (Foto: Work Inn)

Das Wertvollste am Coworking ist eindeutig die Community, die quasi im Mietpreis mit drin ist ;-). Im Prinzip bedeutet im Coworking Space zu arbeiten auch gleichzeitig ein wertvolles Netzwerk aufzubauen – und das ganz nebenbei beim Kaffeepäuschen zwischendurch, beim Mittagessen, Feierabendbierchen oder über den Schreibtisch hinweg.

Empfehlungen und gemeinsame Projekte

Als ich anfing im Work Inn zu arbeiten, haben sich für mich ganz schnell einige Aufträge ergeben – seien es Textaufträge für meine Coworker selbst, für gemeinsame Projekte oder durch Empfehlung. Dass Coworking für mich diesen Effekt hat und das in so kurzer Zeit, hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Das klappt natürlich besonders gut, wenn ein guter Branchenmix gemeinsam im Büro arbeitet. Im Work Inn beispielsweise arbeiten Grafikdesigner, Web- und Social Media-Experten, Fotografen, Unternehmensberater, Buchhalter und einige Startups.

Erfahrungen austauschen, gegenseitig unterstützen, Feedback geben

Doch nicht nur für Aufträge ist die Community wertvoll. Auch und besonders, um Erfahrungen auszutauschen, sich gegenseitig Feedback zu geben und sich zu unterstützen. Das klappt allein schon wegen der unterschiedlichen Branchen gut. Jeder hat sein Spezialwissen und kann oft auf die Schnelle mal mit einem fachlichen Rat helfen. Gerade wenn man am Anfang seiner Selbstständigkeit steht, tauchen ja unweigerlich Fragen, Unsicherheiten oder Probleme auf. Mit den Coworkern geteilt, findet sich dafür oft schnell eine Lösung. Manchmal reicht es schon, einfach mal darüber zu reden.

Community leben: Interne Events zum Networking, Pläneschmieden und zum Spaßhaben

Da man nicht immer Gelegenheit hat, alle Coworker kennenzulernen und zu treffen, gibt’s in Coworking Spaces oftmals auch interne Coworker-Treffen. Im Work Inn zum Beispiel gibt’s im Sommer eine Grillparty für alle, außerdem regelmäßig ein Netzwerk-Frühstück, zu dem auch Externe eingeladen sind.

Das alles ist natürlich auf freiwilliger Basis. Alles kann, nichts muss.

Eigene Ideen und Projekte testen

Besonders nach Gesprächen mit meinen Coworkern, vor allem, wenn sie meinen Rat in Sachen Text und Bloggen brauchten, kommen mir oft Ideen für Services, Blog- oder Workshop-Themen. Hier ist ein Coworking Space die ideale Plattform, solche Ideen schnell zu testen. Sei es, eine Umfrage bei den Coworkern zu starten, ob sie Interesse an dem Service hätten und was sie bezahlen würden. Oder, um einfach mal einen Service anzubieten und zu gucken, wie die Resonanz ist. So habe ich hin und wieder eine kostenlose Textberatungstunde angeboten. Coworker oder auch Externe konnten unverbindlich meine Dienste testen. Daraus haben sich für mich auch weitere (bezahlte) Aufträge ergeben.

Ein Coworking Space ist also eine schöne Möglichkeit, Ideen schnell und einfach zu testen, zu verbessern und weiterzuentwickeln.

Dein professioneller Auftritt: Meetingraum, Geschäftsadresse, Seminarraum

Jetzt kommen noch ein paar Gründe, die im professionellen Alltag einfach praktisch sind. In der Regel gibt’s im Coworking Space auch einen Seminar- oder Meetingraum inkl. Equipment (Beamer, Flipchart…), den Coworker mitnutzen bzw. buchen können. Besonders für Kundengespräche ist das eine gute Sache. Es macht schon einen professionelleren Eindruck, wenn man den Kunden nicht zu sich ins Homeoffice oder ins Café einlädt, sondern in ein geschäftliches Umfeld.

Auch eine Geschäftsadresse mit Briefkasten kann man in Coworking Spaces oft hinzubuchen. Das macht nicht nur nach außen einen professionellen Eindruck. Gerade, wenn man auf seiner Firmenwebsite oder seinem Blog im vorgeschriebenen Impressum nicht die Privatadresse angeben möchte, ist die Geschäftsadresse eine beruhigende Alternative.

Networking-Events, Workshops und Sprechstunden für Gründer

Die Seminarräume werden natürlich nicht nur von Coworkern genutzt, sondern in der Regel auch an Externe vermietet. Von daher finden in vielen Coworking Spaces auch Workshops, Seminare, Beratungssprechtunden oder Networking-Events statt. Im Work Inn beispielsweise gibt’s regelmäßig Gründer- und Buchhaltungssprechstunden oder kreative Networking-Events wie die schon legendäre Ideenparty. Im Bild links könnt ihr einen Blick auf den aktuellen Work Inn Eventkalender werfen. Ganz schön vielfältig, oder?

Mein Fazit

Gerade für Gründer und Startups ist ein Coworking Space der ideale Arbeitsort – vor allem, weil man sofort loslegen kann, sich nicht an hohe und langfristige Kosten bindet und vor allem, weil man gerade am Anfang auf ein wertvolles Netzwerk und eine Community trifft, die einem den Start in die Selbstständigkeit gewaltig erleichtert. Nicht nur, weil sich ganz schnell Aufträge ergeben können, sondern weil man sich gegenseitig unterstützt und auch mal durch ein paar Krisen bringt – einfach, weil man jemanden zum Reden hat, der solche Situationen selbst kennt.

Hinterlasse einen Kommentar

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr erfahren

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close