Gründer und Startups

Über Gründen mit 18, klassische Werte und innovative Produkte

Gründen mit 18 - Benjamin Zaczek aus Bochum

Der Bochumer Gründer Benjamin Zaczek hat mit 18 seine eigene Agentur gegründet und entwickelt heute auch eigene innovative Produkte wie Salesviewer. (Foto: Salesviewer)

Im Interview: Der Bochumer Gründer Benjamin Zaczek über Gründen mit 18, klassische Werte und die Entwicklung innovativer Produkte

Von Carmen Radeck

Benjamin Zaczek aus Bochum hat schon seine eigene Agentur gegründet, als er noch ganz jung war. Im Interview spricht er über Gründen mit 18, klassische Werte und die Entwicklung eigener Produkte.

Hallo Benjamin, Du hast Dich schon ganz früh selbstständig gemacht. Mit 18 Jahren hast Du schon deine eigene Agentur gegründet. Erzähl mal Deine Gründergeschichte.

Naja – meine Gründergeschichte ich relativ unspektakulär. Ich wollte recht früh auf eigenen Beinen stehen und unabhängig sein. Ich habe dann mit 16 Jahren bei Rewe als Regaleinräumer angefangen und mit 18 dann die nächste (logische) Karrierestufe begonnen als Apothekenfahrer, weil ich dann meinen Führerschein hatte.

Mein bester Freund Philipp und ich spielten schon lange mit dem Gedanken „mit 18 eine Firma zu gründen“, um auch arbeitstechnisch unabhängig zu sein. Da wir uns damals sehr für Kommunikation und Werbung interessierten, sind wir 2004 mit 18 Jahren einfach zu Gewerbeamt gefahren und haben die Firma Creativetwo gegründet.

Anfangs haben wir uns mit dem Design von Webseiten und anderen Werbemedien beschäftigt. Philipp zählt heute noch zu meinen engen besten Freunden, ist aber seit 2006 nicht mehr dabei. Hin und wieder habe ich dann nebenbei eigene Projekte entwickelt, eingestampft oder auch verkauft. Mittlerweile heißt die Firma Conceptpartner.

Vor einem Jahr hast Du das Analyse-Tool Salesviewer entwickelt und auf den Markt gebracht und bist damit auch auf dem internationalen Markt erfolgreich. Worum geht es dabei und für wen ist das Tool gedacht?

Nur maximal 5 Prozent der Website-Besucher kontaktieren ein Unternehmen über die Website. Bei den restlichen 95 Prozent findet keine Kontaktaufnahme statt, obwohl diese Besucher ja einen konkreten Grund oder Bedarf hatten, diese Website zu besuchen. SalesViewer ist eine Unternehmenserkennung für Webseiten, entschlüsselt die anonymen Website-Besucher und liefert genaue Interessensprofile dieser Besucher. Durch den Einsatz von SalesViewer erhalten Unternehmen wertvolle Kundenkontakte und Verkaufspotentiale. Diese Kontakte können dann auf Basis des Interessensprofils aktiv und sehr zielgenau angesprochen und zu echten Kunden gemacht werden.

Ein Teil der wertvollen aber „verlorenen 95 Prozent“ der Website-Besucher können mit dem SalesViewer reaktiviert werden. SalesViewer ist für alle Unternehmen interessant, die B2B-Kunden als Zielgruppe haben und offen für innovative Vertriebsprodukte sind.

Du bist hauptsächlich Inhaber einer Werbeagentur. Wie ist es dazu gekommen, dass Du ein eigenes Produkt entwickelt hast?

Der Beratungsansatz und Agenturschwerpunkt der Conceptpartner GmbH ist die „messbare Kommunikation“. Wir entwickeln Kommunikationskonzepte für unsere Kunden, welche sich anhand von harten Fakten (z.B. Umsätze, Kundenkontakte, Verkäufe…) bewerten und messen lassen. Dies sind auch die Fakten, die Entscheider in Unternehmen wirklich interessieren. Mit uns ist der Kunde in der Lage alle Kanäle im Vertrieb und in der Kommunikation nach Effizienz/Performance miteinander zu vergleichen.

Wir können unseren Kunden beispielweise zeigen, ob ein realer Vertriebsmitarbeiter oder eine Online-Kampagne effektiver in der Neukundenakquise ist. Das ist ein sehr innovativer und gefragter Beratungsansatz.

Aus diesem Ansatz hat sich natürlich in der Praxis die Frage entwickelt, wie man Webseiten noch effizienter gestalten kann und wie man noch mehr aus diesen „verlorenen 95 Prozent“ machen kann. Wir haben uns dann in einem Teammeeting gesagt, dass es gut wäre, wenn man diese Website-Besucher entschlüsseln könnte. Naja und dann haben wir angefangen die erste Version des SalesViewer, damals noch C2-Explorer, zu entwickeln.

Was waren die größten Schwierigkeiten/Herausforderungen, mit denen Du als Gründer bisher zu tun hattest und wie gehst Du mit solchen Situationen um?

Für junge Unternehmen ist es anfangs immer sehr schwierig, an neue Kunden zu kommen, weil Erfahrungen und Referenzen fehlen. Mittlerweile hilft uns unser eigenes Produkt hier sehr erfolgreich weiter 😉

Aber auch Personal zu finden, welches zu unseren sehr strengen internen Qualitätsrichtlinien passt ist relativ schwer. Mittlerweile haben wir mit der Kundenakquise weniger Probleme, weil wir gute und nachvollziehbare Ergebnisse liefern.

Ich lebe und arbeite eigentlich nach dem Prinzip „Let’s do it“ und gehe Probleme an, bis sie gelöst sind. Das ist manchmal schwierig, aber in der Regel war dies für uns immer effektiver, als über Probleme zu sprechen und vorher schon Hürden aufzubauen! Und wenn es mal nicht klappt, dann hat man es wenigstens versucht 😉

Was sind deine wichtigsten Learnings als Gründer bisher?

Ich merke immer wieder, dass moderne und junge Unternehmen ohne „klassische“ Werte scheitern. Es gibt leider nur ganz wenige, populäre Beispiele, bei denen ein sehr moderner, offener Unternehmens-Lifestyle funktioniert.

Mein wichtigstes Learning ist bislang die Einhaltung klassischer Werte wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Genauigkeit usw. auf geschäftlicher Basis. Lassen sich diese Werte mit dem modernen Know-How von jungen Unternehmen koppeln, dann ist man langfristig auch erfolgreich. Das haben wir mittlerweile sehr gut kombiniert und das war eines der wichtigsten Learnings für mich, um erfolgreicher zu werden.

Hast Du Lieblingstools, mit denen Du regelmäßig arbeitest?

Na klar! Selbstverständlich sind das die Google Analytics, verschiedene CRM-Systeme wie z.B. sugarCRM und Projektmanagement-Tools wie Basecamp.

Alle diese „Hilfsmittelchen“ helfen dabei „messbare Kommunikation“ in Unternehmen zu etablieren und unseren Beratungsansatz stringent zu verfolgen.

Naja und den SalesViewer nutze ich auch sehr sehr gerne 😉

Mit Salesviewer hast Du ja auch den internationalen Markt auf Dich aufmerksam gemacht. Wie hast Du das geschafft? Was war/ist Deine Marketingstrategie?

Überwiegend sind das Kunden aus den USA. Durch meine private Leidenschaft zu den USA haben sich über Urlaube langfristige Aufträge auf Agenturseite und Freundschaften entwickelt.

Dann kommt eins zum anderen und gute Arbeit wird weiterempfohlen. Wir haben zudem einen sehr guten Freund und Partner in Atlanta, mit dem wir eng zusammenarbeiten und der wesentlich für unser US-Geschäft verantwortlich ist.

Da SalesViewer auch in englischer Sprache zur Verfügung steht, akquieren wir in der EU auch Kunden in der EU durch unsere Online-Werbemaßnahmen.

Was steht momentan hauptsächlich auf deiner todo-Liste und was hast Du für Zukunftspläne?

Auf SalesViewer-Seite arbeiten wir zur Zeit an 2 weiteren Matching-Verfahren, um unsere Datenqualität noch weiter zu erhöhen.

Auf Agenturseite modernisieren wir gerade unsere Vertriebsaktivitäten mit dem Ziel, auch diese noch „messbarer“ zu gestalten.

Zudem arbeiten wir ab August an einer neuen und weiteren Produktidee 😉

Naja und privat freue ich mich einfach nur auf meinen USA-Urlaub im Dezember!

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