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Diese Social-Startups ziehen in die Impact Factory ein

Fotocredit: Jürgen Nobel

Die 17 ersten Startups der Impact Factory stellen sich auf dem Haniel-Campus vor

Die Impact Factory steht für neue Maßstäbe in der Ausbildung und Begleitung von Gründern in der Rhein-Ruhr-Metropolregion: Sie unterstützt ausgesuchte, besonders vielversprechende Start-ups, die soziale, gesellschaftliche und ökologische Probleme mit unternehmerischen Mitteln lösen möchten.

Derart gemeinwohl- und wirkungsorientierte Gründer werden auch Social Start-ups, Social Entrepreneure oder Sozialunternehmer genannt. Aus 56 Bewerbungen aus ganz Deutschland wurden die ersten Teilnehmer ausgewählt. 17 Teams stellten sich vor, die in die Impact Factory aufgenommen wurden.

Fotocredit: Jürgen Nobel
Foto: Jürgen Nobel

Ziel der Impact Factory ist es, Start-ups in Qualifizierungsmaßnahmen zu unterstützen, um ein wirtschaftlich tragfähiges und nachhaltiges Geschäftsmodell zu entwickeln, das sich langfristig am Markt behaupten kann. Sie erhalten einen Ort für Vernetzung und professionelle Unterstützung.

Die Impact Factory möchte Leuchttürme im Ruhrgebiet schaffen. Denn diese noch immer vom Strukturwandel geprägte Region bietet mehr, als viele manchmal glauben: Eine ausgezeichnete Infrastruktur, wichtige Universitäten und eine starke Industrie sowie neun Dax-Konzerne. NRW ist die größte Volkswirtschaft aller Bundesländer – und da gehören Start-ups hin.

„Wir möchten mit der Gründung von Sozialunternehmen den ökonomischen Wertewandel hier im Ruhrgebiet transportieren.“

Dirk Sander, Mitgründer der Anthropia gGmbH

Dirk Sander, Mitgründer der Anthropia gGmbH und Program Manager der Impact Factory: „Als Zentrum mit Ausbildungs- und Netzwerkpartnern auf Augenhöhe will die Impact Factory wie ein Katalysator wirken: Wir möchten mit der Gründung von Sozialunternehmen den ökonomischen Wertewandel hier im Ruhrgebiet transportieren.“

Insofern waren bei der Auswahl der ersten Teilnehmergruppen gerade die Kriterien Problemrelevanz, Innovationsgrad, Gründerpersönlichkeit sowie die zu erwartende gesellschaftliche Wirkung relevant. Schließlich hat die Anthropia gGmbH, der Träger der Impact Factory, gemeinsam mit Experten der Gründungspartner Franz-Haniel & Cie GmbH, Beisheim Stiftung und KfW Stiftung und den Programmförderern Der Paritätische NRW und Wilo-Foundation zehn Start-ups für die beiden Ausbildungsprogramme „Create-up“ und „Scale-up“ der Impact Factory ausgewählt: vor allem Teams aus NRW, aber auch Start-ups aus Dresden, Berlin, Hamburg und Frankfurt.

Hinzu kommen sieben Teams für das „Fellow-Programm“. Die Geschäftsideen der siebzehn aufgenommenen Teams, mit einem bemerkenswerten Frauenanteil von über vierzig Prozent, adressieren im Wesentlichen die Wirkungsbereiche der Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen.

Oliver Kuschel, Mitgründer der Anthropia gGmbH und Portfolio Manager der Impact Factory: „Die große inhaltliche Bandbreite von Geschäftsmodellen unserer Impact-Start-ups – von sozialen Dienstleistungen bis hin zu FinTech und KI-gesteuerter Robotik – zeigt, dass wirkungsorientiertes, wirtschaftlich tragfähiges Unternehmertum mittlerweile alle Sektoren durchdrungen hat. Nachhaltiges Wirtschaften gehört, zumindest bei der jüngeren Generation, längst nicht mehr nur zum guten Ton, sondern ist ein Muss geworden.“

Diese Startups machen beim „Create-up“-Programm mit

Die Teilnehmer des Programms „Create-up“ – dem Einsteigerprogramm der Impact Factory – stehen noch am Anfang. Sie haben lediglich eine Lösungsidee für ein relevantes gesellschaftliches Problem mit hohem Potenzial, die sie mit intensiver Unterstützung nun zu einem tragfähigen Geschäftsmodell erarbeiten:

  • Health4Bees (Schermbeck): Ein prophylaktisches Bienenmedikament gegen eine schädliche Milbenart, um dem Bienensterben entgegenzutreten.
  • Mit Kidz (Bochum): Eine Plattform, die verschiedene Freizeitangebote in NRW (speziell für Familien mit Kindern) darstellt und hinsichtlich ihrer Barrierefreiheit kategorisiert.
  • PickyPack (Essen): Eine Einkaufstüte aus neuem reißfestem Material. Im Gegensatz zu Plastikboxen gut in der Handtasche verstaubar und waschbar.
  • Solarpott (Bochum): Ein Vermittlungsservice für Mietshausbesitzer, Solaranlagenhersteller und Mieter, um auch auf Mietshäusern relativ unkompliziert Solaranlagen installieren zu können.
  • Tausche Bildung für Wohnen (Duisburg): Ganztages- und Hausaufgabenbetreuung für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche durch FSJ-ler oder Studierende, die im Gegenzug dafür kostenlos im Haus wohnen.
Fotocredit: Jürgen Nobel
Foto: Jürgen Nobel

Diese Startups wurden für das „Scale-up“-Programm ausgewählt

Die Teilnehmer des parallel startenden zweiten Programms „Scale-up“ – dem Fortgeschrittenen-Programm der Impact Factory – sind schon einen Schritt weiter: Sie haben ihr Geschäftsmodell bereits erfolgreich getestet und verfügen über einen Prototypen. Die Palette ihrer Lösungsansätze ist gleichfalls abwechslungsreich:

  • Envio (Krefeld): Eine neue LED-Beleuchtungstechnik für Pflanzen im Gewächshaus, um Energie zu sparen und das Pflanzenwachstum zu beschleunigen, ideal für Vertical Farming.
  • Gexsi (Berlin): Eine Internet-Suchmaschine, bei der mit jedem Suchvorgang Spenden für soziale Projekte generiert werden.
  • NeuroLifeBalance (Neuss): Eine medikamentenfreie, verhaltensbasierte Behandlungsmethode gegen ADHS.
  • Payactive (Köln/Dresden): Durch die Vereinigung von Payment, Ticketing und Social Acting werden soziale Projekte (Social Cashback) finanziert.
  • Socialbnb (Köln): Vermietung von leerstehenden Räumlichkeiten von NGOs an bspw. Backpacker, um zusätzliche Einnahmen für die sozialen Organisationen zu generieren.

Was passiert mit den anderen Startups?

Doch was passiert mit Start-ups, die in keins der beiden Programme passen? Die eigentlich schon viel weiter sind, deren Geschäftsmodelle vielversprechend sind, aber dennoch punktuelle Unterstützung benötigen? Diese Teams werden als sogenannte „Fellows“ in die Impact Factory aufgenommen. Sie erhalten Zugang zu Netzwerkpartnern und unterstützen im Gegenzug Teams, die noch am Anfang ihrer Entwicklung stehen.

„Impact-Startups haben einige handfeste wirtschaftliche Vorteile, gerade in Zeiten, wo mehr und mehr Konsumenten ihre Konsumentscheidungen, aber auch Mitarbeiter ihre Entscheidung für ein bestimmtes Unternehmen, auf der Basis von Werten und Sinnhaftigkeit treffen“.

Tim Schumacher, Gründer von Sedo und Eyeo

Dies sind:

  • Adiutabyte (Sankt Augustin): Eine Planungssoftware zur effizienteren Routen- und Schichtenplanung bei mobilen Pflegeeinrichtungen, damit das Pflegepersonal mehr individuelle Betreuungszeit hat.
  • Atisan (Düsseldorf): Mit sozial-ökologisch produzierten, fair gehandelten Wohnaccessoires soll dasHandwerk in einkommensschwachen Ländern des Globalen Südens nachhaltig gefördert werden.
  • Earth Ratings (Berlin): Eine Plattform, auf der Produkte hinsichtlich verschiedener Nachhaltigkeitskriterien verglichen werden, um nachhaltiges Einkaufen zu vereinfachen.
  • Estancia Verde (Much): Verschiedene Produkte aus der nährstoff- und proteinreichen Moringa-Pflanze, die sehr schnell wächst, wenig Wasser benötigt und in Ländern des Globalen Südens angebaut wird.
  • Etarob (Kempen): KI-gesteuerter Feldroboter, der durch Elektroschocks Unkraut vernichtet und daher den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert.
  • Hackerschool (Hamburg): Workshops und Kurse für Kinder und Jugendliche, um Grundkenntnisse im Programmieren zu vermitteln, da häufig kein systematischer Informatikunterricht an Schulen stattfinden kann.
  • Peru Puro (Frankfurt am Main): Nachhaltiges, biodiversitätsförderndes Kakao-Anbauprojekt zum Schutz des regionalen Bergregenwalds. Faire Bezahlung durch den Verkauf des Kakaos ohne Zwischenhändler.

Tim Schumacher, Gründer von Sedo und Eyeo und Unterstützer diverser Impact-Start-ups wie Ecosia.org und Zolar, referierte über die Relevanz von Social-Start-ups: „Impact-Start-ups sind zum einen für Investoren emotional bereichernd, denn auch als Investor hat man einfach viel mehr Spaß an Unternehmen, hinter denen man wirklich stehen kann. Zum anderen haben Impact-Startups einige handfeste wirtschaftliche Vorteile, gerade in Zeiten, wo mehr und mehr Konsumenten ihre Konsumentscheidungen, aber auch Mitarbeiter ihre Entscheidung für ein bestimmtes Unternehmen, auf der Basis von Werten und Sinnhaftigkeit treffen“.

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