RuhrSummit Social Entrepreneurship

Die Speaker beim ImpactSummit 2017: Dirk Müller-Remus & Frank Hoffmann

Dirk Müller-Remus & Frank Hoffmann: Vom Leben lernen

Von Jennifer Wilke – Hilfswerft

Viele Social Business entstehen aus dem Willen heraus, soziale Probleme zu lösen – oft sind die Gründer selbst direkt oder indirekt von ihnen betroffen. Dirk Müller-Remus und Frank Hoffmann fördern die Integration von behinderten Menschen.

Beide haben sowohl in ihrem privaten wie auch beruflichen Leben selbst erlebt, mit welchen Bürden talentierte, behinderte Menschen, konfrontiert werden. Ein kleiner Einblick in ihren Weg zum Sozialunternehmer.

Dirk Müller-Remus ist Dipl.-Kfm. und gründete das Unternehmen auticon GmbH, welches das erste Unternehmen im IT Bereich ist, welches ausschließlich Menschen im Autismus-Spektrum als Consultants im IT-Bereich beschäftigt.

Als Vater eines autistischen Kindes hat er direkt miterlebt, wie schwer es für autistische Menschen ist einen Job zu finden.

Auch wenn Autisten gut ausgebildet sind, haben sie es oft schwer auf dem Arbeitsmarkt integriert zu werden, weil sie anders im Umgang mit Menschen sind, was sich beispielsweise in der Kommunikationsweise äußern kann.

In unserer Gesellschaft sollte jeder die Chance haben, unabhängig zu sein und sich selbst zu verwirklichen. Dazu zählt auch einen Beruf auszuüben, mit dem man seinen Lebensunterhalt verdient und der einem im besten Fall noch Spaß macht, zumindest aber nicht unglücklich. Leider haben es geistig und/oder körperlich behinderte Menschen heute immer noch nicht einfach genau dies für sich wahr werden zu lassen. Zu groß sind die Vorurteile und das Misstrauen in ihre Fähigkeiten.

Aber sie bergen als Arbeitskräfte enormes Potential.

Die Konfrontation mit dieser Situation, hat in Müller-Remus bewirkt, dass er etwas daran zum besseren ändern wollte. 2011 gründete er auticon.

Detailverliebte Problemlöser: Autisten sind begabte Logiker

Anstelle die vermeintlichen Schwächen der Autisten zu unterstreichen, ist auticon von den Stärken seiner Mitarbeiter überzeugt: Autistische Mitarbeitende bringen oftmals besondere Begabungen mit. In Logik, Detailgenauigkeit und Mustererkennung. Sie können so auch sehr komplexe Probleme effizient lösen.

Im Februar 2017 gründete Dirk Müller-Remus als logische Ergänzung zu auticon das gemeinnützige Unternehmen diversicon, das als kombinierter Bildungsträger, Zeitarbeitsunternehmen und Personalvermittler für die Gruppe der Autisten außerhalb des IT-Bereichs Arbeitsplätze schaffen wird.

Das Ziel sind deutschlandweit mindestens 1.000 Jobs in 7 Jahren. Warum Menschen im Autismus-Spektrum helfen können, den Fachkräftemangel in Deutschland abzumildern, ist das Keynote-Thema von Müller-Remus „Warum Menschen im Autismus-Spektrum ein besonderes Asset im ersten Arbeitsmarkt darstellen“: am 19. Oktober um 14:15 beim Impact Summit 2017.

Mit Diversicon soll ebenfalls der Arbeitsmarkt für Autisten geöffnet werden. Hier wird jedoch nicht unbedingt ein Fokus auf IT gesetzt, denn die Fähigkeiten von Autisten werden auch anderswo gebraucht!

Manche Talente von Menschen, die ausgegrenzten Gruppen angehören, kann man nicht auf den ersten Blick erkennen, aber Social Entrepreneurs haben einen besonderen Blick für die versteckten Qualitäten von Menschen.

Dirk Müller-Remus wird im Anschluss nach seiner bereits erwähnten Key-Note zusammen mit Frank Hoffman und weiteren SozialunternehmerInnen den Panel „Corporation 2020: Transforming Business for a Better World“ bereichern.

Wo wir beim zweiten Speaker, dem Sozialunternehmer Frank Hoffmann wären, der an dieser Stelle vorgestellt werden soll.

Wo eine Tür zu geht, geht eine andere auf: Sehbehinderte Menschen haben einen grandiosen Tastsinn!

Frank Hoffmann ist seit 1993 niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Er ist Ashoka Fellow und Gründer sowie CEO von Discovering Hands. Bei Discovering Hands wird der überlegene Tastsinn blinder und sehbehinderter Frauen dazu genutzt, sie zu medizinischem Tastuntersucherinnen (MTUs) auszubilden und so Brustkrebs früher erkennen zu können.

Hoffmann selbst stellte während seiner Arbeit fest, dass ihm bei der üblichen Vorsorgeuntersuchung auf Brustkrebs oftmals die Zeit für eine ausführliche Tastuntersuchung fehlte. So fasste er den Entschluss eine blinde Assistentin einzustellen, deren Tastsinn sehr gut geschult war und die von nun an die Untersuchungen strukturiert und mit viel Zeit und Einfühlvermögen vornehmen konnte. Hiermit begann die Geschichte von Discovering Hands.

Somit setzt auch Hoffmann auf die Stärken von sehbehinderten Menschen und gibt ihnen die Möglichkeit eine sehr wichtige Aufgabe zu erfüllen, die in dieser Präzision nicht einmal von Ärzten selbst durchgeführt werden kann, wie Hoffmann selbst ja feststellen musste. Nach einer neunmonatigen Qualifizierung zur Medizinischen Tastuntersucherin finden Frauen mit einer Sehbehinderung bis zu 50 % kleinere Gewebeveränderungen als Ärzte und bis zu 30 Prozent mehr!

Diese beiden Beispiele, zeigen uns, dass es sich lohnt feinfühlig auf seine Umwelt zu reagieren und aufmerksam zu beobachten, um die Menschen, die einen umgeben zu verstehen. Und um dann zu erkennen, dass ihre „Probleme“ gleichzeitig woanders eine Lösung darstellen können.

Wir freuen uns sehr, dass Dirk Müller-Remus und Frank Hoffmann uns durch ihre Anwesenheit beim ImpactSummit bereichern werden!

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