Gründer und Startups

Vom Trödelmarkt zum angesagten Plattenladen in Dortmund

Black Plastic, Hergarten und Gube

Lukas Hergarten (l.) und Valentin Gube in ihrem Plattenladen Black Plastic im Dortmunder Unionviertel. (Foto: Klaus Hartmann)

Dass Lukas Hergartens Karriere als Plattenhändler auf Trödelmärkten begann, ist unschwer an den Umzugskisten zu erkennen, die sich auch in seinem Dortmunder Plattenladen “Black Plastic” auf Tischen aneinanderreihen – vollgepackt mit dem inzwischen wieder schwer angesagten Vinyl quer durch die Genres Rock, Pop, Jazz.

Geschäft startete mit Plattensammlung

(Foto: Carmen Radeck)

(Foto: Carmen Radeck)

Dabei hat sich Hergartens Spezialisierung auf den Handel mit gebrauchten Schallplatten erst nach und nach entwickelt. Angefangen mit einer Plattensammlung, die er zum Trödeln ankaufte, kamen immer mehr Platten hinzu, bis er schließlich gezielt nur noch nach gebrauchten Platten suchte. „Irgendwann habe ich nach neuen Möglichkeiten gesucht, mit Platten zu handeln und dann zufällig unser erstes Ladenlokal entdeckt.“

In dem winzigen Laden in der Dortmunder Nordstadt konnte der 34-Jährige in Ruhe ausprobieren, ob sich der lokale Handel mit der schwarzen Scheibe lohnt. Zur Verstärkung holte er im Sommer 2012 Valentin Gube (25) mit ins Boot. Die beiden hatten sich auf einer Plattenbörse kennengelernt.

Hochpreisige Ankaufspolitik

Mit ihrem Sortiment konnten sich die beiden von Black Plastic schon im ersten Jahr einen Namen in der Szene machen – sowohl bei Käufern als auch bei Verkäufern. “Wir haben unsere Ankaufspolitik von Anfang an so ausgelegt, dass wir die Platten relativ hochpreisig ankaufen”, sagt Lukas Hergarten. So kommt gefragte Ware fast von ganz allein. “Viele Ankäufe passieren inzwischen direkt im Laden.”

Umzug ins kreative Unionviertel

Nach der vielversprechenden Testphase in der Nordstadt zogen Hergarten und Gube mit ihrem Laden im vergangenen Juni an die Grenze zur Innenstadt ins Unionviertel, dem Kreativ-Quartier am Dortmunder U. Hier haben die beiden Ladeninhaber nicht nur mehr Platz für noch mehr Platten, “wir haben hier vor allem viel mehr Laufkundschaft als im alten Laden”, sagt Valentin Gube. Auch in ein Ladenschild samt Außenbeleuchtung wurde investiert. So fällt Black Plastic auch Besuchern des nahegelegenen Konzertveranstalters FZW ins Auge.

Konzerte fürs Renommee

Konzerte lokaler und internationaler Bands veranstalten die beiden Gründer inzwischen selbst direkt in ihrem Laden. “Das wollten wir schon immer machen”, sagt Lukas Hergarten. Vor allem aber seien die nicht kommerziellen Events gut fürs Renommee des Geschäfts und locken neue Kunden an, meint Valentin Gube. Bermerkbar macht sich die Wirkung der Konzerte unmittelbar auf der Facebook-Fanpage von Black Plastic. “Nach Konzerten gibt es meistens einen deutlichen Zuwachs an Likes”, sagt Lukas Hergarten. Neben der Ankündigung von Konzerten nutzen die beiden Ladeninhaber Facebook vor allem, um auf frische Ware aufmerksam zu machen.

Die ist nach wie vor vor allem Second-Hand. “Wir bestellen zwar auch die wichtigsten Neuheiten”, sagt Lukas Hergarten, jedoch sei Neuware oft wenig lukrativ.

Einnahmen werden reinvestiert

(Foto: Carmen Radeck)

(Foto: Carmen Radeck)

Auch wenn der Großteil der Einnahmen zur Zeit noch eher in neue Ankäufe reinvestiert wird als in Gehälter, sehen die beiden Jungunternehmer ein großes Potenzial in der Plattenbranche. “Die Nachfrage nach Vinyl steigt”, sagt Valentin Gube. Zur Kundschaft gehören inzwischen nicht nur Sammler, sondern vor allem immer mehr junge Leute, die sich wieder für Platten begeistern.

Erklärtes Ziel der beiden Geschäftsinhaber für dieses Jahr: “Bis Ende des Jahres würden wir gern noch zwei bis viertausend Platten mehr am Lager haben und eine größere Auswahl an Genres anbieten”, sagt Lukas Hergarten. Genügend Platz für mehr Umzugskartons gibt es bei Black Plastic allemal.


(Foto: Carmen Radeck)

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Black Plastic

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