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(Foto: bandefuergestaltung.de)

Startup-PR: So startest Du Deine PR-Strategie in 5 Schritten

Heute zeige ich Dir, wie Du in fünf Schritten eine PR-Strategie für Dein Startup startest.

Kontinuierlich in den Medien und der Öffentlichkeit präsent sein ohne eine einzige Anzeige zu schalten? Das geht!

Der Haken: Es ist mit viel Arbeit, einigem Trial & Error und echtem Durchhaltevermögen verbunden.

ABER! Wenn Du bereit bist, kontinuierlich ein bisschen Zeit zu investieren, für Dein Startup PR zu betreiben, und strategisch an die Sache herangehst, dann wird sich das für Dich auszahlen!

Nicht nur monetär, indem Du viel Geld für Anzeigen sparst.

Mit einer durchdachten PR-Strategie hast Du es vor allem selbst in der Hand, gezielt Eure Marke und Euer Image aufzubauen und zu gestalten.

Klingt gut?

Ich zeige Dir Schritt für Schritt, wie Du damit startest.

Los geht’s!

1) Das richtige Mindset: Worum es bei Public Relations wirklich geht (und worum nicht)

Im Gegensatz zu Werbeaktionen, mit denen Du in der Regel den kurzfristigen Verkauf Deiner Produkte oder Services ankurbelst, ist Public Relations dazu da, langfristige Beziehungen mit der Öffentlichkeit aufzubauen.

Dabei bedeutet PR viel mehr als bloß ab und zu mal eine Pressemitteilung zu verschicken.

Öffentlichkeitsarbeit hilft Euch zum einen dabei, aktiv Euer Image und Eure Marke zu gestalten und zum anderen Beziehungen zu den für Euer Unternehmen relevanten Zielgruppen aufzubauen und zu pflegen.

Das sind nicht nur Eure Kunden und Journalisten, das können auch bestimmte Berufs- oder gesellschaftliche Gruppen, Verbände, Interessengemeinschaften etc. sein, die auf Eure Branche oder Euren Markt Einfluss haben – und auf die umgekehrt Ihr und Eure Marke und Produkte Einfluss haben könnten.

Mit PR hast Du gezielt die Möglichkeit, diesen Beziehungen eine Richtung zu geben, bzw. die Richtung aktiv zu beeinflussen und zu gestalten und nicht passiv abzuwarten, wie die Zielgruppen auf Dein Startup reagieren oder was sie von Euch halten.

Auf den Punkt gebracht bedeutet Öffentlichkeitsarbeit:

„Public relations is the art of establishing and maintaining a company’s reputation with the public. It is the function that conducts a deliberate, planned and sustained effort to establish a mutual understanding between an organization and its audiences.”

Ivy Cohen

PR funktioniert am besten, wenn Du strategisch an die Sache herangehst. Damit beschäftigen wir uns jetzt.

2) PR-Strategie: Stelle Dir die richtigen Fragen

Damit Du von Anfang an die richtigen Weichen für eine langfristig erfolgreiche PR-Arbeit stellst, solltest Du für Eure Strategie vorher ein paar grundsätzliche Fragen klären.

Sie helfen Dir dabei, Eure Themen und Standpunkte zu finden, mit denen Ihr Euch in der Öffentlichkeit positionieren wollt.

Diese Fragen solltet Ihr Euch stellen:

  • Wofür soll Eure Marke stehen bzw. woran soll man denken, wenn man Euren Markennamen hört?
  • Mit welchen Themen wollt Ihr Euch positionieren?
  • Welche Werte sind Euch wichtig? (z. B. Nachhaltigkeit, Innovation, Regionalität, Familienfreundlichkeit etc.)
  • Wie soll Euer Unternehmen von außen wahrgenommen werden?
  • Was wollt Ihr mit Eurem Unternehmen erreichen, was ist Eure Vision?
  • Was ist die Story hinter Eurem Unternehmen? Was zeichnet Euch aus und macht Euch einzigartig und besonders?

Mit der Beantwortung dieser Fragen habt Ihr schon eine schöne Liste mit Ideen für Themen und Geschichten, die über Euer Produkt- oder Service-Angebot hinausgehen.

Das bringt Euch weg von der Denkweise, nur dann Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, wenn Ihr den Verkauf Eures Produktes oder Services ankurbeln wollt, hin zu dem Mindset, mit unterschiedlichen Themen kontinuierlich in Erscheinung zu treten und so aktiv Eure Marke zu gestalten.

3) Finde die für Euer Startup relevanten PR-Kanäle

Die Palette an Möglichkeiten für PR-Maßnahmen oder Kampagnen ist riesig.

Welche die für Euch richtigen Kanäle sind, hängt vor allem mit den Zielgruppen zusammen, die Ihr erreichen wollt.

Fragt Euch also, wo und wie Ihr am besten Eure Kunden, Journalisten, (potenzielle) Mitarbeiter, Influencer, Kooperationspartner, Lieferanten, Vertreter von Interessengemeinschaften und Branchenverbänden und andere wichtige Stakeholder, zu denen eine gute Beziehung wichtig ist, erreichen könnt.

Einige Beispiele für PR-Kanäle:

  • Medien aller Art (Zeitung, TV, Radio, Magazine, Blogs, Podcasts News- und Nischenportale)
  • Social Media-Plattformen (Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest, Xing, LinkedIn etc.)
  • Events
  • Mitgliedschaft in Branchenverbände oder Interessengemeinschaften
  • Unterstützung von Initiativen und Vereine

Damit Du Dich nicht verzettelst, fokussiere Dich am Anfang auf die Kanäle und die Zielgruppen, die Dir dabei helfen, Eure wichtigsten Ziele zu erreichen.

  1. Welches Ziel verfolge ich mit meiner PR-Aktion?
  2. Welche Zielgruppe(n) will ich erreichen?
  3. Wo und wie kann ich diese Zielgruppe am besten erreichen?

Ein Ziel kann beispielsweise sein, dass bestimmte Nischen-Medien über Euch berichten, mit denen Ihr direkt Eure Kundenzielgruppe erreicht.

Ein anderes Ziel kann sein, dass Du mit einer PR-Aktion Backlinks sammeln möchtest.

Eins der wichtigsten Ziele Deiner PR-Strategie ist sicherlich, in den Medien präsent zu sein und so die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu bekommen, ohne Anzeigen schalten zu müssen.

Wie Du solch eine PR-Aktion angehst schauen wir uns hier mal als Beispiel an.

4) Deine erste PR-Aktion: Bring Deine Startup-Story in die Presse

Als ersten Schritt machst Du Dir am besten eine Liste mit Deinen Wunschmedien, in denen Du erscheinen möchtest. Wenn Du vor allem potenzielle Kunden erreichen möchtest, überlege Dir, welche Medien sie regelmäßig konsumieren.

Wähle aus dieser Liste für den Anfang eine Handvoll Medien aus, von denen Du Dir vorstellen kannst, dass Deine Startup-Story für sie interessant sein könnte.

Wichtig ist, dass Du konkrete Journalisten als Ansprechpartner herausfindest, denen Du Dein Themenangebot schickst.

Je individueller Du das Angebot gestaltest und auf das Medium Deiner Wahl zuschneidest, um so größer sind Deine Erfolgschancen, mit einem Beitrag zu erscheinen.

Pressemitteilungen nach dem Gießkannenprinzip durch einen Presseverteiler zu jagen, bringt in der Regel gar nichts und kann sogar eher kontraproduktiv sein.

Journalisten mögen es gar nicht, wenn ihre ohnehin schon vollen E-Mail-Postfächer mit langweiligen Pressemitteilungen vollgespammt werden.

Schreibe also lieber eine persönliche E-Mail, bring darin Deine Story kurz und prägnant auf den Punkt und biete beispielsweise die Möglichkeit eines Interviews an.

Wenn Du Deine ersten PR-Maßnahmen gestartet hast, tracke am besten auch die Ergebnisse: Wer hat etwas publiziert, was hat funktioniert, wer hat gar nicht reagiert.

So bekommst Du nach und nach ein Gespür dafür, wie Du zukünftige Aktionen und Kampagnen angehst.

5) Baue langfristige Beziehungen auf und pflege Dein Netzwerk

Public Relations hat – wie gesagt – nichts damit zu tun, hin und wieder eine Pressemitteilung rauszuhauen und ungefiltert durch einen Verteiler zu jagen (oder jagen zu lassen).

PR bedeutet langfristige Beziehungsarbeit: Zu Journalist*innen, Kund*innen, Mitarbeiter*innen, Lieferanten, Kooperationspartnern und allen möglichen anderen Stakeholdern, mit denen Dein Startup zu tun hat.

Erfolgreiche Beziehungen müssen sorgfältig aufgebaut und gepflegt werden. Zwar ist das mit viel Aufwand, Durchhaltevermögen und sicherlich auch einer Reihe von Rückschlägen verbunden.

Aber auf lange Sicht wird es sich für Euch auszahlen, zum Beispiel in

  • kontinuierlicher Medienpräsenz
  • neuen Kunden
  • engagierten Mitarbeitern

Was beispielsweise Pressearbeit angeht, ist es also besser, wenn Du kontinuierlich unterschiedlichen Medien immer mal wieder einen individuellen Themenvorschlag machst, als alle paar Wochen an Deinen gesamten Presseverteiler eine für alle gleiche Pressemitteilung verschickst.

Titelbild: Bande für Gestaltung


Jetzt möchte ich von Dir wissen:

Welche PR-Aktion könnte Euch dabei helfen, Euer Startup bekannt zu machen?

Geschrieben von
Carmen Radeck

Carmen ist Journalistin, Autorin und leidenschaftliche Aktivistin für die Gründerszene im Pott. Seit 2014 betreibt sie das Startup-Portal RuhrGründer.de und ist Mitgründerin von Events wie RuhrSummit, Fuckup Nights Ruhrgebiet und Female Founders Ruhr.

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