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pottcast.digital: Der Startup-Podcast fürs Ruhrgebiet

Julian Nöll von pottcast.digital
Julian Nöll von pottcast.digital (Foto: privat)

pottcast.digital-Gründer Julian Nöll im Interview

Seit 2018 gibt es für die Gründerszene Ruhr was auf die Ohren. Mit pottcast.digital hat Julian Nöll, der bei Schacht One als Digital Project Manager arbeitet, einen Podcast für Startups aus dem Ruhrgebiet gestartet.

Im Interview mit RuhrGründer spricht er über die Idee dahinter, wie er die digitale Szene im Ruhrgebiet erlebt und was er mit seinem Podcast noch so vorhat.


Hallo Julian, Du hast im vergangenen Jahr Deinen Podcast pottcast.digital gestartet. Worum geht’s dabei?

Mit meinem Podcast möchte ich alle unterstützen, die über ein eigenes Startup nachdenken oder bereits als Gründerin oder Gründer aktiv sind. Es geht also an die Macherinnen und Macher da draußen.

„Der Podcast soll auch meine Heimat, das schöne Ruhrgebiet, und die herrschende Aufbruchsstimmung repräsentieren.“
Inhaltlich ist mir sehr wichtig, in jeder Episode konkrete Learnings und Inputs mitzugeben, mit denen die Hörerinnen und Hörer ein Stück weiterkommen. Dafür interviewe ich echte Experten oder teile meine eigenen Erfahrungen.

Wie der Name schon sagt, soll der Podcast auch meine Heimat, das schöne Ruhrgebiet, und die herrschende Aufbruchsstimmung repräsentieren. Deshalb kommen überwiegend Gäste aus der Region zu Wort.

Wie ist die Idee dazu entstanden und was waren die Gründe für Dich, so ein Projekt zu starten?

Im Januar 2018 hatte ich die Idee zu pottcast.digital, zu dieser Zeit habe ich noch in München gelebt und gearbeitet. Es war da allerdings schon klar, das ich wieder in meine Heimat zurückkehren werde. Als Kind des Ruhrgebiets bekommt man in Bayern wohl zwangsläufig früher oder später Heimweh.

Da sich hier gerade sehr viel tut habe ich mir die Frage gestellt, wie ich meinen Beitrag zu der tollen Entwicklung leisten kann. Als großer Podcast-Fan ist dann die Idee entstanden, das einfach mal auszuprobieren.

Erzähl ein bisschen was über Dich. Was hast Du bisher so in Deinem Leben angestellt und was machst Du, wenn Du nicht gerade jemanden für Deinen Podcast interviewst?

Geboren bin ich in Oberhausen, aufgewachsen und zur Schule gegangen in Bottrop. Noch während der Schulzeit habe ich, sicherlich inspiriert durch meinen Bruder, damit begonnen an eigenen Projekten und Ideen zu basteln.

So kam es dann auch, dass ich mich am Tag nach meinem 18. Geburtstag bei einem Bottroper Notar wiederfand um mit meinem besten Freund meine erste UG zu gründen. Ungefähr 1,5 Jahre lang haben wir neben Schule und Zivildienst gemeinsam an Webprojekten gearbeitet, mich hat es dann zum Studium in die Niederlande verschlagen.

Die Firma WildWestDesign gibt es nach fast 10 Jahren übrigens immernoch.

Während dem Studium konnte ich noch ein sechsmonatiges Praktikum im Silicon Valley absolvieren, bevor es dann nach München ging. Meine damalige Freunden, heute Frau, und ich wollten einfach mal was ganz anderes sehen, außerdem war 2015 in Sachen Startups leider noch nicht soviel los im Pott.

Nach 3 Jahren in zwei Münchner Startups treibe ich seit April 2018 als Digital Project Manager bei Schacht One in Essen die Digitalisierung der Haniel-Gruppe voran, was eine sehr abwechslungsreiche Aufgabe mit steiler Lernkurve ist.

Privat genieße ich als stolzer Papa die Zeit mit meiner Familie und bin gern an der frischen Luft, zum Beispiel auf dem Fußballplatz.

Inzwischen sind schon eine ganze Reihe Folgen erschienen. Welchen Eindruck hast Du bisher von der Digitalszene Ruhr gewonnen? Wie schätzt Du ihr Potenzial ein?

Das Potential ist enorm, keine Frage. Es gibt wahnsinnig viele Macher(innen), Initiativen, Unternehmen und Förderer, die etwas bewegen möchten.

Auch die Politik zeigt durch das Gründerstipendium oder die Exzellenz Startup Center NRW, dass sie das Thema auf dem Schirm und auch verstanden haben.

Mit dem Gründerfonds Ruhr gibt es sogar einen regional fokussierten VC-Investor und viele Mittelständler und Konzerne stehen der Kooperation mit Startups offen gegenüber, das wird u.a. bei Beyond Conventions deutlich.

„Es müssen noch viel mehr Studentinnen und Studenten dazu bewegt werden, über ein eigenes Startup nachzudenken.“
Ich sehe aber auch zwei konkrete Herausforderungen.

Zum einen müssen noch viel mehr Studentinnen und Studenten dazu bewegt werden, über ein eigenes Startup (oder die Mitarbeit in einem) nachzudenken.

Denn ohne Startups, kein waschsendes Ökosystem. Das Potential ist an unseren Hochschulen vorhanden, die Exzellenz Startup Center sind hier ein wichtiger Schritt.

Zweitens geht es um das Thema Kirchturmdenken und ein gemeinsames Verständnis der Region Das ist ja ein häufig diskutiertes Thema, das nicht so einfach zu lösen ist.

Wie finanzierst Du Deinen Podcast?

Bislang wurde der Podcast von mir privat finanziert. Inzwischen wird das Projekt als Kooperationspartner von der Gründerallianz Ruhr ( www.gruenderallianz.ruhr) finanziell unterstütz, was mich extrem freut.

Unsere Initiativen verfolgen das gleiche Ziel, die Förderung von Startups im Ruhrgebiet. Dementsprechend passt das super zusammen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man als Interviewer eine ganze Menge von seinen Gesprächspartnern lernt. Was sind die spannendsten oder lehrreichsten Insights, die Du mitgenommen hast?

Puh, da gibt es natürlich viele Learnings, die man nennen könnte. Ich beschränke mich hier mal auf zwei.

Philipp Westermeyer von Online Marketing Rockstars hat mich mit seiner bodenständigen und demütigen Art im Gespräch begeistert. Obwohl er seit Jahren ein sehr erfolgreicher Unternehmer ist, fragt er sich immer „Schaffe ich es, das zu halten bzw. zu wiederholen und was muss ich dafür tun?“. Er hat das als gewisse „Gründer-Paranoia“ bezeichnet, durch die er wachsam und kritisch bleibt.

Dann möchte ich noch Stefan Peukert von Masterplan.com nennen. Er hat bereits ein Startup erfolgreich groß gemacht und verkauft. Wir sprachen unter anderem über die Entlassung von Mitarbeitern, ein schwieriges und für viele junge Gründer sehr unangenehmes und komplett neues Thema.

Sein Learning diesbezüglich ist trotzdem, dass du zum Wohle der Firma aber auch des betroffenen Mitarbeiters sehr konsequent damit umgehen musst, auch wenn es in der Situation hart ist. Also nicht zu lange hinauszögern, wenn die Entscheidung getroffen wurde.

Wo geht für Pottcast.Digital die Reise hin? Was hast du für 2019 geplant?

„Mir geht es um echten Mehrwert für Gründerinnen und Gründer. Keine schwammiges Gerede, sondern wirklich konkret.“
Hier schließt sich der Kreis zu deiner ersten Frage: Mir geht es um echten Mehrwert für Gründerinnen und Gründer. Keine schwammiges Gerede, sondern wirklich konkret.

Dafür sind 2019 bereits viele großartige Gäste fest eingeplant. Mein Ziel ist es, die Reichweite der Show weiter zu steigern, damit möglichst viele davon profitieren können.

Um auch die regionale Szene im Ruhrgebiet noch mehr zu fördern und zu vernetzen, veranstalte ich gemeinsam mit Nils Beckmann von Pitch and Grow inzwischen ein eigenes Meetup. Aktuelle Infos dazu gibt es immer auf pottcast.digital/meetup.


RuhrGründer war übrigens auch zu Gast bei pottcast.digital. Das Interview mit Carmen Radeck könnt Ihr hier hören.

Geschrieben von
Carmen Radeck

Carmen ist Journalistin, Autorin und leidenschaftliche Aktivistin für die Gründerszene im Pott. Seit 2014 betreibt sie das Startup-Portal RuhrGründer.de und ist Mitgründerin von Events wie RuhrSummit, Fuckup Nights Ruhrgebiet und Female Founders Ruhr.

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Ich stimme zu.

Geschrieben von Carmen Radeck