Gründer und Startups

Nach Feierabend das eigene Unternehmen gründen

Jenni Letzing, Gründerin von Emotion Sportswear

Jenni Letzing, Gründerin des Essener Labels „emotion Sportswear“. (Foto: Carmen Radeck)

Wie aus zwei Leidenschaften ein Sportswear-Label entsteht

Von Carmen Radeck

Zu unserem Treffen im Essener Univiertel erscheint Jenni Letzing (27) in voller Montur: Mountainbike, Fahrradhelm und natürlich das Trikot. Denn um dieses Trikot dreht sich die Geschichte – genauer gesagt darum, wie zwei Leidenschaften Jenni dazu brachten, ihr eigenes Label “emotion Sportswear” zu gründen.

Erste Leidenschaft: Mountainbiking

Jenni bezeichnet sich selbst als „Genussradlerin“, was irgendwie kurios klingt, wenn man herausgefunden hat, dass sie mit ihrem Mountainbike am liebsten an 24-Stunden-Rennen teilnimmt. Für solche Veranstaltungen reist Jenni bis ins Sauerland, nach Bayern oder zum Gardasee. Bei einem dieser Rennen fiel ihr vor ein paar Jahren das Fahrraddress eines bayrischen Teams ins Auge: zünftig im Stil bayrischer Trachtenlederhosen.

Zweite Leidenschaft: Der Ruhrpott

Das brachte sie auf eine Idee: “Es müsste ein Trikot geben, mit dem man auch seine Leidenschaft fürs Ruhrgebiet nach außen tragen kann.” Als sie bei ihrer Suche danach nicht fündig wird, setzt sie sich kurzerhand an eigene Entwürfe. Schließlich ist Jenni ausgebildete Mediengestalterin, und Trikots hat sie auch schon entworfen – fürs Kollegenteam der Agentur, in der sie arbeitet.

Die Idee vom Ruhrgebietstrikot und ihre ersten Entwürfe kommen an bei Freunden und Kollegen. Da dachte sich Jenni: “Komm, hast doch eigentlich nichts zu verlieren”, und meldete ein Gewerbe an – kostet schließlich nur 20 Euro. Ein Name für ihr frisch gegründetes Label war auch schnell gefunden: emotion Sportswear. Das Logo gestaltete Jenni natürlich selbst.

Die schwierige Suche nach einem Hersteller

Ruhrgebietstrikot von Emotion Sportswear

Die Leidenschaft fürs Ruhrgebiet zeigen – mit dem Ruhrgebietstrikot von emotion Sportswear. (Foto: Carmen Radeck)

Schwieriger als die Namensfindung und kostenintensiver als ein Gewerbe anzumelden, gestaltete sich die Suche nach einem Hersteller. Deutsche Firmen meldeten sich auf Jennis Anfragen entweder erst gar nicht zurück oder waren zu teuer. Fündig wurde sie schließlich auf einer Online-Plattform für ausländische Händler. Dort nahm sie mit einem chinesischen Hersteller Kontakt auf. “Die ersten Muster, die geliefert wurden, waren totaler Schrott”, erzählt Jenni nüchtern. 24-Stunden-Rennen erfordern eben eine gewisse Qualität und Passform. Ein paar Euros musste Jenni investieren, bis sie die richtige Qualität in Händen hielt.

Ein eigener Onlineshop muss her

“Dann kam die nächste Hürde: Ich brauchte einen eigenen Onlineshop.” Auch hier experimentierte Jenni mit verschiedenen Systemen, die sie in ihre mit WordPress selbst gebaute Website integrieren konnte. “Dabei gingen schon ein paar Abende drauf.” Ein paar Wochen vor Weihnachten 2012 stand dann der Shop.

Erste Kunden dank Facebook

Erste Kunden holte sie mit ihrer Facebook-Fanpage und Werbeanzeigen, die sie auf Facebook und Google schaltete. So kurz vor Weihnachten liefen die Verkäufe für Jenni richtig gut an. Den Bestell-Einbruch nach Weihnachten nahm die 27-Jährige sportlich. Leben muss sie von ihren Verkäufen ja (noch) nicht. Jenni ist vollzeit bei einer Agentur für Online-Marketing angestellt und hat für ihre Arbeit an ihrem Sportswear-Label die Feierabende reserviert. „Wachsen soll mein Unternehmen aber schon“, sagt Jenni.

Picknicktouren und Blog fürs Marketing

Deshalb bietet sie ihre Ruhrgebietstrikots zum einen nun auch für Läufer an. Zum anderen hat sie ihr Angebot um das Segment Teamtrikots erweitert. Fürs Marketing organisiert sie eigene Picknicktouren für Mountainbiker, vorzugsweise über die Ruhrgebietshalden, und berichtet darüber in ihrem Blog.

Messestand und eigenes Racing-Team

Messestand emotion Sportswear

Jenni (l.) an ihrem ersten Messestand beim 24-Stunden-Rennen am Alfsee (Foto: emotion Sportswear / A. Lippert)

Auch auf Veranstaltungen will sie zukünftig für ihr Ruhrgebietstrikot werben. Premiere hatte sie Ende Mai mit einem Messestand auf dem 24-Stunden-Rennen am Alfsee. Dort schickte sie sogar ihr eigenes Team ins Rennen: Das emotion Sportswear Racing Team.

Einziger Wermutstropfen: Statt selbst zu fahren, steht Jenni an ihrem Stand, um für ihre Marke zu werben. Aber das ja aus gutem Grund. Schließlich sollen immer mehr Mountainbiker ihre Leidenschaft fürs Ruhrgebiet und ihre Stadt zeigen. Wie es ist, wenn sie jemanden mit IHREM Trikot entdeckt, das möchte Jenni in Zukunft öfter erleben: “Das ist schon ein tolles Gefühl”.


Kontakt zu Jenni und emotion Sportswear:

Internet: www.emotion-sportswear.de
E-Mail: info@emotion-sportswear.de

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