Gründer und Startups

Mit dem NRW-Startup in LA: Learnings, Kontakte und langsame Behörden

NRW-Startup SPAtacular: Co-Founder Benjamin Spinola in LA.

SPAtacular Co-Founder Benjamin Spinola in LA (Foto: privat)

Mit NRW-Startup SPAtacular in den USA: Co-Founder Benjamin Spinola im Interview

Um für ihr NRW-Startup SPAtacular neue Märkte zu erschließen, haben die beiden Dortmunder Co-Founder Benjamin Spinola und Patrick Sbosny ihre Zelte im Ruhrpott abgebrochen, um sich auf den Weg in die USA zu machen.

Seit Januar sind die beiden in LA, um ihr Beauty-Startup weiterzuentwickeln. Worum es bei dem Startup geht, welche Gründe es für die USA-Reise gab und welche die ersten Schritte und Pläne dort waren, könnt Ihr in meinem ersten Interview mit Benjamin lesen.

Im zweiten Interview erzählt er, wie sich ihr Startup weiterentwickelt hat, welche Erfahrungen sie in den USA gemacht haben und was er als wichtigste Learnings in Sachen Onlinemarketing mitgenommen hat.

Hi Benjamin, Ihr seid jetzt schon über zwei Monat in den USA. Was ist bei Euch gerade Stand der Dinge, was habt Ihr für Euer Startup SPAtacular erreicht?

Hallo Carmen! Wir haben inzwischen eine klares Verständnis davon, was wir wie hier aufbauen werden.

Unser gesamtes Projekt besteht aus vier Säulen. Die erste ist der deutsche Onlineshop www.spatacular.de, der coole Indie-Naturkosmetik aus aller Welt in Deutschland vertreibt.

In den USA haben wir nun das Gegenmodell aufgebaut, unsere zweite Säule, das Indie-Naturkosmetik aus Europa in den USA vermarktet. Wir warten  lediglich auf die amerikanische Steuernummer, damit wir den Shop  offiziell anschalten dürfen.

Unsere dritte Säule ist, dass wir zwei bis drei Produkte unter eigener Marke in den USA entwickeln und vermarkten. Ein wenig später wollen wir diese auch in Deutschland verkaufen. Bei den Produkten handelt es sich um eine Gesichtscreme, einen Bodyscrub und einen Cleanser.

Ein ganz wichtiger, weiterer Fokus liegt in der Entwicklung einer personalisierten Gesichtscreme. Kundinnen können über unsere Webseite ihren Hauttyp mitteilen, Inhaltsstoffe auswählen, die ihnen gut tun (z.B. Aloe Vera oder Vitamin C) und einen natürlichen Geruch auswählen (z.B. Cocos oder Rose). Wir stellen dann eine  individualisierte Creme für diese Kundin zusammen. Das wäre dann die vierte Säule.

Was waren wichtige Schritte hin zu dieser Entwicklung?

Die  ersten Wochen haben wir das Konzept, genauer gesagt die vier Säulen bestimmt. Das Konzept haben wir anhand einiger Faktoren festgelegt, u.a. was unser Team leisten kann, wofür wir stehen, also unserer Unternehmenskultur, und wie groß Interesse und der Markt sind.

Etliche Gespräche mit Personen von innovativen Start Ups, wie z.B. Uber, Google und Snapchat, haben das Konzept geschärft. Viele Gespräche und Termine mit Personen aus der Kosmetik-Branche, wie Birchbox und Neutrogena, waren von entscheidender Bedeutung.

Welche Erfahrungen habt Ihr in der Zeit in LA gemacht, die Ihr hier in Deutschland oder gar im Ruhrpott wahrscheinlich nie gemacht hättet?

Für uns ist und war es  sehr wichtig, ein gutes Netzwerk um uns herum aufzubauen. Das Netzwerk dient uns dazu, die Idee zu validieren oder auch Mitarbeiter zu rekrutieren.

Hier in Los Angeles trifft man am Abend bei einem „Bierchen“ zufällig Personen von Google oder Johnson & Johnson. Es haben sich so sehr relevante Kontakte ergeben, von denen wir erheblich profitiert haben und vermutlich noch profitieren werden.

Die amerikanische Kultur ist sehr offen, was uns hilft. Wenn wir in Dortmund geblieben wären, wären wir jetzt sicherlich anders aufgestellt.

Ein  Grund, warum Ihr nach LA gegangen seid, war, dass Ihr nah am zukunftsweisenden Onlinemarketing-Know-how seid. Habt Ihr in dem Bereich schon wichtige Learnings mitgenommen und wenn ja, welche?

Wir  sind konstant mit der Weiterbildung beschäftigt. Eines der wichtigsten Learning für mich ist, dass das richtige (Online-)Marketing mit einem „Product/market fit“ und einer guten „customer retention“ beginnt.

Davon ausgehend wollen wir das Produkt  unter Einbezug unser Follower entwickeln und sehr transparent sein, wenn  nicht sogar Influencer an der Entwicklung tatsächlich teilhaben lassen. Das ist sicherlich eine sehr moderne Strategie.

Gab es auch schwierige Momente oder Herausforderungen, die Ihr vielleicht nicht so auf dem Zettel hattet?

Die Kosten der Lebenshaltung sind an unserem aktuellen Ort etwa fünf bis zehn Mal so hoch wie in Dortmund, was unsere Erwartungen im negativen Sinne übersteigt.

Außerdem arbeiten die Behörden hier langsamer als erwartet. Steuer- und VISA-Angelegenheiten ziehen sich in die Länge. Zusammen mit den hohen Kosten ist das natürlich keine angenehme Mischung 🙂

Weiterhin halte ich die Konkurrenz hier für sehr hoch. Der Markt ist zwar größer, gleichermaßen ist es schwieriger, sich gegen gute Mitstreiter durchzusetzen.

Wie geht’s jetzt weiter, was sind Eure Pläne?

Wir wollen bald mit unseren Naturkosmetik-Produkten auf den Markt und den US-Shop live schalten, um das Wettrennen gegen die Kosten zu gewinnen. Das setzt noch einmal Investitionen in Personal und Marketing voraus, was unsere Kosten kurzfristig noch steigert.

Ich selbst werde für kurze Zeit nach Deutschland zurückkommen, um wichtige Termine wahrzunehmen. Es bleibt sehr spannend 🙂

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