RuhrSummit

ImpactSummit: Foodpreneurship – die Revolution der Foodbranche

Foodpreneure diskutieren beim ImpactSummit

Von Janine Schröder – Hilfswerft

Food ist hip. Gemeinsam zu essen ist so ziemlich das Sozialste, was wir machen können.

Dennoch hungern knapp 800 Millionen Menschen weltweit.

Vorhandene Nahrungsmittel sind ungerecht verteilt, und der übermäßige Konsum der Industrieländer schadet der Erde. Wenn wir als Konsumenten in den Supermarkt gehen, haben wir mit jeder Kaufentscheidung einen gewissen Einfluss auf die Umwelt.

Die wenigsten Unternehmen sparen von sich aus Ressourcen, schonen die Umwelt oder produzieren nachhaltig. Doch viele Menschen kaufen bewusst nach nachhaltigen Kriterien ein und wertschätzen die Verfügbarkeit unserer Lebensmittel.

Mittlerweile gibt es einige innovative Geschäftsmodelle, alternative Produktionsweisen und Entwürfe zu einer neuen Küchenkultur. Genau darum soll es in dem Panel „Foodpreneurship: Die Revolution der Foodbranche“ beim ImpactSummit am 19. Oktober im Dortmunder U gehen. Es soll erläutert werden, was diese neue Bewegung für die Lebensmittelbranche bedeutet und welche Sozialunternehmen in diesem Feld agieren.

Insekten als alternative Nahrungsquelle

Der Bux Burger. (Foto: Bugfoundation)

Ein Beispiel ist das Thema Insekten als alternative Nahrungsquelle. Was für den Europäer noch außergewöhnlich ist, stellt in asiatischen Ländern durchaus den Alltag dar: Insekten als wertvoller Proteinlieferant.

In Deutschland gibt es viele Probleme mit der Tierhaltung, mit dem Fleischkonsum und dem CO2-Ausstoß – nach Alternativen wird fieberhaft gesucht.

Die Osnabrücker Firma „Bugfoundation“ will in den kommenden Jahren Burger auf Insektenbasis europaweit etablieren – den„Bux Burger“. In Deutschland darf der Patty-Happen noch nicht verkauft werden, weil er als neuartiges Lebensmittel gilt und die Unternehmer erst die Unbedenklichkeit auf dem Papier beweisen müssen.

In Brüssel werden allerdings schon einige Restaurants beliefert. Maximilian Kultscher, Business Development Manager der Bugfoundation, wird auf dem Dortmunder Panel über ihre Mission und die Notwendigkeit von den „Bux Burgern“ sprechen.

Es gibt auch andere Ansätze die Ressourcenentnahme durch unseren Lebensmittelkonsum zu begrenzen.

Wirtschaft im Einklang mit der Natur

(Foto: Original Beans)

Für „Original Beans“ ist die Wertschöpfungskette so zu gestalten, dass wir der Natur und den Menschen etwas zurückgeben müssen. Das Unternehmen wurde 2008 von Philipp Kauffmann gegründet und hat seitdem über eine Million Bäume gepflanzt und dadurch viele Hunderte Hektar Wald wieder aufgeforstet und geschützt.

Der Gründer berichtet beim ImpactSummit, wie man im Einklang mit der Natur wirtschaften kann: Artenvielfalt fördern, Klima schützen, Boden erneuern, den Wasserkreislauf nicht unterbrechen, keine unnatürlichen Abfallstoffe in der Natur aufhäufen, usw.

Original Beans versucht, sich an diese Prinzipien zu halten, und zwar rigoros und messbar. Schon jetzt können Kunden auf der Webseite ihren eigenen Nachhaltigkeitsbeitrag über den sogenannten „treetracker“, der Baum-Nachverfolgung, einsehen.

In Europa werden jedes Jahr über 1,2 Billionen Euro für Lebensmittel ausgegeben, während gleichzeitig über 795 Millionen Menschen nicht genug Essen zum Leben haben.

Mit guten Produkten Gutes tun

Preisgekrönte Power Riegel (Foto: pure food GmbH)

Das Social- Startup LYCKA stellt sich die Frage: „Was wäre, wenn das eine das andere ändern kann?“ Der Gründer Felix Leonhardt und sein Team glauben fest daran, dass es möglich ist, mit guten Produkten Gutes zu tun und wollen mit der Marke LYCKA einen Beitrag gegen eine Welt ohne Hunger leisten.

Angefangen mit FrozenYogurt hat sich das Produktsortiment seit 2014 mittlerweile auf auf eine Reihe weiterer Bioprodukte, wie der veganen Coconut Icecream (ohne Kristallzucker!), den preisgekrönten Mini Power Riegeln und einem Cold Brew (Launch Ende 2017), ausgeweitet.

Mit jedem Produkt ermöglicht das Unternehmen eine warme Schulmahlzeit für Kinder in Entwicklungsländern. So konnten mittlerweile über 700.000 Schulmahlzeiten in Zusammenarbeit mit der Welthungerhilfe realisiert werden.

Felix Leonhardt ist überzeugt: „Gutes tun war noch nie so lecker!“. Davon war auch die Jury des Food Awards 2017 überzeugt und krönte die Mini Power Riegel im Juli zum besten Produkt des Jahres. Im Panel wird der junge Gründer darüber berichten, wie es ist ein soziales Startup auf die Beine zu stellen.

Gesucht: Neue Lösungsansätze für nachhaltigen Konsum und Produktion

Um neue Lösungsansätze im Bereich nachhaltiger Konsum und Produktion in der Praxis zu etablieren, wurde 2005 das Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) als Spin-Off des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie GmbH sowie des United Nations Environment Programme (UNEP) gegründet. Als Vertreter auf dem Panel wird Michael Kuhndt, Gründer und geschäftsführender Direktor des CSCP beim ImpactSummit dabei sein.

Das CSCP arbeitet sowohl mit internationalen Organisationen wie UNIDO, der Weltbank, ILO, der Europäischen Kommission, der Global e-Sustainability Initiative, als auch mit verschiedenen Akteuren aus der Privatwirtschaft zusammen – sowohl Startups als auch multinationalen Konzernen.

Die Zusammenarbeit dreht sich dabei sowohl um die nachhaltigere Ausgestaltung etablierter Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten, als auch um die Entwicklung innovativer Geschäftsansätze zur Förderung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster, etwa im Bereich Circular Economy und Foodwaste.

Insgesamt ist das Panel besetzt mit engagierten und unterschiedlichen Unternehmern und Akteuren. Wir sind gespannt auf eine rege Diskussion und inspirierende Beiträge.

Wie sich die Lebensmittelindustrie in den nächsten Jahren entwickelt, muss gut sein für die Konsumenten, für die Industrie und für die Umwelt.

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