• Suche

Startup of the Month: RuhrSummit Pitch-Finalist finklyn

finklyn team
Das Team von finklyn aus Münster. (Foto: finklyn)

finklyn automatomatisiert Abrechnungsprozesse in klinischen Studien

Als Startup of the Month im November hat der ruhr:HUB das Münsteraner Startup finklyn gekürt. Mit seiner Geschäftsidee hat es das Team ins Finale der Pitch-Competition beim diesjährigen RuhrSummit geschafft.

Im Interview erfahrt Ihr mehr zur Geschäftsidee des 2017 gegründeten Startups, was die nächsten Pläne sind und was das Team antreibt.


Was ist die Geschäftsidee hinter finklyn?

Mit unserer SaaS Plattform automatisieren wir die komplexen Abrechnungsprozesse in klinischen Studien. Damit haben Prüfzentren, Auftragsforschungsinstitute und Pharmaunternehmen mehr Zeit für ihre Kernaktivitäten.

Der aktuelle Stand im Bereich administrativer Prozesse in klinischen Studien ist alles andere als effizient. Der gesamte Abrechnungsprozess ist nicht standardisiert, papierlastig und sehr manuell. Es gibt keine einheitliche Datengrundlage und es wird mit verschiedenen Tools und Excel Listen gearbeitet.

Dieser Prozess ist zeitaufwendig, nicht transparent, fehleranfällig und für alle Beteiligten extrem frustrierend. Prüfzentren warten deshalb oft unnötig lange auf ihre Bezahlung. Dies wirkt sich negativ auf die Zusammenarbeit und die allgemeine Studienqualität aus.

Mit finklyn arbeiten Pharmaunternehmen, Auftragsforschungsinstitute und Prüfzentren mit einer einheitlichen Datengrundlage. Rechnungen können mit wenigen Klicks erstellt und automatisiert bezahlten werden. Der standardisierte Prozess und die Automatisierung manueller Aufgaben spart Zeit und Kosten auf allen Seiten.

Dies trägt dazu bei, dass die Studie reibungsloser verläuft und lebensrettende Medikamente schneller auf den Markt kommen.

Wie verdient Ihr damit Geld und wer sind Eure Kunden?

Unsere Kunden sind Pharmaunternehmen und Auftragsforschungsinstitute, die klinische Studien durchführen. Den Großteil unserer Nutzer machen Prüfzentren aus, für die die Nutzung unserer Lösung kostenlos ist.

Für die Nutzung unserer Plattform erhalten wir eine monatliche Gebühr. Diese ist projektbezogen und richtet sich nach den Rahmenbedingungen der Studie (z.B. Anzahl Prüfzentren, involvierte Länder, etc.)

Erik Kolb von finklyn beim RuhrSummit 2018
Erik Kolb von finklyn beim RuhrSummit Pitch-Finale. (Foto: Jürgen Nobel)

Wie ist die Idee zu finklyn entstanden?

Unser Gründer-Team weist über 40 Jahre Erfahrung in der pharmazeutischen Branche und klinischen Studien auf.

Dabei ist immer wieder aufgefallen, dass Abrechnungs- und Bezahlprozesse in der klinischen Forschung sehr ineffizient und nicht zeitgemäß ablaufen.

Basierend auf diesem echten Problem, haben wir dann eine Lösung entwickelt, die auf neuen digitalen Technologien aufbaut.

Wie finanziert Ihr Euch?

Wir haben gerade die erste Seed Runde abgeschlossen. Die Entwicklungsphase und die ersten Monate nach dem Markteintritt waren gründerfinanziert. Inhaltliche und technische Unterstützung erhalten wir zudem von lab25 und whyit.

Was treibt Euch an, Euch jeden Morgen aufs Neue ins Startup-Hustle zu stürzen?

Unsere Vision einen positiven Beitrag in dieser wichtigen Branche zu leisten, die uns alle betrifft.

Wir tragen dazu bei, dass Prüfärzte und andere Beteiligte mehr Zeit für wirklich wichtige Aufgaben haben, weil sie sich nicht mit unnötigen administrativen Prozessen herumschlagen müssen.

Mittlerweile sehen wir auch die Erfolge und erhalten durchweg positives Feedback von unseren Kunden.

Diese Erfolge, der spürbare Mehrwert, den finklyn bietet und die großartige Zusammenarbeit in unserem weltklasse Team ist unser Antrieb!

Ihr steht als Unternehmer noch am Anfang. Wer sind Eure Vorbilder und warum?

Neben den bekannten Gründerpersönlichkeiten, sind es vor allem die Menschen um uns herum. Dies sind Menschen, die bereit sind neue Wege zu gehen, die extra Meile zu laufen und mit Weitblick die Welt ein Stück weit besser zu machen.

Wenn’s mal nicht so rund läuft, was ist Eure Krisen-Strategie/was baut Euch wieder auf?

Jedem ist klar, dass bei einem Startup nicht immer alles rund läuft. Wenn es mal nicht gut läuft, ist es wichtig sich seine Vision vor Augen zu rufen und die langfristigen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Mit dieser Perspektive sehen kurzfristige Tiefs ganz anders aus.

„Unser Ziel ist es finklyn zu einem Standard in allen klinischen Studien zu machen und die Vorteile digitaler Technologien in diese manchmal träge Branche zu transportieren.“
Manchmal tut ein freier Tag fernab vom daily Business Wunder und kann einen oft wieder in die richtige Spur lenken.

Wo steht Ihr gerade und was sind Eure nächsten Meilensteine?

Unser Produkt ist seit März 2018 auf dem Markt. Aktuell wird unser System in 4 international laufenden klinischen Studien genutzt. Insgesamt haben wir Nutzer aus 13 Ländern.

Auch zeigen uns erste Umfragen, dass 90% der befragten Prüfzentren finklyn auch in ihrer nächsten Studie verwenden möchten.

Wir lassen das Nutzerfeedback in die Weiterentwicklung einfließen und haben für die Zukunft auch weitere Geschäftsfelder im Blick.

Unser Ziel ist es finklyn zu einem Standard in allen klinischen Studien zu machen und die Vorteile digitaler Technologien in diese manchmal träge Branche zu transportieren.


ruhr:HUB ist die zentrale Anlaufstelle für die digitale Wirtschaft in der Region. Sein Ziel ist es, Startups und Unternehmen zu unterstützen und aktiv miteinander zu verknüpfen – mit Fokus auf B2B-Themen wie IT-Security, eHealth oder Industrial Technologies.

Geschrieben von
Carmen Radeck

Carmen Radeck ist Journalistin und Gründerin von RuhrGründer. Ihre Leidenschaft ist es, Geschichten von Menschen zu erzählen, die ihr eigenes Ding machen, dafür brennen und bereit sind, jedes Risiko einzugehen.
So entstand die Idee zum Gründerblog RuhrGründer, der 2014 mit Storys über Gründer und Startups aus dem Ruhrgebiet online ging und sich inzwischen zum Szene-Portal entwickelt hat. Als Mit-Initiatorin der Datenbank StartupsRuhr.de und von Events wie dem RuhrSummit und den Fuckup Nights Ruhrgebiet ist sie aktiver Bestandteil der Gründerszene Ruhr.
Carmen berät Unternehmen in Sachen Content Marketing und Social Media. Sie kommt aus Essen, lebt in Kamen und ist im Ruhrgebiet zuhause.

Alle Artikel ansehen
Hinterlasse einen Kommentar

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.

Geschrieben von Carmen Radeck