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7 Gründe, warum es sich für Fachkräfte lohnt, in Startups zu arbeiten

(Foto: Studio Republic via unsplash.com)

Fachkräfte: Warum pendeln, wenn die spannenden Jobs vor der Haustür liegen?

Wer als gut ausgebildete Fachkraft aus dem Ruhrgebiet nach einem spannenden Job mit Zukunft sucht: Schon mal darüber nachgedacht, in einem Startup zu arbeiten?

Was Startups als Arbeitgeber besonders interessant macht:

  • sie beschäftigen sich mit zukunftsweisenden Themen und innovativen Technologien
  • sie arbeiten dynamisch in agilen Teams mit flachen Hierarchien
  • man kann als Mitarbeiter schnell Verantwortung übernehmen und etwas bewegen

Auch was Gehalt und Work-Life-Balance angeht, können Startups durchaus mit anderen Unternehmen mithalten.

Was sie allen anderen definitiv voraus haben: ganz viel Teamgefühl und Wohlfühl-Atmosphäre.

Dabei muss man nicht mal nach Berlin, Hamburg oder sonst wo hinschauen. Spannende Startups auf Wachstumskurs finden sich hier im Ruhrgebiet direkt vor Eurer Haustür!

Warum also stundenlang pendeln, wenn Ihr auch um die Ecke an innovativen Projekten mitentwickeln und programmieren könnt?

Diese Frage hat sich auch die Essener Wirtschaftsförderung (EWG) gestellt und zusammen mit einigen Essener Startups die Kampagne „Programmieren statt Pendeln“ gestartet.

Wir haben mit fünf der Unternehmen gesprochen, wie bei ihnen gearbeitet wird und was sie ihren Mitarbeitern bieten.

Herausgekommen sind 7 gute Gründe, warum es sich lohnt, in einem Startup zu arbeiten.

1) Arbeiten an den Top-Themen und Technologien der Zukunft

Ob Startup oder Digital-Agentur – junge Unternehmen bewegen sich immer am Puls der Zeit. Digitalisierung ist Teil ihrer Kultur, sie beschäftigen sich mit zukunftsweisenden Themen, entwickeln innovative Ideen und Technologien.

Von der Entwicklung einer Künstlichen Intelligenz, über Spezialisierung auf E-Business, das Betreiben von weltweit führenden Online-Plattformen bis hin zur Auswertung riesiger Datenmengen – allein in Essen sitzen eine ganze Reihe junger Unternehmen, die an den innovativsten Ideen und Themen mitentwickeln.

Das 2016 gegründete Startup soccerwatch.tv beispielsweise hat ein innovatives Kamerasystem inklusive einer auf künstlicher Intelligenz beruhenden Software entwickelt, das Fußballspiele der Amateurliga auf eine Online-Plattform überträgt, dort live streamt und daraus anschließend eigenständig kurze Videoclips der Highlights erstellt. Die dabei gesammelten Daten werden von der KI ausgewertet und für Trainer zur taktischen Unterstützung aufbereitet. Das Startup beschäftigt inzwischen 35 Mitarbeiter.

AufAuf das boomende Themenfeld eCommerce hat sich die 2013 gegründete Digital-Agentur KOMMERZ spezialisiert. Branchen übergreifend entwickelt das wachsende Team mit derzeit 25 Mitarbeitern Frontend-Lösungen deutschlandweit für führende Marken und Unternehmen.

Die Digitalisierung im Bergbau und anderen traditionellen Industrien voranzutreiben, ist Ziel des 2016 gegründeten Startups talpasolutions. Dazu hat es eine Software entwickelt, mit der es in großem Stil Maschinen-Daten sammelt, auswertet und für Unternehmen aufbereitet. So können beispielsweise Prozesse gezielter optimiert oder die Wartung der Maschinen effizienter gestaltet werden.

Komplexe Web- und Softwarelösungen im Bereich E-Business entwickelt der 2013 gegründete IT-Dienstleister Aleri Solutions GmbH vor allem für den gehobenen Mittelstand und Konzerne. Von den insgesamt mehr als 65 Mitarbeitern arbeiten 26 am Hauptstandort Essen. Weitere Niederlassungen gibt es in Köln und Hamburg.

Das bereits 1999 gegründete Unternehmen Maschinensucher hat sich vor allem seit 2016 vom Ein-Mann-Betrieb zum über 30-Mitarbeiter starken weltweit führenden Online-Marktplatz für gebrauchte Maschinen entwickelt. Um die Spitzenposition zu stärken, ist Maschinensucher international auf Expansionskurs – alles vom Firmensitz in Essen aus.

All diese Unternehmen suchen qualifizierte Mitarbeiter – von IT bis Vertrieb – und haben ihnen einiges zu bieten.

2) Verantwortung übernehmen und etwas bewegen

In Startups ist von den Mitarbeitern von Anfang an voller Einsatz gefragt. Wer bereit ist, schnell Verantwortung zu übernehmen, kreativ und durchaus auch unternehmerisch mitzudenken und offen ist für neue Ideen und Technologien, kann sich in Startups voll entfalten.

„Die meisten unserer Mitarbeiter – vor allem aus dem technischen Bereich – kommen zu uns, weil sie die innovative Technologie hinter dem Kamerasystem spannend finden“, sagt Marlon Irlbacher, Chefredakteur bei soccerwatch.tv.

(Foto: soccerwatch.tv)

„Man hat hier die Möglichkeit, an etwas mitzuentwickeln, was es so vorher nie gab, man kann sich mit eigenen Ideen einbringen und auch einfach mal etwas ausprobieren.“

Marlons eigener Karriereverlauf bei soccerwatch.tv – vom Werkstudenten bis zur Festanstellung in verantwortlicher Position innerhalb eines Jahres – ist beispielhaft für viele Startups.

„Als ich vor einem Jahr als Werkstudent bei Soccerwatch angefangen habe, gab es gerade mal eine Facebook-Seite, auf der noch nicht viel los war. Daraus eine echte Redaktion aufzubauen und zu sehen, dass die eigene Arbeit anfängt, Früchte zu tragen, das ist schon ein tolles Gefühl.“

Dass Startups in meist kurzer Zeit eine schnelle Entwicklung durchmachen, liegt vor allem an der dynamischen Arbeit in agilen Teams bei flachen Hierarchien.

3) Dynamisch arbeiten in agilen Teams und flachen Hierarchien

Starre Strukturen und Chef-Gehabe findet man in Startups eher selten. Um mit der Produktentwicklung möglichst schnell voranzukommen, arbeiten junge Unternehmen vorzugsweise in agilen Teamstrukturen mit flachen Hierarchien, um Entscheidungen auf möglichst schnellem und auf kurzem Weg treffen zu können.

Mit über 25 Mitarbeitern ist bei talpasolutions das anfängliche Startup-Chaos, in dem Entscheidungen meistens zwischen Tür und Angel getroffen wurden, längst geordneten Teamstrukturen gewichen. „Inzwischen gibt es bei uns klare Entscheidungswege, Zuweisungen und Verantwortlichkeiten“, sagt Co-Founder Philipp Lorenz.

(Foto: talpasolutions)

Bei dem Essener Bergbau-Startup teilen sich die Teams in die Bereiche „Partner-Manager“, der sich um den Kontakt zur Kundenseite kümmert, „Solution Design“, wo Ideen für neue Produkte entwickelt werden, und „Tech“, wo die Ideen umsetzt und bestehende Produkte weiterentwickelt werden.

Die Zusammenarbeit der einzelnen Bereiche erfolgt in ständigem Austausch. Dabei sind die Teams nicht nur fachlich, sondern auch was den Erfahrungshorizont angeht, heterogen zusammengesetzt.

„Bei uns arbeiten ganz junge Berufseinsteiger bis hin zu Spezialisten mit zehn Jahren Erfahrung in Data Analytics“, sagt Philipp. „Man kann sich hier auf allen Ebenen austauschen, jeder kann sich einbringen, jeder wird gehört. Das funktioniert sehr gut.“

Damit alle Mitarbeiter in ihren Fachbereichen immer auf dem neuesten Stand sind, steht ständige Weiterbildung bei Startups hoch im Kurs.

4) Weiterbildung und persönliche Entwicklung

Weiterbildung ist ein wichtiges Thema auch für junge Unternehmen, vor allem, wenn sie sich im schnelllebigen digitalen Umfeld bewegen. Dafür machen die meisten Startups für ihre Mitarbeiter einiges möglich, schicken sie auf Fachkonferenzen, holen Trainer ins Haus oder fördern den Austausch untereinander.

(Foto: Aleri Solutions GmbH)

Der IT-Dienstleister Aleri Solutions GmbH legt großen Wert auf ständige Weiterentwicklung seiner Mitarbeiter und betreibt dafür einigen Aufwand. „Für uns ist Weiterbildung sehr wichtig, zum einen, weil wir für die hochkarätigen Projekte, die wir begleiten, exzellent ausgebildete Mitarbeiter benötigen“, sagt Co-Founder Thomas R. Vogel.

„Zum anderen möchten wir damit natürlich auch die Mitarbeiter an uns binden, indem wir ihnen den Freiraum geben, zu lernen und sich weiterzuentwickeln, nicht nur auf fachlicher, auch auf persönlicher Ebene.“

Dazu werden nicht nur externe Schulungen und Coaches gebucht, Aleri veranstaltet zudem regelmäßige Formate, in denen sich Mitarbeiter untereinander austauschen und ihr Fachwissen mit den Kollegen teilen.

Bei aller Arbeit und ständiger Weiterentwicklung kommt aber auch die Work-Life-Balance nicht zu kurz.

5) Work-Life-Balance und Teamgefühl

Dass die Mitarbeiter motiviert sind, Spaß bei der Arbeit haben und das Teamgefühl stimmt, ist das A und O in Startups.

„Was Work-Life-Balance betrifft, versuchen wir vieles zu ermöglichen“, Sebastian Bomm, Mitgründer der Agentur KOMMERZ. „Wir haben einen frei gestaltbaren Arbeitstag – zwar mit einer Kernzeit, in der die Mitarbeiter erreichbar sein müssen, gerade auch für die Kunden. Wie man aber seine Arbeit und den Tag gestaltet, da gehen wir voll auf Freiheit.“

(Foto: KOMMERZ)

Auch von wo aus gearbeitet wird, ob vom Homeoffice oder dem Büro in der Essener Innenstadt, spielt bei KOMMERZ keine Rolle. Trotzdem ist den beiden Gründern eine familiäre Atmosphäre und Zusammenhalt im Team wichtig. „Family-Feeling steht bei uns an oberster Stelle“, betont Sebastian.

Das schaffen sie mit regelmäßigen Events, zu denen das komplette Team zusammenkommt – sei es mit Formaten wie dem „Innovations-Day“, bei dem Mitarbeiter projektunabhängig an neuen Themen zusammenarbeiten oder mit Teamevents, um sich in eher privaten Rahmen auszutauschen, wie einem gemeinsamen Stadionbesuch bei Rot-Weiß-Essen.

Neben Team-Feeling und Spaßfaktor, zum motivierten und produktiven Arbeiten gehört auch ein professionelles Arbeitsumfeld.

6) Professionelles Arbeitsumfeld und Wohlfühlatmosphäre

Gerade für die Arbeit an innovativen Ideen und Technologien brauchen Startups nicht nur modernes Equipment, sondern vor allem auch überall gefragte Programmierer und Entwickler. Um sie ins Unternehmen zu locken, betreiben auch Startups einiges an Aufwand.

„Wir tun sehr viel dafür, dass sich die Mitarbeiter bei uns wohlfühlen und möglichst langfristig bei uns bleiben“ sagt Thorsten Muschler, Gründer und Geschäftsführer von Maschinensucher.de.

(Foto: Maschinensucher.de)

Das fängt damit an, dass jeder Mitarbeiter die Arbeitsumgebung bekommt, in der er oder sie am besten arbeiten kann – vom höhenverstellbaren Schreibtisch bis zum technischen Equipment. ITler können sich sogar aussuchen, mit welchem Betriebssystem sie arbeiten möchten.

Für die betriebliche Gesundheit gibt es bei Maschinensucher seit neuestem einen Fitnessraum. Außerdem kommt regelmäßig ein Koch ins Unternehmen, der für die komplette Belegschaft das Mittagessen zubereitet.

Bleibt noch zu klären, ob auch in jungen Unternehmen die Bezahlung für qualifizierter Fachkräfte stimmt.

7) Transparenz und gute Bezahlung

Teil der Kultur aller der fünf Startups ist Transparenz.

In regelmäßigen wöchentlichen oder monatlichen Meetings, in denen das komplette Team zusammenkommt, legen die Gründer die Zahlen auf den Tisch und lassen ihre Mitarbeiter daran teilhaben, was als nächstes geplant ist.

Umgekehrt präsentieren die Mitarbeiter aus den unterschiedlichen Bereichen, woran sie arbeiten und wie es bei ihnen läuft, damit auch die Teams untereinander einen Überblick darüber bekommen, womit sich die anderen beschäftigen.

Dabei stimmt auch die Bezahlung. Was das Gehalt angeht können Startups mit anderen Unternehmen durchaus mithalten.

Startups suchen Euch!

Es gibt viele gute Gründe, als qualifizierte Fachkraft in einem Startup zu arbeiten. Die Digitalisierung wird die Zukunft der Arbeit bestimmen. Während sich traditionelle Unternehmen mühevoll umstellen müssen, wird sie in Startups längst gelebt.

Wer also offen ist für Neues, bereit ist, auch über den Tellerrand seines eigenen Fachgebiets hinauszuschauen, wer Lust hat, etwas zu bewegen und zukunftsweisendes mitzuentwickeln, der ist in einem Startup gut aufgehoben.

Geschrieben von
Carmen Radeck

Carmen ist Journalistin, Autorin und leidenschaftliche Aktivistin für die Gründerszene im Pott. Seit 2014 betreibt sie das Startup-Portal RuhrGründer.de und ist Mitgründerin von Events wie RuhrSummit, Fuckup Nights Ruhrgebiet und Female Founders Ruhr.

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