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Uni Witten/Herdecke: Corporate Venturing als Quelle unternehmerischer Innovationen

Tagung in der Uni Witten/Herdecke: Corporate Venturing als Quelle unternehmerischer Innovationen (Foto: Uni Witten/Herdecke)

Tagung in der Uni Witten/Herdecke: Corporate Venturing als Quelle unternehmerischer Innovationen (Foto: Uni Witten/Herdecke)

Tagungsrückblick: Corporate Venturing als Quelle unternehmerischer Innovationen

(Pressemitteilung)

Quirlige junge Startup-Unternehmen und traditionsbewusste Familienunternehmen – da sehen viele zwei getrennte Welten. Doch die Universität Witten/Herdecke mit ihrer Ausgründung Entrepreneurshipzentrum Witten hat beide Welten in einer Tagung vereint: „Corporate Venturing als Quelle unternehmerischer Innovationen“ hieß die Veranstaltung, die Ende April rund 30 Fachleute in Witten zusammenführte

Fallbeispiel 1: Vorwerk

UW/H-Alumnus Björn Rentzsch ist bei der Wuppertaler Firma Vorwerk in einer selbständigen Einheit beschäftigt: Die Vorwerk Direct Selling Ventures GmbH, kurz Vorwerk Ventures. Sie ist darauf spezialisiert, in geeignete Startups, die die Seedphase bereits erfolgreich hinter sich haben, in Form einer Minderheitsbeteiligung zwischen 0,5 bis 5 Millionen € Wachstumskapital zu investieren. Dafür werden pro Jahr ca. 1.000 eingereichte Businesspläne ausgewertet.

Zwei bis drei Investitionen kommen im Schnitt pro Jahr zustande. Investiert wird ausschließlich in Gründungen, die sich in irgendeiner Nähe zu den geschäftlichen Aktivitäten von Vorwerk bewegen. Ziel dieser Investitionen ist es allerdings nicht, die betroffenen Unternehmen vollständig in Vorwerk zu integrieren, sondern sich zu einem geeigneten Zeitpunkt mit Gewinn von diesen auch wieder zu trennen.

In der Diskussion wurde deutlich, dass der tiefere Sinn dieser Einheit für Vorwerk vor allem darin zu sehen ist (selbstverständlich neben dem zu erwartenden wirtschaftlichen Erfolg), dass hier für Vorwerk gleichsam ein vorgeschobener „Horchposten“ entstanden ist, der die Welt nach ganz unterschiedlichen Entwicklungen abtastet, die für Vorwerk interessant werden könnten.

Die dadurch gewonnen Informationen werden von dieser Einheit systematisch ausgewertet und der Unternehmensleitung bzw. den unterschiedlichen Geschäftsfeldern regelmäßig zur Verfügung gestellt, was immer die angesprochenen Entscheidungsträger aus diesen Impulsen dann konkret machen.

Fallbeispiel 2: Die Finnovato GmbH

Finnovato ist eine schlanke Holding, in der Firmen die aktuellen Impulse der Digitalisierung für die Otto Group umsetzen. Sie bilden ein auch räumlich getrenntes und ganz spezifisches „Biotop“, in dem sich junge, unternehmerisch gepolte Persönlichkeiten mit einer hohen technologischen Affinität und Kompetenz auf ihre jeweilig eigene Weise um Themen kümmern können, die für eines oder mehrere Unternehmen der Otto Group von erheblicher Bedeutung sind.

Diese wären allein wegen ihres tradierten, eingeschwungenen Zustandes gar nicht oder nicht in der erforderlichen Geschwindigkeit in der Lage, neuen Herausforderungen zu begegnen. Finnovato sorgt so einerseits für die notwendige Verbindung in die hoch dezentrale Unternehmenswelt der Otto Group hinein, andererseits achtet sie aber auch auf die unverzichtbare Distanz zu dieser Welt. Schließlich sollen sich diese Gründungsinitiativen ihre Innovationskraft bewahren und entfalten können.

Etwas ausführlicher wurde in diesem Zusammenhang „Collins“ diskutiert, eine rasch wachsende E-Commerce-Lösung, die zeigt, wie auch ein klassischer Versandhandel diesen neuen internetbasierten Vertriebskanal mit seinen ganz spezifischen Möglichkeiten gekonnt nutzen kann.

Prof. Dr. Rudolf Wimmer, Vizepräsident der Universität Witten/Herdecke, war einer der Teilnehmer und fasst seine Sicht auf die Bedeutung der Tagung zusammen: „Inzwischen sind nahezu alle Unternehmen einem brutalen Innovationsdruck ausgesetzt. Darum versuchen viele, die Kraft der kreativen Startups für das vielleicht eher etablierte Unternehmen zu nutzen.“

Die Teilnehmer teilten übereinstimmend die Einschätzung, dass für dieses neuartige, hoch risikoreiche Zusammenspiel vor allem familiengeführte Unternehmen besonders geeignet seien, weil sich diese einer längerfristigen Entwicklungsperspektive verpflichtet fühlten und deshalb vielfach die erforderliche Geduld aufbrächten.

Vorschau/Save the date:

Das Entrepreneurship Zentrum Witten wird vom 13. bis 14. November 2015 eine Zukunftswerkstatt zum Thema „Die Digitalisierung im Handel und seine unternehmerischen Konsequenzen“ durchführen.

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