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TicketHash: Mit Blockchain Technologie den Ticketverkauf revolutionieren (Startup of the Month)

Das Gründerteam von TicketHash (Foto: TicketHash)

Lüner Startup TicketHash sagt dem Ticket-Schwarzmarkt den Kampf an

Stefan Gajewski ist seit vielen Jahren in der Veranstaltungsindustrie unterwegs und kennt die Probleme rund um den Ticketverkauf. Mit TicketHash wollen er und seine beiden Mitgründer dem Schwarzmarkt und gefälschten Tickets den Kampf ansagen.

Unser Partner ruhr:HUB hat das Startup mit Sitz in Lünen zum Startup of the Month für Oktober gekürt. Im Interview mit Stefan erfahrt Ihr mehr zur Geschäftsidee und Technologie.


Was ist Eure Geschäftsidee?

Wir wollen den Tickethandel fairer machen und den Ticketingbetrug weitgehend eliminieren. Dazu setzen wir eine spezielle Blockchain Technologie ein, die verhindert, dass Tickets ohne die Zustimmung des Herausgebers nach außen gelangen.

Unsere Tickets sind rein digital und personalisiert. Sie können nicht vor der Veranstaltungsstätte auf dem Schwarzmarkt oder auf dubiosen Zweitmärkten gehandelt werden. Eine Vervielfältigung ist ebenfalls ausgeschlossen.

Weiterhin können diese Tickets aber sehr wohl vom Erstkäufer zu einem neuen Besitzer transferiert werden, via App2App. Sogenannten Smart Contracts in der Blockchain geben genau diesen Handel vor und legen fest wie die Tickets gehandelt werden dürfen, also Preisbremsen, Personengruppen oder die Anzahl der zu weiter gegebene Tickets werden vorher festgelegt.

Je nach Veranstaltung kann man die Smart Contracts jederzeit flexibel auf die Bedürfnisse anpassen. Sämtliche Bedingungen können vom Herausgeber festgelegt werden. Dieser erhält somit seinen eigenen kontrollierten und fairen Zweitmarkt, der ihm zusätzliche Einnahmen generiert und gleichzeitig dem Zweitkäufern die Sicherheit gibt, die er auch beim Erstkauf hätte.

Wie verdient Ihr damit Geld und wer sind Eure Kunden?

Unsere Kunden sind Ticketingsystemanbieter/Ticketherausgeber, Eventveranstalter und Veranstaltungsstättenbetreiber. Wir wollen keine eigenen Tickets verkaufen oder eigene Events veranstalten, sondern uns “on-top” in die vielen Ticketingsysteme integrieren.

Wir wollen keine eigenen Tickets verkaufen oder eigene Events veranstalten, sondern uns “on-top” in die vielen Ticketingsysteme integrieren.

Stefan Gajewski, TicketHash

Wir verfolgen ein B2B SaaS Geschäftsmodell. Das heißt wir verdienen an den umgesetzten Tickettransaktionen, die Höhe wird  individuell mit dem Kunden verhandelt. Wenn der Kunde es will, können wir auch ein Volumenbasiertes Geschäftsmodell vereinbaren. Da sind wir sehr flexibel.

Zusätzlich verdienen wir noch an Customizing und an kundenspezifischer Integration in z.B. Drittsysteme, also die Erstellung von Konnektoren in CRM Systeme zum Beispiel.

Unsere Tickets sind personalisiert, dadurch entstehen personenbezogene Daten die die jeweilige Marketingabteilung für z.B. Kampagnen gewinnbringend nutzen kann. Heutzutage ist es oft noch so, dass nur der Erstkäufer dem Herausgeber bekannt ist, aber wenn er sein Papierticket an jemand anderen weitergibt, weiß der Herausgeber nicht mehr, wer nun der neue Besitzer ist.

Ein gutes Beispiel sind hier die Fußball Dauerkarten, die ja gerne weitergereicht werden. Wenn man dies aber nun digital und personalisiert macht, erhält der Herausgeber viele neue Personendaten für sein CRM System. Dies ist ebenfalls ein enormer Vorteil unserer Technologie und bares Geld wert.

Zusätzlich wird dadurch die sogenannte “No Show Rate” reduziert, also das Stadion ist voller besetzt, mehr Atmosphäre und es kommt zu mehr Konsum/Umsatz im Stadion. Ein wichtiger Hinweis noch, wir sind absolut DSGVO konform trotz Blockchain Technologie und benötigen keine Energie und Kosten für intensives „mining“.

Wie ist die Idee entstanden?

Unsere Idee entstand vor etwas mehr als 2 Jahren, während des Bitcoin Hypes. Wir fanden das sehr spannend was da vor sich ging, erkannten aber auch schnell, dass die Blockchain Technologie für mehr zu gebrauchen ist, als die ganzen tausenden Kryptowährungen.

Inspiriert durch unseren Mitgründer, der sich seit vielen Jahren als Veranstalter betätigt, und mit den aktuell vorherrschenden Problemen vertraut ist, kamen wir auf die Idee diese Technologie auf den Tickethandel anzuwenden.

Wie finanziert Ihr Euch?

Wir sind vier Gründer. Zwei stecken noch im Job und zwei beziehen das Gründerstipendium NRW.

Was treibt Euch an, Euch jeden Morgen aufs Neue ins Startup-Hustle zu stürzen?

Wir sind visionär und wollen unternehmerisch erfolgreich sein. Das spornt uns jeden Tag an weiterzumachen.  Mittlerweile konnten wir auch bereits die ersten Erfolge einfahren. Vor einigen Wochen haben wir unseren ersten Kunden aus Südostasien gewinnen können.

Wir sind visionär und wollen unternehmerisch erfolgreich sein. Das spornt uns jeden Tag an weiterzumachen. 

Stefan Gajewski, TicketHash

Mit diesem ersten wichtigen Kunden sind wir nun voll mit der Integration in dessen Ticketingsystem beschäftigt und wollen ab Anfang des nächsten Jahres dort unsere Technologie zum Einsatz bringen.

Ihr steht als Unternehmer noch am Anfang. Wer sind Eure Vorbilder und warum?

Das ist eine gute Frage. Im Prinzip die Start-ups/Unternehmer die es geschafft haben ihre Idee zur Marktreife zu bringen und zumindest ein mittelständisches Unternehmen aufbauen konnten. Das ist immer sehr beeindruckend.

Wenn’s mal nicht so rund läuft, was ist Eure Krisen-Strategie?

Tja, herausfinden woran es liegt. Dies zu analysieren oder sich ggf. ein Feedback einzuholen, um hierdurch wiederum besser und effizienter zu werden. Zum Beispiel müssen Organisationsstrukturen aufgebaut werden. Hier läuft nicht immer alles rund. Einfach nicht aufgeben und an sich selbst, die Idee und die Zukunft glauben/festhalten.

Wo steht Ihr gerade und was sind Eure nächsten Meilensteine?

Im Vordergrund steht jetzt die erfolgreiche Integration in das Ticketingsystem unseren ersten Kunden aus Südostasien. Des Weiteren haben wir bis Dezember drei wichtige Workshops mit ebenfalls potentiell interessierten Partnern/Kunden in der Pipeline.

Diese Durchführung nimmt ebenfalls viel Zeit und Planung in Anspruch. Wir wollen diese Workshops ebenfalls in Perfektion abschließen. Das sind unsere vier wichtigsten Meilensteine bis Anfang 2020.


ruhr:HUB ist die zentrale Anlaufstelle für die digitale Wirtschaft in der Region. Sein Ziel ist es, Startups und Unternehmen zu unterstützen und aktiv miteinander zu verknüpfen – mit Fokus auf B2B-Themen wie IT-Security, eHealth oder Industrial Technologies.

Geschrieben von
Carmen Radeck

Carmen ist Journalistin, Autorin und leidenschaftliche Aktivistin für die Gründerszene im Pott. Seit 2014 betreibt sie das Startup-Portal RuhrGründer.de und ist Mitgründerin von Events wie RuhrSummit, Fuckup Nights Ruhrgebiet und Female Founders Ruhr.

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1 Kommentar
  • Hallo Frau Radek,
    Gibt es eine logische, permanente Ebene, die über JSON-RPC-Aufrufe direkt mit der zugrundeliegenden Multichain kommuniziert, sowie Speicherung mittels MongoDB-Technologie? Ich vermute mal es wird mit einer Backend Node.js (JavaScript) erzeugt. Danke für den Artikel 🙂

Geschrieben von Carmen Radeck