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TicketHash: Mit Blockchain Technologie den Ticketverkauf revolutionieren

Foto: Rachel Lynette French on Unsplash

Lüner Startup TicketHash sagt dem Ticket-Schwarzmarkt den Kampf an

Stefan Gajewski ist seit vielen Jahren in der Veranstaltungsindustrie unterwegs und kennt die Probleme rund um den Ticketverkauf. Mit TicketHash wollen er und seine beiden Mitgründer dem Schwarzmarkt und gefälschten Tickets den Kampf ansagen.


Hallo Stefan, welche Idee steckt hinter TicketHash und welches Problem löst Ihr damit?

TicketHash wird den Ticketverkauf für Veranstaltungen durch intuitive, schnelle und sichere digitale Transaktionen revolutionieren. Nicht nur beim Erstkauf, sondern insbesondere auch im Zweitmarkt.

„TicketHash wird den Ticketverkauf für Veranstaltungen durch intuitive, schnelle und sichere digitale Transaktionen revolutionieren.“
Die Hauptprobleme im traditionellen Ticketverkauf sind der Schwarzmarkt und das schnelle massenhafte Aufkaufen großer Ticketkontingente durch spezialisierte professionelle Käufer mit Hilfe von vollautomatischen Bots. Die Tickets werden anschließend auf einem Zweitmarkt zu stark überhöhten Preisen angeboten.

Ein weiteres Problem sind illegal vervielfältigte Tickets.

Heutige Tickets werden in Papierform oder als PDF herausgegeben und können dupliziert werden. Dem Käufer eines duplizierten Tickets wird u.U. der Einlass verwehrt und im ungünstigen Fall werden rechtliche Schritte seitens des Veranstalters oder der Polizei eingeleitet. Der Veranstalter hat bei vervielfältigten Tickets Schwierigkeiten die Veranstaltungssicherheit zu gewährleisten.

Bei TicketHash ist eine Personifizierung der Käufer Voraussetzung. Eine zentrale App auf Besucherseite dient zur Verwaltung und zur Weitergabe der erworbenen digitalen Smart Tickets. Nur mit dieser App erhält der Besucher Einlass zur jeweiligen Veranstaltung.

Dank unserer Blockchain Technologie erhält der Veranstalter einen genauen Überblick über die zur Verfügung stehenden Tickets und deren aktuellen Status. Er weiß genau, wie viele Tickets bereits erworben wurden, wie viele Tickets den Besitzer gewechselt haben und wer der neue Ticketinhaber ist.

Die Weitergabe der Smart Tickets kann nur von App zu App innerhalb der TicketHash Plattform geschehen. Die Rahmenbedingungen der Weitergabe können vom Veranstalter festgelegt werden, z.B. um überhöhte Preise zu vermeiden.

Jedes Smart Ticket ist als Blockchain-Token digital hinterlegt und damit einmalig und nicht duplizierbar. Die Kopplung an die personifizierte App liefert wichtige Informationen darüber, wer kommt, wer da ist und wer an der Veranstaltung teilgenommen hat.

Der letztlich tatsächliche Ticketbesitzer kann vor, während oder nach der Veranstaltung mit zielgerichtetem Marketing angesprochen werden. Außerdem können Smart Tickets auch ungültig gemacht werden (Blacklist). Der Kundennutzen liegt in der vertrauenswürdigen Anschaffung und der einfachen Weitergabe unserer Smart Tickets, z.B. bei kurzfristiger Verhinderung.

Der Veranstalter hat den Vorteil, dass kurzfristig eine andere Person die Veranstaltung besuchen kann, die Integrität und Personifizierung beim Wechsel des Besitzers aber jederzeit gewahrt bleiben. Bis zum letzten Augenblick vor der Veranstaltung kann sich dadurch ein potenzieller „No Show“ in einen zahlenden, eindeutig identifizierbaren Kunden verwandeln. Die Auslastung verbessert sich, was wiederum zu mehr Umsatz etwa durch Merchandising und Verzehr führt.

Wie ist die Idee entstanden?

Das Jahr 2017 war ja sozusagen der wilde Westen der Kryptowährungen, insbesondere des Bitcoins.

„Für uns war klar, dass die Blockchain Technologie die Probleme der Veranstaltungsindustrie beseitigen kann.“
Wir haben uns immer mal wieder mit dem Thema befasst. Insbesondere die Blockchain Technologie begeisterte uns, genauso wie die Tatsache, dass größere Unternehmen die Blockchain für Ihre Geschäftsbereiche einsetzen wollten.

Die Veranstaltungsindustrie beschäftigt mich mittlerweile seit vielen Jahren und die Probleme Schwarzmarkt, Ticketfälschung, und Ticket-Weitergaben sind jedem bekannt. Für uns war klar, dass die Blockchain Technologie diese Probleme beseitigen kann.

Kannst Du erläutern, wie Ihr die Blockchain Technologie einsetzt?

Wir nutzen eine sogenannte private Blockchain. Dadurch haben wir den Vorteil, dass wir die vollständige Kontrolle über die Infrastruktur haben. Public Blockchains sind derzeit noch relativ beschränkt hinsichtlich ihrer Transaktionsraten. Zudem haben sie eine Reihe anderer Eigenschaften, die sie für unseren Anwendungsfall uninteressant macht.

Wir sind daher den zunächst schwierigeren Weg gegangen, und haben unsere eigene Blockchain-Plattform gebaut. Diese entspricht jetzt aber perfekt unseren Anforderungen, die wir selbst jederzeit sehr flexibel hinsichtlich der spezifischen Kunden und Marktanforderungen erweitern können, die unabhängig von anderen Anbietern ist und die wir vor allen Dingen so skalieren können, dass wir auch die größten Veranstaltungen damit bedienen können.

Für welche Zielgruppe ist Eure Software interessant?

Unsere SaaS-Plattform richtet sich an Veranstalter, unter anderem aus den Bereichen Sport, Musik, Business oder Messe. Im Prinzip kann unsere Lösung für jeden interessant sein, der in irgendeiner Form Tickets herausgibt und die Kontrolle darüber behalten möchte, was mit diesen passiert.

 

Wer gehört außer Dir noch zum Team?

TicketHash Gründerteam
Das Gründerteam von TicketHash (v.l): Marcus Rump, Oliver Nolden, Stefan Gajewski (Foto: TicketHash)

Wir haben TicketHash Technology im November 2018 zu dritt gegründet. Gesellschafter sind Oliver Nolden (Diplom Informatiker, IT-Berater und technischer Architekt), Marcus Rump (M.Sc.Geographie und Blockchain Experte) und ich, Stefan Gajewski.

Wie finanziert Ihr Euch in der Startphase?

Wir haben den großen Vorteil, dass wir sämtliches Know-how im Team haben, das wir für die ersten Schritte bis zur Fertigstellung unseres MVP benötigen.

Die Tatsache dass wir noch keinen Investor haben, blockiert uns daher nicht so sehr, um vorankommen.

Trotzdem sind wir auf der Suche nach einem Partner, der uns finanziell unterstützt, damit wir noch mehr Schwung aufnehmen können. Es sollte aber passen.

Derzeit arbeiten wir mit dem Gründerstipendium NRW und viel privatem Engagement.

Wo steht Ihr gerade, was habt Ihr schon erreicht?

Wir sind erst vor kurzem offiziell gestartet, haben aber schon ein wirklich gutes Netzwerk aufbauen können.

Startpunkt war das HYPE-SPIN Bootcamp beim 1. FC Köln Ende Oktober 2018. Durch dieses Bootcamp haben wir viel lernen und unsere Geschäftsmodell weiter verschärfen können.

Durch Gespräche mit einem Verein aus der 1. Fußball Bundesliga und einem Messeveranstalter konnten wir ebenfalls viele Erkenntnisse aus der Praxis mitnehmen. Sport- und Messeveranstalter haben jeweils einen eigenen Anspruch.

Anfang des Jahres haben wir zum ersten Mal erfolgreich einen Prototypen bei einem Clubkonzert mit zwei Bands aus Los Angeles getestet.

Was sind Eure nächsten Meilensteine?

Wir sind auf der Suche nach Investoren.

Durch das Kapital wollen wir das Entwicklerteam vergrößern, um die Software und alles, was damit zusammenhängt, schneller zur Marktreife bringen.

Darüber hinaus würden wir uns einen Veranstalter als Sparringspartner wünschen, mit dem wir unser Produkt unter realen Bedingungen testen und weiterentwickeln können.

Parallel dazu entwickeln wir unsere Plattform aus eigener Kraft weiter und werden demnächst weitere Testläufe durchführen.

Geschrieben von
Carmen Radeck

Carmen ist Journalistin, Autorin und leidenschaftliche Aktivistin für die Gründerszene im Pott. Seit 2014 betreibt sie das Startup-Portal RuhrGründer.de und ist Mitgründerin von Events wie RuhrSummit, Fuckup Nights Ruhrgebiet und Female Founders Ruhr.

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1 Kommentar
  • Hallo Frau Radek,
    Gibt es eine logische, permanente Ebene, die über JSON-RPC-Aufrufe direkt mit der zugrundeliegenden Multichain kommuniziert, sowie Speicherung mittels MongoDB-Technologie? Ich vermute mal es wird mit einer Backend Node.js (JavaScript) erzeugt. Danke für den Artikel 🙂

Geschrieben von Carmen Radeck