Finanzierung

Themenabend Preiskalkulation: Den eigenen Stundensatz berechnen

Themenabend Preiskalkulation

Vor allem Unternehmerinnen besuchten den Themenabend zur Preiskalkulation im GründerinnenZentrum Nordstadt. (Foto: Wirtschaftsförderung Dortmund)

Tipps, wie du deinen Stundensatz berechnen kannst

Was berechne ich eigentlich als Honorar? Dieser Frage musste ich mich unweigerlich stellen, als ich mich vor drei Jahren als freie Journalistin und Texterin selbstständig machte. Ich googelte zunächst, was meine Mitbewerber so nehmen – sofern sie ihre Preise auf ihrer Website verrieten -, verglich die Ergebnisse mit den Empfehlungen einiger Berufsverbände und pendelte meinen Preis schließlich irgendwo zwischen Mitbewerber-Dumpingpreisen und unvorstellbar hoch erscheinenden Verbands-Empfehlungen ein.

Die Fragen, ob ich von dem Honorar leben kann und wie viele wirklich bezahlte Stunden ich wöchentlich arbeiten muss, um wenigstens all meine Kosten decken zu können, stellte ich mir gar nicht. Mein festgelegter Honorarsatz war eher eine Bauchentscheidung als auf echten Zahlen, Daten, Fakten basierend.

Themenabend „Preiskalkulation“ im GründerinnenZentrum Nordstadt

Diese Art seinen Stundensatz zu berechnen – besonders bei Kreativschaffenden – kennt die Dortmunder Unternehmensberaterin Alexa Jünkering zur Genüge. Sie hat sich spezialisiert auf die Beratung von kreativen Freiberuflern, Selbstständigen und Kleinunternehmen.

Dass es gar nicht so schwer ist, sein Honorar zu berechnen, und nicht nur aus dem Bauch heraus zu kalkulieren, zeigte sie den 25 Teilnehmern des Themenabends “Preiskalkulation” im Dortmunder GründerinnenZentrum Nordstadt. Ein paar Tipps, wie ihr Euren Stundensatz berechnen könnt, habe ich für Euch mitgeschrieben:

Betriebswirtschaftliche Kosten und Unternehmergehalt

Alexa Jünkering zeigt, wie man den Stundensatz berechnen kann.

Unternehmensberaterin Alexa Jünkering erklärt, was es mit den internen und externen Faktoren auf sich hat. (Foto: Wirtschaftsförderung Dortmund)

Bei der Preiskalkulation muss man zunächst zwischen externen und internen Faktoren unterscheiden. Zu den externen Faktoren zählen das, was die Konkurrenz nimmt, dann das, was die Kunden bzw. der Markt bereit ist zu zahlen und Kosten für den Einkauf. Auf diese Faktoren hat man selbst keinen Einfluss. Für die eigene Preiskalkulation spielen diese Faktoren erstmal keine Rolle, sollten natürlich aber im Auge behalten werden.

Wichtig sind nun die internen Faktoren. Und das sind maßgeblich die betriebswirtschaftlichen Kosten und das Unternehmergehalt! Ja, auch Freiberufler sind Unternehmer!

Schritt für Schritt den Stundensatz berechnen

Schritt 1) Die eigenen Kosten berechnen

Diese setzen sich zusammen aus den Privatkosten, den betrieblichen Fixkosten und – nicht vergessen – den Investitionen und Rücklagen. Tipp von mir: Jährlich anfallende Kosten auf den Monat herunterbrechen.

Expertentipp von Alexa Jünkering: Bei der Berechnung der Privatkosten bloß nicht den Fehler zu machen, zu sagen, man komme ja mit wenig Geld aus.

Alle monatlichen Kosten zusammenrechnen und aufs Jahr hochrechnen, also mal zwölf. Diesen Betrag solltet ihr im Jahr einnehmen, um all Eure Kosten zu decken.

Schritt 2) Stundenverrechnungssatz kalkulieren

Hier geht es zunächst darum, wie viele Arbeitsstunden Ihr pro Woche insgesamt ansetzt (40, 80 oder nur 4 wie Tim Ferriss?) und vor allem, wie viele davon bezahlte (!!!), also fakturierbare, Arbeitsstunden sind. Vergessen werden bei der Kalkulation nämlich oftmals die Arbeitsstunden, die für Bürokram, Marketing und all die Dinge draufgehen, die zur selbstständigen Arbeit gehören, vom Kunden aber nicht direkt bezahlt werden. Wieviel Zeit dafür wöchentlich draufgeht, muss jeder für sich selbst errechnen.

Ebenfalls nicht vergessen: Urlaubszeiten, Feiertage und mögliche Krankentage mit einberechnen!

Mindesthonorar und Gewinnziel

Hat man all diese Zahlen zusammen, kann man sich auf dieser Grundlage und der, dass das Jahr 52 Wochen lang ist, ausrechnen, wie viele fakturierbare Stunden im Jahr man arbeitet.

Nun die fakturierbaren Stunden im Jahr durch die zuvor berechneten Kosten, die man jährlich hat, teilen – und schon hat man seinen Mindeststundensatz berechnet.

Darauf schlagt ihr natürlich noch einen Gewinn auf. Dazu setzt ihr Euch zunächst euer jährliches Gewinnziel, rechnet das auf eine Stunde runter und addiert es zum Mindesthonorar.

Der Stundensatz, der dabei herauskommt, ist zunächst nur für Eure interne Berechnung wichtig. Wie Ihr diesen Satz bei der Erstellung eines Angebots einsetzt, müsst Ihr im Einzelfall überlegen. Beispielsweise dann, wenn Euch ein Auftrag für Eure Referenz wichtig ist, der aber schlecht bezahlt ist. Oder wenn Ihr wisst, dass ein Kunde in der Regel deutlich mehr zu zahlen bereit ist, als Euren persönlicher Stundensatz. Da ist dann wieder ein bisschen Bauchgefühl angesagt 😉

Wie sieht’s bei Euch aus?

Nach welchen Kriterien habt Ihr Euren Stundensatz festgelegt?

Hinterlasse einen Kommentar

Kein Startup-Event im Ruhrgebiet mehr verpassen!

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr erfahren

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close