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Startup-Befragung: So bewerten Ruhr-Startups ihre Lage

(Foto: Unsplash/rawpixel.com)

STARTupRUHR Check: Das Potential des Ruhrgebiets zu wenig gehoben

Ruhrgründer lieben den Pott, aber bei der Metropole Ruhr als Startup Standort sehen sie sehr viel Luft nach oben. So lässt sich die Haltung der Ruhr-Startups zum Standort auf den Punkt bringen.

In Kooperation mit der KPMG Essen hat das Unternehmensnetzwerks pro Ruhrgebiet die erste speziell und exklusiv an Ruhrgebiets Startups adressierte Online Befragung durchgeführt – mit sehr klaren Ergebnissen und eindeutigen Erkenntnissen, wie die Auswertung der Umfrage, der „1. STARTupRUHR Check“, zeigt.

Das geht den Gründern der Ruhr-Startups auf die Nerven

  • Aus  der Sicht der Gründer fehlen dem Ruhrgebiet die Investoren. 71 % von ihnen sind auf der dringenden Suche nach Kapital, denn 93 % wollen jetzt  wachsen und Personal einstellen.
  • Die  Start-ups fühlen sich allein gelassen, beklagen die fehlende Vernetzung. Sie fordern „EINE Start-up Szene in Zusammenarbeit mit allen  Ruhrgebietsstädten“. Aber auch die Vernetzung mit den etablierten  Unternehmen wird als unzureichend beklagt, z.B. „Kooperationsanfragen  scheitern“ und „Start-ups werden nicht ernst genommen“
  • Als  wichtigste Ursache der Probleme machen die Start-ups das „Kirchturmdenken“ im Ruhrgebiet aus und stützen diese Aussage in der  Befragung auf besonders viele verbale Begründungen; z.B. „Als  Ballungsgebiet hätte man genug Masse und Relevanz, jede Stadt allein hat  keine Chance.“
  • Die  Liste weiterer Standortnachteile, die die Gründer in der Metropole  sehen, ist lang: fehlende politische Unterstützung, Intransparenz und Zielungenauigkeit der Gründerunterstützungsangebote (mit Ausnahme der  Businessplan- und Gründerwettbewerbe), schlechtes Image des Standorts,  historisch gewachsene (Konzern)-Mentalität und fehlender Gründergeist an den Hochschulen gehören ebenfalls dazu.

Warum  haben die Gründer dennoch das Ruhrgebiet als Standort ihres Startups  gewählt? Es ist die persönliche Verbundenheit zu den unkomplizierten Menschen und zur Region, die emotionale Nähe, kurz die Liebe zum Pott, die sie hier hält.

Aber sie wissen auch rational die Vorzüge des großen Ballungsraums, seine Kundennähe, seine Infrastruktur und die kurzen Wege sowie das Fachkräftepotential zu schätzen und hoffen für die Zukunft  auf dieses Potential. Die positiven Bewertungen liegen aber deutlich unter den kritischen Betrachtungen.

Hier sehen Startups den dringendsten Handlungsbedarf

  • Die  Wirtschaftsförderung für Start-ups weniger städte- sondern mehr  branchenorientiert – mit viel tieferen Branchenkenntnissen, Kompetenzen  und Netzwerken bzgl. Investoren organisieren
  • Bei  den Fördermaßnahmen für die Gründerszene eine stärkere Differenzierung  zwischen Existenzgründern und Technologie getriebenen Startups  vornehmen
  • Speziellen Support in der Nachgründungsphase anbieten
  • Öffnung der etablierten Unternehmen vor Ort für eine Kooperation mit den Start-ups.

„Konzentrieren, fokussieren und gemeinsam agieren: Die überwältigende Mehrheit der befragten Start-ups fordert nachdrücklich dazu auf, das Ruhrgebiet als Ganzes wahrzunehmen, zu mehr Gemeinsamkeit zu kommen und die Kräfte zu  bündeln“, fasst Ute Günter, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied pro Ruhrgebiet, die Meinungen zusammen.

Oder: „In Zukunft“, so die Vision eines Ruhrgebiets Startups, „wird die  Metropole Ruhr als Region ihr riesiges Potential im Bereich B2B- und Industriekooperationen nutzen und die … Synergien ausschöpfen, die sich  aus der Finanzkraft und dem Marktzugang der etablierten einerseits und  den neuen Ideen und Innovationen regionaler Startups andererseits  ergeben können.“

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