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Wittener Uni-Startup Quickdoctor startet Onlineplattform für Arzttermine (Startup of the Month)

Das Gründerteam von Quickdoctor (Foto: Quickdoctor)

Quickdoctor will die Vermittlung von Arztterminen leichter machen (Startup of the Month)

Als Startup of the Month hat unser Partner ruhr:HUB diesmal Quickdoctor ausgewählt, das mit seiner Onlineplattform die Vermittlung von Arztterminen leichter machen will. Die Idee dazu ist in der Gründerwerkstatt der Uni Witten/Herdecke entstanden.

Im Interview erzählen Euch die Gründer Nina Sofie Krah, Lukas Liß und Max Schüler mehr zu ihrer Idee und dem Geschäftsmodell dahinter, was sie jeden Morgen antreibt, sich ins Startupleben zu stürzen, wer ihre Vorbilder sind und welche Strategie sie fahren, wenn es mal nicht so gut läuft.


Was ist die Geschäftsidee hinter Quickdoctor?

Warst du schon mal krank, musstest zum Arzt, konntest aber keinen schnellen Termin bekommen? Das ist eine Erfahrung, die viele Patienten heute machen. Auf der anderen Seite können Ärzte Termine für geplante Behandlungen, die kurzfristig abgesagt werden, häufig nicht wieder belegen. Hier setzt Quickdoctor an und bietet allen Beteiligten eine schnelle und clevere Lösung.

Unsere Partner sind auf der einen Seite Kliniken und niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, die mit unserer Onlineplattform kurzfristig freigewordene Arzttermine schnell und unkompliziert neu vergeben können. Auf der anderen Seite können Patientinnen und Patienten mit wenig Aufwand – es reichen drei Klicks – einen Arzttermin finden, der ihren persönlichen Wunschkriterien entspricht.

Das ist eine Win-Win-Situation: Für den Patienten wird die Wartezeit auf einen verfügbaren Termin reduziert. Er muss nicht sämtliche Kliniken oder Fachärzte anrufen. Für den Arzt hingegen geht es um viel mehr als um die Vermittlung eines einzigen Termins. Der Arzt kann den Patienten mit einer guten Behandlung von sich überzeugen und langfristig an seine Praxis binden.

Wie verdient Ihr damit Geld und wer sind Eure Kunden?

Quickdoctor ist für Patienten natürlich kostenlos. Ärzte zahlen eine monatliche feste Fee und eine transaktionsbasierte Vermittlungsgebühr.

Die Zielgruppe von Quickdoctor sind Zahnärzte und Facharztgruppen wie Orthopäden, Radiologen, Kardiologen, Dermatologen und Neurologen, zunächst in der Region Bochum, Witten und Dortmund.

Auf der anderen Seite sind Patienten unsere Zielgruppe, die aufgrund von akuten Schmerzen möglichst zeitnah einen Facharzt aufsuchen möchten. Da die Terminbuchung über Quickdoctor auch über Dritte (z.B. Angehörige) möglich ist, gehören nicht nur internetaffine Menschen zu dieser Zielgruppe.

Wie ist die Idee entstanden?

Das oben beschriebene Problem als Patientin bzw. Patient hat sicher jeder schon einmal erlebt, sodass uns diese Situation präsent war.

Nun wollten wir wissen, wie sich das Ganze aus Sicht der Ärzte gestaltet. Wir haben eine Umfrage bei 60 Ärztinnen und Ärzten durchgeführt, die ergab, dass 80 Prozent der Befragten kurzfristig ausgefallene Termine nicht mehr vergeben können. Im Durchschnitt betrifft dies sechs Behandlungsstunden in der Woche, die nicht genutzt werden können und für die infolge kein kostendeckender Umsatz erzielt wird.

Um dieses Problem strategisch zu lösen, haben wir Quickdoctor entwickelt.

„Wir sind nach wie vor begeistert von unserer Geschäftsidee und es macht super viel Spaß, Unternehmertum hautnah zu erleben.“

Aus der anfänglichen Idee („Da müsste sich doch was machen lassen …“) entstand die Onlineplattform und schließlich das Unternehmen Quickdoctor. Dabei war es sehr hilfreich, dass wir uns mit unserem unterschiedlichen fachlichen Hintergrund gut ergänzen. Lukas studiert Informatik, Nina Management und Max Zahnmedizin.

Zusätzlich haben uns Universitätsprofessoren und Experten aus der Wirtschaft und der Start-Up Szene unterstützt.

Wie finanziert Ihr Euch?

Wir finanzieren uns momentan durch Eigenkapital, das Gründerstipendium NRW, das Gründerstipendium des Entrepreneurship Zentrum Witten und durch Preisgelder aus Gründerwettbewerben.

Was treibt Euch an, Euch jeden Morgen aufs Neue ins Startup-Life zu stürzen?

Wir sind nach wie vor begeistert von unserer Geschäftsidee und es macht super viel Spaß, Unternehmertum hautnah zu erleben. Nirgendwo anders ist man so direkt am Erfolg oder Misserfolg einer Unternehmung beteiligt. Wir können immer direkt sehen, wo sich unser Engagement zeigt und für was wir uns einsetzen.

Außerdem betrifft das Problem, das wir mit Quickdoctor lösen möchten, zur Zeit viele Patienten, denen wir mit unserer Plattform helfen können. Auch von ärztlicher Seite und von Seiten der Softwarepartner sind wir mit unserer Idee bisher auf großes Interesse gestoßen. Dies gibt uns zusätzlichen Ansporn, an Quickdoctor weiterzuarbeiten.

Ihr steht als Unternehmer noch am Anfang. Wer sind Eure Vorbilder und warum?

Richard Branson. Er ist ein großer Innovator und Visionär, der Unternehmen in den verschiedensten Branchen aufgebaut hat. Durch karitative Initiativen im Bereich Gesundheit und sein Engagement für den Klimaschutz ist er auch menschlich ein Vorbild.

„Falls es mal nicht läuft, stärken wir uns gegenseitig. Wir geben nicht auf und machen immer weiter.“

Beeindruckend ist, dass Branson so viel Spaß an seinen Vorhaben hat und jede Minute nutzt, um sich weiterzuentwickeln. Dadurch bleibt er gedanklich und körperlich fit. Außerdem ist seine Freude an großen Herausforderungen wie der Atlantiküberquerung in einem Heißluftballon bewundernswert.

Wenn’s mal nicht so rund läuft, was ist Eure Krisen-Strategie/was baut Euch wieder auf?

Falls es mal nicht läuft, stärken wir uns gegenseitig. Wir geben nicht auf und machen immer weiter. Außerdem hilft es uns, dass wir durch unsere unterschiedlichen Fachbereiche verschiedene Ideen zu bestimmten Themen entwickeln und dadurch Dinge beleuchtet werden, an die man selbst vielleicht noch gar nicht gedacht hat.

Und wir haben gute Mentoren und ein wertvolles Netzwerk, an das wir uns wenden können, wenn wir drei wirklich nicht mehr weiter wissen.

Wo steht Ihr gerade und was sind Eure nächsten Meilensteine?

Zur Zeit befinden wir uns in der Pilotierungsphase mit der Uniambulanz und der Zahnklinik der Universität Witten/Herdecke. Hier können Patienten auch schon ihren Arzttermin buchen.

Mit unserem Softwarepartner, der BDV, haben Zahnärzte außerdem die Möglichkeit, Termine über eine Schnittstelle zu ihrer Praxissoftware automatisiert und direkt in den Terminkalender zu übertragen.

Als nächstes möchten wir unseren Bekanntheitsgrad steigern, um mehr Patienten gewinnen. Außerdem möchten wir weitere Softwarepartner mit ins Boot holen und weitere Facharztgruppen erreichen.


ruhr:HUB ist die zentrale Anlaufstelle für die digitale Wirtschaft in der Region. Sein Ziel ist es, Startups und Unternehmen zu unterstützen und aktiv miteinander zu verknüpfen – mit Fokus auf B2B-Themen wie IT-Security, eHealth oder Industrial Technologies.

Geschrieben von
Carmen Radeck

Carmen ist Journalistin, Autorin und leidenschaftliche Aktivistin für die Gründerszene im Pott. Seit 2014 betreibt sie das Startup-Portal RuhrGründer.de und ist Mitgründerin von Events wie RuhrSummit, Fuckup Nights Ruhrgebiet und Female Founders Ruhr.

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Geschrieben von Carmen Radeck