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Startup of the Month: Network Insight analysiert und kombiniert Daten aus Sozialen Netzwerken

Gründerteam Network Insight
Markus Pfaff und Jana Drechsler von Network Insight (Foto: Privat)

Hochschul-Startup Network Insight im Interview

Als „Startup of the Month“ hat unser Partner ruhr:HUB das Team von Network Insight gekürt. 

Das 2018 aus der TU Dortmund ausgegründete Hochschul-Startup beschäftigt sich mit Social Listening und hat eine Technologie entwickelt, mit der Unternehmen Daten aus sozialen Netzwerken auf innovative Art und Weise auswerten und kombinieren können.

Im Interview mit den beiden Gründern Jana Drechsler und Markus Pfaff erfahrt hier, was hinter der Geschäftsidee steckt, wie sie sich in der Startphase finanzieren und was die beiden jeden Morgen antreibt, sich ins Startup Hustle zu stürzen.


Was ist die Geschäftsidee hinter Network Insight?

Unser Kernprodukt ist eine Social Listening Lösung. Zunächst einmal nichts grundsätzlich Neues. 

Aber zum einen ein stark wachsender Markt und zum anderen haben wir eine proprietäre Technologie entwickelt mit einer besonderen, innovativen Art und Weise Daten aus Netzwerken zu analysieren und kombinieren. Mit Netzwerken meinen wir hier soziale Netzwerke der digitalen Welt, also sämtliche Social Media Kanäle wie Twitter zum Beispiel. 

Network Insight ermöglicht es hier Unternehmen, wesentliche Erkenntnisse aus diesen digitalen Netzwerken automatisch zusammenzutragen und so zusammenzuführen, dass damit gezielte strategische Entscheidungen (wie etwa für Marketingkampagnen) getroffen werden können. 

Unternehmen erfahren somit sehr früh und rechtzeitig, was ihre Zielgruppe bewegt, wer Einfluss besitzt und Meinung treibt, sowie welche Themen, Emotionen und Trends vorherrschen und können darauf vor dem Wettbewerb reagieren. 

Wie verdient Ihr damit Geld und wer sind Eure Kunden?

Unser Social Listening Kernprodukt vertreiben wir im SaaS-Modell, stellen es also im Abonnement zur Verfügung. 

Naturgemäß richtet sich unser Produkt ausschließlich an gewerbliche Kunden, also den B2B-Bereich. Da unser Produkt branchenübergreifend einsetzbar ist kommen auch unsere Kunden aus den unterschiedlichsten Bereichen. 

Zu beinahe jedem Thema wird sich ja heutzutage im Netz ausgetauscht, deshalb ist auch unserer Kundenbandbreite sehr groß. Allgemein richtet sich unser Produkt an Vermarkter und Entscheidungsträger in Unternehmen, die über Ihre Zielgruppe mehr erfahren wollen oder einfach auf dem neuesten Stand auch im Vergleich zu Wettbewerbern sein möchten. 

In einem nächsten Schritt kann der Nutzer dann auswählen welche Themen sie oder ihn interessieren und schon geht es los mit unserer Analyse. Wir sind vor Kurzem in die Public Beta mit unserem Produkt gestartet. Während dieser Testphase kann es derzeit schon als kostenlose Testversion oder gegen monatliche Gebühr mit erweitertem Funktionsumfang.

Wie ist die Idee entstanden?

Die Idee ist ursprünglich am Lehrstuhl für Unternehmensführung an der TU Dortmund entstanden und hat sich seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. 

Im Rahmen von einigen Doktorarbeiten haben wir uns zum Teil mit den Auswirkungen von Vernetzungen und Netzwerken in Unternehmen beschäftigt. Dabei entstand die Methodik, Netzwerkbeziehungen zu erfassen und zu analysieren.  

Hier dachten wir dann es wäre doch super, das ganze auch praktisch umzusetzen und nicht immer nur in der grauen Theorie. Ab diesem Moment an haben wir uns mit der Entwicklung eines Prototypen beschäftig und haben uns für das EXIST-Gründerstipendium beworben.  

Wie finanziert Ihr Euch?

Während es ersten Jahres wurden wir durch das sogenannte EXIST-Gründerstipendium vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Hier bekommen die Gründer für ein Jahr ein monatliches Stipendium (also quasi unser Gehalt) ausgezahlt. 

Hinzu kommen noch Gelder für Sachmaterial wie unsere Computer, Büromaterial und Schulungen. Aktuell Boostrappen wir, finanzieren uns also durch Erlöse unserer Produkte.. 

Was treibt Euch an, Euch jeden Morgen aufs Neue ins Startup-Hustle zu stürzen?

Im Gegensatz zu den starren Bürokratien, die wir durch unsere vorherigen Jobs wie beispielsweise an der Uni, aber auch in anderen Unternehmen kennengelernt haben, ist der Antrieb hier, dass wir etwas Eigenes aufbauen können. 

Die Verantwortung jedes Einzelnen ist sehr hoch, jeder kann was bewegen und alles entwickelt sich super schnell. Das macht es besonders spannend und erfüllend!

Ihr steht als Unternehmer noch am Anfang. Wer sind Eure Vorbilder und warum?

Ganz konkrete Vorbilder haben wir eigentlich nicht. Man kann von allem und jedem etwas lernen und versuchen, sich bestimmte Dinge anzueignen oder alte Sichtweisen und Gewohnheiten hinterfragen. 

Wenn’s mal nicht so rund läuft, was baut Euch wieder auf?

Das ist einfach: wir kickern oder spielen Dart, das natürlich standesgemäß zu unserer Büroausstattung gehört. 

Individuell hat auch jedes Teammitglied seine eigene Strategie. So wirken ein paar gelaufene Kilometer am Abend oder eine Stunde im Fitnessstudio manchmal Wunder.

Wo steht Ihr gerade und was sind Eure nächsten Meilensteine?

Vor kurzem haben wir unser Social Listening Kernprodukt „Audience Insights“ in einer ersten Beta-Version auf den Markt gebracht. 

Hierbei analysieren wir automatisiert Social Media Kanäle und finden heraus welche Themen und Trends gerade im Netz heiß diskutiert werden und mit welchen Gefühlen die jeweiligen Poster über diese Themen reden. 

Wir helfen damit unseren Kunden wie etwa Marketingverantwortlichen in mittelständischen Unternehmen ihre Zielgruppe besser zu verstehen und strategische Entscheidungen auf Basis der ermittelten Trends zu treffen. 

Zusammen mit unseren Kunden möchten wir das Produkt Schritt für Schritt weiterentwickeln und aus der Beta-Phase führen. 

Wieso habt Ihr den Titel „Start-up of the Month“ verdient?

Wir haben ein super Team aus erfahrenen Gründern und Gesellschaftern. Wir haben einen ersten großen Schritt geschafft und Network Insight aus dem Uni-Umfeld geführt und erzielen bereits erste Umsätze mit unseren Produkten. 

Ob das zum „Startup of the Month“ reicht, wissen wir nicht. Es gibt sehr viele spannende und innovative Gründungen, die das sicher ebenso verdient hätten. Aber wir freuen uns natürlich sehr über die Auszeichnung und nehmen es als Ansporn, weiter Gas zu geben!


ruhr:HUB ist die zentrale Anlaufstelle für die digitale Wirtschaft in der Region. Sein Ziel ist es, Startups und Unternehmen zu unterstützen und aktiv miteinander zu verknüpfen – mit Fokus auf B2B-Themen wie IT-Security, eHealth oder Industrial Technologies.

Geschrieben von
Carmen Radeck

Carmen ist Journalistin, Autorin und leidenschaftliche Aktivistin für die Gründerszene im Pott. Seit 2014 betreibt sie das Startup-Portal RuhrGründer.de und ist Mitgründerin von Events wie RuhrSummit, Fuckup Nights Ruhrgebiet und Female Founders Ruhr.

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