Social Entrepreneurship Szene

Social Impact Lab Duisburg: Hotspot für Social Entrepreneurship in der Region

Dirk Sander vom Social Impact Lab Duisburg

Dirk Sander, Standortleiter des Social Impact Lab Duisburg, leistet gerade Aufbauarbeit in jeder Hinsicht. (Foto: Social Impact Lab Duisburg)

Social Impact Lab Duisburg – Noch bis zum 25.2. für das Andersgründer-Stipendium bewerben!

Mit dem Social Impact Lab Duisburg (SIL) soll ein brandneuer Hotspot für Social Entrepreneurship in der Region entstehen. Neben weiteren Standorten in Berlin, Potsdam, Leipzig, Hamburg, Frankfurt ist es das einzige Lab für Social Entrepreneurship in NRW.

Noch bis zum 25. Februar können sich Social Startups für das AndersGründer-Stipendium bewerben.

Im Interview mit Ruhrgründer erklärt Standortleiter Dirk Sander das Konzept hinter dem Social Impact Lab und wie und wo Ihr Euch für das Inkubator-Programm des Labs AndersGründer bewerben könnt.

Hallo Dirk, Ende vergangenen Jahres wurde das Social Impact Lab in Duisburg gestartet. Was genau verbirgt sich dahinter?

Das Social Impact Lab ist ein Brutkasten für soziale Innovationen, die von angehenden sozialen Unternehmern und Unternehmerinnen und dem Expertennetzwerk der Social Impact gGmbH kollaborativ entwickelt werden.

Der Social Impact umschreibt die direkte messbare Wirkungskausalität zwischen problematischer Ausgangslage, Intervention des Sozialunternehmens und der Steigerung des Human-, Sozial- und/oder Naturkapitals einer Gesellschaft, während klassische Unternehmen vordergründig das Finanzkapital, also Profit, generieren.

Das Social Impact Lab unterscheidet sich in vielfacher Hinsicht von klassischen Gründungszentren. Es handelt sich nicht nur um einen „Wirkungsraum“, in welchem Gründer und Gründerinnen, in den unterschiedlichen Phasen ihrer Unternehmensentwicklung in vielfacher Weise unterstützt werden, sondern es ist auch ein „Begegnungsraum“, wo Startups, erfahrene Unternehmer, Vertreter von Stiftungen und Entscheidungsträger aus öffentlichen und privaten Organisationen zusammentreffen und sich austauschen können.

Dieses ganzheitliche Konzept bietet viele wirtschaftlich verwertbare Ansätze der Kooperation, die zur Nachhaltigkeit des Standortes beitragen sollen.

Ihr kümmert Euch ausschließlich um Social Startups. Was fällt alles darunter, kann man das definieren?

Viele glauben, ein Startup sei ein Unternehmen, das gerade gegründet wurde. Das ist so nicht ganz zutreffend. Startups sind durch drei Kriterien charakterisiert:

  • Ihr Alter (sie sind jünger als 10 Jahre),
  • die innovative Geschäftsidee und
  • das Geschäftsziel, schnell zu wachsen.

Damit unterscheiden sie sich von klassischen Gründungen und Unternehmen im Handwerk, Industrie oder auch von Freiberuflern.

Social Startups dagegen betreten einzig und allein den Markt, um ein gesellschaftliches Problem zu lösen. Sie verfolgen gemeinwohlorientierte Aufgaben wie dem Erhalt von Umwelt und Natur, der Durchsetzung von Demokratie, der Teilhabe an Bildung und Gesundheit.

Im Gegensatz zu anderen gemeinnützigen Organisationen nutzen sie jedoch unternehmerische Strategien zur Umsetzung eines tragfähigen Geschäftsmodells. Das unterscheidet sie von klassischen Nichtregierungsorganisationen und gemeinnützigen Vereinen.

Im Social Impact Lab Duisburg bietet Ihr für ausgewählte Social Startups auch das Inkubator-Programm „AndersGründer“ an. Was beinhaltet dieses Programm?

AndersGründer ist ein von der KfW-Stiftung gefördertes achtmonatiges Stipendienprogramm zur Schaffung einer Ökologie für sozialinnovative Gründungen.

Das Stipendienprogramm beinhaltet:

  • Individuelles Coaching
  • Gruppen-Coaching
  • Professionelle Fachberatung zu spezifischen Gründungsthemen
  • Nutzung von Co-Working Space
  • Unterstützung durch ein interdisziplinäres Team von Mentoren
Wer und wie kann man sich für „AndersGründer“ bewerben?

Jeder, der mit einer innovativen Idee ein eigenes Unternehmen zur Lösung eines sozialen und/oder ökologischen Problems gründen möchte, ist willkommen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich um eine Idee in der Frühphase handelt oder das Team bereits gegründet hat. Entscheidend ist, wie gesagt der Innovationscharakter und die mögliche Skalierbarkeit der Idee.

Interessenten für das AndersGründer-Stipendium können sich noch bis zum 25.2. über unsere Homepage oder unter www.andersgruender.eu direkt online für das mehrstufiges Bewerbungsverfahren qualifizieren.

Qualifizierte Bewerber und Bewerberinnen laden wir dann zur Gründerwerkstatt ein, wo wir Feedback geben und eine weitere Auswahl treffen. Die ausgewählten Bewerber stellen ihre Idee für das zu lösende soziale Problem in nur 5 Min. bei einem öffentlichen Pitch vor. Auch Team, Konzept- und Finanzierungsideen sollten soweit schon vorhanden in die Präsentation Eingang finden.

„AndersGründer“ beinhaltet ja schon, dass man Social Startups anders gründet als andere Startups. Wo liegen die Besonderheiten bei der Gründung eines Social Startups?

In der Förderung! Eine spezielle Förderung für die Gründung von Social-Startups gibt es in Duisburg noch gar nicht. AndersGründer wird das erste Angebot dieser Art in NRW sein. Ein solcher Ort soll dazu beitragen, dass sich in der Region eine steigende Anzahl an Initiativen damit beschäftigen, wie man gesellschaftliche Probleme unternehmerisch angehen kann.

Das Angebot für gewerbliche – gewinnorientierte – Gründer und Gründerinnen ist vielfältig (Gründercoaching, Sonderkredite etc.). Gründer, die soziale oder gemeinnützige Ziele anstreben, können die klassischen Instrumente der Gründungsförderung nicht in Anspruch nehmen.

Wer gehört zu Eurem Team in Duisburg?

Clemens Binder, Community Manager & Host, der für einen reibungslosen Ablauf im Lab sorgt und ich als Standortleiter verantworte die Qualifizierung unserer Gründerteams sowie die Kommunikation mit unseren Stakeholdern.

Social Impact Labs gibt es auch noch in anderen Städten. Seid Ihr untereinander vernetzt, gibt es da einen Austausch?

Ja, das ist unsere Stärke, unser Alleinstellungsmerkmal. Bis zu 50 Mitarbeitende arbeiten seit 2011 an sechs Standorten (Berlin, Potsdam, Leipzig, Hamburg, Frankfurt, Duisburg) für das gemeinsame Ziel. Seitdem haben wir mehr als 200 Teams in unseren Labs aufgenommen, davon über 140 bis zur Gründung begleitet, die etliche Preise für ihre innovativen Lösungen einheimsten.

Die gemeinnützige Social Impact GmbH in Berlin ist für Kommunikationsarbeit, Verwaltung, Personalentwicklung zuständig und unterstützt die Qualifizierungsangebote an den Standorten.

Regelmäßige Treffen der Standortleiter und Community-Manager sind unverzichtbare Bestandteile eines lebendigen Austausches und Wissensmanagement. In Berlin und Frankfurt sitzen zudem unsere Finanzexperten, die über ein Investment-Readiness-Trainingsprogramm Zugang zur eigenen Crowdfunding-Plattform sowie den vielen belastbaren Netzwerken von Business Angels, Venture Capitalist und Banken ermöglichen.

Wie soll die inhaltliche Mitwirkung der Stiftungen und von Haniel konkret aussehen, welche Kompetenzen können sie bei den beiden Einzelprojekten einbringen?
SIL_Raum

Viel Platz für Social Startups (Foto: Social Impact Lab Duisburg)

Das Programm Andersgründer steht im Einklang mit den Stiftungszielen der KfW- und der Beisheim-Stiftung. Haniel möchte als regional verantwortliches Unternehmen zudem einen Beitrag zur Stärkung der wirtschaftlichen Leistungskraft, Attraktivität und Vitalisierung der Sozialräume in Duisburg leisten.

Die Beisheim Stiftung engagiert sich mit Juroren, Expertenwissen und Netzwerkarbeit operativ in unserem Inkubator.

Schon in der Aufbauphase des SIL in Duisburg zeigt sich das große Interesse vieler Mitarbeiter von Haniel an der Entwicklung und der Sicherung des Leistungsangebotes aktiv mitzuwirken. Haniel hat innerhalb des Fördererkonsortiums die Rolle der Labbetreiberin übernommen, stellt die Infrastruktur und unterstützt mit seinem Netzwerk in der Region die Öffentlichkeitsarbeit.

Die KfW- Stiftung arbeitet nun schon seit mehr als 2 Jahren mit der Social Impact gGmbH zusammen. Die Zusammenarbeit reduziert sich nicht auf die finanzielle Förderung, sondern die Geschäftsführung, andere Mitarbeiter der Stiftung, wie auch Mitarbeiter der KfW selbst sind vielfach in die Leistungsprozesse involviert – als Themenexperten, als Juroren bei Auswahl- und Entscheidungsprozessen oder auch als Mentoren.

Es wurden aber auch gemeinsam neue Herausforderungen definiert und neue Leistungsangebote entwickelt. So ist beispielsweise das Projekt „Ankommer – Perspektive Deutschland“ entstanden und deutschlandweit an allen Labs etabliert worden.

Im konkreten Fall des Social Impact Lab Duisburg begann die persönliche Einbringung der Förderpartnerpartner bereits bei der Projektentwicklung und der Vorbereitung des Launchs. In den vergangenen Monaten haben hier Teams aller beteiligten Partner intensiv zusammengearbeitet, um ein sinnvolles Projekt auf die Beine zu stellen und den Start optimal vorzubereiten.

Darüber hinaus, werden wir in kontinuierlichem Dialog sein, im Hinblick auf Wirkung und Erfolge und die Entwicklung der nachhaltigen Tragfähigkeit des Zentrums.

Ihr habt gerade erst losgelegt. Was wünschst Du Dir für die zukünftige Entwicklung des Labs in Duisburg und der Region?

Unser neues Lab soll der Hotspot für Social Entrepreneurship in der Region werden. Dazu bauen wir zurzeit strategische Partnerschaften mit den Universitäten, den Unternehmen, Wirtschaftsförderungen, IHKs und anderen Inkubatoren auf.

So haben wir bereits Kooperationen mit dem InnovationHub der Universität Duisburg-Essen, der GLS Bank und der garage, einem erfahrenen Gründungsinkubator im Ruhrgebiet. Gemeinsam wollen wir Veränderungen bewirken und all jene unterstützen, die unsere Gesellschaft positiv gestalten wollen.


Jetzt für das AndersGründer-Stipendium bewerben

Die Bewerbungsfrist für das AndersGründer-Stipendium endet am 25. Februar. Wem das zu kurzfristig ist, kann sich beim Duisburger SIL-Team melden unter der Rufnummer 0203 395 102 40

Mehr Infos zum Social Impact Lab Duisburg gibt’s auf der offiziellen Homepage.

 

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