Gründer und Startups

scoop.nrw bringt lokale Sportvereine mit Sponsoren zusammen

scoop.nrwscoop.nrw – Sponsoring-Plattform für lokale Sportvereine

Von Carmen Radeck

Dortmund. Mit seiner Sponsoring-Plattform scoop.nrw will Dennis Arntjen lokale Sportvereine mit Sponsoren zusammenbringen und das Sponsoring für Unternehmen wieder attraktiver machen. Um seine Idee zu umzusetzen, hat er gerade seinen festen Job aufgegeben und stürzt sich jetzt voll in sein eigenes Projekt. Im Interview erzählt Dennis, wie die Idee zu scoop.nrw entstanden ist, welche Schritte notwendig waren, welche Learnings er bisher gemacht hat und was ihn dazu antreibt, sein eigenes Ding durchzuziehen.

Hallo Dennis, Du bist gerade ganz frisch bei der Gründung Deines Startups Scoop Sponsoring. Herzstück wird die Sponsoring-Plattform scoop.nrw. Erklär doch mal die Idee hinter Deinem Projekt.
Dennis Arntjen scoop.nrw

Dennis Arntjen

Es geht um Sportsponsoring. Konkret darum, Sponsoring von lokalen Sportvereinen für Unternehmen attraktiver zu machen.

Unternehmen verfolgen üblicherweise Ziele, wenn sie als Sponsoren auftreten. Diese Ziele werden heute aber nur selten erreicht oder sind von Anfang an sehr niedrig gesteckt. Diese Tatsache führt dazu, dass Sportvereine immer weniger Geld von Sponsoren erhalten. Denn diese sehen oft keinen konkreten Nutzen und möchten deshalb nicht viel Geld ausgeben.

Mit scoop.nrw und unseren Beratungsleistungen setzen wir genau an diesem Punkt an. Unternehmen können die Tatsache, dass sie einen lokalen Verein unterstützten wesentlich effektiver kommunizieren. Sportvereine präsentieren sich und ein ganz konkretes Projekt auf scoop.nrw und erhalten somit die notwendige finanzielle Unterstützung.

Wie genau funktioniert die Plattform?

Die Plattform ist eine Art Crowdfunding Seite. Es wird nur kein Geld verteilt, sondern SCOOPs. Einen Scoop kannst Du Dir vorstellen wie eine Stimme. Diese setzt der Kunde, Partner oder Mitarbeiter eines Unternehmens dafür ein, für ein Projekt abzustimmen. Dabei kann jeder Teilnehmer soviele SCOOPs einlösen, wie das Unternehmen ihm zur Verfügung stellt.

Beispielsweise könnte also ein Unternehmen Kunden, die viel Umsatz machen, mehr SCOOPs zur Verfügung stellen als einem Kunden der wenig Umsatz macht.

Screenshot scoop.nrw

Screenshot scoop.nrw

Sportvereine erhalten am Ende eines Aktionszeitraums den Gegenwert der SCOOPs in Euro für die Finanzierung ihrer Projekte. Dieses Geld muss nicht zwingend von nur einem Unternehmen kommen, sondern es können sich an der erfolgreichen Unterstützung eines Projektes viele Unternehmen beteiligen. Einfach indem die Kunden der Unternehmen SCOOPs verteilen.

Unternehmen kommunizieren die Tatsache, dass sie als Sponsor auftreten bereits im Vorfeld eines Engagements. Dabei helfen die beteiligten Sportvereine sogar noch. Denn ein Verein, der unterstützt werden möchte, wird die eigenen Mitglieder dazu animieren mit einem am Projekt beteiligten Unternehmen zusammen zu arbeiten oder dort einzukaufen.

Am Ende eines Aktionszeitraumes übernehme ich dann noch die Kommunikation des erfolgreichen Projektverlaufs und berichte darüber, welche Unterstützer ein Projekt gewonnen hat.

Wie ist die Idee zu der Plattform entstanden?

Die Idee, die ich aktuell umsetze ist nicht spontan entstanden, sondern das Ergebnis eines Entwicklungsprozesses. Ursprünglich ging es darum, gemeinnützige Organisationen durch Spenden zu unterstützen. Herzstück war auch hier schon eine Art Crowdfunding-Plattform.

Das Konzept war damals nur wesentlich weniger lokal ausgerichtet. Die Plattform sollte einfach nur dafür da sein, kleinen und mittleren Unternehmen die Möglichkeit zu bieten, das eigene soziale Engagement für Werbezwecke einzusetzen, ohne den Anspruch auf eine Spendenquittug zu verlieren und ohne viel Zeit zu investieren.

Heute geht es um viel mehr. Ich entwickele gemeinsam mit Unternehmen und Vereinen innovative Sponsoringkonzepte. Scoop.nrw als Plattform ist dabei nur die vorgelagerte Dienstleistung, um den ersten Schritt zu tun und Erkenntnisse über die Präferenzen der eigenen Kunden zu gewinnen.

Die begleitenden Maßnahmen und nachgelagerten Dienstleistungen sind mittlerweile viel stärker in den Fokus gerückt. Es geht darum, Sponsoring für Unternehmen wieder ineteressant und lohnenswert zu gestalten. So bekommen Sportvereine die Chance mehr Geld einzusammeln und mehr Projekte und Ideen für die Mitglieder umzusetzen.

Die Plattform ist seit kurzem online. Was waren die Schritte von der ersten Idee bis zur Umsetzung?

Die ersten Schritte hatten ganz viel damit zu tun, die eigene Idee immer wieder zu hinterfragen. Dafür habe ich mit super vielen Menschen Gespräche geführt. Mein Ziel war es damals, herauszufinden, wo die Schwachpunkte sind und was andere anders machen würden.

Dazu habe ich nach jedem Gespräch mein Geschäftsmodell genommen und mit Hilfe eines Business Modell Canvas die weiter entwickelte Idee skizziert. Das war ein sehr dynamischer Prozess, der heute noch immer stattfindet.

Nachdem mir klar geworden ist, wie mein Geschäftsmodell aussehen soll, habe ich mich an die nächsten Schritte gemacht: Die Technik musste entwickelt werden. Das hat ein externer Dienstleister erledigt. Außerdem musste ich mir Gedanken über die Gesellschaftsform machen, gucken ob und welche Finanzierung ich brauche usw.

Eine Unternehmensgründung besteht aus Tausend kleinen Schritten, die mal mehr und mal weniger wichtig sind. Prioritäten setzen zu können ist extrem wichtig.

Was waren und sind die größten Herausforderungen für so ein Projekt?

Es gab immer wieder Herausforderungen. Bis auf die schon beschriebene technische Herausforderung habe ich aber keine als besonders groß empfunden. Es ist wichtig, gut strukturiert vorzugehen und sich ganz viele Meinungen von allen möglichen Seiten zu holen. Dann kann man eigentlich jede Herausforderung meistern.

Wie finanzierst Du Dein Startup? Brauchst Du zur Umsetzung viel Startkapital oder bekommst Du das lean hin?

Ganz lean geht das nicht. Ich habe doch die eine oder andere Investition, die sich nicht vermeiden lässt. Wieder ist das Stichwort „Programmieren“, aber es gibt auch noch andere Aufgaben, bei denen ich mich dazu entschlossen habe, sie nicht selber zu erledigen.

Ich werde also einen kleinen Betrag finanzieren, um einen Teil der anfänglichen Investitionen zu decken und die anfängliche Durststrecke mit ausreichend Liquidität zu meistern.

Du hast bis vor kurzem noch als Angestellter in einem festen Job gearbeitet, hast inzwischen gekündigt und Dich voll in dein Unternehmen gestürzt. Erzähl mal ein bisschen was zu Deinem persönlichen Background und was Dich dazu antreibt, Dein eigenes Ding als Unternehmer zu machen?

Beruflich bin ich in Konzernen groß geworden. Ich habe eine klassische Karriere im Vertrieb hingelegt. Vom Junior Vertriebsmitarbeiter bis zum Senior Key Account Manager. In den Vertrieb bin ich mal gegangen, weil es hieß, dass man da gut verdient und frei arbeitet. Die Sache mit dem Geld hat sich bewahrheitet. Freies arbeiten sieht für mich aber anders aus.

Selbständig sein wollte ich schon immer. In meiner Familie gibt es viele Menschen, die diesen Schritt gewagt haben und die damit mal zufrieden und mal nicht so zufrieden sind. Alle eint aber eins: die absolute Freiheit, eigene Entscheidungen zu fällen und umzusetzen. Das fasziniert mich!

Meine Entscheidung zur Selbständigkeit habe ich aber trotzdem nicht alleine gefällt. Da hat meine Frau ein gewichtiges Wort mitzusprechen gehabt. Ohne ihre Zustimmung hätte ich den Schritt nicht getan. Schließlich muss sie ja jetzt auch noch viel öfter mit meiner Abwesenheit leben und meine Launen ertragen, wenn ich mal nicht mit mir zufrieden bin ;-).

Die Tatsache, dass ich jetzt völlig frei agiere und mit allen meinen Entscheidungen leben muss, ist der wesentliche Antriebsfaktor. Ich bin am Ende nur mir selber Rechenschaft schuldig und das genieße ich sehr.

Momentan bist Du ein Ein-Mann-Unternehmen. Nutzt Du Netzwerke, Coaches oder Mentoren, die Dir in der Startphase helfen?

Ja. Ich nutze Netzwerke und werde von einer für mich ganz wichtigen Person gecoacht. Die Art der Netzwerke die ich nutze, ist jeweils total unterschiedlich. Das reicht von der Arbeit mit Verbänden, wie zum Beispiel den Networkern NRW oder dem BVMW bis hin zu so feinen Veranstaltungen wie dem von Dir mitorganisierten Business & more Stammtisch in Dortmund.

Dabei habe ich es mir zum Grundatz gemacht, immer ganz offen zu agieren. Zum Beispiel habe ich vom ersten Tag an überall von meiner Idee berichtet. Viele haben mich da für etwas leichtsinnig gehalten, weil meine Idee ja noch gar nicht ausgereift gewesen ist und sie mir außerdem jemand hätte klauen können.

Das war mir aber egal. Ich habe dadurch soviele super Gespräche geführt und richtig gute Ideen entwickelt. Das war das „Risiko“ wert…

Was das Thema Coaching angeht, habe ich das große Glück, dass mir Eva Ihnenfeld zur Seite steht. Eva und ich kennen uns seit einer kleinen Ewigkeit und sie hat sich sofort angeboten, mich bei meiner Gründung zu begleiten. Das tut sie seit dem auch wirklich und ich verdanke ihr ganz ganz viele positive Impulse.

Du selbst lebst in der Nähe von Wuppertal, gründest aber ganz bewusst hier in Dortmund. Ist der Ruhrpott für Dich ein guter Ort, ein Startup zu gründen?

Für mich persönlich hat sich nie die Frage gestellt, ob ich woanders als im Ruhrgebiet gründen soll. Ich bin vor vielen Jahren von Hannover ins Ruhrgebiet gekommen und habe mich sofort wohl gefühlt. In den letzten zwölf Jahren habe ich fast durchgängig im Ruhrgebiet gearbeitet.

Da lag es einfach auf der Hand, hier zu gründen. Natürlich spielt aber auch die Tatsache ein Rolle, dass der Ballungsraum Ruhrgebiet super viele Chancen bieten, Geschäfte zu machen.

Was sind die wichtigsten Learnings, die Du in Deiner zugegeben noch ganz frischen Laufbahn als Gründer gemacht hast?

Für mich ist die Erkenntnis, dass man einfach anfangen muss sich selbständig zu machen besonders wichtig gewesen. Ich habe irgendwie immer gedacht, dass das alles irre schwer sein muss und dass der Weg bis zu dem Punkt, an dem ich gerade stehe, wesentlich schwerer ist. Der schwierigste Schritt war eigentlich der erste. Nämlich der Entschluss, es einfach zu tun.

Was steht aktuell vor allem auf Deiner To Do Liste?

Der Launch der Webseite nimmt im Moment ca. die hälfte jeden Arbeitstages ein. Die andere Hälfte füllt aktuell die Entwicklung eines Sponsoringkonzeptes für meinen ersten Kunden. Das wird ein richtiger Hammer in der Fußballstadt Dortmund!

Abends bin ich dann oft noch auf Veranstaltungen unterwegs und tausche mich aus…

Dennis, vielen Dank für das Interview! Ich wünsche Dir einen richtig guten Start mit scoop.nrw!

Ich danke Dir. Hat Spaß gemacht…


Kontakt zu Dennis und scoop.nrw:

Web: scoop.nrw

E-Mail: da @ scoop.nrw

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