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Tatjana Rusch und ihr Vater Simon (Foto: Russischlernen-online.de)

Russisch lernen ist zu schwierig? Ein Gründer-Duo aus Gelsenkirchen will das ändern

Der Wunsch, ihre Muttersprache Russisch auf möglichst einfache und alltagsnahe Art und Weise zu vermitteln, schwirrte der Gelsenkirchnerin Tatjana Rusch schon eine ganze Weile durch den Kopf.

Im vergangenen Jahr hat sie Nägel mit Köpfen gemacht und mit zusammen mit ihrem Vater Simon Russischlernen-online.de gegründet.

Im Interview erzählt Tatjana,

  • was ihren Kurs einzigartig macht
  • warum Russisch gar nicht so schwierig ist, wie viele denken
  • warum sie und ihr Vater (und Co-Founder) sich so gut ergänzen
  • was ihre größte Herausforderung war
  • warum sie kleine Erfolge so gern feiert.

Russisch lernen – online und auf die einfache Art

Hallo Tatjana, was ist die Idee hinter Deinem Business und was macht es einzigartig?

Hi Carmen! Freut mich, dass Du mehr von uns erfahren möchtest!

Unser Blog Russischlernen-online.de dient dazu, die russische Sprache auf die einfache Art zu vermitteln. Alltagsnahe Themen und kleinteilige Russischlektionen werden systematisch von Audiosequenzen begleitet. 

Kein mir bekannter Online Russischkurs bietet die Möglichkeit sich jedes neue Wort anhören zu können. Und das mit sehr abwechslungsreichen und interessanten Themen. Zum Beispiel darüber, wie die Russen gerne ihre Feiern gestalten, was an Weihnachten anders ist als wir es kennen und viele weitere interessante Einblicke in die russische Kultur.

Das alles macht unser Business einzigartig.

Mein großer Wunsch ist, dass meine Muttersprache Russisch wieder bei vielen zur beliebten Fremdsprache wird.

Wie kamst Du auf die Idee und was hat dich dazu gebracht zu gründen?

Die Idee den Blog zum Russischlernen zu starten kam nicht von heute auf morgen. Eigentlich ist diese Idee über Jahre entstanden.

Ich habe schon vor langer Zeit festgestellt, dass meine Muttersprache Russisch bei all denen, die ich treffe, großes Interesse weckt. Die meisten erzählen mir, dass sie diese Sprache gerne mal lernen würden. 

Ich frage oft, warum sie das denn nicht einfach tun. Immer wieder kommt fast die gleiche Antwort: „Russisch? Die Sprache ist doch unmöglich zu lernen! Das kann man nur, wenn man dort aufgewachsen ist.“

“Mein großer Wunsch ist, dass meine Muttersprache Russisch wieder bei vielen zur beliebten Fremdsprache wird.”

Tatjana Rusch, Russischlernen-online.de

Ich bin mir sicher – auch Russisch ist lernbar. Die Schwierigkeit dabei ist besonders das Lesen der kyrillischen Schrift und die Unsicherheit bei der Aussprache. 

Ich habe gemerkt, dass viele Russisch-Anbieter gerade über diese Schwierigkeiten hinwegsehen und so tun, als beherrschten die Kursteilnehmer schon nach ganz kurzer Zeit die Schrift. Dem ist aber meistens nicht so. 

Was dann folgt, ist eine Überforderung mit Grammatik, ohne dass man sich überhaupt schon beim Lesen sicher fühlt. Viel zu schnell und viel zu viel. 

Die meisten geben dann einfach auf und stempeln Russisch als zu schwierig ab. Das finde ich viel zu schade.

Was mich dazu getrieben hat zu gründen? Oder eher „Wer?“ 

Ich hatte die Idee Russisch auf meine Art und Weise in einem Russischlernblog zu vermitteln. Die Menschen sollten Russisch neu entdecken und die Lust daran finden diese Sprache zu erlernen. Doch die technische Umsetzung war mir ein großes Hindernis. 

Bis ich meinem Co-Founder Simon von der Geschäftsidee erzählte. Er war total begeistert davon! Und da er die technische Umsetzung im Schlaf beherrscht, fasste ich den Mut und wir gründeten unser Unternehmen.

Erzähl etwas über Deinen Background und wer sonst noch Teil Eures Teams ist. Wie habt Ihr Euch gefunden?

Simon und ich sind nicht nur Co-Founder. Das große Geheimnis hinter unserer einvernehmlichen und erfolgreichen Arbeit besteht aus zwei Faktoren.

Der eine ist, dass wir nicht nur Co-Gründer sind, sondern auch verwandt. 

Simon ist nämlich mein Vater und wir respektieren und unterstützen uns gegenseitig in unserem Business. Und kennen uns naturgemäß schon ewig.

Der zweite Faktor ist die Aufteilung unserer Aufgaben. Während ich mich um die Vermittlung der russischen Sprache, den Content und das Marketing kümmere, ist Simon für das technische Know-How und die Projektentwicklung zuständig. So deckt jeder von uns die Bereiche ab, die er am besten kann.

Die Sprachvermittlung und die Marketingkenntnisse bringe ich aus meinem Studiumabschluss in International Business Communication mit. 

Simon hat jahrelange Berufserfahrung in Softwareentwicklung und er macht das großartig.

Was war bisher die größte Herausforderung für Dich als Unternehmer und wie hast Du sie gemeistert?

Es war ganz am Anfang eine Herausforderung für uns als Team zusammenzuarbeiten. Denn es galt diese Idee, die nur in der Vorstellung existierte, technisch umzusetzen und ins Leben zu rufen. Das erforderte viel Vorstellungskraft und kontinuierliche Anpassung, bis das Endergebnis gefunden wurde. 

Mittlerweile ist uns die Umsetzung gut gelungen und wir meistern jede neue Aufgabe prima.

Mein größter Erfolg? Ich bin eigentlich ein Mensch, der sich immer wieder für Teilerfolge feiert.

Tatjana Rusch, Russischlernen-online.de

Und was war Dein größter Erfolg?

Schwer zu sagen, was das genau war. Ich bin eigentlich ein Mensch, der sich immer wieder für Teilerfolge feiert. Wenn ich einen Blogbeitrag geschrieben habe zu einem Thema, das mir schon lange im Kopf herumschwirrte, ist es ein Erfolg die Idee mit den Lesern zu teilen.

Der größte Erfolg in unserem Business ist aber vor allem der Zuwachs an Abonnenten in den letzten Monaten. Das zeigt, dass unsere Arbeit gut ankommt und dass die Leser großes Interesse am Russischlernen haben.

Was steht als nächstes bei Euch an?

Wir wollen mit dem Blog am liebsten noch mehr Leser erreichen und vom Russischlernen begeistern. Zudem haben wir einen Onlinekurs Russisch für Anfänger erarbeitet, den wir bis jetzt nur unseren Abonnenten anbieten. 

Als nächstes planen wir den Erwerb unseres Onlinekurses jedem Leser des Blogs zu ermöglichen. Denn wir haben festgestellt, dass er zu unserer Freude sehr gut angenommen wird.

Ist das Ruhrgebiet ein guter Ort zum Gründen? Warum?

Auf jeden Fall! Das Ruhrgebiet ist sehr dicht besiedelt und sehr vielseitig und kulturreich. Hier werden das Miteinander und die Diversität großgeschrieben und gelebt. Die verschiedenen Kulturen und die Sprachenvielfalt treffen hier täglich aufeinander. 

Das ist das Besondere am Ruhrgebiet. (Naja neben all den anderen liebenswerten Dingen.) 

Und gerade aus dieser Vielfalt vor der Haustür kam auch die Idee Russisch als Fremdsprache beliebter und zugänglicher zu machen. 


Zahlen, Daten, Fakten

  • Branche: Sprachenlernen, E-Learning
  • Kunden: Jeder, der Interesse an Fremdsprachen und fremden Kulturen hat
  • Finanzierung: komplett aus Eigenmitteln finanziert
  • Gründung: Im Januar 2020
  • Mitarbeiter*innen: Wir arbeiten zu zweit, weitere Mitarbeiter*innen sind vorerst nicht geplant
Geschrieben von
Carmen Radeck

Hi, ich bin Carmen, Gründerin von RuhrGründer.

Seit mehr als zehn Jahren bin ich als Journalistin im Ruhrgebiet unterwegs und unterstütze Entrepreneur*innen bei Storytelling, Content Marketing und PR.

Als leidenschaftliche Aktivistin für die Gründerszene Ruhr rief ich Events wie RuhrSummit, Fuckup Nights Ruhrgebiet oder Female Founders Ruhr mit ins Leben. Mein aktuelles Projekt ist der Podcast „The Story behind“.

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Geschrieben von Carmen Radeck

Wer schreibt hier?

Carmen Radeck

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Seit mehr als zehn Jahren bin ich als Journalistin im Ruhrgebiet unterwegs und unterstütze Entrepreneur*innen bei Storytelling, Content Marketing und PR.

Als leidenschaftliche Aktivistin für die Gründerszene Ruhr rief ich Events wie RuhrSummit, Fuckup Nights Ruhrgebiet oder Female Founders Ruhr mit ins Leben. Mein aktuelles Projekt ist der Podcast „The Story behind“.

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