Szene

Initiative ruhrvalley bringt Unternehmertum und Wissenschaft zusammen

(Foto: AngelaHB via pixabay)

ruhrvalley: Synergie aus Unternehmertum und Wissenschaft

Von Jessica Leinen

Der Strukturwandel im Ruhrgebiet ist Geschichte. Es passiert etwas.

Das ruhrvalley entsteht.

Was ist das? Es ist eine Region, die die Kompetenzträger von morgen ausbildet. Nirgends sonst in Europa ist eine höhere Hochschuldichte vorzufinden als im Ruhrgebiet. Es ist eine Region, die das Know-how, die Menschen und all ihre Ideen vor Ort hat.

Es ist eine Region, die näher aneinanderrückt, ein Netzwerk „to be“.

Vernetzung ist das Schlüsselwort.

Weil heutzutage komplexe Lösungen gefragt sind. Einzelne Disziplinen können der durch Globalisierung und ausgereifte Technologien geprägten Gesellschaft nicht mehr gerecht werden. Disziplinübergreifende Systemlösungen sind gefragt, aus einem Guss sozusagen.

Und hier werden Erfolgsgeschichten geschrieben.

Studenten, angehende Absolventen, und junge Leute mit Machergeist sind die jungen Gründer von morgen. So soll das getan werden, was schon immer die Stärke der Region war: vorhandene Ressourcen nutzen. Nun eben heute nicht mehr die fossilen, sondern die menschlichen. Wissen ist wertvoller denn je. Menschen schaffen neue, innovative Arbeits- und Lebensräume, entwickeln Produkte und Geschäftsideen.

Ideen werden aus Praxisprojekten generiert oder durch die Möglichkeit des Austauschs mit Leuten aus der Praxis. Aus Hochschulen heraus gründen sich Unternehmen. In und um die Städte Bochum, Dortmund, Gelsenkirchen und Herne entsteht das ruhrvalley.

Erfolgsgeschichte Voltavision

Eine Erfolgsgeschichte ist die des Unternehmens Voltavision, neben anderen eine Ausgründung aus dem SolarCar-Projekt des Instituts für Elektromobilität an der Hochschule Bochum.

Wie alles begann? Im Jahr 2008 trat die Hochschule Bochum im Rahmen der Initiative „Wachstum für Bochum“ mit der Idee „Wissen schafft Produktion – Nutzung des Paradigmenwechsels automobiler Antriebstechnologie für die Gründung neuer Unternehmen im Großraum Bochum“ an.

Ziel des Konzepts war, durch die Kombination eines Hochschulinstituts mit innovativen Startups eine „Elektromobilitäts-Szene“ in Bochum zu etablieren, die dort langfristig neue Beschäftigung schafft.

So ernannte der damalige Wissenschaftsminister Pinkwart am 02. September 2009 Herrn Prof. Dr. Pautzke zum ersten deutschen Professor für Elektromobilität, unter anderem mit dem Ziel, aus dem Studierenden-Projekt SolarCar das Institut für Elektromobilität an der Hochschule Bochum zu gründen und den disruptiven Wandel in der Automobilindustrie dazu zu nutzen, im Ruhrgebiet neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Wie erfolgreich dies funktioniert hat, zeigt die Entstehung und Entwicklung der Voltavision GmbH, die neben der Firma Auktora und anderen aus dem Institut für Elektromobilität ausgegründet wurde. Die beiden Unternehmensgründer, die Brüder Nils und Julian Stentenbach, waren selbst als Studierende Teammitglieder im SolarCar-Projekt.

Kurz nach Abschluss ihres Studiums machten die beiden Ingenieure ihre Leidenschaft zu ihrem Beruf und gründeten im Jahr 2011 die Voltavision GmbH, welche sie bis heute zum größten Batterie- und Leistungselektroniktestzentrum Europas entwickelt haben.

Die Brüder Stentenbach und einige weitere der besten Ingenieure aus dem SolarCar-Projekt, welche nun Teil des Voltavision-Teams sind, kreieren sich im Technologiequartier in Bochum ihren Lieblingsjob und arbeiten gemeinsam mit Herzblut an den sinnvollen Technologien von morgen. „Kreieren“ ist hier wörtlich gemeint.

Die Voltavision-Mitarbeiter genießen vollstes Vertrauen, arbeiten selbstbestimmt und sind angehalten, ihre Wünsche rund um ihre Arbeit zu äußern und umzusetzen. Denn das Unternehmen, das unaufhörlich auf Wachstumskurs ist, befasst sich neben der Elektromobilität ebenfalls mit dem Thema der neuen Arbeit und individuellen Arbeitsgestaltung.

Erfolgsgeschichte Auktora

Die Geschäftsführer Matthias Wiemers und Andreas Stevens der AUKTORA GmbH, ebenfalls ein Spin-Off des Instituts, welches sich mit der Auslegung spezifischer Elektromotoren sowie der technischen Konzept- und Designentwicklung neuer Mobilitätsprodukte beschäftigt, dürften Herrn Pinkwart ebenfalls nicht unbekannt sein.

Als Wissenschaftsminister hatte er 2009 das Institut für Elektromobilität mit einer Studie zu Radnabenantrieben in der Elektromobilität beauftragt, an welcher die beiden damals noch als wissenschaftliche Mitarbeiter beteiligt waren. Aus den gesammelten Erfahrungen rund um den elektrischen Antrieb erwuchs die Idee selbst zu gründen.

Heute arbeitet das Unternehmen noch immer sehr eng mit der Hochschule Bochum, aber auch mit den Kollegen von Voltavision zusammen. Die Vernetzung und gemeinsame Entwicklung komplexer Lösungen wird hier bereits heute gelebt.

ruhrvalley: Zusammenarbeit und Synergienutzung durch Austausch von Wissen

Das, was Voltavision und die anderen Spin-Offs über ihren spezifischen Erfolg hinaus also gemeinsam erfolgreich macht, ist die enge Zusammenarbeit und Synergienutzung durch Austausch von Wissen, gepaart mit einer gemeinsamen Vision. Die hier gelebte Kollaboration war die Inspiration für einen (Spin-Off-)Unternehmens- und Hochschulverbund – die ruhrvalley-Idee war geboren.

Diese Erfolgsgeschichten lassen sich ebenso für die anderen Ruhrgebietsstädte schreiben.

Um diese Dynamik, umfangreiche unternehmerische Expertise und das wissenschaftliche Know-how zu bündeln und das Ruhrgebiet zu einem Technologie- und Innovationsstandort mit besten Arbeits-, Forschungs- und Gründungsvoraussetzungen zu machen, haben sich die Hochschule Bochum, die Fachhochschule Dortmund und die Westfälische Hochschule mit rund 40 im Ruhrgebiet ansässigen Unternehmen zum Hochschul- und Unternehmenscluster ruhrvalley zusammengetan.

Sieger des Wettbewerbs „Starke Fachhochschulen – Impuls für die Region“

Im Verbund lässt sich in deutlich größeren Dimensionen denken. Daher wurde über einen gemeinsamen Projektantrag im BMBF-Förderwettbewerb „Starke Fachhochschulen – Impuls für die Region“ (FH-Impuls) die Chance ergriffen, transdisziplinäre Synergiepotenziale in den Bereichen Mobilität, Digitalisierung und Energiesysteme für Metropolregionen über Stadtgrenzen hinweg zu nutzen und das Ruhrgebiet zu einer attraktiven Landschaft für innovationsbegeisterte „Macher“, Kreative und Querdenker zu entwickeln.

Die Experten aus Hochschulen und Unternehmen konnten im Wettbewerb überzeugen – ruhrvalley ging als einer der Sieger aus der Endrunde hervor!

Firmen wie Voltavision zeigen, wie es geht! Die Zukunft des Ruhrgebiets ist mobil, elektrisch, autonom, vernetzt und digital! Die Weiterentwicklung der Technologien von morgen, Innovation, Arbeitsplätze, Gründerszene, Entfaltung und Community sind die Themen, die das ruhrvalley beschäftigen.

Und was sagt die Politik? Nach seinen Besuchen in den Jahren 2008 und 2009 als Wissenschaftsminister, als er das Samenkorn für das Institut für Elektromobilität in Bochum legte, kehrt Herr Pinkwart nun als neuer Wirtschaftsminister des Landes NRW in das ruhrvalley zurück. Am 7. Dezember wird er in den Räumen von Voltavision empfangen.

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