Fuckup Nights Startup News

Rückblick auf die Fuckup Nights Ruhrgebiet mit Christian Lindner

7. FuckUp-Night Ruhrgebiet in der Essener Weststadthalle. Moderation: Christian Dasbach (Foto: Klaus Hartmann)

So waren die Fuckup Nights Ruhrgebiet mit Christian Lindner

Als wir zwei Tage nach Öffnung des Ticketverkaufs schon doppelt so viele Anmeldungen hatten als bei den vorigen Fuckup Nights, da war uns klar, dass die FUN Vol. 7 ein ganz besonderer Abend wird.

Jetzt, eine Woche nach dem Event ist unser Team immer noch happy! Nicht nur das Event ist tippi-toppi über die Bühne gegangen (Eintrittskarten scannen geht definitiv schneller, als eine ausgedruckte Namensliste abzuhaken 😉 ), auch die Resonanz und das Feedback von Presse, Besuchern und Speakern war fast 100 Pro positiv.

Das freut uns sehr und spornt uns an, auch die Vol. 8 so richtig zu rocken. Wann und wo immer sie stattfinden wird. Ihr werdet’s erfahren.

So, aber blicken wir erst noch einmal zurück.

Rund 600 Besucher hörten vier sehr unterschiedliche Geschichten des Scheiterns von vier ebenfalls sehr unterschiedlichen Unternehmern.

Höhepunkt des Abends war sicherlich unser erster Promi-Speaker, Christian Lindner.

FDP-Vorsitzender Lindner und sein gescheitertes Startup

7. FuckUp-Night Ruhrgebiet in der Essener Weststadthalle

Von seinem gescheiterten Startup-Projekt und wie es vor gut 15 Jahren dazu kam, erzählte der heutige FDP-Vorsitzende und vergaß natürlich auch nicht, mehr oder weniger unterschwellig ein bisschen Wahlkampf zu machen. Seine Geschichte des Scheiterns zeigte, dass es nicht immer die Schuld des Unternehmers sein muss, sondern einfach die Zeit und die Umstände daran schuld sind, dass ein Projekt scheitert.

In Christian Lindners Fall war es die geplatzte Internetblase während der New Economy. Trotz erfolgreichem Start wollte plötzlich kein Kapitalgeber mehr das Risiko eingehen, in eine neue Technologie zu investieren.

Doch egal ob selbst verschuldet oder den Umständen geschuldet, „vergnügungssteuerpflichtig ist das nicht“, sagt Lindner über solch eine Situation. Vielmehr sei das Scheitern eine traurige Angelegenheit.

Christian Dommers und das traurige Ende seines Startups

Christian Dommers bei den Fuckup Nights Ruhrgebiet

Christian Dommers berichtet von seiner Insolvenz. (Foto: Klaus Hartmann)

Wie traurig solch ein Scheitern sein kann, wurde besonders im Vortrag von Christian Dommers deutlich. Auch für sein Startup, der Event-Plattform wergehthin.de, lief es zunächst sehr gut. Mehr als 50 Mitarbeiter hatten Christian Dommers und sein Team zu Spitzenzeiten. Woran das Startup letztendlich gescheitert ist, lasse sich an einem bestimmten Grund nicht festmachen, sagt Dommers.

Einer der Gründe lag aber im Geschäftsmodell des Gutscheinverkaufs und der Tücke, dass ein Teil des Geldes, das auf dem Konto einging, ja auch wieder an die Partnerunternehmen ausgezahlt werden musste.

Es kam der Zeitpunkt, an dem Dommers einsehen musste, dass er in absehbarer Zeit keine Gehälter oder Rechnungen mehr zahlen konnte. Da sein Mitgründer zu der Zeit verreist war, musste er die sehr einsame Entscheidung treffen, Insolvenz anzumelden. Wie sich das anfühlt, plötzlich alle Mitarbeiter zu entlassen und mit dem Insolvenzverwalter das komplette Büro aufzulösen, davon erzählte der Kölner sehr ehrlich und ungeschönt.

Holger Manzke: Nie wieder aus dem Hobby ein Unternehmen machen

Holger Manzke bei den Fuckup Nights Ruhrgebiet

Holger Manzke bei den Fuckup Nights Ruhrgebiet (Foto: Klaus Hartmann)

Ebenfalls emotional bzw. persönlich geprägt war das Ende von Holger Manzkes Startup fußballkreisunna.de. Zwar ging es nicht darum, Mitarbeiter entlassen zu müssen, sondern um die Einsicht, dass man sich mit seinem Angebot Feinde machen könnte, die eigentlich Freunde sind.

Das Startup-Projekt entstand nämlich aus einem Hobby. Mit dem Produkt, das Holger und seine Mitgründer entwickelten, hätten sie den Sportvereinen, die sie eigentlich unterstützen wollten, wichtige Sponsoren streitig gemacht. Um nicht den guten Ruf in der Szene zu verlieren, hängten die Gründer das Projekt an den Nagel.

Nils Ehle: Bei der Produktentwicklung den Kunden vergessen

Nils Ehle bei den Fuckup Nights Ruhrgebiet

Nils Ehle berichtet von seinem Scheitern (Foto: Klaus Hartmann)

Eher leicht auf die Schulter – so jedenfalls kam der Vortrag rüber – nahm Nils Ehle sein gescheitertes Projekt. Für ambitionierte Hobbyfotografen bot er Reisen in Verbindung mit anspruchsvollen Fotoworkshops an. Sein Problem: Trotz SEO und E-Mail-Marketing meldete sich niemand an, weshalb er das Projekt zu den Akten legte und sich – neben seinem Konzernjob – dem nächsten Startup-Projekt widmete.

Nils Lehre aus seinem Scheitern: Er habe am Kunden vorbei entwickelt. Das Publikum war allerdings eher der Meinung, dass er zu schnell aufgegeben hat.

Die Fuckup Nights Ruhrgebiet in Bildern

(alle Fotos von Klaus Hartmann)

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