Gründer und Startups

reflaction4business: Kommunikation und Rhetorik für Young Professionals

Von Carmen Radeck

reflaction4business Team

Das Team von reflaction4business (v.l.): Nils Beckmann, Pascal Biesenbach und Dennis Sawatzki. (Foto: reflaction4business)

Schwelm. Mit ihrem Unternehmen reflaction4business hat sich das junge Dreierteam Nils Beckmann, Dennis Sawatzki und Pascal Biesenbach auf Kommunikations- und Rhetorik-Training für Young Professionals spezialisiert. In ihren Seminaren und Coachings geht es um Themen wie dem überzeugenden persönlichen Auftritt, professioneller Gesprächsführung, wie man erfolgreich ein Team leitet oder ein kompetenter Trainer wird.

Im Interview erzählt Nils, wie die Idee zu reflaction4business entstanden ist, seine Learnings bisher als Gründer und wie das Team zusammen arbeitet ohne gemeinsames Büro. Als kleinen Bonus hat er auch noch ein paar Killer-Tipps für den erfolgreichen Elevator-Pitch.

Hallo Nils, du hast zusammen mit Dennis Sawatzki und Pascal Biesenbach 2013 „reflaction4business“ gegründet. Ihr habt euch vor allem auf Rhetorik und Kommunikation für Young Professionals spezialisiert. Was genau bietet Ihr an, bei welchen Problemen helft Ihr Young Professionals?

Wir möchten unsere Kunden dabei unterstützen, in neue Rollen zu finden. Wenn ich von der Uni komme und z. B. eine Teamleitung übernehmen soll, stellt mich das vor bestimmte Herausforderungen. Wir haben Methoden und Seminare speziell für Young Professionals entwickelt, da sich jüngere Führungskräfte mit ganz besonderen Problemen konfrontiert sehen und mit Vorurteilen wie mangelnder Erfahrung oder auch sogar mit Neid und Missgunst zu kämpfen haben. In unseren Seminaren und Coachings lernen sie dann, auf Einwände zu reagieren, ihren Mitarbeitern Rückmeldungen zu geben ohne den sozialen Frieden zu gefährden oder mit Widerspruch umzugehen.

Es geht viel um Anerkennung, Stereotype, Selbstbewusstsein und Führung über Sprache. Diese Kompetenzen sind entscheidend, um sich in einer neuen Rolle zu etablieren. Das gilt übrigens auch für Gründer. Denn egal ob ich mein eigener Chef bin oder auch ein Team habe, eine gute Verhandlung und eine offene aber schlaue Kommunikation ist auch für Selbstständige entschiedend für den eigenen Erfolg. Denn auch Kunden und Kooperationspartner können uns vor besondere Herausforderungen stellen.

Wie ist die Idee zu reflaction4business entstanden?

Wir arbeiteten schon vorher als Trainer zusammen. Vor allem für Universitäten, Hochschulen und Schulen und da in den Fachbereichen Rhetorik, Gesprächsführung, Didaktik und Kooperatives Lernen. Wir hatten dann alle drei das Bedürfnis nach neuen Perspektiven für unsere Themenfelder und wollten auch neue Kunden erschließen. Für mich persönlich war es immer ein Ziel, im b2b-Bereich zu arbeiten. Und dann haben wir kurzerhand ein neues Projekt beschlossen. Und jetzt existiert reflaction4business.

Als Ihr 2013 gestartet seid, hattet ihr mit einem etwas anderen Schwerpunkt angefangen, was eure vornehmliche Zielgruppe angeht. Was hat euch dazu bewogen, den Schwerpunkt auf Young Professionals zu verlagern und wie seid Ihr in eurem Unternehmen damit umgegangen bzw. wie hat es sich ausgewirkt?

Wir haben etwas gebraucht, um uns zu orientieren. Dazu kam auch der Faktor: „Wer interessiert sich für uns?“. Wir sind für Trainer sehr jung sind und wurden auch vornehmlich auf den Bereich „Young Professionals“ angesprochen. Die Auswirkungen sind aus unserer Sicht: ein besserer Außenauftritt, da wir uns nun stärker fokussieren können und keinen Bauchladen mit unübersichtlichen Leistungen mehr anbieten. Wir überarbeiten derzeit auch nochmal unsere Homepage und unser Material. Auf der anderen Seite haben sich tolle Kooperationen ergeben, die an das Thema sehr gut andocken. Spruchreif ist immerhin schon eines davon: www.aufstiegskompetenz.com. Hier geht es um Frauen, die Ihre Wunschposition erreichen möchten.

Wie habt Ihr Euch als Team zusammengefunden?

Aus meiner Perspektive erzählt, hängt alles an der Geburtstagsparty meines Tutors in Bochum. Da habe ich Dennis kennengelernt, daraufhin bei ihm hospitiert und ziemlich schnell auch eigene Seminare gegeben. Pascal habe ich dann in dem Zuge auch getroffen. Bei uns stimmte die Chemie sofort.

Wie finanziert Ihr Euch während der Startphase?

Wir haben den Luxus, dass uns die Kooperationen mit Unis und Hochschulen erhalten geblieben sind und uns so einen guten Rückhalt geboten haben. Der finanzielle Bedarf für die Homepage und Material haben wir dann privat finanzieren können. Es ist zwar so etwas schwieriger, da wir alle drei nicht100 % in reflaction4business stecken können, auf der anderen Seite ist es beruhigend, zweigleisig zu fahren.

Wo steht Ihr gerade mit Eurem Unternehmen und welche Tasks stehen gerade schwerpunktmäßig auf Eurer to do-Liste?

Die Überarbeitung der Homepage und unsere Positionierung. Letztere auch inklusive der Frage, welche Leistungen wir konkret anbieten. Und Akquise steht natürlich immer mit auf der Liste.

Was sind Deine wichtigsten Learnings und Erfahrungen als Gründer bisher?

Da würde ich spontan vier Punkte nennen: 1) Es ist anstrengend aber toll, sich als selbstwirksam zu erleben und die Zügel selbst in der Hand zu halten! 2) Es tut gut, auch schwere Entscheidungen einfach mal zu treffen. 3) Die Menschen sind viel entspannter, als man vielleicht denkt – mit Offenheit erreicht man eine ganze Menge. 4) Telefonakquise ist nicht so schlimm wie man am Anfang denkt.

Ihr habt kein gemeinsames Büro. Du arbeitest beispielsweise vom Coworking Space in Dortmund aus. Wie gestaltet Ihr eure Zusammenarbeit? Wie kommuniziert ihr untereinander? Hauptsächlich online?

Emails sind bei uns der Standard für das Tagesgeschäft. Darüber hinaus telefonieren wir relativ viel, wenn es konkreter wird und treffen uns auch regelmäßig. Da wir im Dreieck Wuppertal-Bochum-Schwelm wohnen, können wir uns recht unkompliziert treffen. Die Bearbeitung von gemeinsamen Dokumenten läuft über Cloudspeicher. So haben wir alle stets Zugriff.

Wie schätzt Du die Situation für Gründer hier im Ruhrgebiet ein? Ist der Pott ein guter Ort für Gründer?

Mir fehlen etwas die Vergleichswerte, aber ich habe schon den Eindruck, dass sich hier recht gut gründen lässt. Eine hohe Firmendichte, eine gute Infrastruktur und viele Möglichkeiten ein Netzwerk aufzubauen… Ich glaube, das sind schon wirklich entscheidende Faktoren, wenn man da mitmischen möchte.

Was ihr regelmäßig als Workshop anbietet und was für Gründer ja auch besonders interessant ist, ist der Elevator Pitch. Hast Du da ein paar Killer-Tipps, worauf Gründer achten sollten?
  1. Nicht alles berichten, sondern reduzieren
  2. Ein klares Bild oder eine Metapher für den tieferen Nutzen der eigenen Produkte oder Leistungen finden
  3. Muster durchbrechen. Nicht dasselbe erzählen wie andere, nicht auf dieselbe Art einsteigen… immer schauen, was haben die anderen gemacht, was geht da noch anders?

    reflaction4business im Web


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