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Rebranding: Warum sich das Hundefutter-Startup Ofrieda für eine neue Marke entschieden hat

Neue Marke, bewährte Rezeptur. "Ofrieda" macht Hundefutter aus Insekten. (Foto: Ofrieda)

Ofrieda: So gelang dem Duisburger Hundefutter-Startup das Rebranding

Eine bereits eingeführte Marke zu verändern oder sogar ganz neu zu gestalten, bedeutet eine große Herausforderung und einiges an Aufwand für das Unternehmen, das sich für ein Rebranding entschieden hat.

Das Duisburger Startup „Ofrieda“, das Hundefutter aus Insekten anbietet, hat diese Herausforderungen angenommen. Gestartet unter dem Namen „Futterzeit“ hat sich das Gründerteam für eine neue Markenstrategie entschieden.

  • Welche Gründe gab es für das Rebranding?
  • Wie sind die Gründer an die Herausforderungen rangegangen?
  • Welche Erfahrungen haben sie mit der Einführung der neuen Marke gemacht?

Darüber haben wir mit Ofrieda-Gründer Felix Bierholz im Interview gesprochen.


Hallo Felix, aus Futterzeit wird Ofrieda. Wie kam es zu dem Rebranding, welche Gründe waren ausschlaggebend?

Hallo Carmen, zu Beginn meines Startups lag der Schwerpunkt besonders auf der Produktentwicklung. Mir war es wichtig möglichst schnell die perfekte Rezeptur zu finden, um mit dem Verkauf starten zu können. 

Felix Bierholz (Foto: Ofrieda)

Das hatte zur Folge, dass der Markenaufbau etwas vernachlässigt wurde. In den letzten Monaten habe ich mich verstärkt mit der Markenausrichtung auseinandergesetzt. Dabei ist mir klar geworden, dass ein Rebranding der richtige Schritt ist.

Mit der neuen Marke Ofrieda grenzen wir uns nun deutlicher von den konventionellen Futterherstellern ab. Unser Motto lautet: Trau dich, anders zu sein. 

Hinzukommt, dass der Begriff Futterzeit für Tiernahrung zu beschreibend ist, sodass er nicht als Marke eingetragen werden kann. Auch deswegen war es strategisch notwendig den Namen zu ändern. 

„Die zentrale Herausforderung bei dem Rebranding war die Kommunikation mit unseren Kunden“

Solch ein Schritt ist ja nicht einfach. Welche besonderen Herausforderungen kamen da auf Euch zu und wie seid Ihr da herangegangen?

Die zentrale Herausforderung bei dem Rebranding war die Kommunikation mit unseren Kunden. 

(Foto: Ofrieda)

Wenn sich Name und Look einer Firma und eines Produktes plötzlich ändern, herrscht erst einmal große Verwirrung. Deswegen haben wir über unsere Website, die Social Media Kanäle und unseren Newsletter auf das Rebranding aufmerksam gemach. 

Zeitgleich haben wir eine dauerhafte Weiterleitung unserer alten Website auf die neue eingerichtet. So wurden Kunden direkt zu unserem neuen Shop weitergeleitet. 

Unsere Stammkunden haben wir zudem gesondert auf die Umstellung aufmerksam gemacht. Bei Ihnen war es wichtig zu betonen, dass sich die Rezeptur unseres Futters nicht geändert hat. So konnten sie sicher sein, dass ihre Hunde das Futter weiterhin gut vertragen. 

Einen großen Teil unserer Kunden erhalten wir zudem durch die organische Suche bei Google und Bing. Hier hatten wir bei den für uns relevanten Keywords sehr gute Ergebnisse. 

Unser Ranking ist nach der Umstellung erwartungsgemäß gesunken. Wir merken aber bereits, dass wir bei den Suchergebnissen wieder stark nach oben rücken. 

„Wenn wir möchten, dass auch die zukünftigen Generationen unsere Umwelt so erleben können wie wir, müssen wir uns trauen neue Wege zu gehen.“

Felix Bierholz, Ofrieda

Und was steckt hinter dem Namen „Ofrieda“? 

Der Name Ofrieda ist ein Statement für Innovation, Nachhaltigkeit und Pioniergeist. Er ist angelehnt an den Namen meiner zweijährigen Nichte Frieda. 

Noch sind Insekten in Deutschland eine außergewöhnliche Nahrungsquelle. Doch wenn Frieda erwachsen sein wird, werden wir und unsere Hunde sie als leckere, gesunde und nachhaltige Proteinquelle genießen. 

Wenn wir möchten, dass auch die zukünftigen Generationen unsere Umwelt so erleben können wie wir, müssen wir uns trauen neue Wege zu gehen. 

Abgesehen vom Rebranding, wo steht Ihr gerade mit Eurem Startup und was sind Eure nächsten Meilensteine?

Wir haben das Rebranding erfolgreich durchgeführt und der neue Shop wird von unseren Kunden sehr gut angenommen. 

Vor kurzem haben wir zudem unsere neue Sorte „Patentrezept“ eingeführt. Sie richtet sich speziell an die vielen Hunde, die unter Allergien leiden, und hat deswegen eine besonders verträglich Zusammensetzung. 

Ab Juli wird es außerdem noch ein Nassfutter auf Insektenbasis geben. Danach haben uns bereits viele Kunden gefragt, weswegen ich mich sehr auf den Verkaufsstart freue. 

Im Herbst wird unser Futter dann auch im Einzelhandel erhältlich sein. 

„Man sollte sich immer die Frage stellen, ob man mit seinen Entscheidungen gut für die Zukunft gewappnet ist.“

Felix Bierholz, Ofrieda

Was ist für Dich das wichtigste Learning als Gründer bisher, das Du anderen angehenden Gründern mitgeben würdest?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es extrem wichtig ist, Entscheidungen strategisch zu treffen. Das betrifft neben dem Markenaufbau zum Beispiel auch die Auswahl der Lieferanten, Logistik- & Vertriebspartner. 

Genauso wichtig ist aber auch zu erkennen, wenn man eine Entscheidung nicht optimal getroffen hat. Dann heißt es: Trau dich, die Dinge anders zu machen. 

Man sollte sich immer die Frage stellen, ob man mit seinen Entscheidungen gut für die Zukunft gewappnet ist.

Geschrieben von
Carmen Radeck

Carmen ist Journalistin, Autorin und leidenschaftliche Aktivistin für die Gründerszene im Pott. Seit 2014 betreibt sie das Startup-Portal RuhrGründer.de und ist Mitgründerin von Events wie RuhrSummit, Fuckup Nights Ruhrgebiet und Female Founders Ruhr.

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