Gründer und Startups

NeoMove: Den festen Job gekündigt, um das eigene Ding zu starten

Nicole Hafner NeoMove

Nach ihrer Festanstellung ist Nicole Hafner jetzt ihre eigene Chefin mit ihrem Unternehmen NeoMove (Foto: Carmen Radeck)

NeoMove: Den festen Job gekündigt, um das eigene Ding zu starten

Von Carmen Radeck

Ziemlich genau ein Jahr ist es her, da kündigte Nicole Hafner ihre feste Stelle als Eventmanagerin bei einem großen Veranstalter in Mönchengladbach, um ihr eigenes Ding zu starten: Die Fullservice-Eventagentur NeoMove.

Nicht mal ein Jahr später hat sie ihre ersten Mitarbeiter eingestellt und Aufträge für die nächsten fünf Jahre klargemacht. Gerade steckt sie mitten in den Vorbereitungen zu ihrem ersten Großevent: einem Marathon in Mönchengladbach. Ich habe Nicole in ihrem Büro in Bochum besucht.

Im ruhigen Bochum-Hordel das erste Großprojekt wuppen

Wir sitzen in der Besucherecke in Nicoles Büro im ruhigen Bochumer Stadtteil Hordel, der ideal ist, um kreative Ideen zu entwicklen. Im Sommer, ein halbes Jahr nach ihrer Gründung, hat die 28-jährige Jungunternehmerin ihr Homeoffice gegen echte Geschäftsräume mit mehreren Büros und Lagerraum eingetauscht.

In den Büros nebenan arbeiten ihre beiden Mitarbeiter Andreas Thomas und Nadine Hambloch am ersten Großevent:dem Santander Marathon in Mönchengladbach. Der wird von Nicoles Agentur geplant und organisiert – vom ersten Konzept über die Ausarbeitung der Streckenführung, Organisation von Sponsoren und Helfern bis hin zu Marketing und Durchführung. Die komplette Event-Organisation – alles gebündelt aus einer Hand – das bietet Nicole Hafner mit NeoMove.

„Warum immer nur Konzepte für andere entwickeln?“

Die Idee, ihr eigenes Ding zu starten, ging Nicole schon eine ganze Weile im Kopf herum. „Ich habe mich gefragt, warum sollte ich weiter für andere erfolgreiche Konzepte schreibe, wenn ich diese auch eigenständig umsetzen kann.“ Neben ihrem festen Job bei einem großen Veranstalter in Mönchengladbach, wo sie vor allem für Eventmanagement und Controlling zuständig war, war sie außerdem im Judoverband aktiv, organisierte Kinderfreizeiten, Firmenläufe und rief in Mönchengladbach sogar den Kindersporttag ins Leben, an dem 2400 Kinder teilnahmen. „Ich habe bei diesen Projekten gemerkt, dass mich die Arbeit daran zu 100 Prozent ausfüllt und mir bei meinem festen Job die Vielfalt fehlt“, sagt Nicole.

Mitarbeiter NeoMove

Die ersten festen Mitarbeiter wurden auch schon eingestellt. (Foto: Carmen Radeck)

Im April 2014 setzte sie sich dann ernsthaft damit auseinander, wie es wäre, ihre eigene Agentur zu gründen. Ein paar Monate nahm sie sich Zeit, ein Konzept zu entwickeln, über die Finanzierung nachzudenken, holte sich Rat bei Notar, Steuerberater, Versicherungsexperten, Familie und Freunden und nahm am Gründungswettbewerb Senkrechtstarter der Bochumer Wirtschaftsförderung teil. Im September stand der Entschluss fest, NeoMove zu gründen mit den Schwerpunkten erlebnisorientierte Laufevents (NeoRun), abenteuerliche Ferien- und Kinderfreizeiten (NeoKids) und individuelle Events (NeoEvents).

Als Rechtsform entschied sich Nicole für die GmbH. “Mir war wichtig, nicht als Einzelperson aufzutreten, sondern das Ganze direkt auf professionelle Füße zu stellen”, sagt sie. Im Januar 2015 schließlich gründete Nicole die NeoMove GmbH mit ihr als geschäftsführende Gesellschafterin. Geboren in Oberhausen, wollte sie mit ihrem eigenen Unternehmen zurück ins Ruhrgebiet. Auf der Suche nach den idealen Räumlichkeiten ist sie nun in Bochum gelandet und fühlt sich hier sichtlich wohl.

Die klassischen Eigenschaften, um unterschätzt zu werden

Nach ein paar Monaten Homeoffice arbeitet Nicole jetzt in ihren Geschäftsräumen in Bochum-Hordel. (Foto: Carmen Radeck)

Nach ein paar Monaten Homeoffice arbeitet Nicole jetzt in ihren Geschäftsräumen in Bochum-Hordel. (Foto: Carmen Radeck)

Schon nach sechs Monaten ihrer Selbstständigkeit war sie nicht mehr nur für sich selbst, sondern auch für ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen verantwortlich. Wie gelingt es ihr als Jungunternehmerin nach so kurzer Zeit schon Großsponsoren wie Santander zu überzeugen? „Eigentlich vereine ich ja gleich vier klassische Aspekte, um unterschätzt zu werden: jung, weiblich, blond und klein“, lacht Nicole, „dennoch konnte ich stets unsere Kunden von der Kompetenz, Kreativität und Professionalität meiner Agentur überzeugen.“

Wichtig sei, mit gesundem Selbstbewusstsein aufzutreten und mit dem Vertrauen auf die eigenen Fähigkeiten. Wenn sie in Gespräche mit Kunden geht, ist sie immer gut vorbereitet. „Ich habe immer schon ein Konzept im Kopf.“ Am wichtigsten aber schätzt sie Ehrlichkeit im Umgang mit ihren Kunden ein. „Nichts versprechen, was man nicht halten kann“, rät sie anderen Gründern. „Ich zum Beispiel nehme nur die Aufträge an, die ich mit hohem Nutzen für meine Kunden umsetzen kann.“

Die nächsten fünf Jahre? Sollen ruhig kommen!

Was die kommenden fünf Jahre angeht, braucht sich Nicole und ihr Team jedenfalls keine Sorgen zu machen. Für die Zeit hat sie bereits Verträge für Firmenläufe und Marathons abgeschlossen. Kapazität für weitere Events gibt’s aber auch genügend – Platz für weitere Mitarbeiter in ihrem Büro in Bochum inklusive.


Diese Gründerstory wurde unterstützt von der Wirtschaftsförderung Bochum und Senkrechtstarter.

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