Gründer und Startups

Malpott macht aus Packpapier kleine Kunstwerke

Nadine Tilse (l.) und Manuela Herdrich von Malpott.

Nadine Tilse (l.) und Manuela Herdrich von Malpott. (Foto: Carmen Radeck)

Geschäftsidee entstand auf der Hochzeit

„Die Idee zu Malpott ist eigentlich auf meiner Hochzeit entstanden“, erzählt Nadine Tilse und muss selbst schmunzeln. Ein Künstler hatte die Lebensroute des weitgereisten Hochzeitspaares auf braunem Packpapier aufgemalt, das auf allen Tischen ausgebreitet wurde. „Da ist mir aufgefallen, wie schön langweiliges, braunes Papier aussehen kann, wenn es bemalt wird“, erzählt die 33-Jährige. „Warum also nicht das Papier von Künstlern bemalen lassen und Geschenkpapier daraus machen?“, lautete Nadine Tilses Schlussfolgerung.

Erste Marktbeobachtungen zeigten, dass es Geschenkpapier in dieser Form in Deutschland noch nicht zu kaufen gab. „Es gibt zwar Recyclingpapier, aber das wird normalerweise gebleicht.“ Neben ihrer Festanstellung als Produktmanagerin begann die Dortmunderin nun damit, einen Businessplan zu schreiben und eine Vertriebsstrategie zu entwerfen. Auch erste Motive waren schon fertig.

Konzept in der Tasche – nur der Mut fehlte

Zwei Jahre ist das jetzt her. „Eigentlich hatte ich das ganze Konzept schon in der Tasche“, erzählt Nadine Tilse, „doch irgendwie fehlte mir der Mut, das wirklich durchzuziehen.“ Ihre Festanstellung aufzugeben und allein ein Unternehmen zu gründen, das Risiko war ihr erstmal zu groß. Losgelassen hat sie die Idee aber trotzdem nicht.

Viel zu schön zum Wegwerfen: Das Malpott-Geschenkpapier wird von Künstlern gestaltet.

Deshalb rief sie Kommunikationsdesignerin und Fotografin Manuela Herdrich an, um sie zu einer Zusammenarbeit zu bewegen. „Manuela als Mediendesignerin und ich im Bereich Marketing, wir würden uns ideal ergänzen“, so Nadine Tilses Idee. Außerdem war auch Manuela Herdrich an der ideenstiftenden Hochzeit beteiligt. „Ich habe die Fotos gemacht“, erzählt sie lachend. Von der Idee, Packpapier von Künstlern gestalten zu lassen, war sie sofort begeistert. Ihre Zusage im Sommer 2013 gab dann auch Nadine Tilse den Anstoß, sich endlich mit Malpott selbstständig zu machen.

Künstler für die erste Geschenkpapier-Kollektion zu gewinnen, gestaltete sich für die beiden Gründerinnen einfacher, als die Suche nach einer Druckerei und vor allem nach einem passenden Firmennamen. “Nach zwei Wochen intensiven Brainstormings haben wir uns dann für Malpott entschieden”, erzählt Nadine Tilse. Auf ihre Herkunft Ruhrgebiet sind die beiden nämlich stolz und wollen von hier aus auch ihr kleines Unternehmen steuern.

Hals über Kopf ins Weihnachtsgeschäft

Als im August 2013 dann die ersten Drucke fertig waren, ging es gleich ans Eingemachte: “Da haben wir uns Hals über Kopf ins Weihnachtsgeschäft gestürzt”, erzählt Nadine Tilse. Um bekannt zu werden, fuhren die beiden Malpott-Gründerinnen mehrgleisig. Zum einen boten sie ausgewählten Händlern ihre Geschenkpapier-Kollektion direkt an. “Die Verkaufsgespräche hatte ich mir schwieriger vorgestellt”, sagt Nadine Tilse. Statt harten Verhandlungen wurde ihnen das Papier nämlich fast aus den Händen gerissen. Die ersten Läden, die nun Geschenkpapier von Malpott verkaufen, waren somit schnell gefunden.

Auch auf Messen wie der Fair Trade in Dortmund, ökoRausch in Köln oder der Gründermesse Die Initiale ließen sich die beiden Jungunternehmerinnen blicken. “Hier haben wir festgestellt, dass man als Gründer gar nicht so sehr als Einzelkämpfer unterwegs ist, sondern ganz viele Gleichgesinnte trifft“, schildert Nadine Tilse ihre Erfahrung. Fast von allein ergaben sich dabei neue Kontakte zu Künstlern und möglichen Kooperationspartnern.

So werden die Geschenkpapiere von Malpott in den Läden präsentiert. (Foto: Carmen Radeck)

So werden die Geschenkpapiere von Malpott in den Läden präsentiert. (Foto: Carmen Radeck)

Mit Facebook das Abenteuer Gründung dokumentieren

Eine weitere Verbreitungsstrategie liegt für Malpott in den neuen Medien. „Damit arbeiten wir ganz stark“, sagt Nadine Tilse, vor allem mit Facebook. “Das nutzen wir fast wie einen Blog.” Dadurch haben sich auch schon Kundenanfragen von weit über die Ruhrgebietsgrenzen hinaus ergeben.

Doch vor allem kann man auf der Malpott-Fanpage verfolgen, wie die beiden Gründerinnen ihr Unternehmen entwickeln: von den ersten Künstlermotiven und Erfolgserlebnissen bis hin zu solchen Situationen, in denen auch mal was schiefgeht – wie dem Druckfehler auf den Visitenkarten, die nun kurzerhand als Produktanhänger dienen.

Erfolge und kleine Rückschläge

“Wir wollen die Menschen an unserem Projekt teilhaben lassen”, sagt Manuela Herdrich. Dazu gehören für die beiden nicht nur Erfolge, sondern auch mal kleine Rückschläge. “Man muss auch über sich selbst lachen können”, meint Nadine Tilse. Und das können die beiden von Malpott – „Wir sind halt Ruhrpottkinder”.

Malpott

www.malpott.de

Dortmund

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