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MA-TEA: Dortmunder Gründer lässt eigenes Getränk herstellen

Martin Diekmann lässt seinen eigenes Getränk MA-TEA ist seit 2016 herstellen.
Martin Diekmann aus Dortmund, Gründer und Erfinder von MA-TEA (Foto: Carmen Radeck)

MA-TEA: Wie ein Dortmunder Gründer sein eigenes Getränk herstellt

Als er bei der Suche nach einem gesunden Energydrink nicht fündig wurde, entwickelte Martin Diekmann die Idee zu MA-TEA. Seit 2016 lässt der Dortmunder Gründer sein eigenes Getränk herstellen und hat dabei schon so einiges erlebt – Blut und Wasser schwitzen inklusive.


Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, wie ich ohne MA-TEA meine Nachmittage überstehen konnte.

Egal ob ich Salat, Schnittchen oder Currywurst-Pommes-Majo zum Mittag hatte, das „Suppenkoma“ am frühen Nachmittag war vorprogrammiert. Fokussiert und motiviert zu arbeiten ging meistens erst ab dem späten Nachmittag wieder richtig gut.

Seitdem ich mir beim oder nach dem Mittagessen ein Fläschchen MA-TEA gönne, ein Energy-Drink auf Matcha-Basis, ist Müdigkeit am Nachmittag Geschichte. Die Stunden bis zum Abend kann ich angenehm wach und fokussiert weiter arbeiten.

Erfinder von MA-TEA ist Martin Diekmann aus Dortmund. Erst vor drei Jahren begann er, sich ernsthaft damit zu beschäftigen, wie man ein eigenes Getränk herstellt. 2016 brachte er dann MA-TEA auf den Markt.

Die Lernkurve in Sachen Getränkeherstellung war für Martin besonders in den ersten beiden Jahren hoch. Blut und Wasser schwitzen inklusive.

Die Idee: Ein gesunder Energydrink auf Matcha-Basis

Die Idee, seinen eigenen natürlichen Wachmacher zu entwickeln, hatte Martin schon während seines Studiums.

(Foto: MA-TEA)

Um den Tag über mit all den Vorlesungen und Seminaren wach und fokussiert zu bleiben, und weil Kaffee so gar nicht sein Ding ist, griff Martin des öfteren zu synthetischen Energydrinks wie Red Bull. Die aufputschende Wirkung dieser Getränke machte ein konzentriertes Arbeiten danach aber in den meisten Fällen nicht möglich.

„Mein Schwiegervater, der regelmäßig nach Asien reist, brachte mich dann auf den Matcha-Geschmack“, erzählt Martin. Matcha ist ein spezieller japanischer Grüntee, bei dessen Herstellung das ganze Teeblatt auf Steinmühlen zu feinem Pulver gemahlen wird. „Das hat den Effekt, dass er seine volle Kraft entfalten kann.“

Und die hat es in sich. Matcha Tee ist vollgepackt mit Koffein und dabei trotzdem gesund. Dabei wirkt das Koffein bzw. Teein im Matcha anders als das klassische Koffein, nämlich zeitlich verzögert, sanfter und langanhaltender.

Doch in dem Tee steckt noch mehr: „Das Koffein macht wach, das L-Theanin entspannt und die Antioxidantien bekämpfen so gut wie alles Böse im Körper“, sagt Martin. Die perfekte Basis also für einen gesunden Wachmacher.

Da Matcha-Tee an sich eigentlich nur heiß gut schmeckt, suchte Martin für den täglichen Gebrauch nach einem Mix-Getränk auf Matcha-Basis. Als er bei seiner Suche nicht fündig wurde, beschloss er, sein eigenes Getränk zu entwickeln.

Trial and Error und die Frage: Wie stellt man ein professionelles Getränk her?

Martin zu Besuch im ruhr:HUB. (Foto: ruhr:HUB)

Martin begann, den Tee mit verschiedenen Fruchtsorten zu mischen.  Relativ schnell wurde klar, dass er mit einer Mischung aus Matcha und Limette starten wollte.

„Mir gefiel der Geschmack von Matcha in Kombination mit der Frische der Limette“, sagt er. Für die nötige Süße mischte er noch noch Agavendicksaft dazu.

Zur Feinjustierung des Geschmacks nahm sich Martin einige Wochen Zeit und testete seine Mischungen an Familie und Freunden aus.

Parallel dazu recherchierte er, wie das eigentlich funktioniert, ein Getränk professionell herzustellen und auf den Markt zu bringen.

Dabei ging es vor allem um Fragen wie:

  • Welcher Lieferant liefert zu welchem Preis die Rohstoffe?
  • Woher bekommt man Flaschen?
  • Wie funktioniert das deutsche Pfandsystem?
  • Bio? Wie funktioniert das und wer prüft das?

Google war Martins Recherchequelle Nummer eins für die Basis-Infos. Das entscheidende Insider-Wissen bekam er vor allem im direkten Gespräch mit Lohnabfüllern, Herstellern und Lieferanten.

Nach einigen Monaten und unzähligen Gesprächen hatte er alle Partner beisammen: Einen Lieferanten für den Matcha-Tee in Bio-Qualität, einen Spezialisten für Rohstoffe und einen Lohnabfüller für die erste Charge von 15.000 Flaschen.

Es konnte endlich losgehen!

Die erste Abfüllung: „Ich habe Blut und Wasser geschwitzt“

Alles war bereit. „Dachte ich“, sagt Martin. „Was ich damals nicht wusste: Pfandflaschen haben vier Wochen Vorlaufzeit.“ So lange wollte er nicht warten.

Um die Zeit zu verkürzen, ließ er die Flaschen in die Kisten des Lohnabfüllers abfüllen. Danach musste der Gründer selbst Hand anlegen, heißt: Er, ein guter Freund und sein Schwager füllten 15.000 Flaschen von Hand in die Kästen. Noch mal in Worten: fünf-zehn-tausend Flaschen. Knochenjob. Heute kann Martin fast darüber lachen.

(Foto: MA-TEA)

Das war der einzige Dämpfer, den Martin bei seiner ersten Charge erlebte. Die Abfüllung lief nämlich auch nicht so optimal. „Ich hab Blut und Wasser geschwitzt“, erzählt Martin. Der Schwund bei der Produktion war immens. Liegt er normalerweise durchschnittlich bei 2 Prozent, konnte Martin satte 20 Prozent seiner Charge vergessen.

Marketing und Vertrieb: Klinkenputzen und Events

Trotz Schwund, der Meilenstein „Abfüllung“ war geschafft. Jetzt galt es, mit MA-TEA eine Marke aufzubauen und die erste Charge auf den Markt zu bringen.

Hieß für Martin zum einen Klinkenputzen in Cafés und Kneipen, Coworking Spaces und Supermärkten, zum anderen Verkostungen auf Events, auf denen er seine Zielgruppe antrifft, also Startups, Techies, Kreative.

Als weiteren strategisch wichtigen Partner für den Vertrieb musste Martin zudem den Getränkegroßhandel gewinnen. Ist man hier gelistet, ist der Zugang zur Gastronomie einfacher. In NRW hat er bereits viele Großhändler von sich und MA-TEA überzeugen können. Auch in Berlin ist ein erster Partner mit an Bord.

Als Sologründer allein für alle Bereiche aktiv und verantwortlich zu sein – neben anfangs einem Vollzeitjob -, das war nicht leicht zu stemmen. „Da ich nur nach Feierabend und am Wochenende Zeit hatte, war es vor allem mit dem Vertrieb schwierig.“

Seit Anfang 2018 hat er dazu mehr Zeit. Mit Sebastian Deutsch und Eray Basar von der Digitalagentur 9elements hat der Gründer zwei Business-Angels gewonnen, die ihn sowohl finanziell als auch mit Agenturleistungen unterstützen. Martin kündigte seinen Job und ist nun Vollzeit-Unternehmer.

Neue Sorte und nächste Meilensteine

Jetzt hat er nicht nur mehr Zeit für Marketing und Vertrieb, Martin kann vor allem auch sein Unternehmen weiterentwickeln. So brachte er mit MA-TEA-Beere im Sommer 2018 beispielsweise eine zweite Geschmacksrichtung auf den Markt und ist nun dabei, seine Prozesse zu optimieren.

Neue Sorte: MA-TEA Beere (Foto: Carmen Radeck)

Für das kommende Jahr hat sich der Gründer einiges vorgenommen. Sein Ziel ist vor allem der Ausbau der Vertriebsaktivitäten in Berlin und Hamburg. Hierzu wird sich Martin Unterstützung von Partnern und ersten Mitarbeitern holen.

Neben den auf Regionen bezogenen Vertriebsaktionen will er auch die Bestellungen – vor allem von Büros – über seinen Onlineshop ausbauen. Dann wird der Gründer seinen Energydrink auch auf überregionalen Fachmessen wie der Internorga in Hamburg präsentieren.

Und die dritte Sorte MA-TEA ist auch schon in Planung. Man darf also gespannt sein!


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* Wir empfehlen nur, was wir lieben und wovon wir selbst und aus eigener Erfahrung überzeugt sind 🙂

Geschrieben von
Carmen Radeck

Carmen ist Journalistin, Autorin und leidenschaftliche Aktivistin für die Gründerszene im Pott. Seit 2014 betreibt sie das Startup-Portal RuhrGründer.de und ist Mitgründerin von Events wie RuhrSummit, Fuckup Nights Ruhrgebiet und Female Founders Ruhr.

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Geschrieben von Carmen Radeck