Gründer und Startups

Knackstream: Essener Startup gründet Videoportal für Talente

Gründerteam Knackstream

Das Gründerteam von Knackstream: Marc Saleiko und Milena Fluck (Foto: Knackstream)

Gründerteam aus Essen startet mit Knackstream ein faires Talent-Videoportal

Von Carmen Radeck

Knackstream ist ein ganz frisches Startup aus Essen, das vom Inkubator Zeche Neuland unterstützt wird. Gerade haben die beiden Gründer Marc Saleiko und Milena Fluck ihr Videoportal für Talente gelauncht. Im Interview mit den beiden erfahrt ihr, worum’s bei Knackstream geht und welche Erfahrungen das Gründerteam bisher gemacht hat.

Hallo Milena und Marc! Ihr seid gerade dabei, die Videoplattform Knackstream aufzubauen. Was ist die Idee hinter der Plattform? Was hebt sie von anderen Videoplattformen ab?

Marc: Knackstream ist ein faires Talent-Videoportal. Als Talent oder YouTuber ist nichts schwieriger als sich von der Masse abzuheben und sich einem breiten Publikum zu präsentieren. Viele gute Videos haben wenige hundert Views und versauern im YouTube-Keller, weil sie nicht gefunden werden.

Auf Knackstream können Talente ihre maximal eine Minute langen Videos in bestimmte zeitlich beschränkte Kategorien und Wettbewerbe einsortieren. Wir legen dabei Wert auf einen lokalen Bezug, weshalb wir auch in Bundesländer unterteilen. Talente zu erstöbern ist schön, lokale Talente „um die Ecke“ zu finden ist noch viel schöner.

Für den Zuschauer läuft das Ganze im Playlist-Format ab. Für jede Kategorie wird eine zufällig sortierte Playlist generiert und flüssig hintereinander abgespielt. Was nicht gefällt muss nicht zuende gesehen werden, was gefällt kann bewertet und zu den persönlichen Favoriten hinzugefügt werden.

Wir möchten diesen Entdeckungscharakter betonen, du wirst überrascht sein, wie viele coole Talente dort draußen sind. Wir bieten genau diesen eine Plattform. Bei uns gibt es Unterhaltung auf den Punkt gebracht, da die Talente nur eine Minute Zeit haben sich zu präsentieren.

Wie ist die Idee zu Knackstream entstanden?

Milena: Zuerst stand nur der Gedanke wie viel Spaß es machen würde, wenn man interessante Videos direkt hintereinander sehen könnte. Ganz ohne laden und suchen. Erst danach habe ich mir überlegt auf welche Gruppe man das Prinzip anwenden könnte. Meine zwei kleinen Brüder hängen den ganzen Tag auf YouTube rum und gucken nach guten Videos.

Mein Bruder hat ein Mädchen in seinem Alter entdeckt, das sehr gut Songs gecovert hat. Das Video hat er geteilt und nach ein paar Tagen hatte es Tausende von Viewern. Dieses Phänomen ist faszinierend, allerding muss man echt suchen um guten Inhalt zu finden und jemand mit Talent hat es schwierig in dieser Medienmasse gefunden zu werden. Da hatte ich dann die Gruppe auf die sowas abzielen könnte gefunden.

Was ist das Geschäftsmodell hinter Eurem Startup? Wie wollt Ihr mit der Plattform Geld verdienen?

Marc: Auf lange Sicht planen wir exklusive Videowerbung zwischen einzelnen Playlist-Videos zu platzieren, die für unsere Nutzer wirklich relevant sind. Durch den Orts-und Themenbezug können wir Werbung nutzerorientiert schalten. Darüber hinaus tragen wir im Auftrag vom Unternehmen Wettbewerbe aus. Zuletzt sind Premiuminhalte und eine Einstellgebühr für Videos in bestimmte Playlists geplant.

Ihr steht mit Knackstream noch ziemlich am Anfang. Was waren Eure ersten Schritte, wie seid Ihr an die Gründung herangegangen?

Marc: Es fing an mit der Teilnahme am „Mobile Solutions Award“ an der Universität Duisburg-Essen. Dort haben wir unseren Businessplan eingereicht und konnten eine gute Platzierung erzielen. Um uns selbst davon zu überzeugen, dass unser Zufalls-Playlist-Format Spaß macht und man Bock auf mehr bekommt, haben wir den ersten Prototypen mit einer Hand voll selbstgedrehter Videos gebaut und Freunden und Familie gezeigt. Über Kontakt in der Uni kamen wir dann zur Zeche Neuland, der die Idee auch auf Anhieb gefiel.

Wie finanziert Ihr Euer Startup in der Startphase? Support bekommt Ihr ja vom Inkubator der Zeche Neuland. Kannst Du ein bisschen erzählen, wie die Zusammenarbeit da abläuft?

Marc: Wir finanzieren uns aktuell über eine Zwischenfinanzierung von der Zeche Neuland. Neben finanziellen Mitteln, stellen uns die Gesellschafter der Zeche Neuland weitreichende Kontakte in unterschiedliche Industriezweige zur Verfügung und unterstützen uns mit ihrem Wissen im Bereich der Strategieplanung und Management.

Das wichtige bei solch einer Plattform ist es ja, Content zu bekommen? Wie geht ihr da heran, Eure Plattform bekannt zu machen?

Marc: Wir starten mit Inhalten von lokalen Wettbewerben und bundesweiten Playlists, die den Künstlern und Zuschauern zeigen sollen, wie Knackstream funktioniert und dass sie selbst einfach ein Teil davon werden können. Nach und nach werden weitere Wettbewerbe und Playlists in anderen Bundesländern und Regionen dazukommen. Geplant sind darüber hinaus Wettbewerbe mit Werbepartnern.

Kurz zu Eurem Team: Ihr startet zu zweit. Wie habt Ihr Euch zusammengefunden?

Milena: Als ich die Idee hatte, hatte ich überhaupt keine Ahnung, ob man sowas überhaupt umsetzen kann. Ich habe von Programmierung leider überhaupt keine Ahnung. Also habe ich in der Facebook-Gruppe unseres Studentenwohnheims mal gefragt, wer einen Informatiker kennt. Ich hatte ziemlich viel Glück so einen ausgezeichneten gefunden zu haben.

Was waren die größten Herausforderungen, mit denen Ihr bisher zu tun hattet und wie geht Ihr mit schwierigen Situationen um?

Marc: Fokus. Das Ziel nicht aus den Augen verlieren und immer mit der Brille der Zielgruppe auf das Produkt schauen. Gerade im Anfangsstadium ist es einfach vom Weg abzukommen und sich in Details und Belanglosigkeiten zu verlieren.

Alles muss immer perfekt sein. Wir haben gemerkt, dass wir neun ab und zu gerade sein lassen und Features und Aufgaben für fertig erklären müssen.

Was sind Eure wichtigsten Learnings als Gründer bisher?

Marc: Es hilft nichts den Kopf in den Sand zu stecken. Man muss sich entscheiden, auch wenn die Auswahl suboptimal ist. Und es ist wesentlich mehr Arbeit als wir uns zu Beginn vorgestellt haben.

Milena: Da so viele Leute versuchen Tipps zu geben, kritisieren und sich einbringen wollen, muss man vorsichtig sein und unterscheiden, was wichtig und sinnvoll ist. Man darf dadurch nicht vergessen, was man selbst für richtig hält.

Hast Du Lieblingstools, mit denen Du regelmäßig arbeitest?

Marc: Ich liebe Sublime Text. Ich mags bunt und minimalistisch, auch wenn sich das auf den ersten Blick widersprechen mag. Ansonsten bin ich ein Kind des Web und benutze für die tägliche Arbeit fast ausschließlich Webapps. Stift und Papier gehören darüber hinaus zu meinem täglichen Handwerkszeug. Ich muss die Dinge aus meinem Kopf haben und aufschreiben oder aufzeichnen.

Wie seid Ihr vernetzt? Seid Ihr Mitglied in Communities oder aktiv in der Gründerszene? Was haltet ihr von der Gründerszene hier im Ruhrgebiet?

Milena: Mit uns in der Zeche Neuland ist noch das Team von Rocket Spaces. Hier findet täglich ein guter Austausch statt.

Marc: Wir besuchen regelmäßig Gründerveranstaltungen und informieren uns hauptsächlich über Twitter über Neuigkeiten aus der Szene. Wir haben viele spannende Leute aus der Region kennengelernt. Ich denke das Ruhrgebiet darf ruhig etwas mutiger sein.

Wo steht Ihr mit Eurem Startup derzeit und was steht hauptsächlich auf Eurer to do-Liste?

Marc: Die Basis steht, neue Erkenntnisse erfordern immer wieder leichte bis mittelgroße Änderungen am Produkt. Aktuell sind wir zuversichtlich, dass wir im Juni noch starten können. Unsere Prioritäten liegen jetzt ganz klar beim Content, bei der Kundengewinnung und am letzten Schliff. Wir freuen uns jedenfalls riesig, dass wir bald zeigen können, was wir die letzten Monate so gemacht haben.

Vielen Dank für das Interview!

Marc: Wir haben zu danken. Vielen Dank!

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