Gründer und Startups

KinderPrint – Essener Startup bringt Kinderkunst auf die Leinwand

KinderPrint Katrin Kuntze

Katrin Kuntze, selbst Mutter von drei Kindern, gründete 2013 ihr Startup KinderPrint in Essen. (Foto: KinderPrint)

KinderPrint-Gründerin Katrin Kuntze im Interview

Von Carmen Radeck

Nach zehn Jahren Leben und arbeiten in Dubai ist die Essenerin Katrin Kuntze mit ihrer Familie zurück in ihre Heimat gekehrt und hat vor zwei Jahren ihr Startup Kinderprint gegründet. Ideengeber waren ihre drei Kinder und deren „Kunstwerke“. Im Interview spricht Katrin über die Idee hinter KinderPrint, ihr Team und ihre Learnings als Gründerin.

Hallo Katrin, Du hast 2013 KinderPrint gegründet. Was bietest Du da genau an und wie ist die Idee dazu entstanden?

Nachdem ich zusammen mit meinem Mann 2012 nach 10 Jahren in den Vereinigten Arabischen Emiraten zurück nach Essen gezogen bin, geisterte uns die Idee KinderPrint eigentlich schon unentwegt im Kopf herum und wir wunderten uns immer wieder, warum es etwas ähnliches in Deutschland noch nicht gab.

In Dubai werden wöchentlich Kreativ-Märkte abgehalten und eine Holländerin offerierte Kurse in Buchdruck für Kinder, wobei die Bücher von den Kindern selbst gestaltet wurden, hauptsächlich aus Kunstwerken. Da unsere Kinder beide in Dubai in den Kindergarten gingen, wo sehr viel Kunst „produziert“ wurde, hatten wir dementsprechend viele Werke, die beim Umzug nach Essen mit in den Container mussten.

Die Kunst der Kinder ist emotionales Gut und ich habe es nicht übers Herz gebracht, auch nur ein Kunstwerk wegzuschmeißen und so war die Idee „KinderPrint“ geboren!

Was waren die ersten Schritte, wie bist Du an die Gründung herangegangen?

KinderPrint Gründer

Das Gründerteam von KinderPrint: Katrin Kuntze und Björn Goergens (Foto: Privat)

Mein Mann Joern ist Unternehmer und investiert mit seinem Unternehmen in Startups und innovative Geschäftsmodelle – daher war die Idee schnell geboren, aus der Idee ein Unternehmen zu gründen.

Wir brauchten aber noch die technische Expertise, die wir beide nicht hatten. Daher motivierten wir unseren Bekannten Björn, der bereits in Dubai mit Joern zusammengearbeitet hatte und begeisterten ihn schnell für die Idee KinderPrint.

Björn, der als 18-jähriger ein eigenes Softwareunternehmen gegründet hatte, fand die Idee toll und war auch bereit mit zu investieren. Björn ist aktives Team-Mitglied bei KinderPrint und kümmert sich um die Technik und Finanzen. Da KinderPrint ja auch viel mit Kreativität zu tun hat und ein schönes Kind-freundliches, aber nicht zu kindliches Design her musste, brauchten wir natürlich noch einen kreativen Kopf. Diese Person fanden wir in Klaus, einem Designer aus dem Ruhrgebiet, der uns nicht nur zu unserem tollen Logo verhalf.

Hast Du Dir für die Herstellung der Produkte, die Du anbietest, Partner mit ins Boot geholt, bzw. hast Du den Herstellungssprozess an Partnerunternehmen outgesourcet? Wie funktioniert Dein Geschäftsmodell?

Zunächst musste eine Website konzipiert und erstellt werden. Diese haben wir gemeinsam mit Hilfe einer Essener Agentur entwickelt. Die eigentliche Produktion der Bücher wird von einer professionellen Fotobuch-Druckerei übernommen.

Das Besondere am Geschäftsmodell von KinderPrint ist, dass wir in unserem Fotostudio die Kunstwerke professionell abfotografieren, nachbearbeiten und dann die Bücher in unserem „Mit Liebe geholfen“ Service für den Kunden gestalten. Der Kunde hat also keinerlei Aufwand damit und wir setzen die Kinderkunst gekonnt und wunderschön in Szene. Der Kunde hat damit ein sehr persönliches, emotionales Produkt, das er sich immer wieder mit Freude anschauen kann und muss die Kinderkunst nicht in eine Kiste verbannen, wo sie vermutlich fast nie hervorgeholt wird.

Du hast ja schon Deine Team-Partner genannt. Erzähl doch noch kurz etwas zu Eurem persönlichen Background.

Zum Team gehören Klaus, Björn und ich selbst. Klaus ist ein renommierter Essener Designer, der schon mehrere Auszeichnung für seine wunderschönen Designs erhalten hat. Björn ist selbständiger Unternehmensberater und arbeitet häufig mit und für Technologie Start-ups. Ich selbst habe Personalwesen studiert und habe in Dubai bei einer Unternehmensberatung die Personalabteilung geleitet.

Du hast mir erzählt, dass die Startphase ziemlich tricky war. Was waren die größten Schwierigkeiten/Herausforderungen, mit denen Du bisher zu tun hattest und wie gehst Du mit solchen Situationen um?

Ein Startup zu gründen, ist eine große Herausforderung. Man muss alle möglichen Dinge bedenken, angefangen bei juristischen und steuerlichen Aspekten, Liquidität etc., aber natürlich auch so wichtige Elemente wie Marketing und Verkauf – was möchte der Kunde? Wie sollte ein Produkt aussehen? Wie sollte es bepreist sein? Und viele Dinge mehr.

Auch wenn verschiedene, externe Parteien an einem Produkt arbeiten, kann es schon einmal zu Unstimmigkeiten kommen, da der Prozess manchmal nicht optimal abgestimmt ist. Auch kommt es zu Verzögerungen, wenn insbesondere technische Dinge doch nicht so funktionieren, wie sie sollen. Insgesamt sind Start-Schwierigkeiten normal und gehören einfach dazu. Ruhig bleiben und das Problem lösen ist dann das beste Mittel.

Was sind deine wichtigsten Learnings als Gründerin bisher?

Meine Learnings sind auf jeden Fall, dass man nicht aufgeben sollte. Manchmal ist man natürlich sehr aufgebracht und möchte am Liebsten aufgeben. Aber man sollte sich nicht entmutigen lassen. Am Ende lassen sich für alle Probleme eine Lösung finden, es funktioniert doch alles und dann ist die Belohnung umso schöner. Wenn die ersten Kunden einem ein wunderschönes Feedback geben, wie zufrieden sie mit deiner Arbeit sind und sich darüber freuen, dass es so ein schönes Produkt gibt. Ein Produkt, das man selbst geschaffen hat. Das ist ein tolles, zufriedenstellendes Gefühl.

Wo stehst Du mit Deine Startup derzeit und was steht hauptsächlich auf deiner ToDo-Liste?

Derzeit konzentrieren wir uns darauf, KinderPrint bekannt zu machen und investieren in Marketing, insbesondere in Facebook-Kampagnen. Das Feedback ist sehr ermutigend, viele finden unsere Geschäftsidee sehr gut

Du bist Mutter von drei Kindern. Mal abgesehen davon, dass Deine Kinder ja einen ganz entscheidenden Beitrag zu Deiner Geschäftsidee beigetragen haben, wie kommst Du mit der Vereinbarung von Familie und eigenem Business klar?

Momentan läuft es gut, macht mir sehr viel Spaß und es ist eine schöne Abwechslung, doch wenn die Anzahl der Bestellungen weiter steigt, werde ich Unterstützung brauchen.

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