Gründer und Startups

Im Interview: Eugen Barteska vom Games Startup b-interaktive

Eugen Barteska b-interaktive

Eugen Barteska, Co-Founder von b-interaktive (Foto: b-interaktive GmbH)

Eugen Barteska vom Games Startup b-interaktive: „Spiele liegen in der Natur der Menschen.“

Das Games Startup b-interaktive mit Sitz in Schwerte hat sich seit der Gründung 2011 darauf spezialisiert, Spieleklassiker wie Kniffel, Mensch ärgere dich nicht oder Mühle für Tablet und Smartphone zu entwickeln. Mit Eugen Barteska als Co-Founder steckt ein alter Hase der Spieleentwicklung hinter dem Startup. Vor der Gründung war er Geschäftsführer bei Twistbox Games.

Hallo Eugen, mit Eurem Games Startup b-interaktive macht Ihr aus den Familien-Klassikern der Brett und Würfelspiele wie Kniffel, Mühle oder Mensch ärgere dich nicht digitale Spiele-Apps für Smartphones und Tablets. Wie kam es dazu?

Wir lieben Spiele, und Spiele liegen in der Natur der Menschen. Wenn man heute über Computerspiele spricht, dann hat man sehr oft Ego-Shooter oder andere Spiele für den typischen Hardcore-Gamer im Kopf. Unser Ziel war es von Anfang an, Spiele für Menschen aller Generationen mit modernen mobilen Plattformen zu schaffen. In den ersten Spielen wurde z.B. das iPad zum elektronischen Spielbrett, wo man alleine oder mit Freunden gemeinschaftlich vor dem Gerät spielen konnte.

Wer ist Eure Kernzielgruppe? Wer spielt diese Spiele heute?

Unsere Zielgruppe beginnt beim 6-jährigen Enkelkind, welches das moderne Smartphone oder Tablet entdeckt, wie auch der 70-jährige Opa, der sein altbekanntes Spiel mit modernen Geräten neu entdeckt. Durch die modernen Geräte schaffen wir die Brücke, um Menschen generationsübergreifend zusammenzubringen.

Entwickelt Ihr auch selbst eigene Spiele?

Ja, wir entwickeln alle Spiele selbst native für iOS, Android & Windows in–house.

Die Spiele sind alle Klassiker und viele Menschen werden sie auch in der analogen Form kennen. Was ist Euch bei der Transformation der Spiele ins Digitale wichtig? Worauf kommt’s besonders an?

Durch die native Entwicklung in-house können wir auf jeder Plattform die bestmögliche user experience schaffen und sind immer bei neuen Innovationen wie z.B. der Unterstützung von Smartwatches oder aktuell mit nearby beacons immer an vorderster Front mit dabei.

Du hast Dein Startup 2011 gegründet. Was hast Du davor gemacht, was ist Dein Background und was war Deine Motivation zu gründen?

Ich entwickele Spiele und Apps für Mobiltelefone und mobile Services bereits seit 2004. Nach meinem Exit bei Twistbox Games (NASDAQ: MNDL) 2006 mit dem Verkauf der Firma und dem Börsengang 2008 bin ich bis Anfang 2011 dort als Geschäftsführer tätig gewesen.

Ich hatte vor ab Februar 2011 etwas ruhiger zu treten und nach der Geburt meiner zweiten Tochter in Elternzeit zu gehen. Als ich gesehen habe, wie meine größere Tochter und auch deren Großeltern mit den neuen mobilen Geräten umgehen und diese im Alltag einfließen lassen, war mir klar, dass ich in diesem Bereich weiter arbeiten möchte.

Team b-interaktive

Ausflug nach Berlin – das Team von b-interaktive. (Foto: b-interaktive GmbH)

Die damalige Geschäftsleitung in den USA hatte sich entschlossen aus dem End-Consumer Geschäft (Spiele & Apps) zurückzuziehen. Aufgrund dieser Umstrukturierungen habe ich mich in meiner sozialen Verantwortung und den Mitarbeitern gegenüber gesehen.

So konnte ich ich Anfang 2011 mit 10 ehemaligen Mitarbeitern aus meinem alten Team die Firma b-interaktive GmbH gründen. Wir sind dadurch als ein neues Unternehmen erstanden mit über 10 Jahren Erfahrung im Mobile Bereich und konnten uns schnell und erfolgreich im Markt etablieren.

Wer gehört noch zum Gründerteam? Wie habt Ihr Euch gefunden und was hat gerade am Anfang der Gründung Euer Team ausgemacht?

Zum Gründungsteam gehört mein Partner Bartosz Andraczek aus Polen und Ian Aaron aus den USA. Bartek, wie man in Polen sagt, leitete seit 2006 bei Twistbox unsere Niederlassung in Gliwice und ist heute Co-Founder und CTO bei b-interaktive, wo er für die technische Entwicklung verantwortlich ist.

Ian ist unser ehemaliger CEO/President von Twistbox Entertainment USA. Als wir Ian von unserer Geschäftsidee erzählten, ist er mit uns direkt eingestiegen und hat neben unserem Spiele & Apps Business das B2B Geschäft im Bereich der mobilen Entwicklung mit Kunden in den USA maßgeblich vorangetrieben.

Was waren die größten Herausforderungen, die Ihr als Startup hattet?

Die größte Herausforderung war es, fokussiert zu bleiben. Durch die stetige und kontinuierliche Weiterentwicklung mit unseren Kunden, haben wir sehr gute Produkte geschaffen und ein nachhaltiges Geschäft mit stetigem Wachstum entwickelt.

Ihr habt Euch komplett selbst finanziert. War das so geplant oder ist es schwierig, externe Investoren zu finden?

Ich bin jetzt 44 Jahre alt und als Vater von zwei Kindern überlegte ich damals zwei Mal, ob ich mich nochmal selbständig machen soll. Meine Familie und meine damalige Mitarbeiter und Partner haben meine Vision unterstützt. Ich wusste, das wir es schaffen können.

Auf Investitionen von Dritten haben wir bewusst verzichtet, da wir die Kontrolle des Unternehmens nicht sehr früh und zu billig abgeben wollten. Schließlich kann man ein Unternehmen gerade am Anfang sehr schwer bewerten.

Aufgrund meiner vorangegangenen Erfahrung und Verbindungen hätten wir sicherlich ein Seedfunding aus USA bekommen. Dies hätte als Folge in unserem konkreten Fall eine Verzögerung von mehreren Monaten bedeutet und wir müssten ein neues Team zusammenstellen.

Dies wollten wir auf jeden Fall verhindern. Der frühe Markteintritt hat uns recht gegeben und wir haben ab dem dritten Monat nach Gründung bereits schwarze Zahlen geschrieben und auf diese Weise unseren Wachstum finanziert.

Euch gibt’s inzwischen seit fünf Jahren, Ihr habt über 30 Mitarbeiter. Was sind Eure Ziele und Pläne für die Zukunft?

Wir sind mit single player Spielen 2011 für den deutschen Markt gestartet. Seit 2013 haben wir unser multiplayer Platform b-live entwickelt und sehr erfolgreiche social media games auf Basis unserer Brettspiele auf den Markt gebracht.

Wir fokussieren uns jetzt vorrangig auf vernetzte Spiele um unseren Erfolg international zu replizieren. Aktuell unterstützen wir bis zu 22 Sprachen in unseren Spielen und wachsen überdurchschnittlich.

Was war für Dich Deine wichtigste unternehmerische Entscheidung bisher und warum?

Die wichtigste und beste Entscheidung, die ich getroffen habe, war es mit einem hochqualifizierten Team zu starten und dieses zu Höchstleistungen zu motivieren und auch neue und junge Mitarbeiter mit frischen neuen Ideen an Board zu holen.

Jeder bei uns im Team ist Profi in seinem Bereich, zu dem ich vollstes Vertrauen habe. Von Anfang an haben wir flache Strukturen im Unternehmen eingeführt, bei der sich jeder einbringen kann. Dies erlaubt uns agile auf neue Veränderungen im Markt oder auf Kundenfeedback zu reagieren.

Ich nehme mal an, dass Du das ein oder andere Eurer Spiele auch selbst spielst. Welches ist denn Dein Lieblingsspiel?

Natürlich kenne ich jedes Produkt im Markt und als Ingenieur interessiert mich besonders alles, was dahinter steckt bis zum Business-Model und der Monetisierung.

Tatsächlich erwische ich mich immer wieder, wie ich mit Leidenschaft unser Kniffel LIVE Spiel spiele. Das schöne an Kniffel LIVE ist, dass ich es kurz zwischendurch oder auch mal ganze Partien in 10 Minuten spielen kann, um meinen Kopf frei zu bekommen.

Der Reiz dabei ist, dass ich es nicht gegen den Computer, sondern gegen meine Frau, Freunde und beliebige Spieler spiele, die mich immer wieder mit interessanten Strategien herausfordern. Es bleibt spannend bis zum Ende.

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