RuhrSummit Social Entrepreneurship

ImpactSummit: B the Change – Die besten Unternehmen für diese Welt

Das B Corp Netzwerk ist beim ImpactSummit 2017 dabei. Andreas Renner, der das Netzwerk in Deutschland vorantreibt, erzählt uns weshalb.

 von Jennifer Wilke (Hilfswerft gGmbH)

B Corp ist ein Netzwerk aus weltweiten Unternehmen. In den USA hat sich das Siegel schon einen Namen gemacht und ist dort vom Bekanntheitsgrad mit dem deutschen Bio-Siegel vergleichbar. Allerdings geht es bei B Corp um viel mehr als „nur“ Bio-Qualität und Siegelvergabe.

B Corp Unternehmen definieren sich darüber, welche positive Wirkung sie auf die Welt nehmen – dafür steht das „B“ im Namen: Benefit. Unternehmertum als Kraft, sozialen Impact zu schaffen und die Wirtschaft, als Teil der Gesellschaft zu etwas Besserem zu machen.

 

Viele Unternehmen setzten sich heutzutage für Nachhaltigkeit ein. Ob als „Social Business“ in ihrer Unternehmens-DNA schon im Vorhinein festgelegt oder sich als CSR-Aktivität äußernd, stellen sich auch die großen Player sozialen und ökologischen Herausforderungen. Neben der tatsächlichen Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsziele, müssen die Aktivitäten authentisch sein d.h. zum Unternehmen passen, damit sie glaubwürdig sind.

Dies kann im Unternehmen durch verschiedene Maßnahmen und Instrumente geschehen. Changemanagement, Nachhaltigkeitsberichterstattung, Zertifizierungen, Audits… um nur ein paar von ihnen zu nennen. Auch einem Netzwerk aus Gleichgesinnten beizutreten ist hilfreich, um Synergieeffekte zu nutzen und aus einer Idee und einer gemeinsamen Agenda eine ganze Bewegung zu formen.

B Corp: Bewegung, Netzwerk und Instrument

B Corp ist nun irgendwie alles in einem. Bewegung, Netzwerk und Instrument, das „B Impact Assessment„. Ein Instrument, mit dem Unternehmen online ihre gesellschaftliche Wirkung einschätzen und managen lernen. Jedes Unternehmen kann es kostenlos nutzen und bei einer gewissen erreichten Gesamtpunktzahl B Corp Mitglied werden. B Corp zertifizierte Unternehmen genießen eine hohe Reputation und sind Teil eines großen Netzwerks.

Dies kann für ein Unternehmen ein wichtiger Schritt sein, um das Business Modell zukunftsfähig zu gestalten und auszubauen. Hier setzt B Corp nämlich an: nicht nur einzelne Produkte sollen nachhaltig sein, sondern das gesamte Unternehmen! Der Blick richtet sich hierbei auf soziale und ökologische Leistungen. Übernimmt das Unternehmen Verantwortung? Ist das Unternehmen transparent?

Möchte man sein Unternehmen nun zertifizieren lassen, muss man einige Schritte tun. Ein Überblick über den Prozess, gibt einen ersten Eindruck vom Assessment (dt.: Evaluierung/Prüfung). Es sei jedoch gesagt, dass der Umfang dieser Zertifizierung viel größer ist als man zunächst vermutet. Das Assessment fragt sehr genau und detailreich nach, was das Unternehmen ausmacht, was es produziert, wie es mit den Mitarbeitern umgeht usw. Es erfordert also jede Menge Informationen und regt in jedem Fall zum Nachdenken (und Nachrechnen) an.

Wie schon erwähnt, ist B Corp vor allem in den USA bekannt und namenhafte B Corp zertifizierte Unternehmen sind beispielsweise der Eis-Hersteller Ben & Jerrys (beim ImpactSummit durch Social Activist Timm Duffner vertreten). Aus Holland stammt das Unternehmen Dopper, bekannt für seine innovativ und farbenfroh designten Trinkflaschen (auch hier haben wir die Ehre Merijn Everaarts als einen der Speaker ankündigen zu dürfen). Der Outdoor-Ausstatter Patagonia und die Triodos Bank gehören ebenso dazu. Eine unglaubliche Vielfalt an Unternehmen!

Seit 2015 in Europa

Seit 2015 agiert die Organisation auch in Europa. In Deutschland gibt es auch schon einige Zertifizierungen. Spannend ist, dass auch viele Dienstleistungsunternehmen dabei sind, eben weil es nicht nur um Produkte geht, sondern um verantwortungsvolles Unternehmertum insgesamt. First Mover war Ecosia, eine Internet-Suchmaschine, die für Suchanfragen Bäume pflanzt! Weitere Beispiele sind startnext und tbd*, die auch beim ImpactSummit anwesend sein werden.

Für beide ist die B Corp Zertifizierung ein wichtiges Statement: ihre Unternehmen setzen sich für einen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft ein – sie sehen sich als Teil von etwas Größerem, Langfristigerem und denken nicht nur an den nächstgrößtmöglichen Jahresumsatz. Startnext tut dies, indem die Crowd-Funding Plattform Startups eine Infrastruktur bietet, um ihre Ideen umsetzen zu können. Tbd* sucht nach Weltverbesserern, die ihre Fähigkeiten als Social Entrepreneurs und Changemaker in gesellschaftsorientierten Unternehmen einsetzen wollen.

Interview mit Andreas Renner von GEXSI

Das deutsche B Corp Netzwerk agiert von Berlin aus und wird von GEXSI („The Global Exchange for Social Investment“), einer Impact Investing, Social Business Beratung und Think Tank – selbst B Corp zertifiziert – geleitet. Andreas Renner, CEO von GEXSI, leitet das Gründungsteam von B Corp Deutschland.

Andreas, du hast B Corp in Deutschland aufgebaut und setzt dich für eine nachhaltige Wirtschaft ein. Wie genau kam es dazu?

(Foto: privat)

Ich selbst war immer wieder an der Gründung von Sozialunternehmen unmittelbar beteiligt, vielfach über die von mir mitbegründeten Agentur GEXSI (Global Exchange for Social Investment). Als mich Marcello Palazzi, der Gründer der europäischen Dachorganisation B Lab Europe vor 3 Jahren gefragt hatte, ob ich mit ihm das deutsche B Corp Chapter aufbauen möchte, kannte ich B Corp bereits. Ich habe daher spontan zugesagt.

Wie hebt sich B Corp von anderen Initiativen, die für eine sozial-ökologische Wirtschaft einstehen, ab?

B Corp betrachtet nicht nur irgendein Produkt oder Herstellungsprozess, sondern das Unternehmen als ganzes, inklusive seiner inneren Zweckbestimmung und Governance. Es ist damit nicht nur ein tolles Signal für Konsumenten, sondern auch für Menschen, die einen Job mit Sinn suchen oder für Investoren, die Kapital sinnvoll investieren wollen.

Auch kenne ich kaum eine Initiative, die den Unternehmen ein Benchmark mit an die Hand gibt. Das – übrigens kostenfreie – Online Tool „B Impact Assessment“ liefert eine Punktezahl, die den Unternehmen hilft einzuschätzen, wo sie auf der Wirkungsskala stehen. Die größte Nähe sehe ich zur Gemeinwohlökonomie; es gibt auch schon die ersten Firmen, die in beiden Communities aktiv sind.

Am 19.10. wirst du um 16:15 Uhr B Corp vorstellen und ein Interview mit diversen B Corp Netzwerk Partnern führen. Welche Frage beschäftigt dich am meisten?

Ich bin unglaublich gespannt, ob die B Corp Community ein „Zuhause“ für die rasant wachsende Social Enterprise-Szene in Deutschland werden kann und den Austausch mit mehr als 2000 Sozialunternehmen aus der ganzen Welt herstellt. Ganz nach dem Motto: Gemeinsam sind wir stark und verändern die Welt.

Vielen Dank für diese Vorab-Informationen. Wir freuen uns beim ImpactSummit 2017 mehr über B Corp zu erfahren!

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Andreas Renner ist beim ImpactSummit dabei. Sein Slot?

B Corp: Gemeinsam sind wir stark und verändern die Welt

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