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Impact Hub Ruhrgebiet: Erst die Community bauen, dann den Hub

Impact Hub Ruhrgebiet Team

Drei der vier, die den Impact Hub ins Ruhrgebiet bringen wollen (v.l.): Ulrike (Uli) Trenz, Ben Brester, Janna Prager (Foto: Impact Hub Ruhrgebiet)

Noch ist der Impact Hub Ruhrgebiet eine Idee. Diese in die Tat umzusetzen, daran arbeitet ein vierköpfiges Team.

Dabei verfolgen die Vier einen interessanten Ansatz: Erst bauen sie mit Event-Formaten wie den Warm-up-Sessions oder – jetzt neu – dem Impact Evening ihre Community auf, dann erst den Hub. Wo? Na, irgendwo im Ruhrgebiet.

Im Interview sprechen Uli, Janna, Ben und Christoph über ihre Pläne.


Hey Impact Hub-Team, wer seid ihr? Stellt euch doch kurz mal vor!

Ben: Wir sind Uli, Janna, Ben, Christoph, das Team, das den Impact Hub ins Ruhrgebiet bringt.

Wir haben ganz verschiedene Hintergründe. Janna ist selbstständig als PR- und Marketing Spezialistin für Musikthemen, Uli arbeitet im Impact Hub Zürich und ist dort für Events und den Space verantwortlich.

Ich bin eigentlich Stadtplaner, aber nun sozusagen das erste Vollzeit Teammitglied im Ruhrgebiet. Christoph ist Co-Founder des Impact Hub Zürich und als gebürtiger Bochumer unser Mentor.

Worum geht es denn beim Impact Hub?

Uli: Impact Hub ist ein globales Netzwerk von über 90 Co-Working Spaces und jeweils Heimat einer lokalen Community aus Gründern, Selbstständigen, Start-Ups, Unternehmen, Stiftungen und weiteren Partnern. Dort wird die Zukunft der Wirtschaft gebaut und es werden neue Allianzen ausprobiert, z.B. zwischen Konzernen und jungen Leuten mit nachhaltigen Ideen.

Jeder lokale Impact Hub bietet außerdem Events und kleine Veranstaltungen an, die dabei helfen neue Ideen umzusetzen und die richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt zu verknüpfen.

Was ist dabei Eure Vision fürs Ruhrgebiet?

Janna: Wir sind davon überzeugt, dass es im Ruhrgebiet ein großes brachliegendes Potenzial gibt. Das wollen wir zutage bringen. Dazu bauen wir ein tragfähiges aktives Netzwerk, in dem Macher miteinander Projekte umsetzen, die das Ruhrgebiet in eine coole, offene Region verwandeln.

Als Anlaufstelle kuratieren wir dafür ungewöhnliche Partnerschaften, ermöglichen neue spannende Projekte und probieren Dinge aus, die anders sind.

Das klingt gut, aber was ist das Geschäftsmodell? Wie wollt Ihr es schaffen, wirtschaftlich zu arbeiten?

Uli: Jeder Impact Hub baut eine lokale Community aus verschiedenen Leuten auf. Da gibt es die Coworker, die eine Mitgliedschaft abschließen – vergleichbar einem Fitnessstudio – je nachdem, wie oft sie vor Ort vorbei kommen und arbeiten wollen.

Dann sind dort kleine Unternehmen, z.B. Agenturen, die den Ort wegen des Netzwerks und der Inspiration nutzen. Aber auch größere Unternehmen und Konzerne können Mitarbeiter zeitweise aus ihrem gewohnten Umfeld heraus holen, um im Impact Hub zu arbeiten und neue Ideen zu entwickeln.

Ben: Außerdem wird der Impact Hub als Event Space und Workshop-Raum vermietet, z.B. auch im Rahmen von Inkubations- oder Accellerator-Programmen mit Unternehmen oder Stiftungen.

Wir planen zudem Workshop-Reihen zu Innovation und zur Verknüpfung von Unternehmen mit Start-Ups und interessanten Gründern. Dabei können wir auf die Erfahrungen aus dem globalen Netzwerk zurückgreifen und dieses auch einbinden.

Impact Hub Ruhrgebiet Warm Up Session Neues Schwarz

Erst die Community aufbauen, dann den Hub. Warm Up Session im Neues Schwarz in Dortmund (Foto: Impact Hub Ruhrgebiet)

Wie ist die Idee entstanden, dieses Konzept im Ruhrgebiet umzusetzen?

Uli: Mit Ben habe ich mich seit Ende 2015 häufig darüber ausgetauscht, was im Ruhrgebiet eigentlich gerade so los ist und ob es wie in Zürich eine Start-Up und Gründer-Aufbruchstimmung gibt. Wir mussten feststellen, dass die Region noch ziemlich schläfrig war, was das anging, es aber schon viele Initiativen gab, z.B. den Ruhrgründer Blog.

Zusammen mit Christoph waren wir uns schnell sicher, dass man die Situation mit einer gewissen „Goldgräberstimmung“ beschreiben konnte. Deshalb war klar: Wenn ein Impact Hub irgendwo richtig viel bewegen kann, dann im Ruhrgebiet!

Darüber habt ihr euch als Team gefunden?

Janna: Genau, Ben und Uli kennen sich schon seit vielen Jahren. Auf der Suche nach weiteren Mitgründern und Leuten, die die Idee cool fanden, kam ich ins Spiel. Ich kenne Ben auch schon mehrere Jahre. Nach einigen Arbeitswochenenden war uns allen klar: Das passt.

Wo werdet ihr euch denn  als Impact Hub „Ruhrgebiet“ niederlassen?

Ben: Wir suchen derzeit noch nach einem tollen Ort. Am liebsten hätten wir etwas zentrales in Essen oder Bochum, da diese beiden Städte im Herzen des Ruhrgebietes liegen und von überall sehr gut erreichbar sind. Wir suchen einen offenen Raum, am besten mit einigen separaten Büros, in der Nähe eines Hauptbahnhofs mit 200-400 Quadratmetern.

Uli: Wir nehmen gerne Ideen und Hinweise entgegen!

Das Interessante ist, dass Ihr erst eure Community aufbaut, bevor Ihr überhaupt einen Standort gefunden habt. Wie geht Ihr da vor?

Janna: Wir haben im April mit unseren insgesamt sechs „Warm Up Sessions“ angefangen und sind damit durch verschiedene Ruhrgebietsstädte getourt. Das war eine super Erfahrung und wir haben unheimlich tolle Leute kennengelernt.

Nun wollen wir in Kürze Coworking Sessions in wechselnden Locations starten, zu denen wir herzlich einladen. Außerdem planen wir eine Reihe für Gründungswillige mit Beratung, Vernetzung und gemeinsamer Ideenfindung.

Und am 25. Oktober starten wir mit den „Impact Evenings“.

Was sind denn die „Impact Evenings“?

Ben: Wir etablieren damit eine neue Veranstaltungsreihe im Ruhrgebiet, die im Prinzip Mini-Weiterbildungen sind.

Ein Abend, aus dem jeder eine Erfahrung mitnimmt, die in seinem täglichen Arbeiten auch relevant ist. Natürlich wird es auch immer Zeit zum Kennenlernen geben, wodurch die Community stetig wächst.

Am 25. Oktober starten wir mit dem Thema „Führung im Team“ und holen mit André Domscheit einen bekannten Trainer und Coach nach Bochum.

Impact Hub Ruhrgebiet Warm Up Session Witten

Tour durchs Ruhrgebiet: Warm Up Session in Witten (Foto: Impact Hub Ruhrgebiet)

Was steht bei euch in der nächsten Zeit an?

Uli: Wir stehen kurz vor der GmbH-Gründung und suchen den Ort für den Impact Hub.

Wir sind in der nächsten Zeit auf ziemlich vielen Veranstaltungen, z.B. der „Initiale“ in Dortmund und bei „Unser Revier – jetzt für morgen!“ der Friedrich-Ebert-Stiftung. Im Dezember veranstalten wir mit der TU Dortmund eine Winter School zum Thema „Entrepreneurship in Entwicklungsländern“.

Janna: Gleichzeitig suchen wir weiter nach Partnern, die Lust haben mit uns und dem globalen Netzwerk zusammenzuarbeiten und unsere Vision unterstützen wollen.

Abschließend gefragt, wie sind eure Erfahrungen mit der Gründerszene im Ruhrgebiet?

Ben: Wir haben in den letzten zwölf Monaten die Erfahrung gemacht, dass sich das Ruhrgebiet oft kleiner macht, als es ist.

Wir haben hier aus unserer Sicht eine kleine, aber stetig wachsende Szene von Leuten, denen es nicht um den nächsten Exit geht, sondern die gemeinsam etwas bewegen wollen. Das ist einzigartig.

Es gibt jeden Tag Veranstaltungen, auf denen man sich treffen kann, aber es fehlt eine Anlaufstelle oder ein Ort, der Heimat der Ruhrgebiets-Community ist. Diesen Ort wollen wir gemeinsam bauen. Dabei kann und soll jeder mitmachen.

Meldet euch dazu bei uns und kommt zu unseren Veranstaltungen!


Infos und Tickets zum Impact Evening am 25. Oktober gibt’s hier.

Und so erreicht Ihr das Team vom Impact Hub Ruhrgebiet:

Web: www.bochum.impacthub.net

 

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