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Hyvä – Die Ein-Frau-Stickfabrik

Hyvä Stickfabrik
Monika Korolczuk noch in ihrem Ladenlokal im Unionsviertel. Zum Februar zieht sie mit ihrer Stickfabrik in andere Räumlichkeiten.

In Monika Korolczuks Stickfabrik trifft Kreativität auf Technik

Das Garn ist eingefädelt, der Stoff im Stickrahmen eingespannt, das Motiv einprogrammiert. Die Stickmaschine ist bereit. Ein Klick auf „Start“ und schon setzt der Stickarm die ersten Stiche. Erst langsam, dann legt die Maschine so richtig los. Nicht mal eine Minute dauert es, bis das fein gestickte Blumenmuster das kleine Stoffstück ziert. „Bis zu 1000 Stiche in der Minute kann die Maschine sticken“, sagt Monika Korolczuk, Gründerin und Inhaberin der Stickfabrik Hyvä (finnisches Wort für „gut“).

Ein echter Hingucker

Hyvä Stickmaschine
Bis zu 1000 Stiche pro Minute kann die Maschine sticken. (Foto: Carmen Radeck)

Die computergesteuerte Stickmaschine ist nicht nur ein echter Hingucker. Sie ist vor allem das Hauptarbeitsgerät der jungen Unternehmerin, mit dem sie seit November 2011 Vereins- und Firmen-Logos genauso wie individuelle Motive für Privatkunden auf alle möglichen Stoffe stickt.

Mit Handarbeit hat die studierte Grafikdesignerin zwar nichts am Hut, dafür konnte sie vor ihrer Unternehmensgründung auf einschlägige Berufserfahrung zurückgreifen: „Ich habe zwei Jahre lang an einer Stickmaschine in einer Sattlerei gearbeitet“, erzählt die 32-Jährige. Mit Nadel und Faden umgehen musste sie dabei nicht, dafür mit dem dazugehörigen Grafikprogramm Logos und Grafiken erstellen.

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Ein Blick aufs Sortiment. Auch Ohrringe entwirft und stickt Monika Korolczuk in ihrer Stickfabrik. (Foto: Carmen Radeck)

Knapp ein Jahr bereitete sich die Dortmunderin auf die Selbstständigkeit vor, diskutierte viel mit Freunden, die auch selbstständig arbeiteten, und ließ sich bei der Wirtschaftsförderung beraten. “Die Risiken waren sehr begrenzt”, sagt Monika Korolczuk. Außer der Stickmaschine gab es keine großen Investitionen. Über die Anfangsphase half der Gründungszuschuss.

Unerwartete Entwicklungen

Von ihrem Businessplan ist die 32-Jährige allerdings schnell abgewichen. “Manche Dinge haben sich einfach total unerwartet entwickelt”, sagt die Jung-Unternehmerin. So hat sie das Workshopangebot inzwischen komplett eingestellt. 

Dafür entdeckte die Designerin nach und nach, was ihre Maschine alles drauf hat. “Beim Herumprobieren mit dem Programm habe ich festgestellt, dass man sogar fotorealistische Porträts sticken kann”, erzählt Monika Korolczuk. Mittlerweile sind ihre gestickten Fotoporträts ein echter Geschenk-Renner. Auch eigene Kollektionen gestickter Ohrringe und bestickter Lampenschirme gehören zum Sortiment im Hyvä-Onlineshop.

Hyvä Fotostickerei
Die Fotoporträtstickerei hat sich zum Geschenke-Renner gemausert. (Foto: Carmen Radeck)

Das Internet will die Fabrikinhaberin auch als Hauptvertriebsmedium nutzen. Auf ein Ladenlokal, wie sie es bisher im Dortmunder Unionsviertel geführt hat, möchte Monika Korolczuk in Zukunft verzichten, vor allem auch, um flexibler arbeiten zu können. Denn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht für sie im Vordergrund.

Auch wenn sich ihr Unternehmen in der kurzen Zeit in eine andere Richtung entwickelt hat als geplant, ist Monika Korolczuk bisher zufrieden. “Es ist zwar immer noch Luft nach oben, aber dass das in meinen eigenen Händen liegt, gibt mir ein gutes Gefühl”, sagt die 32-Jährige. “Hier kann ich mich weiter entwickeln, und hier bin ich mein eigener Boss. Das ist für mich das A und O.”

Hyvä-Stickfabrik

www.hyvae.de

Dortmund

Geschrieben von
Carmen Radeck

Carmen ist Journalistin, Autorin und leidenschaftliche Aktivistin für die Gründerszene im Pott. Seit 2014 betreibt sie das Startup-Portal RuhrGründer.de und ist Mitgründerin von Events wie RuhrSummit, Fuckup Nights Ruhrgebiet und Female Founders Ruhr.

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Geschrieben von Carmen Radeck