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hejhoni: Sebastian Stemmann, Alena Blaß, Judith Stemmann (Foto: hejhoni)

hejhoni macht aus Kindersprache individuelle Drucke

Im Startup-Interview stelle ich Euch heute Judith Stemmann von hejhoni vor. Das Herner Startup möchte die lustigen, einzigartigen und vor allem kreativen Wortschöpfungen kleiner Kinder beim Spracherwerb nicht einfach so verschwinden lassen, sondern auf schön designten Posterdrucken festhalten.

Mit ihrer Idee konnte Judith nicht nur ihren Mann Sebastian begeistern, sondern auch ihre Freundin, die Designerin Alena Blaß. Heute bilden die drei das Gründertrio von hejhoni.

Im Interview erzählt Judith,

  • wie die Idee zu hejhoni entstand, 
  • wie die drei zusammenarbeiten,
  • wie schwierig ein einfacher Bestellprozess ist,
  • welche Herausforderungen sie beim Thema Online-Shopsystem meistern mussten,
  • welches Tier hinter “Honi” steckt.

Honi, Napka, Hüs: hejhoni hält kreative Wortschöpfungen kleiner Sprach-Erlerner auf Poster-Drucken fest 

Hallo Judith, Du bist Mitgründerin von hejhoni. Worum geht’s in Eurem Startup?

Hallo Carmen, und zunächst mal lieben Dank, dass du dir die Zeit nimmst, um mehr über unsre Startup zu erfahren. 

hejhoni bietet Familien die Chance, die Entwicklung ihrer Kinder auf ganz besondere Art zu begleiten. Denn bei uns können Eltern die sprachliche Einzigartigkeit ihrer Kinder auf schöne Weise festhalten. Ganz konkret erstellen wir hochwertige Poster-Drucke, auf denen süße, lustige oder kreative Wortkreationen kleiner Sprach-Erlerner verewigt werden. 

Wenn Kinder anfangen, die Welt zu entdecken, benennen sie nämlich Dinge in ihrer Umgebung mit den kreativsten Formulierungen. Dafür nutzen sie meist erfundene Wörter für die Begriffe, die sie noch nicht aussprechen können. 

Somit wird beispielsweise aus einer Tomate zunächst eine “Napte” oder aus dem Fisch ein “Hüs”. 

Eltern lieben diese ganz individuelle Sprachakrobatik ihrer Kinder und möchten nichts davon vergessen. Denn irgendwann können die Kinder die Begriffe richtig aussprechen – und man verlässt zwangsläufig diese sprachliche Zauberwelt.

Judith Stemmann, hejhoni

Eltern lieben diese ganz individuelle Sprachakrobatik ihrer Kinder und möchten nichts davon vergessen. Denn irgendwann können die Kinder die Begriffe richtig aussprechen – und man verlässt zwangsläufig diese sprachliche Zauberwelt. 

Mit hejhoni können diese einzigartigen Entwicklungen nun endlich auf wunderschöne Weise bewahrt werden.

Im weiteren Verlauf der (Sprach-)Entwicklung sprechen Kleinkinder dann oftmals auch ganze Sätze, die einfach unheimlich lustig oder niedlich sein können. 

Auch das kann bei uns in einem schönen Design als Druck festgehalten werden. 

Erzähl mal, wie die Idee entstanden ist und wann für Euch fest stand, daraus ein Unternehmen zu gründen.

Unser Sohn Carlo (jetzt 4 Jahre) hat recht früh angefangen, Sprache für sich zu entdecken. Mit knappen 18 Monaten begann er dann, für Begriffe, die noch zu schwer auszusprechen waren, eigene Worte zu entwickeln. Beispielsweise sagte er zu Eichhörnchen immer “Honi” oder zu Erdbeere “Epik”, zu gemütlich sagte er “mokig”, zu Fahrrad “Facka” und so weiter. 

Da sind unheimlich niedliche, aber eben auch lustige Wörter dabei, die man als Eltern am liebsten niemals vergessen will. Viele Mütter und Väter nehmen dann ein Notizbuch zur Hand, um diese Wortkreationen zu bewahren. 

Im Sommer 2020 kam mir dann morgens unter der Dusche die Idee, dass diese tolle individuelle sprachliche Entwicklung von Kleinkindern nebst passender Illustration verewigt werden muss. 

Alena, die talentierte Art Direktorin ist, hatte dann die Idee, das Ganze auf Postern in verschiedenen Designs festzuhalten. 

Wer steckt denn alles hinter hejhoni? Erzähl etwas über Euren Background und wie Ihr Euch gefunden habt und wer welche Aufgaben übernimmt.

hejhoni, dahinter stecken Judith, Alena und Sebastian. Ich hatte also die Idee. Und ich war zu diesem Zeitpunkt schon knappe zwei Jahre mit Alena befreundet. 

Wir haben uns als werdende und später frischgebackene Mütter über Instagram kennengelernt und schnell festgestellt, dass wir in vielen Dingen gleiche Ansichten und Wertvorstellungen haben. So war es klar, dass ich Alena auch – direkt nach meinem Mann – die Idee vorstellte. Und sie war sofort Feuer und Flamme. 

Denn auch ihre Tochter Mathilda (bald 4 Jahre) ist eine kleine Wort-Akrobatin und lieferte sofort viel gutes Material für die ersten Entwürfe. 

Mein Mann Sebastian, der dritte im Bunde übrigens, war auch sofort begeistert von der Idee und wollte, trotz seines Vollzeitjobs, irgendwie mitmischen. Und das ist auch gut so, da er uns wertvoll ergänzt. 

Alena blickt als Art Direktorin auf viele Jahre in der Werbung zurück. Sie hat für viele namhafte Kunden Kampagnen designt, ist erfahren in der Gestaltung von intelligent aufgebauten Webseiten / Shops und ist technisch sehr versiert. 

Somit liefert sie den kompletten optischen Part unseres StartUps und ist verantwortlich für unseren tollen Shop.

Sebastian ist Marketing-Spezialist, arbeitet auch “nebenbei” vollzeit als Marketingleitung in einem Herner Unternehmen. Somit kann er nicht ganz so viel Zeit einbringen. Aber er liefert immer wertvollen Input und behält den strategischen Überblick. 

Ich bin vor hejhoni recht vielseitig unterwegs gewesen: Neben einer klassischen Ausbildung zur Bankkauffrau, einem Studium der Kommunikationswirtschaft sowie einem dualen Studium “Business & Management” in London, habe ich beim TV als Trailer-Produzentin gearbeitet, in einer Werbeagentur als Texterin, in einer großen PR-Agentur in der Öffentlichkeitsarbeit für namhafte Kunden, sowie zuletzt als Marketing-Leitung in einem kleinen Bochumer Startup. 

Viele meiner unterschiedlichen beruflichen Erfahrungen sind uns jetzt sehr nützlich. 

Als Team sind wir momentan relativ komplett aufgestellt für die aktuellen Bedürfnisse von hejhoni. 

Der Bestell-Prozess für Eure Drucke ist sehr einfach und hat nur wenige Schritte. Gerade an solchen “einfachen” Prozessen tüftelt man ja oft sehr lange herum. Erzähl mal ein bisschen, wie Ihr an Euer Business herangegangen seid. Was waren wichtige Fragen, die Ihr Euch gestellt habt?

Zunächst einmal freut es uns sehr, dass du den Bestellprozess als einfach empfindest. Denn genau das ist bei uns der Knackpunkt gewesen. 

Wir sind nämlich Vorreiter, unsere Idee gibt es so noch nicht am Markt. Somit erfordert unser Produkt ein bisschen mehr Erklärung, als wenn man sich einfach nur ein Poster mit einem schönen Design bestellt. 

Insofern haben wir tatsächlich in den Aufbau der Webseite sowie der einzelnen Produktseiten viel Gehirnschmalz gesteckt. 

Für diejenigen, denen die Idee geläufig ist, also uns, ist der Prozess im Vorfeld bereits klar. Aber die Herausforderung ist eben, sich in den “unwissenden” Kunden hinein zu versetzen. Wonach sucht er/sie? Was sind Fragen, die beantwortet werden müssen, um die Kaufabsicht hervorzurufen? Welche Schritte sind notwendig? Welche sind überflüssig? 

Eine sehr intelligente, aber dennoch einfache Nutzer-Führung ist da erforderlich. 

Somit sind wir jetzt an einem Punkt, also rund vier Monate, nachdem wir mit dem Shop live gegangen sind (1.6.21), an dem wir relativ zufrieden sind mit unserem Bestellprozess. 

Optimieren kann man immer.

Judith Stemmann, hejhoni

Optimieren kann man immer. Aber das, was uns jetzt noch als Optimierung vorschwebt, erfordert ein etwas größeres finanzielles Invest, was momentan für uns noch nicht realisierbar ist.

Außerdem ist es bei jedem Online-Shop natürlich unheimlich wichtig, sich rechtlich gut aufzustellen. Das war uns sehr wichtig. Aus diesem Grund haben wir Geld in die Hand genommen, um unsere gesamte Webseite nebst Shop juristisch prüfen zu lassen. Man shoppt bei uns also sicher.

Was waren denn die größten Herausforderungen und wie habt Ihr sie gemeistert?

Die größte Herausforderung war tatsächlich die eben angesprochene juristische Sicherheit. 

Wir haben uns zunächst für ein Shopsystem entschieden, was leider den deutschen Datenschutzbestimmungen im Online-Handel nicht gerecht werden konnte. Unsere erste juristische Prüfung des Shops scheiterte somit kläglich. 

Das war ein ziemlicher Dämpfer, da wir damals noch dachten, wir könnte zwei Wochen später schon live gehen. Stattdessen mussten wir unseren gesamten Shop auf ein anderes Shopsystem umziehen. 

An dieser Stelle holten wir uns auch technischen Support bei einer Digital-Agentur, um alles sofort korrekt aufzusetzen und um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. Schlussendlich sind wir gut drei Monate später als geplant an den Markt gegangen. Dafür aber mit einem sicheren Gefühl. 

Weiterhin haben wir etwas länger nach einem zuverlässigen Dienstleister gesucht, bei dem wir unsere Druckdateien zum finalen Produkt fertigen lassen. 

Die ersten Online-Anbieter konnten uns nicht die gewünschte Qualität nachhaltig liefern. Somit sind wir schlussendlich bei einer lokalen Druckerei gelandet, bei der wir Schnelligkeit, Service und Qualität genießen und auf die wir uns verlassen können. 

Kinderbetreuung und parallel ein Unternehmen aufbauen ist streckenweise schon recht amüsant.

Judith Stemmann, hejhoni

Und natürlich ist es eine stetige Herausforderung für uns alle, mit Kind zu gründen. Insbesondere während der Corona-Lockdowns mussten Alena und Judith viel jonglieren: Kinderbetreuung und parallel ein Unternehmen aufbauen ist streckenweise schon recht amüsant. 

Aber da wir ja zum Glück zu keiner Zeit eine Deadline hatten oder finanziellen Druck, konnten wir relativ selbstbestimmt die schwierigeren Zeiten meistern. 

Und welche Erfolge durftet Ihr schon feiern?

Wir verkaufen regelmäßig in kleinen Mengen – was uns zeigt, dass unsere Idee ankommt. Außerdem wurden wir auf Instagram aktiv von größeren Mama-Influencerinnen angesprochen und gefragt, ob sie Werbung für uns machen dürfen. 

Zudem erhalten wir kontinuierlich die tollsten Feedbacks von Zugehörigen der Zielgruppe. Auch das zeigt uns, dass wir einen Bedarf entdeckt und geweckt haben. 

Darüber hinaus haben wir kürzlich das Gründerstipendium NRW gewonnen, welches innovative Ideen fördert. Wir haben dafür unsere Idee vor einer Jury gepitcht und konnten auf ganzer Linie überzeugen. 

Alena und ich erhalten fortan eine finanzielle Unterstützung für 12 Monate sowie Support durch einen professionellen Coach. Unser kleines Unternehmen wird also in den nächsten Monaten noch mal richtig Fahrt aufnehmen.

Wo steht Ihr gerade und was steht als nächstes bei Euch an?

Wir sind soweit stabil organisiert. Unser Basis-Geschäft läuft, Prozesse sind eingespielt. 

Als nächsten großen Schritt werden wir uns mit unserem Coach auf das Weihnachtsgeschäft vorbereiten. Hier sehen wir eine große Chance, und wollen uns daher optimal auf diese für einen Onlineshop kommerziell gesehen wichtige Zeit im Jahr aufstellen.

Außerdem stehen auf unserer Agenda die Erweiterung unserer Produktpalette durch Komplementär-Produkte (Stichwort Poster-Rahmen) sowie Produktergänzungen (andere Formate, neue Designs und so weiter). Auch technisch wollen wir unseren Shop noch ausbauen. Aber das sind alles Projekte für 2022 / 2023.

Dein Favorit unter den lustigen Kinderworten?

Ganz klar für mich das Honi. Es ist einfach so süß und weckt in mir ganz tolle Erinnerungen. Außerdem ist das Honi streng genommen der Ideengeber gewesen. Darauf fußt auch unser Markenname hejhoni. 

Darüber hinaus sind aber die besten Wortkreationen von Kindern genau die, die unheimlich lustig klingen und im besten Fall auch noch sehr weit weg vom Originalwort sind. 

Auf unserem Instagram-Account sammeln wir wöchentlich mit unseren Followern die besten “Honis” (so nennen wir die Wortkreationen der Kinder) unter dem Hashtag #honiderwoche. 

Hierbei tun sich unheimlich lustige Wörter auf, die wir gern mit der Community teilen. Beispielsweise sagte ein kleiner Junge zu “Büstenhalter / BH” immer “Busischal”. So naheliegend, und dennoch so unfassbar kreativ. 

Für Eltern gibt es in der Zeit des Spracherwerbs ihrer Kinder einfach kaum etwas Schöneres, als kleine Erfolge in Form von lustigen oder süßen Eigenkreationen zu feiern. Und das können sie nur bei uns. 

Geschrieben von
Carmen Radeck

Hi, ich bin Carmen, Gründerin von RuhrGründer.

Seit mehr als zehn Jahren bin ich als Journalistin im Ruhrgebiet unterwegs und unterstütze Entrepreneur*innen bei Storytelling, Content Marketing und PR.

Als leidenschaftliche Aktivistin für die Gründerszene Ruhr rief ich Events wie RuhrSummit, Fuckup Nights Ruhrgebiet oder Female Founders Ruhr mit ins Leben. Mein aktuelles Projekt ist der Podcast „The Story behind“.

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