Basics

Gründerwettbewerbe in Deutschland: Drei Chancen für Startups

jump_webStartups haben es immer noch schwer in Deutschland. Viele Gründerinnen und Gründer haben Probleme bei der Finanzierung. Anderen fehlen auch das Netzwerk und die Erfahrung, ihre Geschäftsidee zu schärfen. Hier können Gründer- und Businessplan-Wettbewerbe helfen. Ein Plädoyer für mehr Wettbewerbs-Sinn.

Fast jede Woche rufen mich Gründer aus ganz Deutschland an. Oft sind es Einzelgründer, aber auch kleine Start-up-Teams. Sie haben die immer gleichen Probleme: Entweder es fehlt ihnen an Geld. Die Hausbank wehrt sich mit Händen und Füßen, ihre neue Geschäftsidee zu unterstützen.

Oder, die zweite Variante: Es fehlt den Gründern an Know-how und Erfahrung.

Wie positionieren wir uns im Markt? Wer ist unsere Zielgruppe? Wie stellen wir das Marketing auf? Mit diesen Fragen, die in jeden Businessplan gehören, kämpfen alle. Natürlich gibt es ein erstes Konzept. Nur muss es stetig erweitert, angepasst oder auch komplett über den Haufen geworfen werden. Der Markt verändert sich eben rasend schnell.

Mehr als 100 Businessplan- und Gründerwettbewerbe in Deutschland

Was immer noch viel zu wenige Gründer auf dem Schirm haben: In jedem Bundesland und in fast allen größeren Städten gibt es gute Unterstützung. Durch Inkubatoren, Wirtschaftsförderer, Gründercoaches. Aber auch in Form von Gründer-Wettbewerben.

Es gibt in Deutschland weit über 100 Businessplan- und Gründerwettbewerbe. Dazu  zählen nationale Wettbewerbe, aber auch regionale oder auf einzelne Städte oder bestimmte Branchen bezogen. Wie zum Beispiel den Businessplanwettbewerb Medizinwirtschaft von Startbahn Ruhr für Start-ups aus dem Medizin- und Health-Sektor.

Aber auch Hochschulen bieten eigene Wettbewerbe an, wie etwa im Rheinland das Hochschulgründernetzwerk Cologne, ein Verbund aus neun Hochschulen und weiteren Initiatoren aus der Region.

Drei Vorteile für die Teilnahme an einem Gründungswettbewerb

Für Start-ups hat die Teilnahme an solchen Wettbewerben drei Vorteile:

Vorteil 1: Die Idee wird geschärft

Wer seine Geschäftsidee fremden Personen vorstellen muss, feilt automatisch an der Idee. Es ist etwas anderes im kleinen Team zu diskutieren als das Konzept externen Experten schmackhaft zu machen. Man blickt noch einmal von Außen auf die Idee und arbeitet zum Beispiel intensiv am Elevator Pitch: Wie kann ich meine Idee in 30 Sekunden auf den Punkt erklären?

Vorteil 2: Preisgelder

Als Gewinner bekommt man Preisgelder, die zum Teil in den fünfstelligen Bereich gehen. Viel Geld, das man gerade in der Startzeit gut gebrauchen kann. Erst recht, wenn man bedenkt, wie zäh die Verhandlungen mit den Banken sein können. Vor allem Start-ups haben dort auch damit zu kämpfen, dass klassische Bankberater den Markt oder die Ideen häufig nicht wirklich verstehen. Das Preisgeld dagegen ist ein richtiger Schub, den man vergleichsweise frei für das Wachstum und den Ausbau des eigenen Unternehmens nutzen kann.

 Vorteil 3: Netzwerk

Viele Wettbewerbe bieten nicht nur Preisgelder an, sondern auch Coachings, Trainings und Netzwerk-Treffen. So schwimmt man nicht nur im eigenen Teich, sondern vernetzt sich mit der regionalen Szene. Das kann ein großer Vorteil sein, etwa, wenn später ein Investor gesucht wird. Manche Gründerpreise werden auch von Hidden Champions aus der Region gesponsert. Erfolgreiche mittelständische Unternehmen, die vielleicht später an einer Übernahme interessiert sind.

Fazit

Bei vielen Gründerwettbewerben sind die Teilnahmezahlen nicht exorbitant hoch. Bei regionalen Wettbewerben bewerben sich zum Teil rund 50 Teams, bei größeren Wettbewerben auch mal 150 Teams. Wer eine gute Idee hat, hat auch gute Chancen sich hier durchzusetzen. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert. Was gibt es schon zu verlieren?

Wer mit Organisatoren von Wettbewerben spricht, hört immer wieder: Die Gründer, die sich bei ihnen bewerben, gehen sehr klar ihren eigenen Weg. Der Wettbewerb ist meistens nicht die erste oder gar letzte Station. Sondern nur ein Baustein von vielen, um die Idee weiter voranzutreiben und mit seinem eigenen Start-up durchzustarten.


Benjamin O'Daniel

Benjamin O’Daniel (Foto: Privat)

Benjamin O’Daniel ist freier Journalist und Redaktionsleiter des Ratgeberportals Existenzgründer & Jungunternehmer. Im Blog interviewt er seit Anfang des Monats Organisatoren von Gründer-Wettbewerben. Auch die Organisatoren der Ruhrgebiets-Wettbewerbe stehen auf seiner Liste.

1 Kommentar

Hinterlasse einen Kommentar

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr erfahren

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close