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Gründerkoordinator Ruhr: Christian Lüdtke im Interview

Christian Lüdtke (Foto: Initiativkreis Ruhr)

„Ich bin Mentor, Vermittler und Türöffner“

Christian Lüdtke ist der neue Gründerkoordinator Ruhr. Im Interview spricht er über das Ruhrgebiet als Heimat, über seine künftigen Aufgaben – und über sein Ziel, sich überflüssig zu machen.

Christian, Du hast die Rolle des Gründerkoordinators Ruhr übernommen. Was reizt Dich an dieser Aufgabe?

Ich bin Duisburger und Besitzer einer Generationenkarte für den MSV. Auch  wenn ich heute in Berlin lebe, bin ich mit dem Ruhrgebiet tief verwurzelt. Meine beiden Opas haben unter Tage gearbeitet, mein Vater zunächst in einer Kokerei in Oberhausen und dann später bei Krupp in Duisburg-Rheinhausen. Meine Eltern leben nach wie vor hier in der  Region.

Der Heimatregion also zu helfen, indem ich meine Erfahrungen aus Berlin, aber auch aus den internationalen Startup-Hubs einbringe, motiviert mich noch einmal zusätzlich, alles daran zu setzen, aus dieser großartigen Region einen wichtigen, lebendigen Gründerstandort zu machen.

Gib uns bitte Deine Einschätzung: Wo steht das Ruhrgebiet in Sachen Gründungen und Startups momentan?

Das Ruhrgebiet ist in Sachen Startup selbst noch ein Startup – wie übrigens die meisten Regionen in Deutschland. Aus meiner Beobachtung heraus  würde ich sagen, das Thema Startup hat hier etwa in den letzten zwei  Jahren Fahrt aufgenommen: Die Industrie hat es für sich erkannt und sich geöffnet, es gibt viele Initiativen auf universitärer Ebene, und auf  der politischen Agenda ist die Startup-Förderung mittlerweile auch.

Es wird aber alles noch immer sehr institutionell angegangen und dann gerne auf die Vorteile der Region verwiesen: die Industrie, die hohe Universitätsdichte, die Verkehrsanbindung. Das sind ohne jeden Zweifel beste Voraussetzungen.

Auf der anderen Seite hat Berlin das alles nicht  und ist trotzdem ein international bedeutender Startup-Standort. Um hier also eine Gründerkultur zu schaffen, müssen wir uns noch stärker  fragen: Was brauchen die Gründer wirklich?

Was wird der Gründerkoordinator Ruhr zukünftig machen?

Ich bin Ansprechpartner, Coach und Mentor sowie Vermittler und Türöffner. Wenn man als Gründer zukünftig Hilfe oder Unterstützung benötigt, gibt es eine zentrale Anlaufstelle – nämlich auf dem Welterbe Zollverein, dem zukünftigen Sitz des Gründerkoordinators. Ich werde aber natürlich auch sehr viel auf Veranstaltungen präsent sein, sowohl im Ruhrgebiet als auch darüber hinaus. Denn ich verstehe mich auch als Botschafter des Ruhrgebiets.

Ein Beispiel: Ich bin Gründer eines  IT-Startups aus der Region, aber um meine Idee groß zu machen, fehlen  mir Geld und starke Partner. Was könntest Du als Gründerkoordinator für  mich tun?

Um schon mal einer Anfrageflut vorzubeugen: Der Gründerkoordinator ist kein Kapitalbeschaffer. Mein Team und ich wissen  aber sehr genau um die Herausforderungen der Gründer und welche Hausaufgabe gemacht sein müssen, um eine Geschäftsidee schnell und erfolgreich auszurollen. Bei all diesen Schritten können wir unterstützen und hinsichtlich des Netzwerksgedankens auch die richtigen Partner zusammenbringen. Das kann dann auch miteinschließen, Türen zu potenziellen Kapitalgebern aufzustoßen.

Was musst Du erreichen, um den Gründerkoordinator zu einer Erfolgsstory zu machen?

Idealerweise mich überflüssig machen! Das Ziel ist es, hier eine Infrastruktur zu  schaffen, die es für ein junges Unternehmen einfach macht zu gründen. Außerdem im Verbund mit allen Playern, die es hier bereits gibt und die ähnliche Ziele verfolgen, ein Netzwerk zu schaffen, das einen intensiven Austausch ermöglicht. Sei es mit anderen Gründern, mit der Industrie, Universitäten, Politik oder über die Ruhrgebietsgrenzen hinaus. Das  macht ein funktionierendes Ökosystem aus.


Das Interview mit erschien zuerst auf der Website des Initiativkreises Ruhr.

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