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Das bieten die Universitäten im Ruhrgebiet für Gründer

gründenanderuniVon Carmen Radeck

Es gibt 22 Hochschulen im Ruhrgebiet.

Noch mal in Worten: Zweiundzwanzig!

Fünf davon sind Universitäten: die Ruhr-Uni Bochum, die TU Dortmund, die Uni Duisburg-Essen, die Fernuni Hagen und die Uni Witten/Herdecke.

Und noch ein Fakt der Superlative hinterher: Das Ruhrgebiet hat die dichteste Hochschullandschaft in ganz Europa!

Was heißt das aber für das Thema Gründen an der Uni hier im Ruhrgebiet? Es ist unfassbar viel Potenzial da. Allein wenn man die Zahl der Studierenden nimmt: Mehr als 260.000 im Wintersemester 2014/15.

Doch ist es ja auch so: Nach dem Studium sofort das eigene Unternehmen zu gründen, stand und steht immer noch nicht ganz oben auf der Liste der Studenten.

Warum eigentlich nicht?

Möglicherweise liegt es auch daran, dass Entrepreneurship und Unternehmensgründung – außer vielleicht an den wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten – lange Zeit gar nicht als mögliche Karriereoption nach dem Studium vermittelt wurde.

Aber: So langsam erkennt man auch an den Unis, dass das eigene Unternehmen durchaus interessant sein kann als Karriereweg für Studentinnen und Studenten. Nicht nur für die, die mit ihren Forschungsarbeiten ausgründen oder Wirtschaftswissenschaften oder ähnliches studieren. Sondern fachunabhängig.

So gibt es an fast jeder der fünf Unis Programme und Initiativen, die Studenten auf die eigene Selbstständigkeit vorbereiten. Manche dieser Programme gibt es schon viele Jahre – bloß standen sie immer etwas im Hintergrund.

Was wird an den Unis für gründungswillige Studentinnen und Studenten angeboten?

Darüber will ich mit diesem Beitrag schon mal einen ersten Überblick geben. In den kommenden Wochen werfe ich regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen einzelner Aktivitäten und Initiativen und stelle Studenten und Absolventen vor, die neben oder nach ihrem Studium ihr eigenes Startup gegründet haben.

Jetzt aber erstmal die Ruhrgebiets-Universitäten und ihre Gründungsinitiativen:


Ruhr Universität Bochum

Gründercampus – RUB und Hochschule Bochum

Der GründerCampus Ruhr ist ein gemeinsames Projekt der Ruhr-Universität Bochum, der Hochschule Bochum, der rubitec GmbH und der IHK. Unterstützt werden gründungsinteressierte Studentinnen und Studenten aus den beiden großen Bochumer Hochschulen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Schwerpunkt liegt dabei auf High-Tech-Ausgründungen.

Was gehört zum Angebot?

Beratung von Gründungsinteressierten

  • Beratung zu Fragen der Gründung eines Unternehmens
  • Vermittlung von Ansprechpartnern für unterschiedliche fachliche Fragestellungen
  • Geschäftsideen-Check

Ideenwettbewerb

  • Ziel: Generierung und Bewertung von Geschäftsideen
  • die besten Geschäftsideen werden prämiert
  • Unterstützung bei der weiteren Umsetzung

Businessplanwettbewerb

„ruhr@venture“ heißt der Businessplanwettbewerb für hochschulbezogene Gründungsvorhaben. Die Teilnehmer werden beim Erstellen der Businesspläne unterstützt und gecoacht. Die besten Businesspläne werden bewertet und prämiert. Unterstützung gibt es auch bei der Umsetzung.

Bereitstellung von Infrastruktur / Patenten

Auch bei der Nutzung von Räumlichkeiten (Labor / Räume / Infrastruktur) der Hochschulen für eine Unternehmensgründung oder bei der Nutzung hochschuleigener Patente für eine Ausgründung gibt es für Gründungswillige Support.

Gründerseminare

  • Vom Studium in die Selbstständigkeit (4 Tage)
  • Summer School „Gründungsmanagement“ (2 Wochen)

Hier gibt’s Input zu Themen wie sachliche und rechtliche Voraussetzungen für eine Unternehmensgründung, Nutzung öffentlicher Finanzierungshilfen, Standortwahl und Umsetzung von Ideen am Markt.

Stipendien und Förderprogramme

Infos und Support gibt es zum Thema EXIST-Gründerstipendium und dem NRW-Förderprogramm MIWF-START-UP-Hochschul-Ausgründungen.

InnovationsFonds Ruhr

Der InnovationsFonds Ruhr ist eine gemeinsame Initiative von Ruhr-Universität, rubitec GmbH, Industrie- und Handelskammer, IHK-Senior-Experten und Sparkasse Bochum und wird vom Land NRW finanziell unterstützt. Der Fonds fördert innovative Unternehmensgründungen im mittleren Ruhrgebiet durch Bereitstellung von Eigenkapital und Management­ Know-how.

Weitere Infos im Netz:

Gründercampus Ruhr

Rubitec


Technische Universität Dortmund

tu>startup

Mit tu>startup gibt es an der TU Dortmund ein sehr spannende Gründungsinitiative. Koordiniert wird sie vom Lehrstuhl Entrepreneurship und Ökonomische Bildung an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät.

Neben der Uni sind an dem Projekt auch die Wirtschaftsförderung der Stadt Dortmund, das TechnologieZentrum Dortmund und die tu>startup STIFTUNG in der Dortmund-Stiftung beteiligt.

Worum geht’s bei tu>startup?

tu>startup unterstützt Studenten, Absolventen, Wissenschaftler und andere Hochschulangehörige der TU Dortmund auf dem Weg in die Selbstständigkeit: von der ersten Idee bis zur Unternehmensgründung und darüber hinaus.

tu>startup verfolgt dabei einen interdisziplinären und fächerübergreifenden Ansatz.

60 Vertreterinnen und Vertreter aus der Dortmunder Wissenschaft, von Wirtschaftsförderungseinrichtungen, Technologiezentren, der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund und von Unternehmen sowie Gründerinnen und Gründer der TU Dortmund waren an der Konzeption von tu>startup beteiligt.

Die Angebote im Einzelnen:

Gründungsberatung: 

Dazu gehören

  • persönliche Gespräche auf der Basis eines Ideencheck-Leitfadens
  • die Weitergabe von Informationsmaterial und Literatur zur Unternehmensgründung
  • Unterstützung bei der Konzeption eines Geschäftsplans
  • das Coaching in Gründungs- und Businessplan-Wettbewerben
  • die Recherche nach Finanzierungs- und Förderprogrammen
  • die Koordinierung der Antragstellung hochschulspezifischer Förderprogramme, zum Beispiel „EXIST-Gründerstipendium“

tu>startup Assistenten

Mit dem Projekt „tu>startup Assistenten“ haben Studentinnen und Studenten der Dortmunder Hochschulen die Chance, einen Einblick in junge und dynamisch wachsende Unternehmen zu bekommen. So können z. B. Studierende mit dem Schwerpunkt Marketing qualifizierte Konkurrenzanalysen erstellen oder bei einem Schwerpunkt im Bereich Simulation und Modellbildung die Produktentwicklung eines Startups unterstützen.

tu>startup Lounge

In den tu>startup Lounges treffen in entspannter Atmosphäre unternehmerisch interessierte Studenten, Alumni, Mitarbeiter der TU Dortmund sowie Vertreter der tu>startup-Projektpartner vom Technologiezentrum Dortmund und der Wirtschaftsförderung Dortmund auf erfahrene Unternehmerinnen und Unternehmer.

Sie alle haben bei der Talkrunde mit den Gründerinnen und Gründern die Möglichkeit, Fragen rund ums Thema Selbstständigkeit zu stellen, wertvolle Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen.

In den tu>startup Lounges erfahren die Besucherinnen und Besucher aus erster Hand

  • Welche persönliche Gründungsmotivation die Unternehmerinnen und Unternehmer angetrieben hat
  • Welche Eigenschaften zum Gründen unverzichtbar sind
  • Welche Herausforderungen, aber auch schönen Momenten mit einem Startup verbunden sind
  • Wie ein junges Unternehmen für seine Idee Unterstützer finden kann

tu>startup Summer School

In der tu>startup Summer School wird den Teilnehmern u. a. durch Fallbeispiele, Vorträge externer Experten und mit Hilfe eines Planspiels unternehmerisches Denken und Handeln praxisnah vermittelt.

  • Business Planning
  • Entwicklung einer Geschäftsidee
  • Business Model Canvas
  • Effectuation-Konzept
  • Unternehmerpersönlichkeit
  • Rechtsformen von Unternehmen
  • Gründungsfinanzierung

tu>startup Workshops

Die tu>startup Workshops vermitteln kompaktes Gründungswissen. Gründungsinteressierte erwerben zentrale gründungsrelevante Schlüssel- und Fachkompetenzen und entdecken ihre unternehmerischen Stärken.

tu>startup Cliquen

Wie bereitet man sich gut auf seine Gründung vor? Was muss beachtet werden? Wie haben es andere gemacht? Um solche Fragen geht es beim Stammtisch der tu>startup Cliquen, der an jedem letzten Dienstag im Monat stattfindet. Gründungsinteressierte, junge Gründerinnen und Gründer, die selbst den Weg in die Selbstständigkeit gewagt haben, und Gründungsexperten treffen sich in lockerer Atmosphäre zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch und Networking. Als Location für den Stammtisch wurde der Kreuzhof im Dortmunder Kreuzviertel gewählt.

Jeder Stammtisch enthält einen thematischen Schwerpunkt, den die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mitgestalten können, das heißt, es werden gerne auch Wunschthemen oder bestimmte Problemstellungen aufgenommen, die Gegenstand eines Stammtisches sein könnten.

tu>startup VC-Forum

Jede Geschäftsidee braucht einmal eine Finanzierung. Allen Gründerinnen und Gründern stellt sich dann die Aufgabe diese vor Kapitalgebern wie Banken oder Venture Capitalists zu pitchen.

Wie präsentiert man aber sich und die Geschäftsidee optimal?

Um Gründer auf diese Situation vorzubereiten, bietet die Wirtschaftsförderung Dortmund das tu>startup VC-Forum an. Hier werden sie Schritt für Schritt auf die Präsentation vor Kapitalgebern vorbereitet.

Weitere Infos im Netz:

tu>startup


Universität Duisburg-Essen (UDE)

An der UDE tut sich ab Herbst 2015 einiges in Sachen Gründungsinitiative. Dann geht dann nämlich InnovationHUB an den Start. Damit werden vor allem zwei Initiativen unter ein Dach gebracht, die schon viele Jahre bestehen und ständig weiterentwickelt werden: Die Innovationsfabrik und das Programm Small Business Management.

Innovationsfabrik

Bei der Innovationsfabrik dreht sich alles um das Denken in Produkten.

Wie lässt sich Grundlagenforschung für innovative Produktideen nutzen? Wie macht man Forschungsergebnisse sicht- und erfahrbar? Wie finden neue Anwendungen den Weg in die Wirtschaft? Wie lässt sich das Marktpotenzial neuer Forschungen abschätzen? Und wie nutzt man nachhaltig das Kreativpotenzial und den Gründergeist der Wissenschaftler?

Um diese Fragen geht es bei der Innoviationsfabrik.

Die Idee dahinter ist, den Transfer von Forschungsergebnissen in innovative Produkt-, Service- und Geschäftsideen zu beschleunigen. Dabei sind Industriedesigner mit ihren kreativbasierten Methoden der zentrale Motor. Dieses bundesweit einzigartige Transferkonzept wurde vom Science Support Centre der Universität Duisburg-Essen (UDE) entwickelt und wird seit Jahren erfolgreich in die Praxis umgesetzt.

Die Innovationsfabrik kooperiert u.a. mit der Folkwang Universität, der TU Eindhoven oder der Universität Nijmegen und wurde bereits 2009 von der Initiative des Bundespräsidenten „Ort 2009 – Land der Ideen“ und 2010 vom Stifterverband als „Hochschulperle“ ausgezeichnet.

Small Business Management

Das Projekt small business management (sbm) am Campus Duisburg wurde schon 1999 im Rahmen der Gründungs-Offensive Go! NRW ins Leben gerufen. Als Koordinierungsstelle initiiert das sbm-Büro seitdem unterschiedlichste Aktivitäten zur Förderung von Unternehmertum und beruflicher Selbstständigkeit.

Den Schwerpunkt bilden dabei die Bereiche Schulung und Beratung für Gründungsinteressierte aller Alters- und Berufsgruppen.

small business management richtet sich zum einen an Hochschulangehörige, die sich mit dem Thema Selbstständigkeit vertraut machen möchten. Zum anderen bekommen aber auch externe Interessierte Hilfe und Unterstützung bei der Unternehmensgründung.

Dank der Förderung aus Landes und EU-Mitteln und Sponsoren gibt es die Schulungen und Seminare für alle Gründungsinteressierten kostenlos. Erhoben wird lediglich eine “Motivationsgebühr”, die Teilnehmer nach erfolgreichem Abschluss des Kurses erstattet bekommen. Ein Zertifikat gibt’s natürlich auch.

netCampus

netCampus heißt der Lehrstuhl für E-Business und E-Entrepreneurship der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften. Lehrstuhlinhaber ist Prof. Dr. Tobias Kollmann nicht nur Uni-Prof, sondern auch Mitgründer von AutoScout24.

Schwerpunkte sind die besondere Verbindung zwischen einem ökonomischen und technischen Lehrbereich und die besondere Kombination von Ausbildung und Existenzförderung im E-Business.

Ziel ist es zum einen, mit den angebotenen Vorlesungen und Seminaren das Augenmerk der Studenten auf digitale Geschäftsprozesse zu lenken (E-Business). Zum anderen steht die Intensivierung der Existenzgründung in der Net Economy im Mittelpunkt (E-Entrepreneurship).

Die einzelnen Bausteine von netcampus sind:

  • Lehre: Vermittlung von Grund- und Gründungswissen für die Digitale Wirtschaft
  • Forschung: Bausteine einer Theorie zu Fragen der Digitalen Wirtschaft
  • Praxis: Know-how-Transfer aus der Wissenschaft zur Digitalen Wirtschaft

Weitere Infos im Netz:

Innovationsfabrik

Small Business Management

netCampus


Universität Witten Herdecke (UW/H)

GründerWerkstatt

Die GründerWerkstatt an der Universität Witten Herdecke ist Schwerpunkt im ersten Studienabschnitt des Bachelor-Studiengangs Business Economics, an der alle Zweitsemester verpflichtend teilnehmen! Aber auch Studenten anderer Fakultäten und Studiengänge können die GründerWerkstatt als Wahlveranstaltung absolvieren.

Mit der GründerWerkstatt will die UW/H die unternehmerische Initiative ihrer Studenten von Anfang an fördern – von der ersten eigenen Ideen über die Entwicklung marktfähiger Konzepte bis zur Umsetzung.

Dabei sind die Studenten als Entrepreneure frei in ihrem unternehmerischen Denken und Handeln, sie organisieren sich selbst, definieren Ziele, planen und realisieren eigenständig die nötigen Schritte.

Erfahrene Unternehmer, Gründer, Investoren und Berater sowie die Professoren der UW/H begleiten den Weg der Start-Ups aber auch über die eigentliche Lehrveranstaltung hinaus.

So sind die Studenten mittendrin in der Praxis statt nur dabei in der Theorie und werden auf eine unternehmerische Tätigkeit vorbereitet.

Weitere Infos im Netz:

GründerWerkstatt


Im nächsten Beitrag der Serie „Gründen an der Uni“ geht es um den InnovationHUB am Campus Duisburg der Uni Duisburg-Essen, der kurz vor dem Launch steht.

 

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