Finanzierung Gründer und Startups

Finanzierung mit Crowdfunding: Dortmunder Uhren-Startup erfolgreich auf Kickstarter

LIAN & MÉZ-Gründer Feramez Durmus und Julian Stechert (Foto: LIAM & MÈZ)

Uhren-Startup LIAN & MÈZ holt Startkapital per Crowdfunding

Nach ihrer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter legt das Dortmunder Uhren-Startup LIAN & MÈZ noch einmal nach. Mit ihrer Kombination aus handgefertigten Uhren und Armbändern aus dem nachhaltigen und veganen Material Piñatex wollen die beiden Gründer Feremez Durmus und Julian Stechert die Crowd noch einmal überzeugen und begeistern.

Im Interview erzählt Feramez mehr über die ihre Idee, das Material Piñatex, ihre Crowdfunding-Kampagnen, warum ihnen Nachhaltigkeit so wichtig ist und sie trotzdem nicht in die Schublade der „Öko-Mode“ einsortiert werden möchten.

Hallo Feramez, erzähl mal, was Ihr mit Eurem Startup macht, was ist Eure Geschäftsidee?

LIAN & MÈZ ist ein junges Uhrenlabel, mit dem Ziel die Lederindustrie nachhaltig zu verwenden. Dabei vereinen wir qualitativ hochwertige Uhren aus Deutschland mit dem innovativen Material Piñatex.

Piñatex ist ein nachhaltiges Material, welches aus den Fasern der Ananas-Pflanze gewonnen wird. Bei der Produktion wird auf Chemikalien und zusätzliches Wasser verzichtet. Die Qualität und Nachhaltigkeit wird durch ein zeitloses Design der Uhren abgerundet.

Wie ist die Idee entstanden?

Es gab schon immer eine Leidenschaft für Uhren, und so sind wir eines Tages auf die Idee gekommen, unsere eigene Uhr zu designen.

Irgendwann kamen wir dann natürlich auch zu den Armbändern und wurden mit dem Thema Leder konfrontiert. Nach genauer Recherche ist es uns bewusst geworden, was für einen negativen Einfluss die Produktion von Leder auf unsere Mitmenschen, Tiere und die Umwelt nimmt.

Dies wollten wir nicht einfach hinnehmen, und wir haben uns auf die Suche nach einer Alternative gemacht. Am Ende sind wir  auf Piñatex gestoßen.

Wer gehört zu Eurem Team, was ist Euer Background und wie habt Ihr Euch gefunden?

Julian studiert Wirschaftsingenieurwersen und ich studiere Wirtschaftswissenschaften. Wir beide haben uns vor einigen Jahren in einer Studentenkneipe kennengelernt, haben zwischendurch privat mal was zusammen gemacht und haben uns letztes Jahr dazu entschlossen, zusammen ein Unternehmen zu gründen.

Da wird vom Typ her sehr unterschiedlich sind, ist die Konstellation eine sehr gute Ergänzung. Julian ist sehr kreativ und legt viel Wert auf Genauigkeit.

Ich bin sehr aufgeschlossen, kann gut mit Menschen und suche stets eine neue vertriebliche Herausforderung.

Unterstützt werden wir von einem internationalen Team, welches in ganz Europa verteilt ist. In Dortmund werden wir zusätzlich von einer super engagierten und dynamischen Studentin supportet.

Wer ist Eure Zielgruppe und wie macht Ihr Euch bekannt bzw. was ist Eure Marketingstrategie?

Unsere Zielgruppe ist sehr breit aufgestellt. Mit unserer Idee wollen wir nicht nur die überzeugten Veganer erreichen, sondern auch diejenigen, die vielleicht zuvor von nachhaltiger Mode designtechnisch abgeschreckt wurden.

Darüber hinaus stellten wir fest, dass wir mit unseren Produkten auch Menschen, die sich zuvor noch nicht mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandergesetzt hatten, überzeugen und ihnen die Augen öffnen konnten. Unsere Kunden unter dem Stichwort „LOHAS“ (=Lifestyle of health and sustainability) zu führen und abzugrenzen, wäre also nicht genug.

Wir sind uns dieser Reichweite bewusst und agieren somit vielfältig auf den sozialen Medien, in der lokalen und überregionalen Presse und sogar im TV. So hoffen wir, eine möglichst große Reichweite zu erzielen.

Wir wissen, dass jeder Käufer einer unserer Uhren ein individuelles Motiv hat – sei es die Nachhaltigkeit, Mode, Eleganz oder der Tierschutz. Wir freuen uns, dass wir mit unseren Uhren all dies vereinen können. Denn mit LIAN&MÉZ ist kein Kompromiss zwischen Eleganz und Nachhaltigkeit notwendig – sondern eine echte Alternative geboten.

Wie finanziert Ihr Euer Startup?

Neben den privaten Einlagen konnten wir uns bereits erfolgreich durch Crowdfunding Plattform Kickstarter finanzieren. Dort ist es uns gelungen, innerhalb von vier Wochen über 30.000 Euro zu sammeln, um erste Investitionen tätigen zu können.

Zeitgleich sind unsere Produkte noch auf der Crowdfunding Plattform Indiegogo erhältlich. Dies war und ist natürlich nur der Anfang.

Derzeit befinden wir uns auf der Suche nach Investoren um weiter zu wachsen und uns irgendwann selbst finanzieren zu können.

Wo steht Ihr gerade und was sind die nächsten wichtigen Meilensteine?

Nach der erfolgreichen Kickstarter Kampagne entwickeln wir derzeit mit Experten unseren eigenen Online Shop auf unserer Homepage lian-mez.com.

Dort kann die Wunschuhr mittels eines Uhrenkonfigurators zusammengestellt und direkt bei uns bestellt werden.

Desweiteren läuft im Hintergrund noch unsere Indiegogo Kampagne, die jedoch auch Zeit in Anspruch nimmt. Neben der permanenten Werbung für diese Kampagne sind wir, wie oben bereits erwähnt, auf der Suche nach Investoren und möchten zudem in ausgewählten Concept Stores Fuß fassen.

Worin seht Ihr Eure besondere Herausforderung und wie geht Ihr damit um?

Unsere Herausforderung sehen wir darin, uns von den derzeit massig existierenden und ausschließlich profitorientierten Startups auf dem Markt abzuheben.

Wir möchten die Menschen von unserer Idee überzeugen und deren Sinn für das Thema Nachhaltigkeit schärfen.

Durch den Stempel „vegan“ werden wir oft in die typische Schublade der „Öko-Mode“ gesteckt, in die wir jedoch gar nicht hinein gehören.

Wir möchten eher eine Schublade öffnen, die da heißt „Elegant und das mit gutem Gewissen“. Dies ist gerade jetzt am Anfang teilweise schwierig, doch bisher gelingt uns dies sehr gut.

Welche Tools nutzt Ihr in Eurem Arbeitsalltag? 

Als Tools nutzen wir zum einen die gewöhnlichen E-Mail-Programme, ansonsten kommunizieren wir über soziale Medien. Dank neuer Management-Apps ist das Organisieren einer Gruppe heutzutage sehr gut möglich – das hält uns stets verbunden, auch wenn man mal unterwegs ist. So sind wir immer und jederzeit füreinander und unsere Unterstützer da.

Was war bisher Euer wichtigstes Learning, das Ihr als Gründer gemacht habt?

Das wichtigste für uns als Gründer war es, zu lernen, mit schwierigen Situationen professionell umzugehen.

Während unser Kickstarter-Kampagne haben wir sehr viel dazu gelernt und vor allem, dass nie alles nach Plan läuft.

Es ist sehr wichtig, einen Plan und ein Ziel zu haben, jedoch ist es noch wichtiger gegenzusteuern, wenn man gerade nicht auf Kurs ist. Dazu gehört Mut, aber auch Vertrauen.

Was wünscht Ihr Euch für die Zukunft Eures Startups?

Unser Wunsch ist es natürlich, zu wachsen und somit unsere Idee noch weiter publik machen zu können.

Wir möchten so viele Menschen wie möglich erreichen, um diese auf das Thema Nachhaltigkeit aufmerksam zu machen und vielleicht ein Stück dazu beitragen zu können, dass diese Welt ein bisschen besser wird.

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