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(Foto: evety)

evety: Wie aus einer Unternehmens-Unit ein eigenes Startup entsteht

Startups entstehen aus den unterschiedlichsten Umfeldern und Kontexten heraus. Das Energie-Startup evety beispielsweise ist aus dem Innovations-Team des Essener Gasnetzbetreibers Open Grid Europe (OGE) entstanden.

Alexander Tunnat, der aus dem Innovationsteam der OGE zu evety gewechselt ist, gibt Einblicke in den Prozess, wie aus einer Unit eines Großunternehmens ein eigenes Startup wird und was für ihn persönlich der Wechsel bedeutet.


Hallo Alex, was ist die Geschäftsidee von evety?

Hallo Carmen, evety wurde gegründet, um einen Beitrag für eine langfristig wirtschaftliche und nachhaltige Energieversorgung zu leisten. Dabei konzentrieren wir uns ganz bewusst auf technische Lösungen mit Wasserstoff und damit verbundene Geschäftsmodelle.

Im Prinzip sind wir einer klassischen Beratung gar nicht so unähnlich, jedoch ist es uns sehr wichtig nicht nur Konzepte oder Strategien zu entwickeln, sondern unsere Partner auch bei der Projektplanung und -realisierung zu begleiten, um echte Mehrwerte zu liefern. 

Wo liegt Deiner Meinung nach das große Potenzial von Wasserstoff und für welche Zielgruppe ist das spannend?

Zunächst ist Wasserstoff prinzipiell unbegrenzt verfügbar und, wenn er auf Basis erneuerbarer Energien gewonnen wird, auch CO2-neutral. 

Rund 80% des Endenergiebedarfs in Deutschland werden heute NICHT durch Storm, sondern stoffliche und oftmals fossile Energieträger gedeckt. Erhebliche Teile davon lassen sich auch nicht so einfach komplett auf ein „all electric“-Szenario umstellen.

Genau hier hat Wasserstoff ein sehr großes Potential zur CO2-Neutralität beizutragen. 

evety ist eine Ausgründung aus dem Essener Gasnetzbetreiber OGE. Wie kam es dazu?

Als Fernleitungsnetzbetreiber ist OGE heute für die sichere Erdgas-Versorgung weiter Teile Westdeutschlands verantwortlich. 

Vor dem Hintergrund der Pariser Klimaziele gilt es auch als Energietransporteur rechtzeitig und proaktiv einen Beitrag zur Nachhaltigkeit der nationalen Energieversorgung zu leisten.

Bereits vor einigen Jahren wurde Wasserstoff zum festen Bestandteil der OGE-Strategie. Da war es nun wirklich naheliegend zu diesem Thema auch noch eine dedizierte Einheit zu gründen, welche einen Beitrag zur Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft leisten kann. 

Wann stand die Entscheidung fest, aus dem Projekt ein eigenes Unternehmen zu gründen und was bedeutete das dann letztendlich für das Team?

Die Entscheidung zur Ausgründung war ein längerer und mehrschrittiger Prozess. Zunächst haben wir unsere Bereichsleiter und Geschäftsführung und diese schließlich unseren Aufsichtsrat überzeugen müssen.

Dabei muss ich sagen, dass ich total beeindruckt davon war, wie gut diese Idee auf allen Ebenen angenommen und unterstützt wurde. 

Eine ganze Zeit lang haben wir als Innovationsteam die Idee weitergetrieben und schließlich, als die Planungen konkreter wurden, kontinuierlich an das spätere Gründungsteam von evety übergeben.

Auch dies war ein kontinuierlicher Prozess von internen Gesprächen mit Kollegen, die das Thema als eigene Gesellschaft entwickeln wollten, bis hin zur Kontaktierung externer Interessenten.

Denn uns war von vornherein klar, dass wir ein so großes und grundlegendes Thema für die Entwicklung der Energieversorgung am besten mit passenden Partnern realisieren können.

Zur Gründung der Gesellschaft habe ich dann die Gelegenheit bekommen, zur evety wechseln zu können. Bisher kann ich sagen, dass sich dieser Schritt in jeder Hinsicht gelohnt hat! 

Bereits in den ersten Monaten kam ich mit mehr Themen in Berührung als ich mir im Vorfeld habe ausmalen können. Das macht den Alltag wirklich spannend und abwechslungsreich! 

Auch wenn wir große Unternehmen im Hintergrund haben, merkt man doch eine sehr starke Aufbruchstimmung im Team und bei allen Kollegen große Begeisterung und Ambition zur Entwicklung und Gestaltung unseres jungen Unternehmens.

Welche Rolle spielt OGE bei Eurem Unternehmen?

OGE ist neben dem TÜV SÜD und Horváth & Partners einer der Gesellschafter der evety.

Gesteuert werden wir über einen Beirat in dem unsere Gründungsgesellschafter vertreten sind und uns bei grundlegenden strategischen Themen tatkräftig unterstützen.

Wo steht Ihr jetzt gerade mit evety und wo soll die Reise in Zukunft hingehen?

Wir sind schon nach sehr kurzer Zeit in der glücklichen Situation eigentlich mehr Themen als Kollegen zu haben, was mich sehr freut. Aktuell sind wir bereits dabei erste Themen abzuschließen und Folgeprojekte zu initiieren.

In Anbetracht dieses wirklich guten Starts freuen wir uns auf ein gesundes Wachstum und einen erheblichen Beitrag zum Gelingen der Klimawende!

Geschrieben von
Carmen Radeck

Hi, ich bin Carmen, Gründerin von RuhrGründer.

Seit mehr als zehn Jahren bin ich als Journalistin im Ruhrgebiet unterwegs und unterstütze Entrepreneur*innen bei Storytelling, Content Marketing und PR.

Als leidenschaftliche Aktivistin für die Gründerszene Ruhr rief ich Events wie RuhrSummit, Fuckup Nights Ruhrgebiet oder Female Founders Ruhr mit ins Leben. Mein aktuelles Projekt ist der Podcast „The Story behind“.

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Geschrieben von Carmen Radeck

Wer schreibt hier?

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Hi, ich bin Carmen, Gründerin von RuhrGründer.

Seit mehr als zehn Jahren bin ich als Journalistin im Ruhrgebiet unterwegs und unterstütze Entrepreneur*innen bei Storytelling, Content Marketing und PR.

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