Gründer und Startups

Wie du für dein Produkt erfolgreich einen Markttest startest

Proothie - Patrick und Erik

Patrick de Sousa Grangeiro (l.) und Erik Kolb mit frisch gemixten Proothies. (Foto: Carmen Radeck)

Dortmunder Studenten starten Markttest für ihr Produkt: Eine gesunde Fastfood-Alternative, die satt und fit macht

Von Carmen Radeck

“Die Idee für den Proothie ist eigentlich aus der Not heraus entstanden”, erzählen Patrick de Sousa Grangeiro und Erik Kolb. Die beiden Studenten sind oft unterwegs, treiben viel Sport und achten auf gesunde Ernährung. Für den kleinen Hunger zwischen Vorlesung und Training suchten die beiden schon eine ganze Weile nach einer gesunden Alternative zum Fastfood. “Da war aber nie etwas dabei, was gleichzeitig gesund und sättigend ist”, sagt Patrick.

Erik beim Proothie-Mixen

Erdbeere oder Heidelbeere – Erik beim Zubereiten eines Proothies (Foto: Carmen Radeck).

Also machen sie sich kurzerhand an die eigene Produktentwicklung. Heraus kam der Proothie – ein Shake auf auf Frucht- und Quarkbasis, der fettarm ist und alle wichtigen Nährstoffe enthält.

Die vergangenen Wochen feilten die beiden an der Rezeptur und haben schließlich ein Konzept entwickelt, nach dem jeder Kunde seinen Shake individuell zubereiten lassen kann.

Um aus ihrem Proothie in Zukunft ein Geschäft zu machen, meldeten sich Patrick und Erik bei den TU Startup Cliquen an, dem Gründerprogramm der Dortmunder Uni, und gewannen dort gleich die dritte Runde.

Jetzt wollten sie auch wissen, wie ihr Proothie bei potentiellen Kunden ankommt und starteten einen Markttest im Mensafoyer der Uni Dortmund.

Der Markttest: Wie bringt man das Produkt zum Kunden?

Proothie Stand im Mensa-Foyer der TU Dortmund

Zwei Tage testeten Erik und Patrick ihr Produkt im Mensa-Foyer der TU Dortmund (Foto: Carmen Radeck).

Für zwei Tage holten sich Patrick und Erik die Erlaubnis, ihren Stand im Mensafoyer der TU Dortmund aufzubauen und ihre Proothies den Kunden vorzustellen. Mixer bringen sie von zuhause mit, im Kühlschrank werden kiloweise Erdbeeren, Heidelbeeren und Quark deponiert. Zucker oder Stevia für die Süße und Haferflocken und Leinsamen als Zusätze stehen bereit. Zwei Werbetafeln sind neben dem Stand positioniert, und erste Probe-Proothies hat Erik auch schon gemixt.

Fehlen nur noch die Kunden. Ein paar Neugierige kommen von allein, nach einem Probeschluck verkaufen Erik und Patrick ihre ersten Shakes – für 3,50 Euro pro Halbliter-Portion. Ein Selbstläufer sind ihre Proothies aber nicht. Da hilft nur, aktiv auf die Kunden zuzugehen. Für Erik kein Problem – genausowenig, mal negative Kritik einstecken zu müssen. “Wir wollen ja gerade herausfinden, wie wir unser Produkt verbessern können”, sagt er. Aber das Feedback ist sowieso meist positiv.

Fragebogen fürs Feedback

Feedback-Fragebogen (Foto: Carmen Radeck).

Feedback-Fragebogen (Foto: Carmen Radeck).

Um etwas genauer einschätzen zu können, wie der Proothie bei den Kunden ankommt, haben die beiden Studenten einen Feedback-Fragebogen entwickelt, den Kunden nach Verzehr ausfüllen können. Da geht’s neben dem Geschmack auch um den Namen und den angesetzten Preis.

Aus der Erfahrung lernen und sofort umsetzen

An Tag 2 des Markttests nutzen Patrick und Erik ihre Erfahrungen vom ersten Tag und nehmen gleich ein paar Änderungen an ihrem Stand vor, um mehr potentielle Kunden anzulocken. “Uns sind am ersten Tag ein paar Dinge aufgefallen, die wir mit wenig Aufwand am nächsten Tag besser machen konnten”, sagt Patrick. So platzierten sie beispielsweise die Mixer auf den Tischen direkt vor den Kunden, um sich zum Mixen nicht mehr vom Kunden wegdrehen zu müssen. “Das sorgt für mehr Transparenz und Vertrauen”, meint Patrick.

Erik und Patrick - Proothie

Nächste Schritte nach dem Markttest sind bei Erik und Patrick schon in Planung (Foto: Carmen Radeck).

Auch dem Stand-Design verpassten Erik und Patrick ein Update. So wurden alle Zutaten in einheitlichen Schalen vor den Kunden mit zusätzlicher Beschriftung platziert, Musik lief im Hintergrund und Patrick und Erik verteilten aktiver Proben an Kunden zusammen mit 50-Cent-Gutscheinen für den Kauf eines großen Proothies.

Die Änderungen haben sich gelohnt. “Wir hatten wesentlich mehr Zulauf als am ersten Tag”, sagt Erik.

Wie’s mit dem Patrick, Erik und den Proothies weitergeht

Patrick: “Nächste Steps für unser Startup werden sein, eine Rechtsform zu gründen und einen festen Ort oder ein Lokal zu suchen, wo wir unsere Shakes dauerhaft verkaufen können. Dazu müssen wir vorher natürlich die genaue Marketingstrategie und das Vertriebsmodell ausarbeiten.”

Drei Tipps, wie man erfolgreich einen Markttest startet:

  • Aktiv werden: Kunden aktiv auf das Produkt ansprechen und nicht einfach „in der Ecke stehen“ und warten bis jemand Interesse bekundet.
  • Aufmerksamkeit erzeugen: Durch ein gutes Stand-Desing und beispielsweise Musik werden die vorbeilaufenden Personen automatisch neugierig.
  • Auch Freundlichkeit und 100%-ige Produktüberzeugung muss auf jeden Fall vorhanden sein, um selbstbewusst das Produkt erfolgreich verkaufen zu können.

Patrick de Sousa und Erik Kolb


Kontakt zu Erik und Patrick:

info@proothie.de


Start der 4. Runde tu>startup CLIQUEN

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