Gründer und Startups

Dortmunder Startup Ökotabel startet Crowdfunding Kampagne

Ökotabel will sich als Netzwerk für nachhaltige Unternehmen, Initiativen und Menschen etablieren. (Foto: Tyler Olson/Shutterstock)

Ökotabel® will sich als Netzwerk für nachhaltige Unternehmen, Initiativen und Menschen etablieren. (Foto: Tyler Olson/Shutterstock)

Heute stellen wir Euch das Dortmunder Startup Ökotabel vor, ein Netzwerk und Portal für nachhaltige Unternehmen. Gerade hat das Gründerteam um Gerrit Jessen, Achim Blume und Christian Arzberger eine Crowdfunding-Kampagne auf Startnext gestartet. Über die Kampagne und die Idee hinter Ökotabel haben wir mit Gerrit im Interview gesprochen.

Worum geht’s bei Ökotabel, was ist die Idee dahinter?

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Gerrit Jessen, Gründer von Ökotabel. (Foto: Ökotabel)

Ökotabel® ist das Netzwerk für nachhaltige Unternehmen, Initiativen und Menschen. Erstmalig erhalten Verbraucher die Möglichkeit, sich – durch Ökotabel – umfassend über das ökosoziale Engagement von Unternehmen, Initiativen und Menschen zu informieren. Im dynamischen Nachhaltigkeits-Portal von Ökotabel werden künftig alle ökosozialen Aktivitäten erfasst und in Echtzeit abgebildet.

Der Verbraucher ist somit stets auf dem Laufenden und kann diese Informationen in seine Kaufentscheidung einfließen lassen.

Auch für Unternehmer lohnt sich Ökotabel. Durch den Nachhaltigkeitsindex kommunizieren Unternehmen nicht nur detailliert ihr ökosoziales Engagement. Sie finden – dank Ökotabel – leichter passende Kooperationspartner für die verschiedensten Projekte. Wir vernetzen also ökosozial engagierte Unternehmen, Initiativen und Menschen und machen ökologische, ökonomische und soziale Entscheidungen transparent.

Übrigens: Jede Organisationsform, die sich zur Nachhaltigkeit bekennt, sei es z.B. durch den Bezug von Ökostrom, dem Betrieb einer Solaranlage oder dem Bezug von fair gehandeltem Kaffee ist ökotabel. Jeder Mensch, der sich Gedanken über die Auswirkung seines Konsumverhaltens macht, oder der das Engagement eines Unternehmens mit seiner Kaufentscheidung belohnen will, ist ökotabel.

Wie ist die Idee dazu entstanden?

Die Idee zu Ökotabel hatte ich schon vor zehn Jahren. Damals arbeitete ich für das Bewertungsportal Qype (heute Yelp).

Mir fiel auf, dass viele Unternehmen etwas für die Nachhaltigkeit tun, dies aber in den Bewertungen gar keine Rolle spielte. Dabei ist es doch viel besser, wenn sich zum Beispiel der Supermarkt an der Ecke Gedanken darüber macht ob er Ökostrom nutzt, eine Regenwasserrückgewinnung installiert und seine Angestellten fair bezahlt.

Dadurch verbessert sich konkret vor Ort etwas. Und das honorieren die Kunden aus der Nachbarschaft, die dort einkaufen.

Mittlerweile kommunizieren viele Unternehmen ihr Engagement in Nachhaltigkeitsberichten.

Aber sowas liest doch kaum jemand!

Für Kunden ist es auch gar nicht praktikabel. Die benötigen diese Informationen doch unmittelbar, wenn sie einen Einkauf tätigen und schon im Laden stehen.

Was ist Euer Geschäftsmodell und wen seht Ihr vor allem als Eure Zielgruppe an?

Wir machen Nachhaltigkeit erstmalig umfassend transparent. Man sieht auf einen Blick, wie ökotabel ein Unternehmen, ein Produkt oder eine Dienstleistung ist.

Damit erreichen wir Unternehmen, die etwas für die Nachhaltigkeit tun und dieses Engagement kommunizieren möchten, sowie bewusste Konsumenten, die sich Gedanken machen, unter welchen Bedingungen ein Produkt hergestellt wurde und wie verträglich es für uns und unsere Umwelt ist.

Unser Ziel ist es in den ersten zwölf Monaten mindestens 5.000 zahlende Unternehmen im Nachhaltigkeits-Portal abzubilden.

Wer gehört zum Team und wie habt Ihr Euch gefunden?

Das Team besteht aus meinen Mitgesellschaftern Achim Blume, Christian Arzberger und mir. Mit Christian habe ich in den letzten fünf Jahren schon einige Projekte erfolgreich realisiert.

Da war es einfach Zeit für was größeres. Achim ist ein sehr guter Freund, der im letzten Jahr den Stein für die Gründung von Ökotabel ins Rollen brachte.

Ihr habt gerade eine Crowdfunding-Kampagne auf Startnext gestartet. Was versprecht Ihr Euch davon und was möchtet Ihr erreichen?

Mit dem Crowdfunding schaffen wir uns eine finanzielle Basis, bis wir einen Investor haben. Ziel ist es aus dem Start-Up Ökotabel® ein solides Unternehmen zu errichten. Das benötigt viel Zeit und Energie. Da ist eine Zwischenfinanzierung ein willkommenes Mittel, um keine Klimmzüge am Brotkasten machen zu
müssen.

Crowdfunding allein sorgt ja schon für Aufmerksamkeit. Was gehört sonst noch zu Eurer Marketingstrategie?

Wir nutzen vor allem die sozialen Medien. Jeder verfügbare Kanal wird passgenau mit unseren Botschaften bespielt. Twitter, Youtube und Facebook sind für uns primär von Bedeutung. Bei Facebook haben wir u.a. eine Gruppe speziell für Gründer aus dem ökosozialen Umfeld erstellt. Sie heißt „Ökosoziale Gründer – powered by Ökotabel“.

Ansonsten setzen wir viel auf das persönliche Gespräch mit Multiplikatoren. Es ist wichtig, dass Menschen die schon nachhaltig agieren von uns erfahren und ihre Begeisterung über Ökotabel in ihre Netzwerke weitertragen.

Ihr vergebt auch einen eigenen Award an Unternehmen – den ersten habt Ihr gerade verliehen. Was ist die Idee dahinter und wer bekommt einen solchen Award?

Mit dem Ökotabel®-AWARD möchten wir ein Zeichen für Nachhaltigkeit setzen. Der Preis richtet sich an Unternehmen, ihre Produkte und Dienstleistungen, die konkret etwas für die Nachhaltigkeit im deutschsprachigen Raum tun.

Wie z.B. einer unserer diesjährigen Preisträger: die Firma Ökobon revolutioniert gerade das Thermopapier das täglich millionenfach als Kassenzettel über die Ladentheken geht. Umweltfreundlich gedruckt, weil frei von chemischen Farbentwicklern, Lebensmittelecht und mindestens 25 Jahre haltbar – nicht nach zwei Tagen in der Sonne ausgeblichen und unleserlich.

Das fand unsere Jury ziemlich preiswürdig. Übrigens kann man die Kassenrolle von Ökobon als Testkit in unserem Crowdfunding erwerben. Aber auch die anderen Preisträger sind großartig: die Rook-Architekten, die Strohballen als Baustoff einsetzen und in Frankfurt am Main gerade mit dem Scheffelhof ein Leuchtturmprojekt gebaut haben.

Die Triodos Bank, die sich als Pionier für nachhaltiges Banking einsetzt und in diesem Bereich ethische Standards gesetzt hat. Und nicht zuletzt die Firma PREMIUM, die im Kollektiv einen völlig neuen Ansatz für die Mitbestimmung der Angestellten im Unternehmen geht und damit Vorreiter für viele weitere Unternehmen sein kann.

Alles wunderbar tolle Unternehmen. Und es gibt so viele davon!

Worin seht Ihr die größte Herausforderung für Euer Startup und wie geht Ihr damit um?

Unsere größte Herausforderung besteht darin, der Nachhaltigkeit in Deutschland den Stellenwert einzuräumen, den sie verdient.

Die UN hat in der Agenda 2030 siebzehn glasklare Ziele definiert, wie sämtliche Bereiche des Lebensumfeldes von Menschen, wie z.B. die Ökonomie, die Ökologie und besonders auch die soziale Entwicklung unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit entwickelt werden müssen, damit sich die Lebensbedingungen für alle Menschen langfristig verbessern.

Als 17. Ziel wird die Gewinnung von Partnern genannt, die diese Ziele umsetzen. Wir brauchen einenSchulterschluss möglichst vieler Unternehmen und Menschen für die Nachhaltigkeit. Je mehr, desto besser!

Nur dann können wir auf lange Sicht etwas zum positiven verändern, gerade auch für die zukünftigen Generationen.

Wo steht Ihr gerade und was sind Eure nächsten Meilensteine, die Ihr erreichen wollt?

Aktuell stecken wir noch in unserer Gründungsphase. Innerhalb der nächsten zwölf Monate möchten wir mindestens 5.000 Ökotabel-Partner gewinnen, die im Nachhaltigkeits-Portal von Ökotabel auffindbar sind.


Mehr zur Crowdfunding-Kampagne findet Ihr hier.

Mehr über Ökotabel® findet Ihr auf der Website.

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