Gründer und Startups

Das Dortmunder Startup Experiencr im Interview

experiencr Dortmunder Startup: Gründer Dennis Kramer und Wieland Feuerstein

Die beiden Gründer des Dortmunder Startups Experiencr: Dennis Kramer (l.) und Wieland Feuerstein (Foto: Experiencr)

„Gründer aus dem Ruhrgebiet müssten sich stärker zusammenschließen – erst dann kann aus dem Ruhrgebiet ein Startup-Hub werden“

Von Carmen Radeck

Dennis und Wieland von Experiencr habe ich zum ersten Mal auf der Dortmunder Gründermesse Die Initiale erlebt, als sie Ihr Startup beim Pitch-Wettbewerb „It’s my Business Pitch“ vor der Experten-Jury präsentierten. Im August 2014 gründeten die beiden Ihr Unternehmen, im Dezember ging experiencr.com online, eine Plattform für Sport- und Abenteuerreisen. Im Interview mit RuhrGründer erzählen Dennis und Wieland, wie die Idee zu der Plattform entstanden ist, welche Erfahrungen sie bisher als Startup sammeln konnten und wie sie die Gründerszene hier im Ruhrgebiet einschätzen.

Ihr habt im Sommer 2014 Euer Startup Experiencr UG gegründet und seid seit Dezember mit Eurer Reise-Plattform experiencr.com online. Erzählt doch mal, was Ihr auf Eurer Plattform anbietet und wie die Idee dazu entstanden ist.

Experiencr ist eine Online-Plattform für Sport- und Abenteuerreisen. Auf experiencr.com können sich Nutzer über Sport- und Abenteuerreisen, wie z. B. Hiking-, Surf-, Wintersport- oder auch Multisporttrips, inspirieren lassen und Angebote ausgewählter Veranstalter miteinander vergleichen. Die Idee ist ursprünglich aus eigenen Problemen entstanden: Da wir beide gerne sportliche Touren machen, haben wir uns immer wieder über die Intransparenz geärgert. Der Vergleich verschiedener Veranstalter bzw. Anbieter war schwierig und zeitaufwendig. Wir beschlossen dann Anfang 2014 das Problem zu lösen.

An Reiseportalen gibt es ja bereits einige. In Dortmund z. B. das sehr erfolgreiche Startup urlaubsguru.de. Wie grenzt Ihr Euch von anderen Angeboten ab, und was ist das Geschäftsmodell hinter experiencr.com?

Die Kollegen von Urlaubsguru oder Urlaubspiraten sind reine Schnäppchenjäger, die verschiedenste Reiseprodukte wie Flüge, Hotels, Pauschalreisen etc. vermitteln. Oftmals ist hierbei Eile geboten, um ein Schnäppchenangebot zu erhalten.

Wir von Experiencr hingegen möchten Reisenden eine Alternative zu den typischen Pauschalreisen bieten und ihnen aufzeigen, dass es weit mehr auf der Welt zu erleben gibt, als die Clubanlage im Hotel. Wir konzentrieren uns ganz stark auf mehrtätige Reisen und Touren mit sportlichem Hintergrund und einzigartigen Abenteuern und Erlebnissen. Unsere Plattform besuchen Interessierte, die in ihrem Urlaub etwas Spannendes erleben und sportlich aktiv sein möchten. Wir erhalten eine Vermittlungsprovision vom Veranstalter bei erfolgreicher Buchung über unsere Plattform.

Wenn man eine Geschäftsidee hat, ist die größte Herausforderung ja, sie auch tatsächlich umzusetzen. Wie seid Ihr da rangegangen? Habt Ihr alles selbst gemacht oder gleich auch Partner mit ins Boot geholt?

Wenn man für eine Idee brennt, fängt man meistens einfach an. Wir haben uns jedoch auch über Freunde und Bekannte relativ schnell das Know-How ins Boot geholt, das uns anfänglich im Team noch fehlte: IT und Design. Wir haben sozusagen von Anfang an mit unserem Netzwerk zusammengearbeitet und uns gezielt Unterstützung organisiert.

Wie finanziert Ihr Euch in der Anfangsphase?

Wir sind momentan in der Phase, in der wir noch bootstrappen, jedoch auch schon erste Umsätze verzeichnen können. Uns war von Anfang an klar, dass wir so lange wie möglich mit eigenen Mitteln auskommen möchten.

Was habt Ihr beide selbst für einen Background und wie habt Ihr Euch als Team gefunden? War für Euch schon immer klar, Euer eigenes Unternehmen zu gründen – was sind da Eure Motivationen?

Wir haben beide Wirtschaftsingenieurwesen studiert und uns am Anfang unseres Studiums kennengelernt. Durch die Zusammenarbeit während des Studiums und die Motivation, etwas eigenes zu machen, war relativ schnell klar, dass wir uns sehr gut ergänzen und ein Startup gründen wollten. Wir haben dann auch schon während des Studiums unsere Fächer gezielt ausgewählt und die Masterarbeit ebenfalls über unsere Gründungsidee geschrieben.

Wie sieht momentan ein typischer Arbeitstag bei Euch aus? Habt Ihr klar abgegrenzte Aufgabengebiete?

Was ist ein typischer Arbeitsalltag? 😉 Wir haben zwar vordefinierte Aufgabengebiete, Wieland kümmert sich vorwiegend um das Produktmanagement und Dennis eher um Marketing und Kundenbetreuung, aber wir müssen natürlich auch ständig flexibel auf unvorhergesehene Dinge reagieren. Einen wirklich typischen Arbeitstag gibt es somit bei uns nicht.

Was sind die wichtigsten Learnings, die Ihr bisher während Eurer Gründung gemacht habt?

Das persönliche Netzwerk ist eines der wichtigsten Elemente einer Gründung. Wir haben immer wieder festgestellt: Wenn es mal wirklich brennt, können einem nur persönliche Kontakte helfen das Feuer schnellstmöglich zu löschen. Zudem zahlt sich Hartnäckigkeit oftmals aus.

Was sind die nächsten Schritte und Herausforderungen, die auf Eurer to do-Liste stehen?

Momentan widmen wir uns fast ausschließlich der Verbesserung unseres Produktes, unter anderem durch Feedback-Runden mit unseren Kunden, sowie dem Onboarding neuer Veranstalter und Anbieter. In etwa zwei Monaten möchten wir uns dann verstärkt dem Thema Wachstumskapital zuwenden.

Noch ein paar abschließende Fragen zur “Gründerszene Ruhrgebiet”. Wie erlebt Ihr das Ruhrgebiet aus der Startup-Perspektive? Seid Ihr mit anderen Gründern vernetzt? Ist der Pott für Euch ein guter Ort zum Gründen oder was würdet Ihr Euch in dieser Hinsicht wünschen?

Im Pott zu gründen hat Vor- und Nachteile: Zwei große Vorteile sind die geringen Standortkosten und ein nicht so stark umkämpfter IT-Arbeitnehmermarkt wie z.B. in Berlin. Eine Gründerkultur ist im Pott jedoch leider wenig verbreitet und es finden sich zuweilen auch nur wenige Investoren oder Business Angels in der Umgebung. Gründer aus dem Ruhrgebiet müssten sich stärker zusammenschließen, wir meinen damit nicht nur austauschen, sondern aktiv zusammenarbeiten, um so auch auf der internationalen Bühne konkurrenzfähig zu sein. Erst dann kann aus dem Ruhrgebiet ein Startup-Hub werden.


experiencr_logoKontakt zu Dennis und Wieland von Experiencr

Web: experiencr.com

experiencr auf Facebook

E-Mail: info@experiencr.com

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