Gründer und Startups

Crowdfunding: Dortmunder Startup smartvie will wachsen

smartvie Gründer Mustafa M. Azim (Mitte) und sein Team wollen mit ihrem Startup wachsen und sammeln nun mit einer Crowdfunding-Kampagne Kapital. (Foto: Wilde)

smartvie Gründer Mustafa M. Azim (Mitte) und sein Team wollen mit ihrem Startup wachsen und sammeln nun mit einer Crowdfunding-Kampagne Kapital. (Foto: Wilde)

Dortmunder Startup smartvie sammelt per Crowdfunding Kapital für Online-Marktplatz

Von Carmen Radeck

Vor fünf Jahren haben Mustafa M. Azim und sein Team den Online-Marktplatz smartvie gegründet und konnten schon einen erfolgreichen Start hinlegen – trotz Mitbewerbern wie amazon und ebay. Jetzt will das Startup mit Sitz in Dortmund wachsen und hat dazu eine Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Fundernation gestartet.

Am 10. Februar laden sie unter dem Motto „Crowdfunding zum Anfassen“ zu einem Infoabend im Work Inn in Dortmund ein.

Im Interview erzählt Gründer und Geschäftsführer Mustafa, welche Erfahrungen er und sein Team bisher als Startup gesammelt haben, wo sie mit smartvie derzeit stehen, was ihre Ziele sind und was sie mit ihrer Crowdfunding-Kampagne erreichen möchten.

Hallo Mustafa, Du hast 2010 mit Deinem Team den Online-Marktplatz smartvie gegründet und hast es mit Mitbewerbern wie amazon oder ebay zu tun. Was ist das besondere an smartvie, wie hebt Ihr Euch von den großen Konkurrenten ab?

Mustafa: smartvie ist ein Full-Service online Marktplatz mit Fokus auf Qualität. Das heißt: Ausschließlich geprüfte Anbieter inserieren bei uns. Die Kundenbetreuung erfolgt über uns und nicht über den Anbieter, so dass Händler erleichtert werden und Endkunden immer einen zentralen Ansprechpartner haben.

Unsere Einstellapplikation liest jeden Datensatz, unabhängig vom Ursprung. Somit benötigen Händler kein technisches Wissen und erhalten eine Millionenreichweite dank unseres Partnernetzwerkes. Dank der dadurch reduzierten Marketing- und Integrationskosten bekommen Händler zusätzlich einen Kostenvorteil von bis zu 50 Prozent.

Wie ist die Idee entstanden, mit einem eigenen Online-Markplatz zu starten?

Mustafa: Durch Beobachtung des Marktes über mehrere Monate hinweg und Gespräche mit weit über 300 Händlern. Diese „erste-Hand Marktrecherche“ hat zum heutigen smartvie geführt.

Wer gehört zu Eurem Team und wie habt Ihr Euch zusammengefunden?

Mustafa: Gründer sind meine Schwester Maryam, meine guten Freunde Alexander, Anand und ich. Wir kennen uns seit Geburt 😉 bzw. vom Studium und von einem ehemaligen gemeinsamen Projekt.

Wie habt Ihr mit der Umsetzung Eurer Idee begonnen. Eine besondere Herausforderung bei solchen Marktplätzen ist ja, dass man als Kundenkreise sowohl Verkäufer als auch Käufer hat. Wie seid Ihr da rangegangen?

Mustafa: Wir haben mit einfachen Kaltakquisen per Telefon begonnen. Das heißt, nahezu rund um die Uhr war es unsere Aufgabe „Tester“ zu finden – also Händler, die unsere Applikation ausprobieren. Heute ist das glücklicherweise nicht mehr so, d.h. Händler kommen von sich aus auf uns zu. Generell war das Feedback aber immer positiv und nur so konnten wir vieles lernen. Nachdem das Angebot da war bzw. gerade kommt, ging es um die Bewerbung der Artikel, sprich die Käuferfindung.

Was waren in den ersten Jahren die besonderen Schwierigkeiten oder Herausforderungen, denen Ihr mit Eurem Startup gegenüberstandet?

Mustafa: Interessanterweise weniger die Kundengewinnung oder Vermarktung (wie wir zunächst annahmen), sondern die Technik. Dazu kommt natürlich noch die Finanzierung, denn wenn die Entwicklung länger dauert als angenommen, müssen die finanziellen Pläne auch neu geschrieben werden.

Bevor wir zum Thema Crowdfunding kommen, wie habt Ihr Euch bisher finanziert?

Mustafa: Kurz: Eigenkapitalfinanzierung – z.B. Beteiligung von Seiten der KBG NRW, EU-Zuschuss für Innovation, Gesellschafterdarlehen und unsere Umsätze.

Auf der Crowdfunding-Plattform Fundernation sammelt Ihr jetzt Kapital für Euer Startup. Welche Summe wollt Ihr erreichen und wie würdet Ihr das Kapital investieren?

Mustafa: Minimum 100.000 Euro, Maximum 400.000 Euro. Investiert soll ausschließlich in das Wachstum. Wir wollen mehr Entwickler und dann direkt in die Skalierung gehen.

Am 10. Februar ladet Ihr zu einer Infoveranstaltung zu Eurer Kampagne ein. Wer kann kommen und was erwartet die Teilnehmer bzw. Euer Publikum?

Mustafa: Das Motto ist „Crowdfunding zum Anfassen“. Das heißt, obwohl wir ein Internetunternehmen sind, stecken dahinter Menschen, die man jetzt kennenlernen kann. Wir wollen also uns und smartvie vorstellen und anschließend persönliche Gespräche führen und auf Fragen eingehen. Eingeladen sind alle Interessenten, also Journalisten, potentielle Kunden und Investoren.

Wo steht Ihr gerade mit smartvie und wo wollt Ihr hin, was sind Eure Ziele?

Mustafa: Wir verlassen die Startup-Phase gerade und gehen in das Wachstum über. Im letzten Jahr konnten wir ein sechsstelliges Transaktionsvolumen verzeichnen und den Proof of Concept nachweisen – bei 0 Euro Investment in Marketing, Werbung oder PR. Jetzt wollen wir wachsen – Entwicklung erweitern und z.B. durch Shop-Anbindungen weiter Kunden akquirieren.

Die Ziele sind ganz klar: Mittel- bis langfristig wollen wir unter die Top 10 des deutschen E-Commerce bzw. Top 3 der online Marktplätze, also hinter Amazon und eBay. Aus der Erfahrung der vergangenen Monate ist das sehr realistisch.

Ihr habt in Hannover gegründet und seid jetzt hier in Dortmund ansässig. Wie schätzt Du das Ruhrgebiet als Ort für Gründer und Startups?

Mustafa: Ich bin schlichtweg positiv überrascht. Von der ersten Förderung, hin zur Presse über zur Wirtschaftsförderung gab es von der ersten Minute an viel Unterstützung. Auch zwischen den Unternehmen untereinander konnten wir schon positive Erfahrung sammeln und Unterstützung erfahren.


Infos zur Crowdfunding-Kampagne findet Ihr auf smartvie.de.

Kennenlernen könnt Ihr das Team am 10. Februar auf dem Crowdfunding-Infoabend im Work Inn in Dortmund. Weitere Infos und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es hier.

 

1 Kommentar

  • Mittlerweile greifen doch immer mehr Menschen auf Crowdfunding zurück und mit der richtigen Idee und einer Menge Arbeit, die darin investiert wird, kann tatsächlich einiges erreicht werden. Diese Möglichkeit sollte man unbedingt nutzen.

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