Szene

Cool Ideas Society: Gemeinsam coole Ideen entwickeln

Cool Ideas Society im Unperfekthaus

So sah die Cool Ideas Society am 27. Mai 2014 im Unperfekthaus aus. Pitcher René (6.v.r.) stellte sein Projet Ruhrpott in Motion vor und bekam dazu von der Gruppe massenweise Ideen. Anne (2.v.r.) und Ann-Kathrin (3.v.r.) leiteten den Abend. (Foto: Carmen Radeck)

Interview über die Cool Ideas Society mit Anne und Ann-Kathrin vom Essener CIS-Team

Von Carmen Radeck

Als ich vor ein paar Wochen mal wieder im Unperfekthaus unterwegs war, bin ich zufällig in eine Veranstaltung der Cool Ideas Society hineingeraten. Ganz verschiedene Leute, die sich teilweise vorher gar nicht kannten, trafen sich an diesem Abend, um mit ihren Ideen dazu beizutragen, einem Projekt neuen Input zu liefern und voranzubringen. Das hat nicht nur richtig viel Spaß gemacht, für René, der an diesem Abend sein Projekt Ruhrpott in Motion gepitcht hatte, kamen so viele Ideen zusammen, dass er sich kaum retten konnte.

Ich habe die beiden Leiterinnen des Ruhrgebiets-Teams, Anne und Ann-Kathrin, zum Interview getroffen, um mit ihnen über das Format der Cool Ideas Society zu sprechen.

Cool Ideas Society - Das Essener Team

Anne (l.) und Ann-Kathrin leiten das Essener Team der Cool Ideas Society. (Foto: Carmen Radeck)

Was genau steckt hinter der Cool Ideas Society (CIS)?

Anne: Eigentlich geht es bei CIS darum, einen Raum zu eröffnen für Leute, die eine Idee haben und dafür Unterstützung in Form von Ideen anderer Leute brauchen.

Ann-Kathrin: Egal ob Menschen, Vereine oder Organisationen – alle, die vor einer Herausforderung stehen, die gerade nicht weiter wissen und in einer Sackgasse stecken oder neue Inspiration brauchen, können in die CIS kommen und dort ihre Wie-Frage stellen. Dann bekommen sie kreativen Input von den anderen Teilnehmern oder weiterführende Fragen, die sie beantworten können.

CIS ist ein co-kreatives Format. Das heißt, es kommen ganz viele Menschen aus unterschiedlichsten Bereichen zusammen, die sich gegenseitig Input geben und dabei gleichzeitig ihr Netzwerk erweitern können.

Es zum einen um coole Ideen, die die Welt zu einem besseren Ort machen sollen, die Innovationen in die Welt bringen und sonst vielleicht nicht gehört werden. Zum anderen geht es um die Gemeinschaft, in der man auf Menschen trifft, die man ohne diese Kreativabende nie getroffen hätte. Das ist für mich das Nonplusultra an diesen Abenden.

Anne: Dieser Gemeinschaftsgedanke funktioniert auch noch auf einem anderen Level. Es ist einerseits die Gemeinschaft, die bei dem Event zusammenkommt und die über das Event hinaus ihre Kontakte auch sehr gut pflegt. Entweder, weil man sich beim nächsten Event wieder sieht, oder weil man Anknüpfungspunkte gefunden hat und sich daraus neue Kooperationen entwickeln. Das hatten wir schon ganz oft, dass sich einige in der Kaffeepause darüber unterhalten haben, was sie machen, und dann haben sich auf einmal neue Kooperationen zwischen Leuten ergeben.

Andererseits nutzen wir die Gemeinschaft auch noch auf der Ebene der Hosts. Wir Hosts haben also auch noch mal eine Gemeinschaft untereinander. Dabei stehen wir in sehr engem Kontakt auch mit den anderen Städten.

René (r.) pitchte sein Fotoprojekt "Ruhrpott in Motion" - hier im Gespräch mit Ann-Kathrin. (Foto: Carmen Radeck)

René (r.) pitchte sein Fotoprojekt „Ruhrpott in Motion“ – hier im Gespräch mit Ann-Kathrin. (Foto: Carmen Radeck)

Beschreibt doch mal, wie so ein CIS-Abend abläuft.

Ann-Kathrin: Der Abend beginnt sozusagen schon mit dem Abend davor. Wir suchen für jedes Event ja auch immer einen Pitcher, der an dem Abend seine Idee oder sein Projekt vorstellt. Für ihn machen wir dann ein sogenanntes Intake, wo wir herausfinden, was seine Herausforderung ist, was er schon versucht, was aber nicht geklappt hat. Gemeinsam mit dem Pitcher oder der Pitcherin entwickeln wir dann eine Wie-Frage, die er oder sie an dem Abend den Teilnehmern stellen kann. Das machen wir ein ein bis drei Wochen vorher.

Anne: Im Grunde genommen ist das Intake ein einstündiges Coaching, in dem man die Herausforderung von allen Seiten beleuchtet…

Ann-Kathrin: … und bei dem der Pitcher auch angeben kann, was er aus dem Event mitnehmen möchte, was sein Traumergebnis wäre. Danach arbeiten wir auch die Wie-Frage heraus.

Wow, das sind ja umfangreiche Vorbereitungen. Wie geht’s dann an dem eigentlichen Abend weiter?

Ann-Kathrin: Zuerst machen wir mit den Teilnehmern ein kleines Kennenlernspiel. Da suchen wir immer unterschiedliche aus, damit nicht jeder Abend gleich aussieht. Danach erklären wir kurz, was die CIS ist, was dazugehört und unsere Prinzipien. Und dann kommt man relativ schnell auch schon zum Pitcher. Wir wollen schließlich die Zeit nutzen und möglichst viele Antworten auf seine Herausforderung finden.

Anne: Der Pitcher hat dann drei Minuten Zeit, sein Projekt vorzustellen und ganz kurz und knapp auszudrücken, vor welcher Herausforderung er steht.

Ann-Kathrin: Die Teilnehmer schreiben danach ihre Ideen, ihre weiterführenden Fragen, Tipps und Tricks und ihre Kontakte auf Post-its und pinnen diese in die vier Felder, die wir dafür vorbereitet haben. Wichtig in dieser Runde ist, dass der Pitcher dazu nicht Stellung nehmen soll, sondern erst, wenn die Runde vorbei ist. Es sollen möglichst schnell ganz viele Ideen zusammenkommen.

Anne: Dabei wird nichts aussortiert. Es ist ganz wichtig, jede Idee zuzulassen, auch wenn man denkt, sie wäre zu blöd. Denn genau diese Idee könnte dann bei einem anderen Teilnehmer zur nächsten Idee führen. Das soll wirklich ein ganz freies Assozieieren sein. Deswegen gibt es auch keine Rückmeldung vom Pitcher. Einfach nur sammeln.

Ann-Kathrin: Nach der Runde kann sich der Pitcher die Post-its anschauen und Rückfragen stellen. Dann geht es meistens noch in eine zweite Runde, wo man die Wie-Frage noch etwas vertiefen kann. Danach gibt’s eine Pause zum Netzwerken und um sich kennenzulernen.

Anne: Anschließend kann entweder ein zweiter Pitcher seine Idee vorstellen oder die erste Frage wird in kleineren Gruppen vertiefend beantwortet.

Ann-Kathrin: Dabei wird das Problem in den einzelnen Gruppe aus verschiedenen Perspektiven betrachtet, zum Beispiel indem man die Rolle verschiedener Zielgruppen oder Interessensgruppen einnimmt. Dabei kommt oft ein Riesen-Output zustande.

Anne: Zum Schluss gibt es dann noch eine Feedback-Runde, wo Pitcher und Teilnehmer sagen können, was sie aus dem Abend mitgenommen haben.

Ist das Event für Pitcher und Teilnehmer kostenlos?

Anne: Ja, absichtlich. Und es soll kostenlos bleiben, damit es möglichst viele Menschen erreichen kann, besonders diejenigen, die sich für ihr Projekt sonst niemanden leisten können.

Ann-Kathrin: Deswegen sind auch Gründer immer sehr herzlich willkommen.

Was habt ihr selbst für einen Hintergrund und was zieht ihr selbst aus der CIS?

Anne: Ich habe Lehramt studiert, Englisch und Sozialwissenschaften, unterrichte an der Uni und mache auch andere Workshops zum Thema Nachhaltigkeit. Es macht Riesenspaß so ein CIS-Event zu planen und durchzuführen und ist eigentlich meine liebste Freizeitbeschäftigung. Man bekommt auch ganz viel zurück. Ich geh’ aus einem Event immer mit total viel Energie raus.

Ann-Kathrin: Ich habe internationale Wirtschaft studiert mit Fokus auf Marketing, habe gerade meinen Master gemacht und arbeite auch im internationalen Marketing. Was mich an CIS meisten fasziniert ist, dass ich dort so viele Menschen treffe, die ich sonst nicht getroffen hätte, und die sich miteinander vernetzen und so viel Energie kreieren. Das füllt mich total aus, das find’ ich einfach toll.

Was nehmen die Pitcher aus solch einem Event mit?

Ann-Kathrin: Ganz viel! Sie kommen auf Ideen, die sie allein sicher so nie gehabt hätten. Und das in so kurzer Zeit. In gerade mal 15 Minuten bekommt man das gebündelte Feedback von ganz verschiedenen Leuten, die sich auch noch gegenseitig inspiriert haben.

Anne und Ann-Kathrin, vielen Dank für das Gespräch!


Weitere Infos gibt’s auf der Website der Cool Ideas Society.

Die nächste Veranstaltung findet am 21. August 2014 im Grugapark statt. Los geht’s um 19 Uhr. Infos findet Ihr im RuhrGründer-Eventkalender.

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