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Startup Of The Month: brytes aus Dortmund im Interview

Das Team von brytes aus Dortmund
Das Team von brytes aus Dortmund (Foto: brytes)

brytes aus Dortmund im Gründer-Interview

Das Startup of the Month im September – powered by ruhr:HUB – heißt brytes. Das Dortmunder Gründerteam hat sich auf die Personalisierung von Websites spezialisiert.

Im Interview mit Co-Founder Hendryk Hosemann erfahrt Ihr mehr zur Geschäftsidee von brytes und was es mit „Digitaler Empathie“ auf sich hat.


Hallo Hendryk, was genau macht brytes?

Wir personalisieren Websites anhand von Emotionen von Nutzern. Das heißt, dass die Website, in Echtzeit auf meine ganz aktuellen Bedürfnisse reagiert. Wir wollen, dass Websites so empathisch werden, wie richtig gute Verkäufer im stationären Einzelhandel.

Der Mensch soll auch im Internet im Vordergrund stehen und nicht nur einfach eine Ansammlung von Kaufhistorien sein. Wir nennen das „Digitale Empathie“.

Dazu analysieren wir die digitale Körpersprache jedes einzelnen Website-Nutzers und werten in Echtzeit psychografische Eigenschaften aus, um die menschlichen Bedürfnisse zu verstehen.

Wenn wir den aktuellen Kontext des Besuchers erfassen, wissen wir auch wie wir ihn individuell ansprechen müssen.

Also, wenn ich zum Beispiel einen sehr unsicheren Website-Besucher habe, der nur erste Informationen sammeln möchte, muss ich sehr feinfühlig mit ihm umgehen und die Informationsflut vorfiltern.

Bei einem anderen Besucher, der zum Beispiel auf eine bestimmte Budgetgrenze schaut, muss ich die gleiche Seite ganz anders darstellen, das Sparpotential von Produkten betonen und unter Umständen mit exklusiven Rabatten arbeiten.

Was ist Euer Geschäftsmodell und wer sind Eure Kunden?

Unsere Kunden sind vor allen Dingen eCommerce-Shops, in den unterschiedlichsten Branchen. Allerdings sprechen wir aktuell auch mehr und mehr mit Banken und Versicherungen, die ebenfalls Interesse an unserer Technologie haben.

Allgemein ist uns wichtig unser Geschäftsmodell möglichst fair für beide Seiten zu gestalten. Deshalb fokussieren wir uns auf ein erfolgsbasiertes Vergütungsmodell.

Dabei zahlt unser Kunde nur eine Provision für den nachgewiesenen Uplift, also die Steigerung des Umsatzes durch unsere Technologie.

Wie ist die Idee entstanden?

Wenn man sich heutige Personalisierung anguckt, passiert da gerade unheimlich viel. Das meiste basiert allerdings auf sehr generischen Daten, wie Demographie, Kaufhistorie und was ich mir als Nutzer angeguckt habe.

Wir haben uns gefragt, warum nicht auch alle anderen Bewegungs- und Verhaltensdaten auf einer Website genutzt werden. Um das Potenzial dieser komplexen Daten zu greifen, war für uns eine psychologisch basierte Perspektive entscheidend.

Dadurch haben wir ein System für uns gewonnen, um menschliches Verhalten interpretierbar und vorhersagbar zu machen.

Wie finanziert Ihr Euch in der Startphase?

Wir haben Anfang des Sommers unsere Seed-Finanzierungsrunde abgeschlossen und haben tolle Investoren für unser Team gewonnen.

Mit Oliver Weimann haben wir einen erfahrenen Unternehmer, Start-Up- und Digitalprofi aus dem Ruhrgebiet für unsere Idee begeistern können.

Und mit 71circles aus München, haben wir einen jungen und andersdenkenden Company Builder der Lebensversicherung von 1871 München a.G. an Bord, der uns mit einem Team an Innovatoren zur Seite steht.

Was treibt Euch an, Euch jeden Morgen aufs Neue ins Startup-Hustle zu stürzen?

Natürlich treibt uns unsere Vision an. Wir wollen etwas ganz Neues auf die Beine stellen und die digitale Welt empathischer machen.

„Uns treibt unsere Vision an. Wir wollen etwas ganz Neues auf die Beine stellen und die digitale Welt empathischer machen.“
Bei den vielen kleinen unzähligen Schritten, die wir bis dahin zu gehen haben, ist es aber vor allen Dingen unser Team, dass uns immer wieder anspornt. Wir kennen uns schon lange und haben zusammen studiert.

Wir sind zwar sehr unterschiedlich, was Charaktere und Fähigkeiten angeht, aber genau dieser Mix macht es für uns aus. Wenn man mit seinen Freunden zusammenarbeiten kann, macht fast jeder Arbeitstag richtig Spaß.

Ihr steht als Unternehmer noch am Anfang. Wer sind Eure Vorbilder und warum?

Wir haben keine wirklichen Vorbilder im großen Stil. Natürlich gibt es viele inspirative Persönlichkeiten, zu denen man als Gründer immer wieder aufschaut.

Uns treiben mehr die erfolgreichen kleineren Geschichten aus unserem Umfeld an, bei denen man direkt nachvollziehen kann, wie sie es geschafft haben.

Wenn’s mal nicht so rund läuft, was baut Euch wieder auf?

Für uns ist Ehrlichkeit und Feedback wichtig, um uns immer wieder zusammen zu raufen und die richtigen Probleme zu lösen.

Ehrliches Reflektieren ist nicht nur essentiell um ein Team zusammen zu halten, sondern insbesondere um externe Implikationen, wie Anforderungen von Kunden oder Investoren richtig zu interpretieren und die Konsequenzen daraus umzusetzen.

Wo steht Ihr gerade und was sind Eure nächsten Meilensteine?

Wir haben mit dem Seed-Investment unser Team erweitert und unsere ersten Testrunden mit unseren Pilotkunden abgeschlossen.

Jetzt geht es für uns um den Markteintritt mit unserem ersten umfänglichen Release. Dabei bieten wir in einem ersten Schritt eine sehr einfach zu integrierende Analytics-Lösung an.

Über ein Dashboard erhalten so beispielsweise Shop-Betreiber Einblicke in die Gefühlslage und Psychografie ihrer Website-Besucher, um Erkenntnisse für UX-Optimierung, Kundenansprache und Kampagnensteuerung zu gewinnen.

Das sind völlig neue Insights, die zur Zeit keine anderen Analytics-Anbieter im Programm haben.


ruhr:HUB ist die zentrale Anlaufstelle für die digitale Wirtschaft in der Region. Sein Ziel ist es, Startups und Unternehmen zu unterstützen und aktiv miteinander zu verknüpfen – mit Fokus auf B2B-Themen wie IT-Security, eHealth oder Industrial Technologies.

Geschrieben von
Carmen Radeck

Carmen Radeck ist Journalistin und Gründerin von RuhrGründer. Ihre Leidenschaft ist es, Geschichten von Menschen zu erzählen, die ihr eigenes Ding machen, dafür brennen und bereit sind, jedes Risiko einzugehen.
So entstand die Idee zum Gründerblog RuhrGründer, der 2014 mit Storys über Gründer und Startups aus dem Ruhrgebiet online ging und sich inzwischen zum Szene-Portal entwickelt hat. Als Mit-Initiatorin der Datenbank StartupsRuhr.de und von Events wie dem RuhrSummit und den Fuckup Nights Ruhrgebiet ist sie aktiver Bestandteil der Gründerszene Ruhr.
Carmen berät Unternehmen in Sachen Content Marketing und Social Media. Sie kommt aus Essen, lebt in Kamen und ist im Ruhrgebiet zuhause.

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Geschrieben von Carmen Radeck