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„app and home“: Smart Home-Komponenten für jeden Einsatz (Startup of the Month)

(Foto: app and home)

Startup of the Month: Bei „app and home“ dreht sich alles um Smart Home Komponenten

Im Jahr 2016 haben Marco Anderheyden und Daniele Usala ihr Smart Home Startup „app and home“ gegründet. Ihr Spezialgebiet ist dabei die Zusammenstellung und der Vertrieb von Smart Home-Komponenten.

Unser Partner ruhr:HUB hat das inzwischen auf fünf Mitarbeiter angewachsene Team zum Startup of the Month August gekürt.

Im Interview mit den beiden Gründern Marco und Daniele erfahrt Ihr, wie die Idee zu app and home entstand, was die beiden antreibt und welche Meilensteine sie als nächstes erreichen wollen.


Was ist die Geschäftidee hinter Eurem Startup app and home?

Marco: Bei uns ging es schon immer um den Vertrieb von Smart Home Komponenten, die für den jeweiligen Einsatzzweck besonders passend sind.

Diese erste Frage ist für uns aber besonders spannend. Wir sind vor guten drei Jahren vielleicht etwas naiv mit der Idee angetreten, die perfekte Smart Home Lösung für jedermann anzubieten.

„Wir haben viel gelernt, vor allem, dass dein Produkt gut und gerne perfekt werden kann, aber es trotzdem keiner kauft.“

Marco Anderheyden, Startup „app and home“

Dabei haben wir sehr viel gelernt, vor allem, dass dein Produkt gut und gerne perfekt werden kann, aber es trotzdem keiner kauft. Alleine schon, wenn man so unbekannt ist wie wir leider noch immer.

Was aber schon immer gut ankam war unser Verständnis, wie wir Smart-Home-Systeme realisieren wollten: Mit einer offenen, herstellerunabhängigen Integrationsplattform wie es z.B. openHAB bietet.

Da aber aufgrund des enormen Funktionsumfangs längst nicht jeder damit klar kommt und somit der Zugang dazu fehlt, wollen wir mit unseren Videos auf YouTube & Co. das Thema weiter in die Köpfe bringen und mit den passenden Produkten, die wir sorgfältig in unserem neuen Onlineshop zusammenstellen und das Sortiment immer weiter ausbauen, auch gerne selbst vertreiben.

Außerdem denken wir über unseren eigenen Onlineshop hinaus, indem wir auch gerne Partnerschaften (z.B. in Form von Affiliate- sowie Partnerprogrammen) setzen.

Wie verdient Ihr damit Geld und wer sind Eure Kunden?

Marco: Unsere Kunden sind in der Regel technisch versierte Immobilienbesitzer im Privatbereich.

Da aber auch viele Geschäftskunden von der Smart-Home-Technik massiv profitieren können, haben wir auch sehr häufig in diesem Umfeld damit zu tun.

Geld verdienen wir aus der Verkaufsmarge und unseren Dienstleistungen rund um das Thema Smart Home Installation, Konfiguration und allgemeiner Beratung.

Wie ist die Idee entstanden?

Marco: Die Idee aus meinem ursprünglichen Hobby und des fast schon besessenen Willens mein eigenes Haus so „smart“ wie möglich zu machen, führte eines Tages zum Aufbau einer zweiten Smart-Home Installation bei meinem Nachbarn Daniele.

Er erkannte sofort das Potential, was mit dem Mix aus der Integrationsplattform openHAB, ein paar Komponenten von HomeMatic und weiteren IoT Geräten (Philips Hue etc.) zu erzielen ist.

Nach dem wir mit dem Projekt fertig waren, bzw. die ersten Geräte liefen – fertig wird man ja nie 😉 – haben wir immer mehr Anfragen aus dem Freundes- und Familienkreis und letztendlich auch aus deren Kontakten erhalten – die Geburtsstunde von app and home hat geschlagen.

Wie finanziert Ihr Euch am Anfang?

Marco: Alle Geräte, die wir im Hobby-Stadium benötigt haben, haben wir komplett selbst von unserem Gehalt finanziert. Mit den ersten Kunden konnten wir schon unseren Aufwand durch einen kleinen Aufschlag auf die Geräte soweit finanzieren, dass wir nichts mehr aus der eigenen Tasche draufzahlen mussten.

Allerdings hat es bis vor kurzem nie gereicht uns ein Einkommen auszuzahlen. In den ersten drei Jahren haben wir das gesamte Geschäft als GbR ausgeführt und waren nach Abzug aller Kosten leider nur selbsttragend unterwegs. Das konnte so nicht bleiben, weshalb wir den Online-Shop mit den Social-Media-Kanälen mit ca. einem Jahr Vorbereitungszeit hochgezogen haben.

Seit wenigen Wochen erzielen wir signifikant höhere Gewinne als bisher und die Entwicklung geht weiter nach oben.

Was treibt Euch an, Euch jeden Morgen aufs Neue ins Startup-Hustle zu stürzen?

Marco: Es verging kaum ein Tag, an dem wir nicht irgendetwas total spannendes und neues gelernt haben. Als Wirtschaftsinformatiker war es für mich die perfekte Symbiose all mein Wissen auszuprobieren.

Trotz des ausbleibenden Gehalts für dieses Geschäft war es für mich unvorstellbar, app and home jemals an den Nagel hängen zu wollen und ich danke meiner Familie und insbesondere meiner Frau Cecile vom tiefsten Herzen, dass ich trotz vieler Höhen und Tiefen dabei bleiben konnte und ich so toll unterstützt worden bin.

„In erster Linie begeistert mich in der Startup Szene die Community, die flache Hierarchie und das Miteinander.“

Daniele Usala, Startup „app and home“

Daniele: In erster Linie begeistert mich in der Startup Szene die Community, die flache Hierarchie und das Miteinander.

Wenn ich schon immer etwas sehr gut konnte, dann ist das das Netzwerken. Ich bringe unheimlich gerne Leute zueinander und mag die Interaktion.

Die Möglichkeit unsere eigene Geschäftsideen zu verwirklichen und dabei die Entwicklung und die Dynamik zu beobachten, ist einfach grandios und treibt mich an.

Ich habe gelernt noch positiver zu denken, und das Erfolg kein Zufall ist.

app and home ist innovativ, hat (jetzt) ein skalierbares Geschäftsmodell und befasst sich mit einem Thema (Smart Home), was voll im Trend ist.

Ich bin stolz auf das, was wir bis jetzt erreicht haben und erreichen werden, und danke meiner Familie ebenfalls, die mir zu 100% den Rücken frei hält.

Ihr steht als Unternehmer noch am Anfang. Wer sind Eure Vorbilder und warum?

Marco: Vorbilder sind für uns alle Unternehmer, die Ihr Geschäftsmodell anders aufbauen, als es üblich ist. Als erstes fällt mir da Elon Musk ein, der mit seinen Tesla Elektroautos angetreten ist um zu gewinnen. Er hat nicht damit angefangen um nur ein weiterer Automobil-Produzent zu werden, von denen es bereits eh schon genug gibt, sondern er verkauft seine Vision für eine saubere Elektromobilität und tut dafür alles, was notwendig ist. Beispiele: Solardächer für Privathaushalte mit Batterie-Speicherung und der ganzheitlichen Ladeinfrastruktur.

„Vorbilder sind für uns alle Unternehmer, die Ihr Geschäftsmodell anders aufbauen, als es üblich ist.“

Marco Anderheyden, Startup „app and home“

Es gibt allerdings viele weitere Beispiele von Unternehmern, die uns inspirieren. Wie z.B. auch Dirk Kreuter, Jeff Bezos und viele weitere.

Wenn’s mal nicht so rund läuft, was ist Eure Krisen-Strategie?

Daniele: Das haben wir schon sehr oft erlebt. Zunächst machen wir das oft selber gegenseitig und außerdem haben wir viel Rückhalt bei unseren bisherigen Kunden gehabt, aber auch unseren Freunden und natürlich unseren Familien.

Wo steht Ihr gerade und was sind Eure nächsten Meilensteine?

Zunächst erstmal kurzfristig 1.000 YouTube-Abonnenten und die Retail-Excellence. Wir sind gerade dabei unser eigenes Lager aufzubauen und alle Geschäftsprozesse rund zu machen. Dabei unterstützt uns die Technik sehr, aber wie immer geht es noch viel besser.

Wir suchen noch weitere Lieferanten für Smart Home-Produkte, die perfekt in unsere Smart-Home-Strategie passen. Wir sind aber sehr penibel und sind sorgfältig bei der Recherche, da wir auch alles zuerst ausprobieren.

ruhr:HUB ist die zentrale Anlaufstelle für die digitale Wirtschaft in der Region. Sein Ziel ist es, Startups und Unternehmen zu unterstützen und aktiv miteinander zu verknüpfen – mit Fokus auf B2B-Themen wie IT-Security, eHealth oder Industrial Technologies.

Geschrieben von
Carmen Radeck

Carmen ist Journalistin, Autorin und leidenschaftliche Aktivistin für die Gründerszene im Pott. Seit 2014 betreibt sie das Startup-Portal RuhrGründer.de und ist Mitgründerin von Events wie RuhrSummit, Fuckup Nights Ruhrgebiet und Female Founders Ruhr.

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