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Dortmunder Startup macht aus Menschen Avatare und Figuren in 3D

3D-Generation Team bei TOP 100 Preisverleihung durch Ranga Yogeshwar (Foto: 3D GENERATION)

Gründer-Interview: Pavlo Mykhaylov von 3D GENERATION aus Dortmund

Mit seinem vollautomatisierten 3D-Ganzkörperscanner, mit dem in einem Bruchteil von Sekunden virtuelle 3D-Avatare erstellt werden können, die sich als 3D-Figur ausdrucken lassen, wurde das Dortmunder Startup 3D GENERATION in diesem Jahr zu den Top 100 Innovationsführern Deutschlands gewählt.

Über die Technologie und Wachstumspläne des Dortmunder 3D-Startups haben wir mit Gründer Pavlo Mykhaylov im Interview gesprochen.

Hallo Pavlo, was genau macht euer Startup 3D GENERATION? 

Pavlo Mykhaylov, Gründer von 3D Generation
Pavlo Mykhaylov (Foto: 3D GENERATION)

Mit 3D GENERATION haben wir Ende 2017 den weltweit ersten vollautomatisierten 3D-Ganzkörper-Scanner entwickelt, mit dem Personen virtuelle 3D-Ganzkörper-Avatare für Virtual-Reality- und Augmented-Reality-Anwendungen von sich erstellen können.

Unser 3D-Ganzkörper-Scanner names 3D GENERATOR 3.0 verfügt über einen Scan-Raum mit 132 Kameras, die den menschlichen Körper als dreidimensionales Ebenbild erfassen.

Teil des Scansystems ist zudem eine eigens von uns entwickelte Software, die aus den 132 hochauflösenden Aufnahmen einen digitalen 3D-Ganzkörper-Avatar erzeugt.

Was ist das Besondere an eurer Geschäftsidee, was macht Euch einzigartig?

Wir haben es als erstes Unternehmen weltweit geschafft, den 3D-Scan-Vorgang und die anschließende 3D-Modellierung zu automatisieren.

3D-Ganzkörperscanner (Foto: 3D GENERATION)

Kunden können über ein Touch-Panel am 3D-Ganzkörper-Scanner den Scanvorgang selbstständig auslösen und erhalten in einem Bruchteil von Sekunden einen fotorealistischen 3D-Ganzkörper-Avatar von sich.

Bisherige Lösungen zur Erstellung von digitalen 3D-Ganzkörper-Avataren waren zeit- und kostenintensiv, und die Erstellung war in der Regel nur professionellen Computerspiel-Entwicklern vorbehalten.

Mit unserem exklusiv entwickelten 3D-Ganzkörper-Scanner können unsere Kunden jedoch ab sofort spielerisch selbst ihre eigenen digitalen 3D-Avatare in einem Bruchteil von Sekunden erstellen.

Wo siehst Du die Haupteinsatzmöglichkeiten für Eure Technologie?

Unsere Technologie ermöglicht künftig zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten: Kunden werden beispielsweise mit ihren 3D-Ganzkörper-Avataren online Kleidung anprobieren oder diese in Computerspiele integrieren können. An derartigen Lösungen arbeitet unser Start-up bereits.

Zudem entwickeln wir gerade eine Online-Plattform auf der die 3D-Avatare hochgeladen werden können. Dahingehend ist geplant, eine Datenbank für 3D-Ganzkörper-Avatare zu gründen.

Außerdem arbeiten wir gerade einem Feature, damit Kunden ihre 3D-Ganzkörper-Avatare animieren oder mit individuellen Grußbotschaften versehen können, um diese anschließend an Freunde oder Bekannte zu versenden.

Wie ist die Idee entstanden?

Die Idee gründet auf meinem persönlichen Wunsch, ein Andenken an meinen verstorbenen Opa zu haben. Ich dachte mir, dass eine Büste ein sehr schönes Andenken gewesen wäre. Die Erstellung einer solche Büste wäre jedoch sehr kostspielig gewesen.

3D-Figur (Foto: 3D GENERATION)

Daher habe ich mir gedacht, dass man mit der digitalen Technologie der Photogrammetrie in Kombination mit der 3D-Druck Technologie eine kostengünstigere Lösung anbieten könne, was wir schlussendlich mit unserem Start-up auch geschafft haben.

So können Kunden bereits ab 99 Euro von sich eine unverwechselbare Figur erstellen. Aufgrund des niedrigen Preises Produkt auch massentauglich geworden.

Wer gehört zum Gründer-Team und wie habt Ihr Euch gefunden?

Ich habe das Start-up mit zwei weiteren Personen gegründet, deren Anteile ich in weiterer Folge übernommen habe.

Derzeit sind sieben Mitgesellschafter an Board. Gemeinsam mit meinem Geschäftspartner Juri Friesen führen wir das operative Geschäft.

Momentan haben wir insgesamt 40 Mitarbeiter, die einerseits für den Verkauf, andererseits an der Weiterentwicklung unserer Technologie arbeiten.

Wie finanziert Ihr Euch?

Wir finanzieren uns über laufende Einnahmen aus dem Verkauf von 3D-Figuren.

Eine weitere wichtige Einnahmequelle sind Aufträgen von größeren Firmen im B2B-Bereich, die unseren professionellen Service des 3D-Drucks und der 3D-Modellierung nutzen.

Für die Weiterentwicklung unseres Produktes bzw. unserer Dienstleistung konnten wir in den letzten Jahren zahlreiche Business-Angels mit ins Boot holen. Um weiter expandieren zu können, sind wir gerade auf der Suche nach strategischen Investoren.

Wie sehen Eure Wachstumspläne aus?

Wir setzen auf eine nachhaltige Expansion unserer bisherigen 3D-Generation Standorte. In den kommenden Jahren wollen wir unser Filialnetz stetig erweitern und planen auch eine Expansion ins Ausland.

Was sind Eure nächsten Meilensteine?

Produktion einer 3D-Figur (Foto: 3D GENERATION)

Die nächsten Meilensteine liegt in der Weiterentwicklung der derzeitigen Scan-Technologie. So wollen wir eine Applikation anbieten, mit der die 3D-Figur in Augmented- und Virtual-Reality-Anwendungen integriert werden können.

Der nächste Schritt besteht dann in der Gründung einer Cloud-basierten Datenbank, in der die 3D-Avatare automatisch hochgeladen werden.

Was treibt Euch an, Euch jeden Morgen aufs Neue ins Startup-Life zu stürzen?

Die wichtigste Motivation ist, dass wir unserer Produkt ständig weiterentwickeln und verbessern.

Die Weiterentwicklung unseres Produktes ist manchmal eine Herausforderung, da wir Produktion, Verkauf und technologische Innovation in Einklang bringen müssen.

Die Herausforderung ist aber zugleich ein wunderbares Gefühl, da man für Probleme Lösungen finden muss und sich danach freut, wenn die Lösung funktioniert.

Warum habt Ihr im Ruhrgebiet gegründet?

Ich bin mit meinen Eltern als Kontingentflüchtling von der Ukraine nach Deutschland gekommen. Wir haben uns in Recklinghausen niedergelassen und ich habe in der Region sehr schnell Anschluss gefunden.

Geschrieben von
Carmen Radeck

Carmen Radeck ist Journalistin und Gründerin von RuhrGründer. Ihre Leidenschaft ist es, Geschichten von Menschen zu erzählen, die ihr eigenes Ding machen, dafür brennen und bereit sind, jedes Risiko einzugehen.
So entstand die Idee zum Gründerblog RuhrGründer, der 2014 mit Storys über Gründer und Startups aus dem Ruhrgebiet online ging und sich inzwischen zum Szene-Portal entwickelt hat. Als Mit-Initiatorin der Datenbank StartupsRuhr.de und von Events wie dem RuhrSummit und den Fuckup Nights Ruhrgebiet ist sie aktiver Bestandteil der Gründerszene Ruhr.
Carmen berät Unternehmen in Sachen Content Marketing und Social Media. Sie kommt aus Essen, lebt in Kamen und ist im Ruhrgebiet zuhause.

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Geschrieben von Carmen Radeck