Gründer und Startups

17-jähriger Dortmunder will mit App die Schule revolutionieren

SVAPP Gründer Nils Freyberg und Marius Schönefeld

Das SVAPP!-Team: Nils Freyberg (l.) und Marius Schönefeld. (Foto: neext UG)

Es ist ja nicht so, dass Marius Schönefeld mit seinen Abi-Vorbereitungen nicht schon genug zu tun hätte. Neben der Schule arbeitet der 17-jährige Dortmunder gerade an seinem eigenen Startup. Mit seinem frisch gegründeten Unternehmen neext UG entwickelt Marius zusammen mit seinem Teampartner Nils Freyberg die App Svapp!, eine Art digitales Schwarzes Brett für Schulen. Im Interview mit Marius erfahrt Ihr mehr über seine App, die anstehende Crowdfunding-Kampagne und wie er auf die Idee kam, neben der Schule sein Startup zu gründen.

„Die größte Herausforderung besteht darin, dem verstaubten Schulsystem einen neuen Anstrich zu verpassen“

Hey Marius, erzähl mal genauer, worum es bei SVAPP! geht, was ist die Geschäftsidee?

SVAPP! Mockup

SVAPP! Mockup (Bild: neext UG)

Unser Startup hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Digitalisierung an Schulen zu bringen und dadurch den Informationsfluss, welcher in Schulen leider sehr träge ist, zu verbessern.

Das Ganze soll durch eine App geschehen, welche das in Schulen übliche „schwarze Brett“ digitalisiert. Hier hängen bspw. Vertretungs- und Essenspläne, sowie schulinterne Informationen in Zettelform. Die App macht diese Informationen immer griffbereit und bietet gleichzeitig weitere Informationen wie zum Beispiel vom Lehrer aufgegebene Vertretungsaufgaben oder wichtige Klausurtermine. Somit erleichtert sich die Kommunikation schulintern zwischen den einzelnen Personengruppen, wie Lehrer, Schüler und Eltern enorm.

Im nächsten Schritt soll in der App eine Art der Vernetzung stattfinden und das schulübergereifend. Beispielsweise wenn ein Schüler Hilfe bei der Hausaufgabe für den Spanischunterricht braucht, welche er digital in der App zur Verfügung hat, kann er mit wenigen Fingertipps einen Kollegen aus der eigenen Schule, einen Spanischlehrer seiner Schule oder auch einen fortgeschrittenen Spanischschüler einer anderen Schule um Hilfe bitten. Deren Hilfe wird natürlich belohnt. Wie das genau geschieht, möchten wir im Moment noch nicht verraten.

Wie ist die Idee dazu entstanden?



Witzigerweise entstand die Idee in einer meiner Vertretungsstunden, welche mal wieder recht spontan war und der Lehrer die Vertretungsaufgaben nicht rechtzeitig bekommen hatte.

Ich langweilte mich und dachte mir, das muss doch besser gehen! Ich war nämlich allgemein davon genervt, morgens in die Schule zu kommen und zu sehen, dass die erste Stunde entfällt. Das ist eine Stunde kostbarer Schlaf!

Zu der Zeit habe ich mich sehr für Appentwicklung interessiert und habe mich am selben Nachmittag noch hingesetzt und angefangen zu programmieren.

Durch die Gespräche und das Feedback, welches ich bekommen habe, als ich in die Dortmunder Gründerszene eingetaucht bin, hat sich meine Idee zu dem entwickelt, was sie heute ist.

Aktuell sind wir dabei das System ebenfalls für Universitäten und Hochschulen sowie für Unternehmen anzupassen.

Was ist das Geschäftsmodell dahinter, wie wollt Ihr Geld verdienen?



Beim Thema Geld war es mir wichtig, dass nicht der Schüler auf den Kosten sitzen bleibt. Daher zahlt die Schule eine monatliche Nutzungsgebühr, welche je nach Funktionsumfang variiert. Das günstigste Paket, also die Grundversion der App, soll bei 60 Euro starten.

Wer gehört zum Team und wie habt Ihr Euch gefunden?



Angefangen habe ich allein, bzw. mit der Unterstützung meiner damaligen Mentorin Eva Ihnenfeldt, welche ich durch start2grow kennengelernt habe. Ebenfalls bei start2grow habe ich mit Oliver Weimann ausführliche Gespräche geführt, die viel Input für meine Idee lieferten. Einer der Tipps, welche ich immer wieder bekam, war das Bilden eines Teams.

Gegen Ende 2015 habe ich das Team der Video- und Marketingagentur von veemotion kennengelernt. Diese unterstützen mich bei der Vorbereitung meiner Crowdfunding-Kampagne.

Durch die Zusammenarbeit habe ich Nils Freyberg kennen gelernt. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und merkten schnell, dass wir zusammen echt coole Dinge umsetzen können. Deshalb haben wir uns vor kurzem zusammengeschlossen und sind nun ein Team was sich super in seinen Fähigkeiten und Ideen ergänzt.

Mit Nils habe ich meiner Meinung nach den perfekten Geschäftspartner gefunden und gemeinsam verbessern wir die Schulen!

Wie finanziert Ihr Euch?

Um die App zu finanzieren, starten wir am 15. September ein Crowdfunding auf startnext. Jeder der möchte, kann uns finanziell mit seinen verfügbaren Mitteln unterstützen und erhält ein kleines Dankeschön. Wir haben diese Art der Finanzierung gewählt, damit jeder, der die Schule verbessern möchte, ein Teil unseres Projektes werden kann.

Jeder Unterstützer zählt, daher sind wir gerade dabei, eine große Community auf die Beine zu stellen, die von dem Projekt weiß und es unterstützt.

Sucht Ihr nach Investoren?



Aktuell sind wir nicht auf der Suche. Eher geht es uns darum, möglichst viele Menschen durch das Crowdfunding zu erreichen, womit auch Lehrer und Schulleiter eingeschlossen sind. Diese Zielgruppe entscheidet schlussendlich, ob das Schulsystem für unsere fortschrittliche Idee bereit ist.

Wie wollt Ihr Euer Startup bekannt machen, was ist Eure Marketing-Strategie?



Ein sehr positiver Nebeneffekt des Crowdfunding ist die große Reichweite, die erreicht werden kann. Wir erhoffen uns durch unsere Partner, wie ruhrgründer, einhorn Condoms, Lehrermarktplatz, Neues Schwarz, das WorkInn, die SteadyNews und viele einzelne Personen aus der Gründerszene eine großartige Reichweite zu schaffen, sodass unsere komplette Zielgruppe von unserem Projekt erfährt.

Dazu kommt unsere Präsenz in den Social-Media-Kanälen, welche in Zukunft mit zielgruppengerechten Video- und Bildcontent gefüttert werden.

Worin seht Ihr die größte Herausforderung für Euer Startup und wie geht ihr damit um?



Die größte Herausforderung besteht darin, dem verstaubten Schulsystem einen neuen Anstrich zu verpassen. Viele Lehrer und Eltern haben immer noch große Bedenken beim Thema Internet. Oft kommt dies dadurch, dass sie nicht richtig Informiert wurden bzw. die Unwissenheit eine große Angst schürt.

Wir entgegnen dem Ganzen mit Aufklärung und gehen Schritt für Schritt die Probleme der Zielgruppe und unsere darauf angewandten Lösungen durch. Somit bieten wir bspw. sehr guten Datenschutz für Lehrer und ein sehr sicheres Verifizierungssystem für Schüler. Somit erhalten nur Personen Zugriff auf Daten, die für sie auch bestimmt sind.

Wo steht Ihr gerade und was sind Eure nächsten Meilensteine, die Ihr erreichen wollt?

Aktuell stehen wir vor einen sehr spannenden Phase: unserem Crowdfunding.

Denn Crowdfunding ist mehr als nur eine Finanzierungsart. Es ist ebenfalls eine Prüfung, sein Konzept direkt zu beweisen. Wir werden also sehr schnell sehen, ob unsere Zielgruppe Lehrer, Schulleiter und Schüler für den Schritt der digitalen Schule bereit sind. Daher ist das erfolgreiche Abschließen des Funding momentan unser Meilenstein.

Was ist bisher Eure wichtigste Erfahrung, die Ihr in der Gründungsphase gemacht habt?

Teamwork und Kommunikation ist alles! Und lass dich nicht von Rückschlägen unterkriegen, sondern nutze diese zu deinem Vorteil.

Besonders in der Gründungsphase stößt man auf einige Probleme, da sollte man nicht sofort aufgeben. Vor allem ist hier das Team wichtig. Als ich allein verantwortlich für alles war, bin ich oft schnell in die Situation gekommen, dass ich nicht mehr weiter wusste und angefangen habe zu zweifeln. Im Team motiviert man sich gegenseitig und hat immer eine zweite Meinung.

Du steckst gerade mitten in den Abi-Vorbereitungen. Was hat Dich dazu motiviert, neben der Schule ein Startup zu gründen?

Mit dem Unternehmen habe ich bereits in der 10. Klasse gestartet.

Die Motivation dafür entstand aus einem Brief von Start2Grow. Diese sind durch einen Zeitungsartikel auf mich aufmerksam geworden und hatten mich zum Businessplan Wettbewerb der anderen Art eingeladen.

Ich hätte zu der Zeit niemals daran gedacht, aus meiner App ein marktfähiges Produkt zu machen. Doch ganz dem Motto nach „schau mal rein“, bin ich mal hingegangen. Ich finde heute noch, dass das eine der besten Entscheidungen war, die ich bis jetzt treffen konnte. Denn dort entstanden die vielen Kontakte, Konversationen und Unterstützungen die mich heute zu einem erfolgreichen Jungunternehmer machen.

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